Die Papst-Wahl steht kurz bevor: Am Vortag des Konklaves trafen sich die wahlberechtigten Kardinäle in Rom zu einer allerletzten Vorbesprechung, bevor sie am Mittwoch, 7. Mai, in die Sixtinische Kapelle einziehen. Unter strengster Abschottung findet dort die Wahl des neuen Papstes statt.

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Den Beratungen der Kardinäle wird eine große Bedeutung beigemessen, denn schon im Vorhinein schmieden sie erste Allianzen und Bündnisse, von denen die Entscheidung über das neue Kirchenoberhaupt abhängen könnte. Doch wer sind die Männer, die den neuen Papst aus ihrer Mitte wählen werden?

Lesen Sie alle News hier: Papst-Wahl im Vatikan – Ein Tag bis zum Konklave

Konklave wählt Papst-Nachfolger: Das sind die Kardinäle

Die Kardinäle stammen aus 65 Ländern und fünf Kontinenten. 80 Prozent der Wahlberechtigten wurden vom verstorbenen Franziskus ernannt. 22 waren unter Benedikt XVI. Kardinäle geworden. Nur noch fünf wahlberechtigte Kardinäle bleiben aus der Zeit von Johannes Paul II. übrig. Mit den Ernennungen während seines zwölfjährigen Pontifikats hat Franziskus nach Ansicht von Beobachtern entscheidend zur Internationalisierung des Kardinalskollegiums beigetragen. Dessen Zusammensetzung spiegelt demnach seine Vision von einer globalen Kirche wider, die immer weniger eurozentrisch und westlich orientiert ist.

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135 stimmberechtigte Kardinäle können am Konklave teilnehmen. Erwartet wird jedoch, dass nur 133 von ihnen zur Wahl in die Sixtinische Kapelle einziehen, da zwei Würdenträger abgesagt haben. Lediglich 52 Papst-Wähler kommen aus Europa, 17 davon sind Italiener. Zu ihnen zählen einige Favoriten für die Papst-Wahl, darunter der vatikanische Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, und der Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa. 37 Kardinäle kommen aus Amerika (16 aus Nordamerika, vier aus Mittelamerika, 17 aus Südamerika), 23 aus Asien, 18 aus Afrika, vier aus Australien.

Peter Erdo, Erzbischof von Esztergom-Budapest
Berichten aus dem Vatikan zufolge hat der ungarische Erzbischof Peter Erdö für die nahende Papst-Wahl ein konservatives Lager um sich gescharrt. © Marton Monus/MTI/AP/dpa | Marton Monus

Zu den Papst-Wählern zählen fünf Salesianer, vier Jesuiten, dem Orden von Papst Franziskus, ein Kapuziner und vier Franziskaner. Der jüngste Papst-Wähler im Konklave ist diesmal der 45-jährige Ukrainer Mykola Byčok. Der Älteste wird der Spanier Carlos Osoro Sierra sein, der am 16. Mai 79 Jahre alt wird, gefolgt von dem Guineer Robert Sarah (79).

Franziskus-Gegner: Verschiedene Lager formierten sich nach der Beerdigung

Was diese Wahl kennzeichnet: Das Gros der Kardinäle ist über den ganzen Globus verstreut und kennt sich nur flüchtig. Aber in den Tagen nach Papst Franziskus‘ Beerdigung war bereits die Rede von ersten Allianzen: Der konservative Flügel im Vatikan, der viele von Franziskus‘ Reformen sehr kritisch beobachtete, schließt sich Insidern zufolge um den Ungarn Peter Erdö, der noch von Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt wurde. Der 72-Jährige ist insbesondere für seine traditionelle Haltung in vielen Kirchenfragen bekannt und hatte zu Franziskus‘ Vorgänger Benedikt XVI. eine gute Beziehung. Franziskus‘ Reformbemühungen beobachtete Erdö hingegen teils kritisch. Unter den Konservativen im Kardinalskollegium wird eine Abkehr von Franziskus‘ eher progressivem Kurs erwartet.

Die Befürworter eines europäischen Papstes denken an den Stockholmer Bischof Anders Arborelius, der aus einer lutheranischen Gemeinde stammt und mit 20 Jahren zum Katholizismus übergetreten ist. Progressiver ist der Erzbischof von Marseilles Jean-Marc Aveline. Mit 66 Jahren wäre er ein relativ junger Papst. Aveline kam an Weihnachten 1958 in Algerien zur Welt, das damals noch zu Frankreich gehörte. Aufgewachsen ist er in den Vororten von Marseille. Er gilt als volksnah – einer der Charakterzüge, die er mit dem verstorbenen Papst teilt.

Nicht auszuschließen ist, dass sich eine Front amerikanischer Kardinäle im Konklave bildet. Unter den Kardinälen aus den USA werden dem 76-jährigen Blase Cupich, Erzbischof von Chicago, gute Chancen eingeräumt. Eine Alternative wäre der 72-jährige Erzbischof von Newark, Joseph W. Tobin, der sich wegen seiner Verteidigung der von den Vereinigten Staaten ausgewiesenen Migranten Kritik von US-Präsidenten Donald Trump eingehandelt hat.