Corona-Hotspot

Garmisch-Partenkirchen: Ermittlungen gegen Superspreaderin

In Garmisch-Partenkirchen sind die Coronafälle wegen einer 26-jährigen Frau stark angestiegen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Corona: Biker-Festival in USA wird zum Superspreader-Event

Der Inbegriff eines Superspreader-Events: 460.000 Motorradfahrer treffen sich Anfang August auf einem Biker-Treff in Sturgis. Das Event hat für eine erschreckende Zahl an Neuinfektionen in den USA gesorgt.

Beschreibung anzeigen

Garmisch-Partenkirchen. Neuer Corona-Hotspot in Bayern: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus hat im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überschritten. Verantwortlich ist dafür offenbar eine Infizierte, die trotz Corona-Symptomen durch verschiedene Bars zog – und so zahlreiche Personen ansteckte. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Frau.

Bei den Ermittlungen gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer am Montag. „Was im Raum steht, ist eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften.“ Der „Münchner Merkur“ hatte zuerst darüber berichtet.

Wie das Landratsamt am Freitag mitgeteilt hatte, waren die Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde zunächst für sieben Tage erhöht worden. Menschen, die in der vergangenen Woche bestimmte Bars besucht haben, wurden aufgerufen, sich zu melden und testen zu lassen.

In der Mitteilung wurde die Frau als eine „hochinfizierte Person“ bezeichnet, die mehrere Lokale besucht hatte. Die Kontaktpersonen ließen sich nur schwer nachvollziehen. Aktuelle Nachrichten zum Coronavirus im News-Ticker

26-jährige Superspreaderin blieb nach Corona-Test nicht in Quarantäne

Die 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll ihre Krankheitszeichen auf ihrer Kneipentour ignoriert haben. Nach Angaben des Landratsamts hatte sie sich testen lassen. Bis zum Ergebnis hätte sie in Quarantäne bleiben müssen. Dieser Verpflichtung sei sie jedoch nicht nachgekommen.

Die Anklagebehörde geht davon aus, dass deutsches Recht für die US-Amerikanerin gilt. Sie arbeitete in einem Hotel für US-Streitkräfte und deren Familien. Die Unterkunft wurde am Montag für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden, wie das Hotel auf seiner Webseite bekannt gab.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete die Vorkommnisse als „ein Musterfall für Unvernunft“. Er forderte im Anschluss an eine Kabinettssitzung in München deshalb Konsequenzen wie ein entsprechend hohes Bußgeld.

Seit vergangenem Freitag müssen alle Gaststätten in der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen täglich um 22.00 Uhr schließen, wie es weiter in der Mitteilung des Landratsamtes hieß. Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch maximal fünf Personen treffen – das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in Innenräumen oder bis zu 100 Personen im Freien beschränkt. Lesen Sie hier: Wird Corona wirklich schwächer? Diese Fakten sollten Sie kennen.

Junge Menschen in Garmisch-Partenkirchen zu Tests aufgerufen

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus überstieg am Freitag die kritische Marke von 50 Personen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Wegen der aktuellen Lage war das Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen auch am Wochenende jeweils von 15.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 35 seien aufgerufen, sich testen zu lassen, hieß es. Sie seien besonders von den Neuinfektionen betroffen. (raer/dpa)

Coronavirus-Pandemie – mehr zum Thema:

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen