Mit der Wahl vom Papst Leo XIV. zum neuen Pontifex der katholischen Kirche fühlt sich auch Lateinamerika und besonders Peru wieder ein bisschen Papst. Robert Prevost ist zwar gebürtiger US-Amerikaner, aber er verfügt auch über die peruanische Staatsbürgerschaft und ist damit der erste Doppelstaatler an der Spitze des Vatikans. Den Großteil seiner missionarischen Tätigkeit verlebte Prevost in Peru. Rund vier Jahrzehnte. Das katholische Lateinamerikahilfswerk Adveniat nennt Prevost einen „Brückenbauer“ zwischen dem Globalen Süden und dem Globalen Norden, der sich immer auf der Seite der Ausgegrenzten positioniert habe.

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Dass die Beziehung des neuen Pontifex zu dem südamerikanischen Land besonders innig ist, machte Leo XIV. gleich deutlich, als er gewählt war: „Ein Gruß an alle, insbesondere an meine geliebte Diözese Chiclayo in Peru, wo ein gläubiges Volk seinen Bischof begleitet, seinen Glauben geteilt und so viel gegeben hat, um eine treue Kirche Jesu Christi zu bleiben“, sagte er am Donnerstag auf Spanisch zu der auf dem Petersplatz im Vatikan versammelten Menge. Zeitgleich gingen in Peru viele Gläubige vor die Kirchen des Landes und insbesondere die Kathedrale der Hauptstadt Lima und schwangen stolz die peruanische Flagge.
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Papst Leo XIV. kam schon in den 1980ern nach Peru
Leo XIV. wurde in Chicago geboren, entwickelte aber schon vor vier Jahrzehnten tiefe Bindungen zu Peru. Nach seinem Theologie-Studium in Chicago und seiner Ausbildung im kanonischen Recht in Rom wurde er 1985 erstmals nach Peru entsandt. Er kam zur Augustiner-Mission in Chulucanas im Departement Piura im Norden des südamerikanischen Landes. In der Küstenstadt Trujillo leitete er ein Ausbildungsprojekt.

Prevost war damals 33 Jahre alt und Peru durchlebte die Inflationskrise, welche die Regierung von Präsident Alan García kennzeichnete. Das Land schaffte es damals vor allem durch die Gewalt und den Terrorismus durch die Guerilla des „Leuchteten Pfad“ in die Schlagzeilen. Die 1990-er Jahre waren dann fast noch komplexer. Der Autoritarismus von Präsident Alberto Fujimori prägte Peru, eine Zeit, die auch mit schweren Menschenrechtsverbrechen verbunden sind.
Neuer Papst: Prevost zeigte immer „seine große Liebe zu Peru“
1999 endete seine erste Mission in dem lateinamerikanischen Land. Er kehrte in sein Geburtsland zurück und wurde Provinzialprior in Chicago. Aber seine Verbindung zu Peru blieb eng. Papst Franziskus entsandte Prevost Ende 2014 erneut in das Land – als apostolischen Nuntius an die Diözese nach Chiclayo. 2015 wurde er in der Stadt nördlich von Lima zum Bischof geweiht.
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Pastor Fidel Purisaca Vigil, Pressesprecher der Diözese von Chiclayo in den Zeiten von Prevost, erinnert sich, dass der neue Papst als Bischof immer mit anderen Pastoren frühstückte und betete. „Egal wie groß und gravierend gerade die Probleme waren, Bischof Prevost behielt immer seinen Humor und seine gute Laune.“ Und Prevost zeigte zu seiner ganzen Zeit in Südamerika „seine große Liebe zu Peru“.
2018 wurde Prevost zum Vizepräsidenten der peruanischen Bischofskonferenz gewählt, und 2023 rief ihn Franziskus nach Rom, um die Arbeit als Präsident der päpstlichen Kommission für Lateinamerika im Vatikan aufzunehmen. Mit ihm werde „dem US-Präsidenten Donald Trump ein Amerikaner gegenübergestellt, der sein Gegenteil repräsentiert“, freut sich das katholische Lateinamerikahilfswerk Adveniat in Essen über die Wahl von Prevost zum neuen Pontifex. „Er baut Brücken und keine Mauern. Er steht auf der Seite der Armen und Ausgegrenzten“, sagt Pater Martin Maier, Adveniat-Hauptgeschäftsführer.








