Die Souvenirläden, Restaurants und Eisdielen der Borgo Pio in Rom sind dieser Tage geradezu überlaufen. In der Straße nahe des Petersplatzes tummeln sich jedoch nicht nur Touristen – hier wohnen viele der namhaften Kardinäle, die sie sich am 7. Mai zum Konklave zusammenfinden, um den neuen Papst zu wählen.

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Die Tage bis dahin nutzen die Würdenträger für Beratungen. Welches Profil, welche Eigenschaften soll der neue Papst haben? Die Namen einiger Favoriten tauchen auf, Bündnisse bilden sich. Neben Besprächen und Gebeten bleibt den Kardinälen jedoch Zeit genug, um Roms „Dolce Vita“ zu genießen. Sie flanieren durch die malerischen Gassen unweit des Vatikans und des Nobelviertels Prati, gönnen sich in ihren Pausen Spagetti, Espresso und Gelato.
Vorm Konklave: Kardinäle genießen die „Dolce Vita“ in Rom
So ist zu lesen, dass Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Vertreter des konservativsten Flügels im Konklave, gern im Restaurant „Tre Pupazzi“ speist. Sein Stammtisch befindet sich im hintersten Raum des Restaurants mit mittelalterlicher Einrichtung, das typisch römische Gericht serviert. „Er ist ein treuer Kunde von mir“, freut sich der Lokalbesitzer gegenüber der römischen Tageszeitung „La Repubblica“.
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Vor allem zur Mittags- und Abendessenszeit suchen die Kardinäle ihre Lieblingslokale auf. Nicht alle von ihnen tragen die rote Soutane, wenn sie ausgehen. Sie wollen so wenig wie möglich auffallen, denn Journalisten aus aller Welt sind auf der Jagd nach ihren Kommentaren zur bevorstehenden Papst-Wahl.

Wenige Schritte hinter der Porta Sant‘Anna, einem Eintrittstor zum Vatikan, befindet sich das Lokal „Passetto di Borgo“. Hier wurde 2005 angeblich beschlossen, dass Kardinal Joseph Ratzinger zum Nachfolger des Polen Johannes Paul II. gewählt werden sollte. Der US-Kardinal Sean Patrick O‘Malley, Ex-Erzbischof von Boston, und andere amerikanische Purpurträger sollen hier gerne speisen. Zwischen Pasta all‘amatriciana und Fisch-Gerichten werden Strategien diskutiert, es bilden sich Seilschaften, die für die Wahl eines „Papabile“, eines Favoriten im Rennen um die Führung des Heiligen Stuhls, entscheidend sein könnten.
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Louis Raphael i Sako, Kardinal von Baghdad, gönnte sich dieser Tage einen Spaziergang nach dem Rosenkranzgebet. Journalisten, die ihn fragten, wie der neue Papst sein soll, antwortete er lakonisch: „Er muss ein Vater und Hirte sein.“ Einen Namen will er zwar nicht nennen, bestätigte jedoch, dass die Gespräche für die Papst-Wahl in vollem Gange sind. „Wir haben sehr klare Ideen, es wird ein kurzes Konklave sein“, versicherte der Kardinal gegenüber Reportern.
Kardinal bedient sich aus Minibar – und wundert sich über fette Rechnung
Viele Papst-Wähler wohnen in der Residenz Santa Marta unweit des Petersdoms. Hier lebte Papst Franziskus während seines Pontifikats. Santa Marta diente schon vor Franziskus‘ Einzug als Gästehaus für kirchliche Besucher und Kardinäle, die dort beim Konklave, also der Papstwahl, unterkamen. Das Gästehaus für Kardinäle, die außerhalb des Vatikans leben, wurde 1884 gegründet, allerdings 1996 komplett umgebaut, um neuen Erfordernissen gerecht zu werden.
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„Das Gästehaus ist wie ein Hotel – und deshalb muss man achten, was man konsumiert“, erzählte der der pensionierte Erzbischof Anselmo Guido Pecorari gegenüber der Tageszeitung „Corriere della Sera“. Einer der Kardinäle habe dort einmal mit einigen Bekannten den gesamten Inhalt der Minibar in seinem Zimmer geleert – in der Annahme, dass alles kostenlos sei. „Ich kann den Namen des Kardinals nicht verraten, weil er ein guter Freund ist. Als Ausländer dachte er, alles sei umsonst“, so der 76-jährige Pecorari weiter. Als später die Rechnung eintrudelte, habe das seinen Amtskollegen „ziemlich getroffen“. Die „Dolce Vita“ in Rom hat eben selbst für Männer der Kirche ihre Kosten.








