Überall auf der Welt trauern Katholiken um den verstorbenen Papst Franziskus. In einem Ort im Norden Italiens ist der Schock jedoch besonders groß. Portacomaro ist eine 2.000-Seelen-Gemeinde inmitten der norditalienischen Weinregion Asti. Von hier aus wanderten vor über 90 Jahren die Angehörigen von Papst Franziskus nach Argentinien aus. Das Dorf trauert jetzt um Franziskus, die Fahnen wurden auf halbmast gehisst. Die Kirchglocken läuteten zehn Minuten lang als Zeichen der Trauer. Ebenso wurden öffentliche Gebäude schwarz beflaggt.

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„Ein Gemeindemitglied kam weinend zu mir und erzählte mir, dass der Papst gestorben ist. Ich habe die Gläubigen eingeladen, für den Papst zu beten. Während der Messe habe ich den Gläubigen mitgeteilt, dass der Papst gestorben ist. Viele wussten noch nichts von Franziskus’ Ableben. In der Kirche herrschte Bestürzung und Fassungslosigkeit“, so der Dorfpfarrer Antonio Severino gegenüber italienischen Medien.
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„Wir haben den Papst erst gestern gesehen, als er den Ostersegen erteilte und in einem Jeep unter den Menschen auf dem Petersplatz herumfuhr. Wir hätten nie gedacht, dass er heute sterben würde“, sagten einige Gläubige der Gemeinde.
Cousine des Papstes: „Habe so viele gute Erinnerungen“
„Ich habe mit ihm vor wenigen Tagen gesprochen. Ich hatte ihm erzählt, dass ich mir den Fuß gebrochen habe, und er antwortete mir lächelnd: ‚Gott sei Dank hast du dir nicht den Kopf gebrochen.‘ Ich habe so viele gute Erinnerungen an ihn“, sagt die 94-jährige Carla Rabezzana, eine Cousine des Papstes, die in Portacomaro lebt, laut Medienangaben.

2022 besuchte Franziskus seine Cousine zweiten Grades zu deren 90. Geburtstag. Damals saßen alle Familienangehörigen des Papstes aus dem Piemont mit am Tisch. Es wurden traditionelle Gerichte serviert, Carla und der Papst sprachen an diesem Tag Piemontesisch. Franziskus kannte noch einige Worte des Dialekts und sang die Lieder der italienischen Auswanderer in Argentinien.
Papst suchte immer Kontakt zu seiner Familie
Der Vater des Pontifex, Giuseppe Mario Francesco Bergoglio (1908–1959), verließ Italien gemeinsam mit seinen Eltern Ende der 1920er Jahre. Auch Franziskus’ Mutter hat italienische Eltern. Der künftige Papst wuchs mit vier jüngeren Geschwistern in Buenos Aires auf. Zu seinen Cousinen in Norditalien hielt der spätere Papst in seiner Jugend und in der Zeit als Erzbischof von Buenos Aires regelmäßig Kontakt.
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Die Verwandten des Papstes in Portacomaro hatten in den vergangenen Wochen mit Sorge die Berichte aus Rom über den schlechten Gesundheitszustand des 88-Jährigen verfolgt. Armando Bergoglio, 82-jähriger Cousin des Papstes, hatte bis zuletzt auf die Genesung Franziskus’ gehofft. „Unsere Urgroßväter waren Brüder. Der Papst hat den Kontakt zu uns immer aufrechterhalten. Vor zweieinhalb Jahren hat er uns hier in Portacomaro besucht. Es war sehr bewegend, ihn zu treffen“, berichtet Armando Bergoglio. Zusammen mit seiner Cousine Nella pflegte er den Kontakt zu Franziskus – meist telefonisch.

Papst: Familienstamm ist weit verzweigt
In der Gemeinde tragen zahlreiche Einwohner den Familiennamen Bergoglio. „Viele piemontesische Familien sind Ende des 19. Jahrhunderts, in der Zwischenkriegszeit und sogar nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien ausgewandert. Die Familie des Papstes war eine von ihnen“, erklärte kürzlich Orsola Appendino, Expertin der piemontesischen Einwanderungsgeschichte in Argentinien. Sie führte eine lange Untersuchung über die italienischen Wurzeln von Papst Franziskus durch, als er zum Papst gewählt wurde.






