Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind sie wieder zum Thema geworden: Zivilschutzbauten, Schutzräume oder einfach Bunker genannt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatten der Bau von Bunkeranlagen vor allem während der Spannungs- und Krisenzeiten des Kalten Krieges Konjunktur. Dafür wurden auch einige der alten Weltkriegsbunker reaktiviert und im Zeichen der neuen Bedrohungsszenarien modernisiert. Einer von ihnen war der Tiefbunker an der Bosestraße in Tempelhof. Alle Infos zu dem Lost Place.

Das sind die Fakten zum Tiefbunker Bosestraße im Überblick:

  • Adresse: Bosestraße 5, 12103 Berlin-Tempelhof
  • Geschichte: Anfang der 1940er-Jahren als Luftschutzbunker errichtet; in der Nachkriegszeit als Schutzbau instand gesetzt und 1980 in das Zivilschutzprogramm Berlins aufgenommen; anschließend Leerstand
  • Bunkertyp: Flachbunker vom Typ 2D mit 18 Kammern; Schutzkapazität für rund 200 Personen
  • Führungen: Keine
  • Denkmalschutz: Nein
  • Status: Lost Place

Wo liegt der Tiefbunker genau?

Der Tiefbunker liegt an der Adresse Bosestraße 5 im Ortsteil Tempelhof des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: F97H+4WH Berlin. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Grundstück am besten mit den Buslinien 184, 246 und N84 (Haltestelle Albrechtstraße/Manteuffelstraße) zu erreichen. Von der Station ist es ein rund fünfminütiger Fußweg entlang der Manteuffel- und Bösestraße bis zu dem Bunkergrundstück. Achtung: Der Bunker kann nicht betreten werden. Es handelt sich um Privatgelände. Auch interessant: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch

Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte des Tiefbunkers Bosestraße:

Ausgangslage: Luftschutz-Sofortprogramm für Berlin im Zweiten Weltkrieg

Werbung für den Reichsluftschutzbund, 1939
Vorbereitung auf den Luftkrieg: Projektarbeit mit Schülern in Berlin-Prenzlauer Berg zum Thema Luftschutz 1939.© picture alliance / SZ Photo | Scherl

Als 1940 Luftangriffe der Alliierten erstmals die Reichshauptstadt trafen, reagierte die NS-Führung hektisch mit einem Bunkerbau-Sofortprogramm: Betonbauten schossen in Berlin aus dem Boden. Unter der Federführung der „Baugruppe Langer“ des Generalbauinspektors – einer von Albert Speer geleiteten Behörde – entstanden Normbunker für die Zivilverteidigung und hunderte Bauten, die militärische Ziele schützen sollten: Militär-, Flak, Nachrichten- und Kommandobunker.

Berlin wurde mit einem Netz von Schutzbauten überzogen – in der Innenstadt, aber auch in den grünen Außenbezirken. Im Südwesten Berlins, im heutigen Bezirk Steglitz-Zehlendorf beispielsweise, wurden Kolosse errichtet wie der Bunker Heckeshorn auf der Wannsee-Insel, Hochbunker wie an der Eiswaldstraße und Sonderanfertigungen wie der als Wohnhaus getarnte Bunker Eiderstedter Weg. Anders als bei Hochbunkern lagen die Schutzräume von Flachbunkern unter der Erde. Einer von ihnen war der Bunker an der Bosestraße in Tempelhof.

Tiefbunker Bosestraße: Schutzbau der „ersten Welle“

Der Bunker gehörte zur „ersten Welle“ der während des Bunker-Sofortprogramms von 1940/1941 in Berlin errichteten Schutzbauten. Insgesamt waren es an die 1000 Anlagen, die gebaut wurden, wovon etwa 500 Flachbunker für einhundert bis dreihundert Personen in dicht besiedelten Wohngebieten entstanden. Die Schlüssel für eine Kammer mit jeweils zwei 3-Stockbetten wurden bevorzugt an kinderreiche Familien aus der Umgebung vergeben. Zusätzlich gab es zumeist Aufenthalts- und Sanitärräume sowie Schleusen, Räume für die Bunkertechnik und für das Luftschutzpersonal beziehungsweise den Bunkerwart.

Während die Sirenen des Luftalarms heulten, liefen Familien mit ihren Kindern zu dem Bunker an der Bosestraße, in dessen schützenden Wänden ihnen – sofern sie einen Berechtigungsschein hatten und sie den Bunker rechtzeitig erreichten – reservierte Schlafräume zur Verfügung standen. Für die älteren Anwohner oder auch zufällig Schutz suchenden Passanten gab es größere Räume mit Holzbänken. Der Einlass wurde durch Luftschutzpersonal geregelt. Wer nach Fliegeralarm die zumeist überfüllten Bunker nicht rechtzeitig erreichte, stand vor verschlossenen Türen. Doch auch im Inneren herrschte häufig beklemmende Todesangst.

