Coronavirus

Karliczek: Corona-Impfstoff erst Mitte nächsten Jahres

Forschungsministerin Karliczek geht davon aus, dass es Mitte 2021 einen Corona-Impfstoff geben wird. Bill Gates ist zuversichtlicher.

So entsteht ein Impfstoff

Die Herstellung eines Impfstoffes kann Jahre dauern. Bei einem Verfahren zur Gewinnung eines Antikörpers kommen Hühnereier zum Einsatz.

Beschreibung anzeigen

Berlin. Ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus wird laut Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) erst Mitte 2021 massenhaft zur Verfügung stehen. Die Sicherheit, dass der Nutzen höher als die Risiken sind, gehe vor, sagte sie am Dienstag in Berlin. „Von dieser Linie werden wir in Deutschland und Europa nicht abweichen“, versicherte Karliczek.

Die Ministerin erklärte weiter, dass die Firmen Curevac und Biontech Forschungsgelder in dreistelliger Millionenhöhe erhalten sollen. So seien für die Impfstoffentwicklung des Tübinger Biotechunternehmens Curevac 252 Millionen Euro an Fördermitteln vorgesehen, für die Mainzer Firma Biontech gar 375 Millionen Euro. Die Verhandlungen darüber seien bereits abgeschlossen, sagte Karliczek.

Für die beschleunigte Erforschung von Corona-Impfstoffen hatte das Bundesforschungsministerium ein Sonderprogramm mit einem Fördertopf von 750 Millionen Euro gestartet. Das dritte Unternehmen, das mit diesem Programm gefördert werden soll, ist nach Karliczeks Angaben die Firma IDT Biologika aus Dessau-Roßlau. Dort seien die Fördergespräche noch nicht ganz abgeschlossen.

Bill Gates: Anfang 2021 mehrere Corona-Impfstoffe

Microsoft-Gründer Bill Gates schätzt, dass bereits zu Beginn des kommenden Jahres mehrere Impfstoffe gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen könnten. In einem Interview bei der Internetsendung „Bild live“ sagte Gates, er rechne damit, dass „mit etwas Glück“ im ersten Quartal 2021 „drei oder sogar vier“ Impfstoffe zugelassen werden.

Er sehe die Herausforderung vor allem in der Massenherstellung der Seren, betonte der US-Multimilliardär, dessen Stiftung die Entwicklung und Verbreitung von Impfstoffen fördert. Um die Corona-Impfstoffe weltweit sieben Milliarden Menschen zur Verfügung zu stellen, würden fast 14 Milliarden Dosen gebraucht: „Das wurde zuvor noch nie gemacht.“ Es handle sich um eine Notfallmaßnahme, die ganz neue Strategien erfordere.

Gates, der selbst immer wieder im Zentrum vieler Verschwörungstheorien zum Coronavirus steht, warnte zudem eindringlich vor Desinformation und Lügen über die Pandemie: „Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit.“ Er sei „überrascht“ darüber, dass sein eigener Name in den Verschwörungstheorien auftauche.

Verschwörung: Bill Gates staunt über Verschwörungstheorien

In Internet-Videos und auch bei den Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen wird mitunter behauptet, Gates sei für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich und wolle durch die Pandemie nur noch reicher werden.

Gates unterstrich in dem Interview, es gehe ihm bei der Förderung von Impfungen darum, Leben zu retten. Er sei stolz darauf, „dass mehrere zehn Millionen Menschen dank der neuen Impfbemühungen, an denen wir beteiligt sind, gerettet werden konnten“. An die Adresse der Verschwörungstheoretiker sagte er: „Wir befinden uns inmitten einer Pandemie, und es ist wichtiger als je zuvor, sich mit den Tatsachen und der Wahrheit auseinanderzusetzen.“

Coronavirus: „Die Pandemie hat den Fortschritt angehalten und uns zurückgedrängt“

In einer telefonischen Pressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung des „Goalkeepers“-Berichts, wies Gates außerdem darauf hin, dass die Coronavirus-Pandemie nach seiner Einschätzung zahlreiche in den vergangenen Jahren erzielte Fortschritte bei der Bekämpfung von Armut und Krankheiten zunichte gemacht habe. „Die Pandemie hat den Fortschritt angehalten und uns zurückgedrängt.“

Lesen Sie mehr:

Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, sei seit Beginn der Pandemie beispielsweise um sieben Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht. Die weltweite Impf-Abdeckung von Menschen sei auf das Niveau der 90er Jahre zurückgefallen – und habe damit „die Welt in 25 Wochen um 25 Jahre zurückversetzt“. Außerdem verstärkten die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bestehende Ungleichheiten, da Frauen und Minderheiten sowie Menschen, die in extrem armen Verhältnissen lebten, deutlich stärker betroffen seien.

Die Welt müsse deswegen gemeinsam die Pandemie und ihre Auswirkungen bekämpfen – vor allem durch die Entwicklung von Behandlungsmethoden und Impfstoffen, fordern Bill und seine Frau Melinda Gates in dem Bericht. „Dies ist eine gemeinsame globale Krise, die eine gemeinsame globale Antwort verlangt.“ (dpa/yah/amw)

Corona – Mehr zum Thema

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen