Fahnen, Lieder und Tränen: In einer stimmungsvollen Atmosphäre verabschiedeten sich die aus der ganzen Welt angereisten Pilger in Rom von Papst Franziskus. Nach der Zeremonie vor 250.000 Menschen auf dem Petersplatz zog der Trauerzug am Samstag durch die Straßen der Ewigen Stadt.

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Seine letzte Reise bis zur Marienkirche Santa Maria Maggiore, wo er die letzte Ruhe findet, unternimmt Franziskus an Bord des „Papamobile“. Das weiße Fahrzeug, mit dem er auf vielen Auslandsreisen unterwegs war, war eigens für das Begräbnis zum Totenwagen umgebaut worden.
Die Menschen drängten sich geradezu auf der via Merulana, der Achse, die zur Basilika führt. Schon seit dem frühen Sonntagmorgen standen die Gläubigen Schlange, um Franziskus die letzte Ehre zu erweisen. „Rom ist voll mit Menschen, aber für mich ist die Stadt leer. Denn Franziskus, Vater, Freund und Bruder ist nicht hier“, betont Schwester Lucia Caram, eine argentinische Nonne, die in Spanien lebt und für ihr Engagement zugunsten von Migranten bekannt ist.
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Schwester Lucia hatte ein freundschaftliches Verhältnis zum Papst. „Ich habe dem Papst immer gesagt: Ich werde ihn bis zu meinem Tod unterstützen. Und heute wiederhole ich dies mit einer Seele voller Dankbarkeit und Hoffnung“, fügt die Nonne gegenüber italienischen Medien in Tränen hinzu.
Trauer um Franziskus: „Er war der beste Papst, den wir hätten haben können“
Fahnen aus der ganzen Welt wehen in diesen Stunden entlang den Straßen des Zentrums von Rom. Auf einem Spruchband ist zu lesen: „Adios padre, maestro y poeta“ (Auf Wiedersehen Vater, Lehrer und Dichter). Unterzeichnet ist es von „los jovanes de scholas“, den Jugendlichen von Scholas, einem 2001 von Papst Franziskus gegründeten Bildungsprojekt in seiner Heimat Argentinien. In der Menge wehen viele Fahnen aus den verschiedensten Ländern, darunter Peru, Polen, Südafrika, Osttimor und Indonesien. „Er war der beste Papst, den wir hätten haben können, wir haben ihn sehr geliebt“, sagt Dominica, eine spanische Ordensschwester.

Eine Gruppe junger Menschen aus Bayern schwenkt Fahnen mit dem Antlitz von Carlo Acutis auf der linken Seite des Petersplatzes. Der junge italienische Selige hätte eigentlich am morgigen Sonntag heiliggesprochen werden sollen, aufgrund des Todes des Papstes wurde die Zeremonie verschoben. „Wir hatten uns für die Heiligsprechung Acutis‘ angemeldet. Leider sind wir jetzt zum Begräbnis von Franziskus hier“, sagt ein Pilger aus Passau.
Wieder Kardinal: Papst fuhr mit ihm im Fiat durch Rom
Vor dem Eingang der Marienbasilika warteten Migranten und Bedürftige auf den Sarg. Sie waren die ersten, die hier vom Papst Abschied nehmen konnten. Der Papst hatte für die Migrantenproblematik ein offenes Herz, wie der Bürgermeister von Lampedusa, Filippo Mannino weiß. „Ich bin hier, um meine Gemeinschaft zu vertreten, mit der der Heilige Vater eine starke Verbindung hatte“, erklärte Mannino.
Fünf Monate nach seiner Ernennung zum Papst 2013 war Jorge Bergoglio (so Franziskus‘ bürgerlicher Name) der erste Pontifex, der die süditalienische Insel bei seiner ersten apostolischen Reise am 8. Juli 2013 besuchte. „Meine Anwesenheit hier ist der gebührende Dank an Papst Franziskus, der Lampedusa in seinem Herzen hatte“, so der Bürgermeister.
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Der emeritierte Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn (80), sieht in seinem Aufruf zur Hoffnung ein großes Erbe des verstorbenen Papstes Franziskus. „Es gibt so viele Unglückspropheten und es gibt vieles, was heutzutage hochdramatisch ist, aber die Hoffnung darf man nie verlieren und es ist diese Botschaft, die der Papst uns für dieses Heilige Jahr hinterlassen hat, das ist sein Erbe“, betont Schönborn im Gespräch mit unserer Redaktion in Rom. Der Purpurträger hat viele persönliche Erinnerungen an Franziskus. „Er hat mich öfters eingeladen, mit ihm in seinem kleinen Fiat durch Rom zu fahren. Das ist sogar mehrmals passiert“, erzählt der emeritierte Wiener Bischof.

