Corona-Newsblog

Herbst- und Winterferien: Spahn rät von Auslandsreisen ab

| Lesedauer: 71 Minuten
Hintergrund: Risikogebiete und Reisewarnungen

Hintergrund- Risikogebiete und Reisewarnungen

Zu Beginn der Pandemie standen auf der Corona-Liste des Robert-Koch-Instituts vor allem die Länder außerhalb der EU. Nunmehr gilt indes schon mehr als die Hälfte der Länder der Gemeinschaft als Risikogebiet. Für Reiserückkehrer aus diesen Gebieten gelten strenge Auflagen.

Beschreibung anzeigen

Bundesgesundheitsminister Spahn rät von Auslandsreisen ab, Frankreich verzeichnet Höchstwerte. Alle Nachrichten im Corona-Newsblog.

Berlin. 
  • In der Pandemie wurden bislang 60 Millionen Euro Corona-Nothilfen an Studierende gezahlt
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rät für die Herbst- und Winterferien von Auslandsreisen ab
  • Der weltberühmte Karneval im brasilianischen Rio de Janeiro wird wegen Corona auf unbestimmte Zeit verschoben
  • Frankreich meldete am Donnerstagabend über 16.000 Neuinfektionen – ein neuer Höchstwert
  • Ab dem 15. Oktober sollen in den Bundesländern neue Quarantäne-Regeln für Einreisende eingeführt werden
  • Berliner Forscher melden die Entdeckung „hochwirksamer“ Antikörper gegen Corona
  • Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern zu Risikogebieten erklärt – darunter auch Kopenhagen, Lissabon und Dublin
  • In Deutschland gibt es unseren Recherchen zufolge mehr als 281.500 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9440 Todesfälle
  • Weltweit wurden rund 32,2 Millionen Corona-Infektionen registriert, mehr als 983.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19

Deutschland diskutiert nach den erhöhten Infektionszahlen nach wie vor über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Während in mehreren Bundesländern bereits Verschärfungen der Regeln diskutiert werden, äußert die Wirtschaft erneut Sorge um das Geschäft.

Besonders die Reisebranche sieht sich nach den anhaltenden Reisewarnungen und der immer größer werdenden Liste der Risikogebiete in einer prekären Lage. „Die Situation in der Reisewirtschaft ist existenzbedrohend“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, unserer Redaktion.

Derweil verzeichnen viele europäische Länder Höchstwerte bei den Neuinfektionen. In Frankreich wurden am Donnerstagabend über 16.000 neue Fälle gemeldet – so viele wie noch nie. Auch aus Polen und Großbritannien gab es Rekordwerte. Allerdings wurden die Testkapazitäten seit Beginn der Pandemie drastisch erhöht.

Corona-News-Ticker: 2153 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben die Gesundheitsämter in Deutschland innerhalb eines Tages 2153 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das RKI am Freitag bekannt. Am Samstag waren 2297 Neuinfektionen gemeldet worden – der höchste Wert seit Ende April. Alle aktuellen RKI-Fallzahlen für Deutschland lesen Sie hier : Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionszahl

Freitag, 25. September: Reisebranche sieht sich wegen Corona in existenzieller Krise

11.33 Uhr: Wir schließen diesen Corona-News-Ticker. Alle weiteren Nachrichten zur Corona-Pandemie finden Sie in unserem neuen Newsblog.

11.13 Uhr: Der Bund fördert einen neuen Corona-Schnelltest, bei dem in 39 Minuten ein Ergebnis vorliegen soll. Dabei geht es um einen PCR-Test, den die Firma Bosch entwickelt hat. „Mir ist wichtig, dass Menschen so schnell wie möglich Klarheit über ihren Gesundheitszustand haben“, erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am Freitag in Berlin. Der Test soll vor Ort ausgewertet werden, die Proben müssen dann nicht mehr ins Speziallabor.

Corona-Nothilfen: Staat hat bisher 60 Millionen an Studierende gezahlt

10.59 Uhr: In den vergangenen Monaten hat der Staat rund 60 Millionen Euro Corona-Nothilfen an Studierende gezahlt. Das sagte Achim Meyer auf der Heyde, der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), am Freitag in Berlin. Demnach seien bisher 135.000 Anträge positiv beschieden und 80.000 Anträge abgelehnt worden. Bei mehr als der Hälfte der abgelehnten Anträge seien die Studierenden nicht in einer pandemiebedingten, sondern einer generellen prekären Lage gewesen.

„Diese Studierenden sind in einer dauerhaft prekären Notlage“, so Meyer auf der Heyde. Es gebe eine strukturelle Armut, die schon vor der Pandemie virulent gewesen sei. Meyer auf der Heyde forderte für die Betroffenen „dringend eine strukturelle Reform der Studienfinanzierung“.

