Nach dem Tod von Papst Franziskus entscheiden 133 wahlberechtigte Kardinäle im Konklave, wer der neue Papst wird. Der Vorgang folgt festgelegten Regeln – und ist absolut geheim. So sieht das Procedere aus:

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15 bis 20 Tage nach dem Tod des Papstes müssen die Kardinäle, also die ranghöchsten Würdenträger nach dem Papst, zum sogenannten Konklave zusammentreten, um den neuen Papst aus ihren Reihen zu wählen. Das Wort „Konklave“ kommt vom lateinischen Ausdruck „cum clave“ (mit dem Schlüssel). Jeder Kontakt mit der Außenwelt sowie die Benutzung von Aufnahme- und Übermittlungsgeräten, oder von Zeitungen, Radios und Fernsehen sind den Papstwählern untersagt. Wahlort und Stätte der Beratungen ist die Sixtinische Kapelle. Die Kardinäle wohnen im Gästehaus Santa Marta auf dem Gelände des Vatikanstaates, in dem Papst Franziskus während seiner Amtszeit hauste.

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Wo die Kardinäle während dem Konklave wohnen

Dafür wird Santa Marta extra umgestaltet, denn es gibt in der Residenz nicht ausreichend Platz. Das fünfstöckige Gästehaus ist mit 106 Suiten, 22 Einzelzimmern und einem größeren Apartment ausgestattet. Franziskus belegte mit seinen engsten Mitarbeitern fast das ganze zweite Stockwerk des Gästehauses. Er wohnte hier, weil er nach seiner Wahl zum Papst weiter unter Menschen bleiben wollte. Zudem bietet das relativ moderne Haus mehr Annehmlichkeiten als die ehrwürdigen, aber doch eher unpraktischen Räume des Apostolischen Palastes aus dem 16. Jahrhundert.

Seine private Wohnung umfasste aber nur ein Schlaf- und Arbeitszimmer sowie ein Bad. Diese Räumlichkeiten sind seit Franziskus‘ Tod am Ostermontag versiegelt und stehen den Kardinälen nicht zur Verfügung. Daher werden sie nach Angaben des Vatikans auf zwei Gebäude verteilt: das Gästehaus und eine gegenüberliegende Dependance. Viele Kardinäle kennen einander nicht. Das Zusammensein ist darum besonders wichtig, um Beratungen zu führen.

Ausgenommen vom Konklave sind Kardinäle, die das 80. Lebensjahr vollendet haben. Von den aktuell 138 Wahlberechtigten kommen 54 Kardinäle aus Europa, davon 17 aus Italien. Asien stellt 24 Wähler, Mittel-und Südamerika (mit Mexiko) 22, Afrika 18, Nordamerika 16 und Ozeanien 4. Zugelassen zum Konklave sind auch einige Helfer, darunter Ärzte, die, wie die Kardinäle zuvor, absolute Geheimhaltung schwören müssen.

Konklave in der Sixtinischen Kapelle
Konklave im April 2005. Damals wurde der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger zum Papst gewählt. Er nahm den Namen Benedikt XIV. an. © picture alliance / abaca | Vandeville Eric

Papstwahl: Die Kardinäle müssen Stimmzettel abgeben

Die Wahl des Papstes erfolgt per Stimmzettel, die anschließend samt Unterlagen im Kamin der Sixtinischen Kapelle verbrannt werden. Zum Papst gewählt ist, wer zwei Drittel der Wählerstimmen auf sich vereinigt. Frühere Wahlmodi etwa per Akklamation oder durch die Bestimmung von Wahlmännern wurden von Johannes Paul II. in seiner Papstwahlverordnung „Universi Dominici Gregis“ von 1996 abgeschafft.

Nach altem Brauch wird nach einer erfolglosen Wahl, bei der es nicht zu einer zwei-Drittel-Mehrheit gekommen ist, den Stimmzetteln eine Substanz beigefügt, die den Rauch, der über der Sixtinischen Kapelle aufsteigt, schwarz färbt. Nach einer erfolgreichen Wahl bleibt der Rauch weiß, gleichzeitig läuten die Glocken.

