Wo zu DDR-Zeiten gegessen, getrunken und bis vier Uhr in der Nacht getanzt wurde, fanden sich nach der Wende oft nur noch verlassene Säle, menschenleere Großküchen und verwaiste Kegelbahnen – die Ostberliner Gaststätten gehörten zum DDR-Wohnungsbauprogramm der 1970er-Jahre. In der DDR-Hauptstadt entstanden im Umfeld der neu errichteten Plattenbausiedlungen und in der Innenstadt große Wohngebietsgaststätten, die mit Brunnenanlagen, Kaufhallen und Dienstleistungswürfeln zum gesellschaftlichen Zentrum der umliegenden Kieze wurden. Eine von ihnen war die an der Greifswalder Straße in Prenzlauer Berg liegende Gaststätte „Zur Mühle“ – eine Reminiszenz an die Ortsgeschichte, als auf den Anhöhen des später dicht besiedelten Arbeiterbezirks noch Korn gedroschen wurde. Seit Ende der 1970er-Jahre war der Gastronomiekomplex ein beliebter Anlaufpunkt im Kiez. Dann kam die Wende, und mit ihr Investitionsversprechen, Umbauten, Leerstand und Verfall. Alle Infos zu dem ehemaligen Lost Place. 

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Das sind die Fakten zur Klubgaststätte „Zur Mühle“ im Überblick:

  • Adresse: Greifswalder Straße 90, 10409 Berlin-Prenzlauer Berg
  • Geschichte: Ende der 1970er-Jahre als HO-Klubgaststätte eröffnet; nach der Wiedervereinigung wurde die Begegnungsstätte kurze Zeit nachgenutzt und dann in den 1990er-Jahren geschlossen; anschließend Leerstand und Verfall
  • Führungen: Keine
  • Denkmalschutz: Nein
  • Status: Ehemaliger Lost Place

Wo lag die Klubgaststätte „Zur Mühle“ genau?

Die Klubgaststätte „Zur Mühle“ lag an der Adresse Greifswalder Straße 90 im Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: GCVV+C2 Berlin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Standort am besten mit den Tramlinien M1 und M4 (Haltestelle Thomas-Mann-Straße) zu erreichen. Von der Tramstation ist das Grundstück bereits zu sehen. Achtung: Von der früheren Klubgaststätte haben sich vor Ort keine Spuren erhalten.

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Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der Klubgaststätte „Zur Mühle“:

Ausgangslage: Würzfleisch für die Stadtkieze Ostberlins

„Sie werden platziert!“ An diesen Hinweis im Foyer von Gastronomiebetrieben erinnern sich wohl die meisten Ex-DDR-Bürger. Wer sie besuchte, musste je nach Andrang geduldig sein und ein Freund der regionalen, deftigen Küche, die zum Kernangebot vieler Wirtshäuser und Restaurants im selbsterklärten „Arbeiter- und Bauernstaat“ zählte. Eine besondere Stellung im Bereich der sozialistischen Gast- und Vergnügungsstätten nahmen die Wohngebietsgaststätten ein. Sie wurden auch Klubgaststätten genannt – oder despektierlich: „Fresswürfel“.

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Die von der Handelsorganisation (HO) oder dem Konsum – den beiden großen Playern der DDR-Lebensmittelbranche – betriebenen Klubgaststätten waren eine Kombination aus Restaurant, Kulturhaus und Kantine. Sie erhielten oft klingende Namen wie „Solidarität“, „Jugend“, „Zum Bauarbeiter“ oder „Kalinka“, was sich im Interieur und den im Haus erhältlichen Spezialitäten niederschlug. An der Greifswalder Straße ließ die HO Ende der 1970er-Jahre im Zuge der Neubebauung der Kleingartenanlagen „Meine Erholung“, „Friedenshöhe“ und „Friedental“ nordöstlich des S-Bahnhofs Greifswalder Straße die Klubgaststätte „Zur Mühle“ erbauen. Hier gab es deutsche Spezialitäten auf der Speisekarte. Neben Berliner Leber, Kochklopsen und Jägerschnitzel durften Klassiker der Klubgaststättenküche nicht fehlen: Würzfleisch, überbacken, mit oder ohne Toast für 2,65 Mark und Erdbeer-Halbgefrorenes für 2,05 Mark.

