„Wunder gibt es immer wieder“, sang Katja Ebstein beim ESC, damals noch Grand Prix, schon 1970. Dass diese Weisheit auch heute noch aktuell ist, hat Bulgarien bei der diesjährigen „Europameisterschaft im Singen“ bewiesen. Die 27-jährige Dara hat Zuschauer und Jurys überzeugt – und das, obwohl sie lange niemand auf dem Schirm hatte. Selbst die Buchmacher, die oft treffsicher richtig liegen, sahen sie zu Beginn der ESC-Woche noch auf Platz 16. Was für eine verrückte Reise muss es für Dara gewesen sein, was für ein Wechselbad der Gefühle.

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Deutschland ist sich im Gegensatz dazu treu geblieben: Platz 23 mit zwölf Punkten von den Jurys. Von den Zuschauerinnen und Zuschauern gab es keinen einzigen. Auch der SWR, der in diesem Jahr innerhalb der ARD die Verantwortung für den ESC übernommen hat, konnte nicht für eine Trendwende sorgen.
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Deutschland muss aus dem ESC-Erfolg Bulgariens lernen
Die Hoffnung aufgeben sollte man hierzulande trotzdem nicht – hat doch gerade Bulgarien gezeigt, was möglich ist. Zuletzt hat das Land beim Song Contest drei Jahre ausgesetzt, aus finanziellen Gründen. Und nun dieses atemberaubende Comeback.
Welche Lehren kann Deutschland daraus ziehen? Eine könnte sein, dass sich eine Auszeit vielleicht lohnen würde. Ein paar Jahre ESC-Abstinenz könnten Wunder wirken. Viel wichtiger ist aber noch: Die ARD muss sich endlich mal wieder etwas trauen. Bulgarien hat es vorgemacht und einen außergewöhnlichen Song abseits des Mainstreams nach Wien geschickt.

Deutschland setzt dagegen seit Jahren auf vermeintlich sichere Nummern, auf radiotaugliche Songs, die dann doch schlecht abschneiden. Beim TV-Spektakel ESC wird aber Mut belohnt. Statt auf altbackene Konzepte zu setzen, Songs wie „Fire“ von Sarah Engels schickt Zypern seit zehn Jahren zum ESC, braucht es zeitgemäße Beiträge. „Baller“ von Abor & Tynna im vergangenen Jahr war ein guter erster Schritt. Davon braucht es mehr.