Papst Franziskus: Die Stationen seines Lebens in Bildern

Pope Francis Leads General Weekly Audience At The Vatican
Papst Franziskus ist im Alter von 88 Jahren gestorben.© Corbis | Alessandra Benedetti - Corbis
Jorge Mario Bergoglio
Franziskus, mit bürgerlichem Namen Jorge Mario Bergoglio, wurde am 17. Dezember 1936 in Buenos Aires, Argentinien, geboren.© picture alliance / AP Photo | Uncredited
Nach seinem Abschluss als Chemieingenieur entschied sich Bergoglio für den Priesterberuf und trat in die Gesellschaft Jesu ein.
Nach seinem Abschluss als Chemieingenieur entschied sich Bergoglio für den Priesterberuf und trat in die Gesellschaft Jesu ein.© AFP | SERGIO RUBIN
Argentina's Cardinal Jorge Mario Bergoglio
1998 wurde Jorge Mario Bergoglio zum Erzbischof von Buenos Aires ernannt, bevor ihn Papst Johannes Paul II. im Jahr 2001 in den Rang eines Kardinals erhob. Als Oberhaupt der argentinischen Kirche prägte er deren Kurs maßgeblich.© picture alliance / dpa | Ediciones B / Handout
10 Jahre Papst Franziskus
Schon damals zeigte er sich bodenständig und volksnah – auch als begeisterter Anhänger des Fußballclubs San Lorenzo de Almagro. Dieser traditionsreiche Verein aus Buenos Aires zählt Franziskus bis heute zu seinen treuesten Fans. © picture alliance/dpa/EFE/CLUB ATLETICO SAN LORENZO D | Club Atletico San Lorenzo De Alm
Franco Origlia Vatican Archive
Seine Nähe zu den Menschen zeigte sich aber nicht nur im Fußballstadion, sondern vor allem in seinem Wirken als Geistlicher. Am 20. März 2008 feierte er in Buenos Aires in einem der ärmsten Viertel der Stadt die Messe vom letzten Abendmahl und setzte damit ein Zeichen der Demut.© Getty Images | Vatican Pool
Am 13. März 2013 wählte das Konklave Jorge Mario Bergoglio zum Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. Als Papst Franziskus trat er sein Amt mit dem Versprechen an, eine Kirche der Nähe, der Demut und der Barmherzigkeit zu führen.
Am 13. März 2013 wählte das Konklave Jorge Mario Bergoglio zum Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. Als Papst Franziskus trat er sein Amt mit dem Versprechen an, eine Kirche der Nähe, der Demut und der Barmherzigkeit zu führen. © © epd-bild / Cristian Gennari | Cristian Gennari
Papst Franziskus mit Benedikt XVI. in Castel Gandolfo
Am 23. März 2013 traf Papst Franziskus in Castel Gandolfo mit seinem Vorgänger Benedikt XVI. zusammen – die erste Begegnung eines amtierenden mit einem emeritierten Papst seit über 700 Jahren.© picture alliance / AP Photo | Uncredited
Vatican Francis Fun Facts
Am 6. April 2016 wurde Papst Franziskus fotografiert, wie er nach seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom Mate aus einem traditionellen Gefäß trank. Zu diesem Zeitpunkt näherte sich das fünfjährige Jubiläum seines Pontifikats.© picture alliance/AP Photo | Andrew Medichini
Holy Mass And Opening Of The Holy Door Of St. Peter's Basilica
Papst Franziskus prägte sein Pontifikat mit Reformen, interreligiösem Dialog und dem Ruf nach sozialer Gerechtigkeit. Ein starkes Symbol dafür war die Eröffnung des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit am 8. Dezember 2015, als er die Heilige Pforte des Petersdoms öffnete und Gläubige weltweit zur Barmherzigkeit aufrief. Gleichzeitig blieben seine Reformen aber hinter den Erwartungen zurück.© Getty Images | Vatican Pool
Pope Francis Holds His Weekly Audience
Im Juni 2021 empfing Papst Franziskus bei seiner wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan einen besonderen Gast: Mattia Villardita, verkleidet als Spider-Man. Der 28-jährige Italiener besucht in diesem Kostüm kranke Kinder in Krankenhäusern, um ihnen Freude zu bereiten.© Getty Images | Franco Origlia
Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Privataudienz bei Papst Franziskus
Im Oktober 2021 traf Bundeskanzlerin Angela Merkel Papst Franziskus im Vatikan zu einer Privataudienz. Dabei würdigte Merkel das Engagement der Kirche für den Klimaschutz. © picture alliance / AP Photo | Uncredited
Nur wenige Monate nach seinem Treffen mit Angela Merkel lenkte Papst Franziskus erneut die Aufmerksamkeit auf das Schicksal von Migranten und Flüchtlingen. Im Dezember 2021 reiste er auf die griechische Insel Lesbos, um die humanitäre Krise vor Ort anzuprangern und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.
Nur wenige Monate nach seinem Treffen mit Angela Merkel lenkte Papst Franziskus erneut die Aufmerksamkeit auf das Schicksal von Migranten und Flüchtlingen. Im Dezember 2021 reiste er auf die griechische Insel Lesbos, um die humanitäre Krise vor Ort anzuprangern und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.© AFP | ANDREAS SOLARO
APTOPIX Canada Pope
Im Sommer 2022 reiste Papst Franziskus nach Kanada, um die indigene Bevölkerung um Vergebung für das Unrecht zu bitten, das ihnen in kirchlichen Internaten angetan wurde. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Nathan Denette
Pope Francis Presides Over Palm Sunday Mass At The Vatican
Am 2. April 2023 leitete Papst Franziskus die Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz, nur einen Tag nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, wo er wegen einer schweren Atemwegsinfektion behandelt worden war. Sein geschwächter Zustand war offensichtlich, aber er nahm die Strapazen der Liturgie auf sich, um mit den Gläubigen die Karwoche zu feiern.© Getty Images | Vatican Pool
APTOPIX Papua New Guinea Asia Pope
Am 8. September 2024 besuchte Papst Franziskus die abgelegene Stadt Vanimo in Papua-Neuguinea, wo er von tausenden Gläubigen mit einem traditionellen Kopfschmuck aus Paradiesvogelfedern empfangen wurde. In seiner Ansprache rief er dazu auf, Gewalt und Aberglauben zu überwinden und in Harmonie miteinander zu leben.© picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Gregorio Borgia
J.D. Vance und Papst Franziskus
JD Vance, Vizepräsident der USA, war der letzte Politiker, der Franziskus vor dessen Tod traf – nur einen Tag vor dem Tod des Papstes.© Vatican Media/Romano Siciliani/KNA | Vatican Media
Letzter Auftritt vor seinem Tod: Papst Franziskus spricht den Oster-Segen Urbi et Orbi
Ebenfalls am Tag vor seinem Tod trat Franziskus ein letztes Mal öffentlich auf: Am Ostersonntag spendete er Gläubigen den Segen „Urbi et orbi“.© action press | marco iacobucci / ipa-agency.net

