Anderthalb Wochen nach Papst Franziskus‘ Beisetzung fiebern Gläubige aus alle Welt dem nahenden Konklave entgegen. Am Mittwoch, 7. Mai, werden sich die 133 wahlberechtigten Kardinäle in die Sixtinsche Kapelle zurückziehen, um den neuen Papst zu wählen. Dieser Vorgang ist so minutiös geregelt, wie kaum ein anderer. Die geheime Wahl findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach einem festen Ablauf statt. Regelrecht eingesperrt und ohne Zugang zur Außenwelt soll so möglichst unbeeinflusst gewählt werden.

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Das Wort Konklave bezeichnet eben jene geheime Versammlung der Kardinäle zur Wahl eines neuen Papstes. Der Begriff stammt vom lateinischen „cum clave“ („mit Schlüssel“). Doch was genau passiert während einem Konklave und was erwartet die Kardinäle?
Lesen Sie alle News zum Konklave hier: Papst-Wahl im Vatikan – Ein Tag bis zum Konklave
Papst-Wahl: Kardinäle verpflichten sich zur absoluten Geheimhaltung
Wer den Papst wählen darf, ist streng geregelt. Laut Vatikan gilt für die Wahl eigentlich eine Obergrenze von 120 Kardinälen. Wählen dürfen nur diejenigen, die beim Tod des Papstes nicht älter als 80 Jahre alt sind. Das trifft zurzeit auf 135 von insgesamt 252 Kardinälen zu. Trotz Obergrenze hat der Vatikan entschieden, dass sie alle mitwählen dürfen, allerdings haben zwei Kardinäle abgesagt. Außerdem festgelegt: Die Wahl soll am 15. Tag nach dem Tod des Papstes beginnen; spätestens jedoch 20 Tage danach.
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Ist der erste Tag bestimmt, ziehen die in Rom anwesenden wahlberechtigten Kardinäle von der Cappella Paolina im Apostolischen Palast in die Sixtinische Kapelle ein. Der Einzug läuft nach einer Rangfolge ab. Die zuletzt ernannten aus der niedrigsten Klasse der Kardinäle, der Kardinaldiakone, ziehen als erste ein. Der ranghöchste Kardinalbischof unter 80 Jahren ist der 70-jährige Pietro Parolin. Er leitet das Konklave und wechselt als letzter in die Sixtinische Kapelle.

Sind alle Kardinäle eingetroffen, müssen sie unter Eid versprechen, die Wahlvorschriften zu beachten und absolute Geheimhaltung zu wahren. Anschließend ruft der päpstliche Zeremonienmeister „extra omnes“ („alle hinaus“). Alle nicht am Konklave beteiligten Personen müssen daraufhin die Kapelle verlassen.
Konklave: Wahlvorgang findet in der Sixtinischen Kapelle statt
Die Kardinäle kommen abgeschottet von der Außenwelt zusammen. Alle Beteiligten müssen ihre elektronischen Geräte abgeben, Internet, Telefon, Fernsehen, Radio und Zeitungen sind verboten. Dies soll eine geheime und unabhängige Wahl garantieren. Um die Sixtinische Kapelle während des Wahlvorgangs beispielsweise vor Abhörgeräten zu schützen, wird sie vorher technisch gesichert.
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Da die Wahl mehrere Tage oder sogar Wochen in Anspruch nehmen kann, bekommen die wahlberechtigten Kardinäle eigene Zimmer zum Ausruhen zugeteilt. Dafür gibt es das Gästehaus Santa Marta in der Vatikanstadt. Dieses moderne Gästehaus wurde von Papst Johannes Paul II. errichtet. Der Bau konnte 1996 abgeschlossen werden und löste das Gästehaus im Apostolischen Palast ab.
Bekannt ist das Gebäude auch, weil Papst Franziskus nach seiner Wahl 2013 nicht – wie bisher üblich – in den Apostolischen Palast zog, sondern in Santa Marta wohnte. Er verbrachte viel Zeit dort. Während des Konklaves gibt es auch von dort aus keine Möglichkeiten, Kontakt nach außen aufzubauen. Die Wege zwischen dem Gästehaus und der Kapelle sind abgesperrt. Niemandem wird gestattet, das Gelände zu verlassen – bis ein neuer Papst gewählt ist.

Auf fünf Etagen gibt es 106 Apartments und 22 Einzelzimmer, wie es heißt. Wenn nicht gerade eine Papst-Neuwahl stattfinden, bleibt es weiterhin schwer, Zugang zum Gästehaus nahe des Petersdoms zu bekommen. Um dort nächtigen zu dürfen, muss man Gast des Vatikans oder der römischen Kurie sein.
Kardinäle verraten Details: Dieses Menü gab es nach Ratzingers Wahl
Trotz Geheimhaltungspflicht kursieren etliche Geschichten von den Konklaven der Vergangenheit, die nicht zuletzt auch von Intrigen und politischer Einflussnahme gelenkt waren. Nicht immer waren alle Kardinäle vollkommen verschwiegen, obwohl sie sich vorab per Eid dazu verpflichten mussten. Ein Zeitlimit gibt es für das Konklave nicht. Es endet erst, wenn ein neuer Papst gewählt ist. Dafür sind meist mehrere Wahlgänge und letztlich eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig.
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So mussten die Kardinäle im Jahr 1271 der Überlieferung zufolge ihre Entscheidung bei strenger Diät mit Wasser und Brot treffen. Diese Wahl in der Stadt Viterbo ging als längstes Konklave in die Geschichte ein und dauerte von 1268 bis 1271. Um eine schnelle Einigung herbeizuführen, soll man auch das Dach des Palastes, in dem sie eingesperrt worden waren, entfernt haben.
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Doch auch in jüngeren Jahren gab es Kardinäle, die es mit dem abgelegten Eid nicht so genau nahmen. Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zeigte sich im Jahr 2005 gegenüber dem Magazin „Spiegel“ in Plauderlaune. Nachdem Kardinal Joseph Ratzinger zum neuen Papst gewählt worden war, berichtete er etwa von dem bescheidenen Mahl, das es im Anschluss gegeben habe. Bohnensuppe, Aufschnitt, Salat und Obst. Die Nonnen, die die Mahlzeiten zubereiteten, hätten keine Zeit für ein aufwendigeres Menü gehabt, erklärte er. Zur Feier des Tages sei jedoch Eis und Sekt serviert worden.
Aus dem Speiseplan während des laufenden Konklaves macht der Vatikan indes kein Geheimnis: Die Diät wurde von Papst Franziskus persönlich festgelegt. Sie soll die Mägen der Kardinäle nicht überlasten und ihnen gleichzeitig die nötige Energie schenken für die schwere Entscheidung. Das Frühstück ist leicht und besteht aus Kaffee, Tee und Marmelade, wie es aus dem Vatikan heißt. Das Mittagessen besteht aus Nudeln oder Reis, weißem Fleisch oder gebackenem Fisch, Brot und Gemüse. Dieses wird in den Gärten des Vatikans geerntet. Zum Abschluss wird Obst serviert. Zu trinken gibt es Wasser und Wein, aber keine Spirituosen. Am Abend ist das Essen noch leichter. Die Köche berücksichtigen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und gesundheitliche Probleme der älteren Kardinäle, wie beispielsweise Diabetes.









