Weißer Rauch, eine Ernennung, ein neuer Papst: Robert Francis Prevost wurde am Donnerstag als neues Oberhaupt der katholischen Kirche mit Jubel in Empfang genommen. Vertreter der LGBTQI-Szene fragen sich nun, welche Haltung der US-Amerikaner gegenüber Schwulen, Lesben und Transmenschen vertritt. Offiziell geäußert hat sich der 69-Jährige zu diesem Thema seit seiner Wahl noch nicht. Doch in den sozialen Medien wird die Linie, die er in der Vergangenheit vertrat, als Anhaltspunkt für die Zukunft gesehen.
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Der US-amerikanische LGBTQI-Aktivist Matthew Bernstein schreibt auf seinem Instagram-Profil: „What we know so far“ – „Was wir bisher wissen“ und macht deutlich, dass sich Prevost während seiner Zeit als Kardinal wenig offen gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gezeigt hat. Fest macht Bernstein das anhand einer Aussage aus dem Jahr 2012.
„Ist der Papst woke? Nein, aber er hasst Trump“
Prevost hatte westlichen Medien und der Pop-Kultur in einer Ansprache gegenüber Bischöfen vorgehalten, sie würden „Sympathie für Überzeugungen fördern, die im Widerspruch zum Evangelium“ stehen. Insbesondere bezog er sich dabei den „homosexuellen Lebensstil“ und „alternative Familien, bestehend aus gleichgeschlechtlichen Partnern und ihren Adoptivkindern“. Ob er diesen Kurs beibehalten wird oder sich ähnlich offen gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren zeigen wird, wie Papst Franziskus, wird sich jedoch erst noch zeigen.
Neuer Papst Leo XIV. kritisierte US-Vize Vance offen
Bernstein kommt in seinem Post zu dem Ergebnis: „Ist der Papst woke? Nein, aber er hasst Trump“. Der US-Präsident hatte das Wort „woke“ für alles benutzt, das sich Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt verschworen hatte. Trump hat Programmen zu Förderung von Inklusion und Gleichberechtigung den Kampf angesagt.
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Dass der neue Papst zu Überraschungen fähig ist, zeigte seine Haltung gegenüber der aktuellen US-Regierung und dem Thema Migration. Obwohl selbst US-Amerikaner und in Chicago geboren, fühlt er sich keineswegs zu Patriotismus verpflichtet. Kürzlich kritisierte er Vize-Präsident J. D. Vance offen auf dem Twitter-Nachfolger X. Vance hatte behauptet, dass es nur christlich sei, zuerst an die eigene Familie zu denken, und erst dann an Fremde.
Papst Leo XIV. wurde deutlich, als er schrieb: „J.D. Vance is wrong: Jesus doesn‘t ask us to rank our love for others“ – „J.D. Vance liegt falsch: Jesus verlangt nicht von uns, unsere Liebe zu anderen einzustufen“. Er verwies außerdem auf den Brief von Papst Franziskus, in dem er sich zur US-amerikanischen Einwanderungspolitik äußert. Dort warnt er davor, „auf Narrative hereinzufallen, die unsere Migranten und Flüchtlingsbrüder diskriminieren und ihnen unnötiges Leid zufügen“.
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Auch Prevosts Vorgänger Papst Franziskus hatte Vance widersprochen. Er wies Vance darauf hin, dass die „wahre“ Ordnung der Liebe bedeute, eine Gemeinschaft aufzubauen, die „ohne Ausnahme“ offen für alle sei.



