Bleibt die Wahl nach drei Tagen – mit je zwei Wahlgängen vormittags und nachmittags – ohne Ergebnis, wird eine eintägige Gebets- und Reflexionspause eingelegt. Wenn 29 Wahlgänge erfolglos waren, können sich die Wähler darauf einigen, dass eine absolute Mehrheit reicht.

Habemus Papam: Der neue Papst spricht dann auf dem Petersplatz seinen Segen

Nach erfolgreicher Wahl wird der Gewählte gefragt, ob er die Wahl annimmt und welchen Namen er sich gibt. Darüber wird vom Päpstlichen Zeremoniar eine Urkunde ausgefertigt. Verkünder des neuen Papstes ist der sogenannte Kardinal-Protodiakon, der dienstälteste Kardinaldiakon. Er teilt den dem Petersplatz wartenden Menschen die Wahl mit den Worten „Habemus Papam“ („Wir haben einen Papst“) und den Namen des neuen Papstes mit, der dann seinen ersten Segen „Urbi et orbi“ spendet.

Der Name Papst war ursprünglich ein Ehrentitel und wurde bis zum siebten Jahrhundert allen Bischöfen gegeben, dann aber immer stärker für den Bischof von Rom reserviert. Als Nachfolger des Apostels Petrus ist der Papst laut dem Katholizismus der Stellvertreter Christi, Leiter der Gesamtkirche und Haupt des Bischofskollegiums.

Diese oberste „Gewalt“ hat der Papst „kraft des Amtes“, sie ist göttlichen Rechts, wird ihm also nicht von menschlichen Gremien, etwa der Gesamtheit der Gläubigen oder durch die Bischöfe, übertragen. Seine Entscheidungen bedürfen keiner Bestätigung, wie es dagegen auch keine Berufung an eine andere Instanz gibt. Gleichzeitig ist der Papst als „Chef“ des Vatikanstaates auch Staatsoberhaupt.

Papstwahl im Vatikan
Weißer Rauch steigt am 13.03.2013 im Vatikan aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle. Weißer Rauch heißt: Ein neuer Papst wurde gewählt.© picture alliance / dpa | Michael Kappeler

Die Bischofskirche des Papstes übrigens nicht der Petersdom, sondern die Lateranbasilika, die Basilika San Giovanni in Latarano. Sie liegt einige Kilometer südöstlich des Vatikans auf der linken Seite des Tiber. Derzeit zählt die katholische Kirche weltweit rund 1,34 Milliarden Gläubige.