10.54 Uhr: Nach dem Massenausbruch in Ischgl im vergangenen Winter hat die österreichische Regierungen Maßnahmen für die kommende Saison getroffen. Lesen Sie dazu: Corona in Österreich: Regierung verbietet Après-Ski-Partys

Nach Ausbruch bei Hochzeit: Hamm verbietet erste Familienfeiern

10 Uhr: In Hamm (NRW) wurden mit Hilfe einer neuen Verfügung die ersten Familienfeiern verboten, nachdem eine Großhochzeit mit rund 200 Infizierten zu einem Superspreader-Event geworden war. Bei den drei nicht genehmigten Veranstaltungen handele es sich um zwei Junggesellinnenabschiede und eine Verlobungsfeier, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Anfang der Woche in Kraft getretene Verfügung sieht für private Feiern mit 51 bis 150 Teilnehmern eine Genehmigungspflicht vor. Feiern mit 25 bis 50 Teilnehmern müssen angezeigt werden.

Trotz Corona: „Fridays for Future“ feiert Comeback

9.59 Uhr: Die 15. Staffel „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ findet wegen Corona nicht wie sonst in Australien statt. Lesen Sie dazu: Dschungelcamp 2021: Statt Australien geht’s nach North Wales

9.49 Uhr: Trotz Corona feiert die globale Klimabewegung „Fridays for Future“ am heutigen Klimastreiktag ein Comeback. Lesen Sie dazu unseren Hintergrundbericht: Klimademo trotz Corona: Fridays for Future ist zurück

9.32 Uhr: Bund und Länder sollen den Städten und Gemeinden in der Corona-Krise stärker unter die Arme greifen. Das sagte Ulrich Mädge, Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Demnach bräuchten die Kommunen „noch 12 Milliarden Euro von Bundesregierung und Bundesländern im nächsten Jahr, sonst müssen wir woanders streichen“, so Mägde.

Jens Spahn rät in den kommenden Ferien von Auslandsreisen ab

9.19 Uhr: In der Corona-Krise boomen die Online-Konferenzen. Wie man sich in so einer Videoschalte nicht benehmen sollte, zeigte nun ein argentinischer Parlamentarier. Lesen Sie: Peinliche Videoschalte: Sexszene in Argentiniens Parlament

8.38 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rät angesichts der steigenden Infektionszahlen von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien ab. „Man kann ja auch Urlaub im Inland machen“, sagte Spahn am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Es habe sich mehrfach gezeigt, dass Reiserückkehrende das Coronavirus nach Deutschland einschleppten. Daraus sollten die Bürger und Bürgerinnen lernen.

Impfstoff-Tests: Freiwillige sollen in London absichtlich angesteckt werden

7.44 Uhr: Israel meldet ebenfalls einen Rekordwert bei den täglichen Neuinfektionen: Wie das Gesundheitsministerium am Freitag unmittelbar vor Beginn eines verschärften landesweiten Lockdowns mitteilte, wurden am Donnerstag 7527 neue Fälle registriert.

7.19 Uhr: Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge sollen freiwillige Erwachsene in London absichtlich mit dem Coronavirus angesteckt werden. Demnach sollen sie im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantäne-Bedingungen dem Coronavirus ausgesetzt werden, nachdem sie einige Wochen zuvor einen potenziellen Impfstoff verabreicht bekommen haben. Die „Human Challenge“-Tests sollen die Entwicklung der Impfstoffe beschleunigen, erklärte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Unter Forschenden ist diese Methode allerdings umstritten. Einige betonen den großen Nutzen, den solche Studien für eine ganze Gesellschaft haben könnten. Andere verweisen auf enorme gesundheitliche Risiken, die die Infektion mit einem in vieler Hinsicht noch unerforschten Erreger wie Sars-CoV-2 haben könnte.

Brasilien: Karneval in Rio de Janeiro wegen Corona verschoben

6.20 Uhr: In einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats reagierte China am Donnerstag auf die andauernden Vorwürfe aus den USA. „Ich muss sagen: Genug ist genug!“, sagte Botschafter Zhang Jun in der Videokonferenz und verwies darauf, dass die USA in der Corona-Krise die höchsten Infektionszahlen und Todesopfer weltweit habe.

„Wenn jemand zur Rechenschaft gezogen werden sollte, sollten dies einige US-Politiker selbst sein“, sagte Zhang. Er stellte die Frage, warum die Vereinigten Staaten als das Land mit den „höchstentwickelten medizinischen Technologien und Systemen in der Welt“ die höchsten Corona-Zahlen hätten. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump das Coronavirus mehrfach als „China-Virus“ bezeichnet und gefordert, dass das Land „zur Rechenschaft“ gezogen werde.

