- Der Sänger Claude vertritt die Niederlande beim ESC in Basel
- Sein Lie „C‘est La Vie“ ist eine Hommage an seine Mutter
- Hat er beim Eurovision Song Contest Chancen?
Nach dem Skandal von Malmö ließ sich der niederländische Rundfunk viel Zeit. Erst Wochen nach dem Ausschluss von Joost Klein vom Eurovision Song Contest 2024 äußerte sich der Sender zur Zukunft – und gab schließlich bekannt: Die Niederlande werden auch 2025 am ESC teilnehmen. Mit einem neuen Künstler. Und einer neuen Einstellung.

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Denn statt Lautstärke setzt man diesmal auf Leichtigkeit, statt Provokation auf Präsenz. Claude, ein junger Singer-Songwriter mit internationalem Profil, wird das Land in Basel vertreten. Er gilt als einer der vielversprechendsten jungen Popmusiker des Landes – und als einer, dessen Biografie in gewisser Weise alles vereint, wofür der ESC stehen will: Vielfalt, Identität, Aufbruch.
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ESC 2025: Claude fährt für die Niederlande zum ESC
Claude, mit bürgerlichem Namen Jean Claude Monyane, wurde 2003 in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Im Alter von neun Jahren floh er mit seiner Mutter und seinen sechs Geschwistern in die Niederlande. Die Familie ließ sich im nordholländischen Enkhuizen nieder, wo Claude zunächst in einem Restaurant arbeitete. Kurz nach seiner Ankunft lernte er den ESC kennen – und war besonders beeindruckt, als Conchita Wurst mit „Rise Like a Phoenix“ den ESC 2014 für Österreich gewann.
Was als kindliche Begeisterung begann, wurde bald zur Berufung. Claude gewann die Castingshow „The Voice Kids“, unterschrieb seinen ersten Plattenvertrag und veröffentlichte 2022 die Single „Ladada (Mon Dernier Mot)“ – ein melancholischer, tanzbarer Popsong, der ihn über Nacht berühmt machte. Mehr als 58 Millionen Streams später ist aus dem jungen Flüchtling ein gefeierter Künstler geworden. In mehr als 15 Ländern erreichte der Song die Charts, in Italien sogar die Top 10.

Auch in den Niederlanden ist Claude längst etabliert. Er wurde mit dem 3FM Award als bester Newcomer ausgezeichnet, Qmusic kürte ihn zum „Künstler des Jahres“. Große Bühnen sind ihm längst vertraut: 2023 sang er beim EM-Qualifikationsspiel der Niederlande gegen Frankreich im Mittelkreis des Johan-Cruyff-Stadions. Am nationalen Befreiungstag trat er vor dem Königspaar Willem-Alexander und Máxima auf. Als Königin Máxima bei „Ladada“ mitsang, war klar: Claude hatte das Land erobert.
Niederlande beim ESC 2025: Das ist Claudes Lied „C‘est La Vie“
Claudes Beitrag zum ESC 2025 heißt „C‘est la vie“. Der Song, den der Sänger zusammen mit Léon Paul, Arno Krabman und Joren van der Voort geschrieben hat, ist eine Hommage an seine Mutter – und an die Kraft, das Leben trotz aller Umstände mit Leichtigkeit zu sehen. Musikalisch bewegt sich der Titel zwischen Ballade und Pop, beginnt mit Pianoklängen, entwickelt sich zu einem Midtempo-Stück mit tanzbarem Beat – und endet, wie er begonnen hat: zurückgenommen, fast intim.
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Claude singt in „C‘est la vie“ auf Französisch, Niederländisch und Englisch – zwei seiner Muttersprachen. Französisch spricht er mit seiner Mutter, Niederländisch in der Öffentlichkeit, Englisch, „weil es im Pop dazugehört“, wie er RTL sagte. Auch auf seinem Debütalbum „Parler français“, das 2024 erschien, vermischte er all diese Sprachen – und tourte damit durch die Niederlande und Belgien.
Claude mit „C‘est La Vie“: Der ESC-Beitrag der Niederlande im Video
So erfolgreich waren die Niederlande zuletzt beim Eurovision Song Contest
Die Niederlande blicken auf eine wechselvolle ESC-Geschichte zurück. Zwar gewann das Land bereits fünf Mal – zuletzt 2019 mit Duncan Laurence und seinem Song „Arcade“. Doch immer wieder verpassten Beiträge den Einzug ins Finale.
| Jahr | Act | Titel | Platz |
| 2021 | Jeangu Macrooy | Birth Of A New Age | 23 |
| 2022 | S10 | De Diepte | 11 |
| 2023 | Mia Nicolai & Dion Cooper | Burning Daylight | nicht für das Finale qualifiziert |
| 2024 | Joost Klein | Europapa | disqualifiziert |
Vor allem 2024 wurde zum diplomatischen Fiasko: Der inzwischen entkräftete Vorwurf unangemessenen Verhaltens hinter den Kulissen führte zur Disqualifikation des damaligen ESC-Kandidaten Joost Klein. Es folgten Debatten über Transparenz, über Kommunikation – und über die Grenzen des Künstlerischen.
2025 soll das alles vergessen sein. Claude soll nicht nur für gute Musik aus den Niederlanden sorgen, sondern auch ein neues Kapitel aufschlagen. Die Buchmacher sehen ihn unter den besten Zehn.
Eurovision Song Contest 2025: Das sind die ESC-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer
- Albanien: Shkodra Elektronike – „Zjerm“
- Armenien: Parg – „Survivor“
- Aserbaidschan: Mamagama – „Run With U“
- Australien: Go-Jo – „Milkshake Man“
- Belgien: Red Sebastian – „Strobe Lights“
- Dänemark: Sissal – „Hallucination“
- Deutschland: Abor & Tynna – „Baller“
- Estland: Tommy Cash – „Espresso Macchiato“
- Finnland: Erika Vikmann – „Ich komme“
- Frankreich: Louane – „Maman“
- Georgien: Mariam Shengelia – „Freedom“
- Griechenland: Klavdia – „Asteromata“
- Italien: Lucio Corsi – „Volevo essere un duro“
- Irland: Emmy – „Laika Party“
- Island: VÆB – „Róa“
- Israel: Yuval Raphael – „New Day Will Rise“
- Kroatien: Marko Bosnjak – „Poison Cake“
- Lettland: Tautumeitas – „Bur man laimi“
- Litauen: Katarsis – „Tavo Akys“
- Luxemburg: Laura Thron – „La poupée monte le son“
- Malta: Miriana Conte – „Kant“
- Montenegro: „Nina Žižić“ – „Dobrodošli“
- Niederlande: Claude – „C‘est La Vie“
- Norwegen: Kyla Alessandro – „Lighter“
- Österreich: JJ – „Wasted Love“
- Polen: Justyna Steczkowska – „Gaja“
- Portugal: NAPA – „Deslocado“
- San Marino: Gabry Ponte – „Tutta l’Italia“
- Schweden: KAJ – „Bara bada bastu“
- Schweiz: Zoë Më – Voyage“
- Serbien: Princ – „Mila“
- Slowenien: Klemen – „How Much Time Do We Have Left“
- Spanien: Melody – „Esa diva“
- Tschechien: Adonxs – „Kiss Kiss Goodbye“
- Ukraine: Ziferblat – „Bird Of Pray“
- Vereinigtes Königreich: Remember Monday – „What The Hell Just Happened?“
- Zypern: Theo Evan – „Shh“