Schönborn beteiligt sich an den Treffen der Kardinäle zur Vorbereitung des Konklaves, an dem er altersbedingt jedoch nicht teilnehmen kann. „Ich werde bei den neuntägigen Gesprächen vor dem Konklave dabei sein. Ich bin kein Papst-Wähler mehr und es ist auch gut so. Franziskus hat so viele Kardinäle ernannt, es sind prächtige Menschen, die sehr engagiert sind, die sich auskennen. Das ist die Generation, die jetzt drankommt“, erklärte der Kardinal.
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Nach der Beisetzung von Papst Franziskus kehrt in Rom erst einmal wieder Ruhe ein. Dann beginnt die neuntägige Trauerzeit, die Trauernovene, in der täglich Messen für den Verstorbenen gelesen werden. Hinter den Kulissen wird gleichzeitig das Konklave vorbereitet, aus dem der Name des neuen Papstes hervorgehen wird. Zwischen der Beisetzung von Franziskus und dem Beginn des Konklaves diskutieren die nach Rom gereisten Kardinäle über das Profil, das der neue Papst haben soll.
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Die Gespräche finden zum einen in den Kardinalsversammlungen statt, die seit dem Tod des Papstes täglich zusammenkommen. Daneben tagen aber auch kleine Ausschüsse. Die wahrscheinlich wichtigsten Diskussionen werden jedoch ganz informell auf den Gängen stattfinden. Wahlkampagnen, wie sie in der Politik üblich sind, werden für den neuen Papst nicht geführt. Offiziell gibt es auch keine Interessengruppen, die für ihre Kandidaten eintreten.
Das Konklave der 135 Kardinäle unter 80 Jahren tritt zusammen, um den neuen Papst zu wählen. Bisher gibt es noch kein offizielles Datum für den Beginn des Konklaves. Länger als vier Tage dauerte im 20. Jahrhundert keine Papstwahl. Am längsten brauchte Pius XI. (1922 bis 1939), wo die Kardinäle 1922 vier Tage lang in 14 Wahlgängen abstimmten. Die kürzeste Wahl war die von Pius XII. (1939 bis 1958), der nach nur 24 Stunden gewählt wurde.
![CORRECTION / The coffin of late Pope Francis is carried by pallbearers into Santa Maria Maggiore Basilica, in Rome on April 26, 2025. (Photo by Stefano Costantino / AFP) / “The erroneous mention[s] appearing in the metadata of this photo by Stefano Costantino has been modified in AFP systems in the following manner: [is carried by pallbearers into Santa Maria Maggiore Basilica] instead of [, transported from St Peter's Basilica to Santa Maria Maggiore Basilica, pass by spectators and faithful]. Please immediately remove the erroneous mention[s] from all your online services and delete it (them) from your servers. If you have been authorized by AFP to distribute it (them) to third parties, please ensure that the same actions are carried out by them. Failure to promptly comply with these instructions will entail liability on your part for any continued or post notification usage. Therefore we thank you very much for all your attention and prompt action. We are sorry for the inconvenience this notification may cause and remain at your disposal for any further information you may require.” AFP_43KJ7WG.jpg](https://img.sparknews.funkemedien.de/408869450/408869450_1745670914_v16_9_1200.jpeg)