6.15 Uhr: Der weltberühmte Karneval von Rio de Janeiro wird im Februar aufgrund der andauernden Pandemie ausfallen und auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Das teilten die Organisatoren mit. Die Sambaschulen hätten nicht ausreichend Zeit und genügend finanzielle und organisatorische Ressourcen, um die Karnevalsparaden bis Februar vorzubereiten, hieß es. Brasilien gehört zu den am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt. 139.000 Menschen sind dort mit Covid-19 gestorben.

Frankreich: Über 16.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages

6.10 Uhr: Frankreich hat am Donnerstag 16.096 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet – ein neuer Höchstwert für das Land. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 52. Experten und Expertinnen wiesen allerdings darauf hin, dass seit Beginn der Pandemie die Testkapazitäten um ein Vielfaches erhöht worden seien und sich deshalb nicht mehr mit den Zahlen vom Frühjahr vergleichen ließen. Inzwischen werden mehr als 1,2 Millionen Tests pro Woche durchgeführt. Dennoch sorgen die hohen Infektionszahlen bei der französischen Regierung für Alarmstimmung.

1.05 Uhr: Angesichts der zunehmenden Zahl von Corona-Risikogebieten in der EU und anhaltenden Reisewarnungen für das außereuropäische Ausland sieht sich die deutsche Tourismusbranche in einer Überlebenskrise. „Die Situation in der Reisewirtschaft ist existenzbedrohend“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, unserer Redaktion.

Die Umsätze lägen derzeit lediglich bei einem Viertel der Vorjahresumsätze, „eine Besserung ist nicht in Sicht“. Laut einer Umfrage des Verbands sehe sich die Mehrzahl der Unternehmen „massiv in ihrer Existenz bedroht“. Reisebüros und Reiseveranstalter seien als Erste vom Corona-Lockdown betroffen gewesen „und sie werden die Letzten sein, die am Ende aus der Krise heraus kommen“.

Donnerstag, 24. September: Spahn spricht sich gegen bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen aus

21.31 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. „Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.

„Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann“, so Spahn. „Wichtig ist, wir sehen ja jetzt vor allem, wo sie passieren. Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern.“ Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

Apotheken in Sachsen dürfen Antikörpertest verkaufen

20.42 Uhr: Mit 6634 neuen registrierten Fällen von Corona-Infektionen hat Großbritannien den höchsten Stand innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie erreicht. Das teilte die zuständige Regierungsbehörde am Donnerstag mit. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet – das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt.

40 weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Mit mehr als 40.000 Toten ist das Vereinigte Königreich in absoluten Zahlen das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa. Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmaßnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England um 22 Uhr schließen. Zudem wurde die Maskenpflicht auf Taxis und weitere Geschäfte ausgeweitet.

Apotheken in Sachsen dürfen Antikörpertest verkaufen

18.10 Uhr: Die Apotheken in Sachsen dürfen ab sofort einen Corona-Antikörpertest verkaufen. Das teilte das Gesundheitsministerium Sachsen nach Erteilung der Erlaubnis mit. Die Apotheken könnten niederschwellig beraten und aufklären, sagte Gesundheitsministerium Petra Köpping (SPD). Dabei müsse allerdings klar sein, dass „von einer Immunität bei positivem Testergebnis bezüglich des Vorhandenseins von Antikörpern nicht ausgegangen werden darf“.

Der Test trägt den Namen „AProof“ und wurde von der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Adversis entwickelt. Anfang September hatte der sächsische Apothekerverband vor der Herausgabe des Tests an Laien gewarnt.

Quarantäne bei Einreisen wird ab dem 15. Oktober neu geregelt

16.53 Uhr: Die Bundesländer sollen für den 15. Oktober neue Quarantäne-Regeln beschließen. Zu diesem Stichtag soll auch die Einführung einer digitalen Anmeldung für nach Deutschland einreisende Menschen stattfinden. Die Online-Anmeldung soll nur für Einreisende aus Corona-Risikogebieten verpflichtend sein.

Die neue Teststrategie für Einreisende „wird auf der Basis einer neuen Rechtsgrundlage eingeführt“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, der Deutschen Presse-Agentur. Daher würden Innen- und Gesundheitsministerium an einer neuen Musterquarantäneverordnung arbeiten. Diese müsse dann von den einzelnen Bundesländern in eigener Verantwortung in Kraft gesetzt werden. „Die digitale Einreiseanmeldung wird aus diesem Grund ebenfalls erst zu diesem Zeitpunkt - am 15. Oktober - eingeführt“.

Die Hälfte aller Deutschen fürchtet die Corona-Veränderungen

16.21 Uhr: Rund die Hälfte aller Deutschen scheut die möglichen Veränderungen, die durch die Corona-Krise hervorgerufen werden. Das geht aus einer Ipsos-Umfrage im Auftrag des Weltwirtschaftsforums in 28 Ländern hervor. Demnach wünschen sich 49 Prozent aller Befragten in Deutschland, dass alles wieder so wird wie vor der Pandemie. Sie stimmten dem Wunsch nach einer stärkeren Veränderung des eigenen Lebens demnach „überhaupt nicht“ oder „eher nicht“ zu. Die gleichen Umfrageergebnisse wurden in den Niederlanden erzielt.

Andere Länder sind laut der Studie stärker an einer Veränderung interessiert. Besonders in Mexiko (89 Prozent), Kolumbien (88 Prozent) und Peru (86 Prozent) stimmten viele der Befragten der Aussage „Ich wünsche mir, dass sich mein Leben stark verändert, und ich möchte nicht, dass alles wieder so wird wie vor der Corona-Krise“ völlig oder eher zu.

Verbände rügen einige Corona-Regeln in Europa

15.48 Uhr: Greenpeace und der Bürgerrechtsverband Civil Liberties Union for Europe haben einige staatliche Beschränkungen von Freiheitsrechten während der Corona-Krise als unverhältnismäßig kritisiert. „Mehr als die Hälfte der EU-Regierungen haben das Recht auf friedliche Versammlungen nicht gewährleistet“, monierten die Verbände am Donnerstag gemeinsam. Zudem bemängelten sie einen erschwerten Zugang zu Informationen und Beschränkungen der freien Meinungsäußerung.

Mit Blick auf Deutschland führten die Organisationen an, dass das Bundesverfassungsgericht ein generelles Demonstrationsverbot gekippt hatte, ein solches also nicht rechtmäßig gewesen war. Auch Sanktionen bei Verstößen gegen Demonstrationsauflagen stießen auf Kritik. Die Verbände betonten zwar, dass befristete staatliche Beschränkungen notwendig sein könnten, um Leben zu retten und Risikogruppen zu schützen. „Aber viele Regierungen haben problematische Maßnahmen im Namen des Schutzes der Gesundheit verabschiedet.“

Regierungen mit autoritären Tendenzen in der Europäischen Union hätten bewusst versucht, die Notsituation auszunutzen, um individuelle Freiheiten und den demokratischen Prozess weiter auszuhöhlen. Als besonders drastische Beispiele nannten die Verbände Ungarn und Rumänien.

USA: Arbeitslosigkeit bleibt auf hohem Niveau

14.47 Uhr: In der anhaltenden Corona-Pandemie in den USA bleibt die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe auf hohem Niveau. In der Woche bis zum 19. September stellten 870.000 Menschen einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Das war ein Plus von 4000 zur Vorwoche. Im August gab es zum Teil noch mehr als eine Million Neuanträge pro Woche.

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl selten über 100.000 pro Woche gelegen. Die Arbeitslosenquote sank zuletzt von historisch hohen 10,2 Prozent auf 8,4 Prozent für August.

Polen meldet neuen Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen

14.02 Uhr: Deutschlands Nachbarland Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag verzeichneten die Behörden 1136 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 183 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Warschau (149) und Pommern im Westen (143) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er betrug 1002 Neuinfektionen.

EU-Kommission sorgt sich um Corona-Trend

13.54 Uhr: Die Entwicklung der Corona-Infektionen in Europa ist nach Einschätzung der EU-Kommission „Besorgnis erregend“. Die Zahl der Covid-19-Erkrankungen steige seit August in ganz Europa stetig an, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Donnerstag in Brüssel. „In einigen Mitgliedstaaten ist die Situation bereits schlimmer als im März“, sagte sie. In einem Teil der EU-Staaten seien die Kontrollmaßnahmen entweder unzureichend gewesen oder zu früh wieder aufgehoben worden.

Sorgen macht den Experten vor allem, dass das Infektionsgeschehen nicht mehr nur lokal begrenzt ist, sondern die Übertragungen in größeren Regionen stattfinden. Zudem seien inzwischen zu zwei Dritteln Menschen unter 50 Jahren betroffen, was die weitere Verbreitung des Virus beschleunige, sagte Andrea Ammon, Direktorin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Sie betonte, die Zunahme der Infektionszahlen habe zwar auch mit verstärkten Testanstrengungen zu tun, könne aber nicht allein damit erklärt werden – denn seit August steige in der EU auch der Anteil der positiven Testergebnisse.

„Wir müssen uns auf das schlimmste Szenario vorbereiten“, sagte Kyriakides. Es handele sich um die letzte Chance, eine Wiederholung des Lockdown vom Frühjahr zu vermeiden – was einen „riesigen Schaden“ verursachen würde.

Schärfere Corona-Maßnahmen in England in Kraft getreten