Der unscheinbare Schornstein auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle zieht auch heute wieder alle Blicke auf sich. Durch das berühmte Metallrohr wird in den kommenden Tagen Rauch aufsteigen – schwarz, wenn die Wahl eines neuen Papstes gescheitert ist. Weiß, wenn es endlich heißt: „Habemus Papam“ (Wir haben einen Papst). Doch wann genau ist damit zu rechnen, dass der Rauch aufsteigt?

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Ab Donnerstag läuft das Konklave voraussichtlich nach einem festen Rhythmus: Vorgesehen sind zwei Wahlgänge am Vormittag und zwei am Nachmittag. Die Stimmzettel werden immer nach dem zweiten Wahlgang verbrannt. Mit Rauchzeichen ist demnach gegen 12 Uhr mittags und 19 Uhr zu rechnen. Es sei denn, es kommt zu einer Einigung, dann kann der weiße Rauch auch schon nach den ersten Wahlgängen um 10.30 oder 17.30 Uhr aufsteigen

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Am Mittwoch stimmten die wahlberechtigten Kardinäle im Konklave zum ersten Mal über ein neues Kirchenoberhaupt ab. © Michael Kappeler/dpa | Michael Kappeler

Los ging es mit der Papstwahl am 7. Mai mit einer Messe im Petersdom. Später zogen 133 wahlberechtigte Kardinäle in feierlicher Prozession in die Sixtinische Kapelle ein, schworen Verschwiegenheit und schotteten sich für die Dauer der Wahl von der Welt ab. Noch am selben Abend folgte der erste Wahlgang. Schwarzer Rauch stieg dann um kurz nach 21 Uhr empor. Für Experten keine Überraschung: Der erste Durchgang diene demnach meist der Orientierung und nicht der Entscheidung.

Für eine erfolgreiche Papstwahl braucht es eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Wie lange die Wahl dauert, lässt sich schwer vorhersagen. Franziskus, Benedikt XVI. und Johannes Paul I. wurden alle am zweiten Tag gewählt, Johannes Paul II. am dritten. Bis zu 34 Wahlgänge sind angesetzt, unterbrochen durch festgelegte Gebetstage zur Reflexion – etwa am Sonntag, 18. Mai. Sollte bis dahin kein Kandidat gewählt sein, beginnt ab dem 35. Wahlgang eine Stichwahl zwischen den beiden Stimmführern. Auch in dieser letzten Phase bleibt eine Zwei-Drittel-Mehrheit zwingend erforderlich.

Sobald der weiße Rauch aufsteigt, heißt es trotzdem noch: Geduld. Rund eine Stunde später wird Kardinalprotodiakon Dominique Mamberti auf den Balkon des Petersdoms treten und die Wahl verkünden. Danach zeigt sich der neue Pontifex erstmals der Welt und spendet den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis).