- Sie wird sicher auffallen: Miriana Conte vertritt Malta beim ESC in Basel
- Ihr Song „Serving“ musste sogar zensiert werden
- Kann die Sängerin auch musikalisch überzeugen?
Maltas ESC-Beitrag 2025 hat bereits vor dem ersten Ton für Aufsehen gesorgt. Und das nicht etwa wegen einer pompösen Inszenierung oder der großartigen Stimme von Miriana Conte, sondern wegen eines einzigen Wortes: „Kant“. So hieß das Lied der 24-Jährigen ursprünglich. Auf Maltesisch bedeutet das nur „singen“. Doch im Englischen kann man es auch ganz anders verstehen.
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ESC 2025: Miriana Conte fährt für Malta zum ESC
Miriana Conte ist auf Malta längst ein Star. Die 24-jährige Sängerin hat sich über Jahre in der maltesischen Musikszene etabliert, mit klassischem Gesangstraining, eindrucksvollen Liveauftritten, fünf Teilnahmen am maltesischen ESC-Vorentscheid und einer Stimme, die selbst große Popdiven neidisch erblassen lässt. Ihre Präsenz auf der Bühne: professionell, selbstbewusst, mit einer großen Portion Drama – genau das, was den ESC ausmacht.
Mit „Kant“ gewann sie den nationalen Vorentscheid und setzte sich gegen eine Reihe glatter, aber austauschbarer Popbeiträge durch. Die bewusste Provokation des Titels, der mit Ausnahme des einen Wortes komplett auf Englisch gesungen wurde, ging auf: Schnell wurde international über das Lied berichtet. Denn auch wenn die Zeile „Serving Kant“ so viel wie „Gesang servieren“ bedeuten soll, klingt es doch sehr nach „Serving Cunt“, wobei letzteres im Englischen eine vulgäre Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan ist.

Die Empörung, vor allem in englischsprachigen Ländern, war groß; auch die EBU, die den Eurovision Song Contest veranstaltet, äußerte Kritik. Und so wurde das „Kant“ gestrichen, das Lied heißt jetzt schlicht „Serving“ und an den entsprechenden Stellen singt Miriana: nichts.
Malta beim ESC 2025: Das ist Miriana Contes Lied „Serving“
„Serving“ ist musikalisch ein Hybrid aus Dance-Pop, Vogue-Beat und R’n’B-Elementen – also alles andere als traditionell. Der Song lebt vom Kontrast, mit starken Beats und eine ebenso starken Stimme, aber auch weichen Harmonien und harten Aussagen. Es geht um Selbstermächtigung, um Sichtbarkeit und darum, dass man sich nicht kleinmachen lässt – „I’m not here to please, I’m here to serve“, heißt es im Refrain. Das ist nicht nur ein Satz, das ist ein Statement.

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Die Inszenierung? Stylisch, manchmal etwas zu viel und komplett durchchoreografiert, mit Referenzen an Modewelt und Queer Culture. Genau das könnte jedoch zum Risiko werden. Während ESC-affine Fans und queere Communitys den Beitrag feiern, könnten andere Zuschauer den Zugang verlieren – zu fremd, zu codiert, zu „nischig“. Malta spielt also mit hohem Einsatz: Entweder platziert sich „Serving“ ganz vorne – oder der Beitrag rauscht trotz Qualität an vielen vorbei.
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ESC 2025: Maltas Beitrag „Serving“ von Miriana Conte im Video
So erfolgreich war Malta zuletzt beim Eurovision Song Contest
Malta zählt zu den Ländern, die Jahr für Jahr mit großem Ehrgeiz und hoher Professionalität antreten – und dennoch nie ganz oben auf dem Siegertreppchen landen. Besonders in den vergangenen Jahren war das Ergebnis oft ein Mix aus berechtigter Hoffnung und bitterer Enttäuschung.
| Jahr | Act | Lied | Platz |
|---|---|---|---|
| 2021 | Destiny | Je me casse | 7 |
| 2022 | Emma Muscat | I Am What I Am | Im Semi-Finale ausgeschieden |
| 2023 | The Busker | Dance (Our Own Party) | Im Semi-Finale ausgeschieden |
| 2024 | Sarah Bonnici | Loop | Im Semi-Finale ausgeschieden |
2025 könnte ein Wendepunkt sein – zumindest stilistisch. Mit Miriana Conte schickt Malta nicht nur eine starke Sängerin ins Rennen, sondern auch ein Statement. Ob das honoriert oder ignoriert wird, entscheidet wie so oft das Publikum. Klar ist: „Serving“ ist kein Fast-Food-Pop – eher Haute Cuisine. Und wie das eben so ist: Nicht jeder mag Trüffel.
Eurovision Song Contest 2025: Das sind die ESC-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer
- Albanien: Shkodra Elektronike – „Zjerm“
- Armenien: Parg – „Survivor“
- Aserbaidschan: Mamagama – „Run With U“
- Australien: Go-Jo – „Milkshake Man“
- Belgien: Red Sebastian – „Strobe Lights“
- Dänemark: Sissal – „Hallucination“
- Deutschland: Abor & Tynna – „Baller“
- Estland: Tommy Cash – „Espresso Macchiato“
- Finnland: Erika Vikmann – „Ich komme“
- Frankreich: Louane – „Maman“
- Georgien: Mariam Shengelia – „Freedom“
- Griechenland: Klavdia – „Asteromata“
- Italien: Lucio Corsi – „Volevo essere un duro“
- Irland: Emmy – „Laika Party“
- Island: VÆB – „Róa“
- Israel: Yuval Raphael – „New Day Will Rise“
- Kroatien: Marko Bosnjak – „Poison Cake“
- Lettland: Tautumeitas – „Bur man laimi“
- Litauen: Katarsis – „Tavo Akys“
- Luxemburg: Laura Thron – „La poupée monte le son“
- Malta: Miriana Conte – „Kant“
- Montenegro: „Nina Žižić“ – „Dobrodošli“
- Niederlande: Claude – „C‘est La Vie“
- Norwegen: Kyla Alessandro – „Lighter“
- Österreich: JJ – „Wasted Love“
- Polen: Justyna Steczkowska – „Gaja“
- Portugal: NAPA – „Deslocado“
- San Marino: Gabry Ponte – „Tutta l’Italia“
- Schweden: KAJ – „Bara bada bastu“
- Schweiz: Zoë Më – Voyage“
- Serbien: Princ – „Mila“
- Slowenien: Klemen – „How Much Time Do We Have Left“
- Spanien: Melody – „Esa diva“
- Tschechien: Adonxs – „Kiss Kiss Goodbye“
- Ukraine: Ziferblat – „Bird Of Pray“
- Vereinigtes Königreich: Remember Monday – „What The Hell Just Happened?“
- Zypern: Theo Evan – „Shh“





