• Lost Place mit Geschichte: Der versteckte Bunker am Arkenberger Kiessee
  • Welche Geheimnisse birgt dieser verlassene Ort?
  • Die wichtigsten Fakten zum Stasi-Bunker im Überblick

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind sie wieder zum Thema geworden: Bunkeranlagen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatten sie vor allem während der Spannungs- und Krisenzeiten des Kalten Krieges Konjunktur. Hier erhalten Sie alle Informationen zum Nachrichtenbunker des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) am Arkenberger Kiessee in Pankow, der zu den vielen Lost Places in Berlin zählt.

Berlin-Pankow: Welche Bunkerarten kann man hier finden?

Die ersten Schutz- und Nachrichtenbunker in Deutschland wurden in den 1930er-Jahren in Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs errichtet. In Pankow befinden sich einige Hoch- und Tiefbunker, wie beispielweise der „Luna-Bunker“ in der Schönholzer Heide; oder aus späteren Zeiten: der Zivilbunker am Zeiler Weg. Andere Bunker standen nur einem exklusiven Personenkreis zur Verfügung, wie etwa der Bunker unterhalb der Musikbrauerei oder der Atomschutzbunker im DDR-Regierungskrankenhaus in Buch.

Ein weiterer Typ von Bunkern dient der Sicherstellung von Nachrichtenwegen und der militärischen Führung und Aufklärung – sogenannte Nachrichtenbunker oder auch Fernmeldebunker. In der Regel an geheimen Standpunkten angelegt, getarnt und je nach Größe und operativer Funktion mit unterschiedlicher Fernmeldetechnik und Schutzräumen ausgestattet. Um einen solchen Bunker handelt es sich beim MfS-Nachrichtenbunker am Arkenberger Kiessee.

Das sind die Fakten zum MfS-Nachrichtenbunker am Arkenberger Kiessee:

  • Adresse: An der Straße nach Arkenberge 54, 13127 Berlin-Blankenfelde
  • Geschichte: In den 1970er-Jahren als MfS-Nachrichtenbunker errichtet; Leerstand nach der Wende
  • Führungen: Keine
  • Bunkertyp: Fernmeldebunker vom Typ SH-1
  • Status: Aktueller Lost Place
  • Planung: Keine

Wo liegt der MfS-Nachrichtenbunker genau?

Der Bunker liegt im Ortsteil Blankenfelde im Bezirk Pankow zwischen der Kleingartenanlage Arkenberge südwestlich der Adresse Straße nach Arkenberge 54 und der Nordspitze des Baggersees Arkenberge auf einer Grünfläche. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anlage am besten mit der Buslinie 107 (Haltestelle Arkenberge) zu erreichen. Alternativ führt ein Radweg von der Schönerlinder Straße zum Kiessee Arkenberge.

Das sind die wichtigsten Infos zum MfS-Nachrichtenbunker:

Ausgangslage: Ein Stasi-Bunker am FKK-Badesee

Der Name Arkenberge bezeichnet ursprünglich einen natürlichen Höhenzug in Berlin-Blankenfelde am Fuß der höchsten Erhebung Berlins. Für den nahegelegenen Autobahnbau wurde in den 1970er-Jahren Kies am Ort abgebaut und der Baggersee und der Biotopsee Arkenberge entstanden. Rasch entwickelte sich der See zu einem Geheimtipp für Badegäste im Norden Berlins und zu einem beliebten Ausflugsort für Ost-Berliner Anhänger der Freikörperkultur. Auch heute noch ist der See Treffpunkt von FKK-Freunden.

Stasi-Bunker: Die Schaltstation wurde in den 1970er-Jahren errichtet

Der geheime Bunker wurde in den 1970er-Jahre vom Ministerium für Staatssicherheit am Rande der Kleingartenanlage Arkenberge auf einem Grünstreifen zwischen den Wohnparzellen und dem Baggersee Arkenberge angelegt. Es handelte sich um ein Schalthaus der Abteilung N (Nachrichten) des MfS, das mittels Betonfertigteilen errichtet wurde. Die Anlage diente der Weiterleitung von als geheim eingestuften Nachrichten und wurde vermutlich durch als Kleingärtner getarnte Stasi-Mitarbeiter geschützt.

So war der Stasi-Bunker konzipiert: MfS-Nachrichtenbunker Arkenberge

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Die recht kleine dreiräumige Anlage vom Typ SH-1 hat eine Gesamtgröße von 8,3 Meter Länge und 4,5 Meter Breite und eine Nutzfläche von knapp 30 Quadratmetern. Sie konnte über einen vertieften Zugang erreicht werden und war mit Erdreich und Bepflanzung nach außen hin getarnt.

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Hinter der Bunkertür befand sich ein kleiner Zugangsraum. Dahinter lagen zwei längliche Funktionsräume. Im ersten dieser Räume befand sich die Relaisstation des Bunkers, die den automatischen Empfang und die Wiederaussendung von Funksignalen ermöglichte. Der zweite Raum beherbergte eine Schaltstelle mit Verbindung zum Sende- und Empfangsmast, der sich außerhalb des Bunkers befand und von dem heute nur noch das Fundament erhalten ist.

Stasi-Bunker: Nach der Wende wird der Bunker zum Lost Place

Der Bunker verlor mit dem Mauerfall 1989 und der Wiedervereinigung seine Funktion und wurde in der Folge einfach aufgelassen und vergessen. Im Inneren befindet sich teilweise noch Technik aus der Zeit des Betriebs des Nachrichtenbunkers, aber der Verfall hat seine Spuren hinterlassen: Die Bunkeraußenwand ist an mehreren Stellen gebrochen. Grundwasser aus dem nahegelegenen Baggersee hat seinen Weg in das Bunkerinnere gefunden. Der Boden des Nachrichtenbunkers ist mit Brackwasser überflutet.

Gibt es Zukunftspläne für den Lost Place?

Nein. Eine Wiedernutzung ist ausgeschlossen. Momentan scheint es aber auch keine Pläne für einen Rückbau der Bunkeranlage zu geben.