Klubgaststätte „Zur Mühle“: So war der Gastronomiekomplex aufgebaut

Als man in den 1970er-Jahren den Wohnkomplex „Greifswalder Straße“ nach Entwürfen des Kollektivs Harald Hanspach, Karin Maaß und Anton Stamatow errichtete, wurde der Gaststättenkomplex an der Greifswalder Straße 90 in nur wenigen Monaten Bauzeit von Bauarbeitern des VEB „BMK Ingenieurhochbau Berlin“ neben einer ebenfalls neu gebauten Schwimmhalle und der frisch durch das Viertel gezogenen Thomas-Mann-Straße gebaut. Bei der Klubgaststätte handelte es sich um einen typischen, eingeschossigen Hallenflachbau im nüchternen Stil der DDR-Moderne, der auf einen Entwurf des Architekten Friedrich Kalusche zurückging. Die Halle – Typ WGG 281 – war in Leichtmetallbauweise aus Fertigteilstützen, Fertigteilriegeln und Fertigteildeckenplatten zusammengebaut worden und nahm auf einem annähernd quadratischen Grundriss eine Fläche von knapp 2.400 Quadratmetern ein.

Charakteristisch für die Bauweise waren die rasterartige Metallfassade mit großen Fensterfronten und die trapezförmige Spannbetondachkonstruktion: ein zickzackförmiges Dach, das im Fachjargon VT-Falte genannt wird. Das Bauwerk war erhöht auf einer Betonbasis errichtet worden, die vor dem Haupteingang eine von Stahlbalustraden umschlossene Terrasse bildete, die sich um das Gebäude zog und auf der sich im Außenbereich auch Caféplätze mit Schirmen und Laternenbeleuchtung befanden. Der Haupteingang zur Gaststätte war über den Vorplatz zu erreichen. Mehrere Treppen und Rampen ermöglichten den Besuchern den Aufgang zur Terrasse. Ein mit Metallstützen über der Dachkonstruktion angebrachtes Schild mit dem Schriftzug „Gaststätte Zur Mühle“ wies den Gästen den Weg.

Klubgaststätte „Zur Mühle“: Preisgekröntes gesellschaftliches Zentrum in Prenzlauer Berg

DDR - neuer Stadtbezirk Marzahn
Während die DDR-Clubgaststätten äußerlich recht einheitlich gestaltet waren, konnte sich die Innengestaltung und das Interieur in den 1970er-Jahren stark voneinander unterscheiden. Blick auf die HO-Gaststätte „Biesdorfer Kreuz“ in Marzahn. Foto, 1984.© picture-alliance/ ZB | Peter Zimmermann

Am 1. März 1977 wurde die neue Klubgaststätte feierlich eröffnet. „Seit wenigen Tagen steht nun wieder eine Mühle im Stadtbezirk Prenzlauer Berg“, informierte die DDR-Zeitung „Neue Zeit“ ihre Leser. Wenn sich auch keine Mühlenflügel im Winde drehen würden, so erinnere die Klubgaststätte doch an die früher hier ansässigen Müller. In der „Berliner Zeitung“ erfuhr man Näheres: „Mitten auf dem Prenzlauer Berg, dem südlichsten Ausläufer der Hochfläche des Barnims, steht die Klubgaststätte ‚Zur Mühle‘, die heute um 11 Uhr eröffnet wird. Dem Wahrzeichen des Stadtbezirks Prenzlauer Berg wird die neue gastronomische Einrichtung nicht nur vom Standort her gerecht“ – so der Artikel weiter –, sondern auch durch die Ausstattung und das Interieur der Klubgaststätte, die das künftige gesellschaftliche Zentrum des Neubauviertels an der Greifswalder Straße bilden werde.

„Einladend weisen Kugelleuchten auf der Terrasse den Weg in die ‚Mühle‘. Schon im Vorraum hängt die Fotokopie eines alten Stahlstichs von einer Landschaft mit Mühlen. Als Schmuckelement taucht das Symbol in vielerlei Gestalt und Material in allen Gasträumen auf. Ein bulgarischer Künstler gestaltete die Wandmotive. Im Café sind auf Borden Licht-, Gebets-, Kaffee- und Mini-Windmühlen ausgestellt.“ Auch im Programm würde die Tradition des historischen Standorts aufgegriffen. Für die Konzert- und Gastspielabende „Die Mühle lädt ein“ seien demnach das Märkische Museum und das Mühlenmuseum in Jarmen als Partner gewonnen worden. Schon an der Terrassentreppe stimmte die Gäste eine Reihe von zierenden Mühlsteinen auf den Besuch ein. Ab 1979 empfing sie außerdem auf dem Vorplatz ein großer „Quellbrunnen“, der vom Bildhauer Peter Kern gestaltet wurde und dessen Brunnenstock hohe Quadersteine aus Muschelkalk bildeten.

Die aufwendige Gestaltung und die Leistungen des Gaststättenkollektivs – 83 Mitarbeiter arbeiteten unter der Leitung von Direktor Peter S. in dem Betrieb – wurden von den Gästen seit der Eröffnung goutiert. Im Gaststättenwettbewerb des DDR-Parteiorgans „Neues Deutschland“ belegte die Mühle 1978 den ersten Platz in der Kategorie der Klubgaststätten und verteidigte die Spitzenposition bis Ende der 1980er-Jahre mehrfach.

Klubgaststätte „Zur Mühle“: Jugendweihen, Jubiläen und der legendäre „Herbstball der Unverheirateten“

Im Inneren bot die Klubgaststätte Platz für mehr als 400 Besucher. Es gab ein Restaurant mit einer Kapazität für rund 120 Gäste, ein Café mit 92 Plätzen und einen Mehrzwecksaal, der 200 bis 250 Besuchern Raum bot. In Letzterem fand neben Lesungen, Kabarett, Nachtdiskos und anderen Tanz- und Gesellschaftsabenden tagsüber auch die Schulspeisung für die Schüler umliegender Bildungseinrichtungen statt. Für den Betrieb verfügte die HO-Gaststätte neben Personalräumen, Lagerräumen und Räumlichkeiten für die Gebäudetechnik auch über eine Großküche. Den Besuchern standen neben Restaurant- und Caféplätzen auch eine Kegelbahn von 24,60 Metern Länge und im Sommer 70 bis 80 Terrassenplätze zur Verfügung.

Zu DDR-Zeiten war die Kultgaststätte „Zur Mühle“ in Prenzlauer Berg ein Ort der Begegnung, an dem gegessen und getrunken, getanzt, gefeiert und gesungen wurde. Bekannte Künstler traten hier auf, Brigaden stießen auf die Planerfüllung mit Nordhäuser Doppelkorn oder Rotkäppchen-Sekt an; Hochzeiten, Jubiläen und Jugendweihen wurden in den Räumlichkeiten gefeiert. Besonders beliebt waren der nachmittägliche Tanztee, die Modeschauen am Abend, Bockbierfeste, Faschingsfeiern und der berüchtigte „Herbstball der Unverheirateten“, den die Gaststätte jährlich für ein Ü30-Publikum veranstaltete.

Klubgaststätte „Zur Mühle“: Tagsüber Restauration, abends Tanzveranstaltungen

Schulspeisung in der DDR / Foto
Viele ehemalige DDR-Bürgern dürften die Klubgaststätten noch in Erinnerung sein. In ihnen fanden auch Schulspeisungen für die Schüler umliegender Schulen und Tanzveranstaltungen nach Betriebsschluss der Gastronomie statt. Fotografie einer Schulspeisung in der Klubgaststätte „Druschba“ im Wohngebiet am Tierpark in Ostberlin© picture alliance / akg-images | akg-images

Für die umliegenden Schulen fand die Schulspeisung im Mehrzwecksaal der Gaststätte statt. Das Kollektiv der Schülerspeisung bereitete Mitte der 1980er-Jahre täglich rund 2.500 Mittagessen zu. Weit mehr als tausend Zöglinge der umliegenden Kindergärten und Schulen, darunter die damalige Anton-Saefkow-Oberschule und die Oberschule an der Mandelstraße, wurden im Mehrzwecksaal verköstigt. Etwa 1.500 Mittagessen wurden in „Thermophoren“ – isolierten Transportbehältern – an die Schulen ausgefahren und dort verteilt. Der Restaurantsaal der Mühle wurde in den 1980er-Jahren von täglich 800 bis 1.000 Gästen besucht und entwickelte sich zu einem kulinarischen Tipp auch für Ostberlinreisende und ausländische Gäste.

Mit Einbruch der Nacht wandelte sich das Publikum: In dem gastronomischen Betrieb, der mittags für Tausende Kinder der Umgebung die Schulspeisung und nachmittags den Café- und Restaurantbetrieb ermöglichte, mischte sich nun der Duft von Cabinet-Zigaretten, Würzfleisch und Action-Deodorant, nachdem der Schallplattenunterhalter sein Equipment aufgebaut hatte und die Location für Tanzveranstaltungen freigegeben worden war. Die Gaststätte wurde zum Klub. Die Eintrittspreise waren niedrig, die Getränkepreise auch: Bis 22 Uhr standen die Partys und Tanzveranstaltungen auch Jugendlichen offen. Das Ausgehen hatte für sie einen besonderen Stellenwert, weil es neben Schule und Ausbildung wenig Zerstreuung im Viertel gab. Nach 22 Uhr wurde in den Klubgaststätten die Musik leise gedreht und die Ausweise kontrolliert. Minderjährige mussten den Saal verlassen. Es war Zeit für die Nachtboutique, bei der bis weit in die Morgenstunden gefeiert wurde.

Klubgaststätte „Zur Mühle“: 1990 feierte hier Angela Merkel Wahlpartys

Mehr als zwanzig Jahre lang war der Gaststättenkomplex zu einer geschätzten Institution im Kiez geworden – beliebt und gut besucht, bis die friedliche Revolution 1989 und die Wiedervereinigung das Ende der HO-Gaststätte „Zur Mühle“ einläuteten. Sie teilte damit das Schicksal vieler DDR-Gaststätten, die den Betrieb ohne Subventionen nach der Wiedervereinigung nicht überlebten. Da halfen auch die kleinen Verschönerungen seit den 1980er-Jahren und die Sanierung im Jahr 1988 nicht, mit der die Großküche und die Innenausstattung der Gaststätte zeitgemäß modernisiert wurden – letzte Verschönerungsarbeiten in einem Staat, dessen Bürger rebellierten.

Im Jahr 1990 wurde die Mühle an der Greifswalder Straße noch einmal zum Schauplatz historischer Ereignisse, als die Partei Demokratischer Aufbruch (DA) – damals politische Heimat von Angela Merkel – den Saal anmietete, um dort die Wahlparty zur ersten frei gewählten Volkskammerwahl 1990 zu feiern. Die Stimmung war gedrückt: 0,9 Prozent waren nicht das erhoffte Ergebnis. Einen Trostbesuch bei dem niedergeschlagenen Bündnispartner der „Allianz für Deutschland“ absolvierte an diesem Abend Lothar de Maizière (CDU), der in der Mühle einige Worte mit der DA-Nachwuchspolitikerin und Pressesprecherin Merkel wechselte. Im August vereinigte sich die Partei mit der CDU und am Vorabend des dritten Oktobers reiste Angela Merkel zum CDU-Parteitag nach Hamburg, wo sie zum ersten Mal persönlich auf Helmut Kohl traf. Die Geschichte nahm ihren Lauf – doch die alte Klubgaststätte in Prenzlauer Berg hatte dazu nicht mehr allzu viel beizutragen. Ihre Tage waren gezählt.

Klubgaststätte „Zur Mühle“: Umbrüche und Leerstand nach der Wiedervereinigung

Mit der Wiedervereinigung waren die HO-Filialen im Gegensatz zu den genossenschaftlich organisierten Konsum-Gaststätten in den Zuständigkeitsbereich der Treuhandanstalt gefallen, die seit 1990 versuchte, Filialen und Grundstücke des ehemals staatlichen Betriebs an Privatunternehmer zu veräußern. Das gelang nicht immer. Dutzende HO-Kaufhallen verfielen zu Nachwende-Ruinen, Klubgaststätten standen leer und harrten eines Nachnutzungskonzepts. Die „Mühle“ an der Greifswalder Straße wurde nach der Wende Anfang der 1990er-Jahre noch eine Zeit lang nachgenutzt. Der letzte Gaststättenleiter übernahm die Lokalität als Pächter.

Doch die Großgaststätte aus DDR-Tagen verlor an Nachfrage, die Versorgung der umliegenden Schulen musste eingestellt werden und bald fanden sich immer weniger Gäste auf der verwaisten Terrasse und im Speisesaal ein. Statt Bällen, Kulturabenden und einem wechselnden Programm, begleitet von einem durch die Küche sozialistischer Nachbarstaaten inspirierten Speiseangebot, wurde in der ehemaligen DDR-Klubgaststätte nun ein buntes Sortiment von Haushaltswaren, Lebensmitteln und Lederjacken feilgeboten – bis auch den wenigen verbliebenen Mitarbeitern gekündigt wurde, sich der Leerstand in der Ex-Gaststätte mehrte und der Großteil des Komplexes der „Mühle“ in einen anhaltenden Dornröschenschlaf fiel.

Klubgaststätte „Zur Mühle“: DDR-Relikt endete unter Abrissbaggern

Mühlenberg Center im Prenzlauer Berg
Klubgaststätte adé: 1996/1997 ersetzte das Mühlenberg-Center das leerstehende DDR-Relikt an der Greifswalder Straße© picture alliance / Eventpress | Eventpress Henry H. Herrmann

Das Grundstück, auf dem das Lokal stand, wurde 1992 von der Treuhandanstalt an eine Grundstücksgesellschaft verkauft, die den Bau eines Bürohochhauses mit zehn bis zwölf Etagen am Standort in Aussicht stellte. Vier Jahre dauerte es, bis es Fortschritte gab und das Bauvorhaben in Prenzlauer Berg endlich in Angriff genommen wurde. Im September 1996 näherte sich schweres Gerät dem in die Jahre gekommenen DDR-Relikt. Innerhalb weniger Wochen war der alte Gaststättenkomplex der „Mühle“ komplett abgerissen. Die Trümmer und der Bauschutt wurden abtransportiert und die Baufläche für das Neubauprojekt vorbereitet.

Statt eines Bürohochhauses begannen auf dem Grundstück die Arbeiten an einem zweigeschossigen Einkaufszentrum, das als „Mühlenberg-Center“ mit großer Glasdachkonstruktion und Tiefgarage Ende 1997 eröffnete und seitdem 30 Fachgeschäfte, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe auf einer Verkaufsfläche von rund 11.000 Quadratmetern beherbergt. Im zweiten Obergeschoss befindet sich ein Pflegeheim. Mit Ausnahme der Namensähnlichkeit erinnert heute vor Ort nichts mehr an die frühere Bebauung und die DDR-Klubgaststätte „Zur Mühle“, die jahrzehntelang das gesellschaftlich-kulturelle Zentrum des Kiezes bildete.