Lange Zeit bewegten sich die Zinsen für Baufinanzierungen auf einem historisch niedrigen Niveau. Inzwischen sind sie jedoch deutlich gestiegen. Im März 2025 mussten Kreditnehmer sogar einen sprunghaften Anstieg verkraften. Derzeit haben sich die Konditionen für Immobilienfinanzierungen wieder auf einem stabilen Niveau eingependelt. Doch was beeinflusst die Bauzinsen kurzfristig – und wie könnten sie sich langfristig entwickeln? Wir haben aktuelle Prognosen für Sie zusammengetragen. Lesen Sie hier die Bauzinsen-Prognose für das neue Jahr 2026.

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Bauzinsen-Prognose 2025: In welche Richtung gehen die Zinsen?

Die Bauzinsen befinden sich derzeit wieder im Aufwärtstrend. „Die Bauzinsen dürften bis Jahresende voraussichtlich stabil bleiben“, sagt Interhyp-Vertriebsvorständin Mirjam Mohr. Sie orientieren sich an den Renditen langlaufender Bundesanleihen. „Diese schwanken seit Monaten im Bereich von 2,4 bis 2,7 Prozent“, erläutert die Kredit-Expertin. Wer aktuell über einen Immobilienkauf nachdenke, könne weiterhin mit Zinsen rechnen, die sich im Schnitt um die Marke von 3,6 Prozent für zehnjährige Darlehen bewegen – „und damit auf einem moderaten Niveau“, so Mohr.

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Laut dem aktuellen Interhyp-Bankenpanel rechnen 60 Prozent der Experten mit steigenden Bauzinsen Richtung vier Prozent. 20 Prozent rechnen langfristig mit gleichbleibenden Zinsen. Fallende Zinsen werden von 20 Prozent der Befragten prognostiziert.

Bauzinsen 2026 und 2027: Experten mit mittelfristiger Prognose

Eine verlässliche Prognose zur Entwicklung der Bauzinsen ist generell schwierig – insbesondere, wenn es um einen längeren Zeitraum wie ein ganzes Jahr geht. Dennoch stellen sich viele Kreditnehmer, vor allem mit Blick auf eine bevorstehende Anschlussfinanzierung, die Frage, was sie in Zukunft erwartet.

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Der Finanzierungsvermittler Baufi24 sieht auch langfristig Potenzial für steigende Bauzinsen. Der Grund: Wie Eichwede bereits feststellte, plant nicht nur Deutschland, sondern auch andere Staaten neue Schulden aufzunehmen. Das dürfte zu steigenden Anleiherenditen führen – und diese wirken sich in der Regel auf die Zinsen für Pfandbriefe aus, was wiederum die Kosten für Immobilienfinanzierungen steigen lässt. Auch eine aktuelle Studie der Commerzbank rechnet mit Bauzinsen von rund 4,00 Prozent im kommenden Jahr.

Haus mit Geldstapeln und einer ansteigenden Kurve als Symbol für steigende Immobilienpreise.
Wie entwickeln sich die Bauzinsen? Eine Prognose gibt eine Tendenz. © picture alliance / Klaus Ohlenschläger | Klaus Ohlenschläger

Bauzinsen bis 2030: Welche Szenarien für Käufer langfristig realistisch sind

Diese Überlegung untermauert die Prognose, dass die Bauzinsen sogar bis zum Jahr 2030 tendenziell anziehen könnten. Doch je weiter der Blick in die Zukunft reicht, desto größer ist auch die Unsicherheit. Denn die Zinsentwicklung hängt maßgeblich von der wirtschaftlichen und politischen Lage ab – und beide Faktoren lassen sich langfristig kaum seriös vorhersagen. Genau das macht Zinsprognosen auf mehrere Jahre hinaus so komplex.

Baufinanzierung jetzt sichern oder auf bessere Zinsen hoffen?

Bleibt die Frage, ob sich der Immobilienkauf jetzt lohnt oder nicht? Michael Neumann, Vorstandsvorsitzende von Dr. Klein sagt: „Ich rate dringend davon ab, auf sinkende Zinsen zu spekulieren.“ Historisch betrachtet sei das aktuelle Bauzinsniveau „sehr attraktiv“ und eine Abwärtsbewegung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Auch die Wohnungskrise sollten Verbraucher und Verbraucherinnen in ihre Pläne miteinbeziehen. „Es wird nach wie vor extrem wenig neu gebaut, die Mieten steigen weiter und sehr wahrscheinlich werden die Immobilienpreise in den kommenden Jahren anziehen“, erklärt Neumann. Eine Prognose zeigt, wie sich die Immobilienpreise bis 2035 entwickeln könnten.

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Wer dennoch flexibel bleiben und auf sinkende Bauzinsen spekulieren möchte, könnte laut dem Ökonomen und Dozent Michael Voigtländer einen Teil des Kredites mit einer kürzeren Zinsbindung versehen. „Zumindest dann, wenn man sich dieses zusätzliche Risiko leisten kann“, sagt er. Fallen die Zinsen in der Zukunft, können die Kreditnehmenden den Teil des Kredits mit der kurzen Zinsbindung zu einem günstigeren Zinssatz refinanzieren oder anpassen, während der andere Teil zu den ursprünglich vereinbarten Bedingungen weiterläuft. So profitieren Sie von sinkenden Zinsen, ohne sich langfristig an höhere Zinssätze zu binden.

Eine Hausbesichtigung
Kreditnehmer sollten nicht auf fallende Zinsen spekulieren. © Getty Images | simonkr

Steigen zum Ende der Zinsbindung die Zinsen, kann der Vorteil allerdings auch zu einem Nachteil werden. Längere Zinsbindungen von über zehn Jahren sind dagegen oft mit höheren Kredit-Zinsen verbunden, liefern aber mehr Planungssicherheit. Aber: Verbraucherinnen und Verbraucher sollten generell nichts überstürzen, sondern erst prüfen, ob sie die Voraussetzungen für eine Baufinanzierung erfüllen. Die wichtigsten Fragen dabei: Kann ich mir die Baufinanzierung auch dann leisten, wenn sich die Lebensumstände ändern – etwa durch Familienzuwachs? Ist das Eigenkapital für eine Baufinanzierung ausreichend? Wer unsicher ist, sollte sich vorab beraten lassen – eine unabhängige Beratung bieten etwa die Verbraucherzentralen an.

Bitte beachten:

Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.