So war der Bunker aufgebaut

Gedenkveranstaltung des Vereins Berliner Unterwelten
Die Zellen der Schutzbunker waren mit dreistöckigen Betten ausgestattet: Die Aufnahme entstand am 3. Februar 2025 bei der Gedenkveranstaltung des Vereins Berliner Unterwelten zum Auftakt des Gedenkjahres «80 Jahre Kriegsende» in der Bunker- und Tunnelanlage unter der Dresdener Straße zwischen Berlin-Mitte und Kreuzberg. © picture alliance/dpa | Christoph Soeder

Bei dem Anfang der 1940er-Jahre errichteten Bunker handelte es sich um einen Flachbunker vom Typ 2D mit insgesamt 18 Schutzzellen. Der Bunker war mit seiner Längsseite zur Straßenflucht Bosestraße ausgerichtet. Die Länge des Stahlbetongiganten betrug rund 31 Meter, die Breite etwa 17 Meter, bei einer eingenommenen Grundfläche von gut 520 Quadratmetern. Die Deckenstärke betrug 1,40 Meter; die Wandstärke aus massivem Stahlbeton 1,80 Meter. Mehrere seitliche Zugänge führten über Treppen unter die Erde ins Innere des Schutzbauwerks.

Massive Eisentüren mit Sichtlöchern riegelten im Schleusenbereich die dahinterliegenden Schutzräume hermetisch ab. Vorbei an Sanitärräumen und der Bunkeraufsicht führten im Inneren zwei parallele Gänge mit je sechs Kammern sowie einer Kammerzeile in der Mitte zum hinteren Ausgang. Dort gab es einen größeren Aufenthaltsraum, einen Sanitärraum, einen Heizungsraum, einen großen Sandfilter, Lüftungsgeräte und Schutztüren, die die zweite Schleuse des hinteren Notausgangs sicherten. Es gab Toiletten, einen Wasserzulauf und einen Generator für Elektrizität.

Tiefbunker Bosestraße: Luftarmut und Panik in dem Koloss unter Tage

Die Rettungswege im Bunker wurden mit im Dunkeln leuchtender Farbe gekennzeichnet. So konnte Fluchtwege auch bei einem Totalausfall der Bunkertechnik noch genutzt werden. Außerdem konnte mit Handkurbeln bei Stromausfall eine Notfallsauerstoffversorgung gewährleistet werden. Doch die Anstrengungen waren enorm, um die verbrauchte Luft im Bunker auszutauschen und einen ausreichenden Sauerstoffgehalt aufrechtzuerhalten. Oft war die Luft so dünn und die Situation so beengend, dass Menschen in Panik gerieten.

Bei nahen Bombeneinschlägen bebten die Bunkerwände, von den Decken rieselte Staub, der durch die engen Gänge waberte und die Elektrik und das Licht fielen für Sekunden aus. Vereinzelt kam es in den Bunkern Berlins auch durch bloße Überfüllung, Gedränge und Tumulte zu Todesfällen, ohne dass ein Bombentreffer oder das Kriegsgeschehen außerhalb der Bunkerwände hierfür eine unmittelbare Rolle spielte.

Anlage rettete Anwohner vor Bombensturm

Luftschutzkeller während des Zweiten Weltkrieges in Berlin, 1943
Einwohner Berlins während eines Luftangriffes in einem öffentlichen Luftschutzbunker im November 1943.© picture alliance / SZ Photo | Scherl

Als sich in den letzten Kriegsjahren die Bombenangriffe auf Berlin verstärkten, wurden bomben-, trümmer- und splittersichere Luftschutzbauten als Zuflucht für die Bevölkerung immer wichtiger. Sirenen, gepackte Koffer und Nächte in dichtgedrängten Schutzbunkern gehörten zum Alltag in der Reichshauptstadt. Der Bunker an der Bosestraße erhielt während des Bombensturms des Zweiten Weltkriegs zwar keinen direkten Treffer – er rettete aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Anwohnern das Leben, die sich während der ab 1943 verstärkten Bombardements in die betonbewehrten Räume des unterirdischen Stahlbetongiganten flüchten konnten.

Besonders verheerend war für Tempelhof der Angriff in der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember 1943. 20 Minuten lang dauerte das Inferno aus der Luft. Ein Hagel aus Sprengbomben, Luftminen und Brandbomben ging über Tempelhof und Neukölln nieder. Aus 712 eingesetzten britischen Flugzeugen fielen mehr als 2200 Tonnen Bomben auf den Süden der Stadt und richteten verheerende Wirkung an. Am folgenden Morgen lagen ganze Häuserzeilen in Schutt und Asche. Nur wenige Wochen später war Tempelhof im März 1944 erneut Ziel eines Großangriffs britischer Bomberstaffeln.

Tiefbunker Bosestraße: Befreiung durch Rotarmisten im April 1945

Schukow,Montgomery bei Siegesparade
Marschall Schukow (Mitte), Befehlshaber der sowjetischen Besatzungstruppen in Berlin in Begleitung von Generalfeldmarschall Bernard Montgomery (2. v. r.), Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Deutschland. Foto: 20. Mai 1945.© picture-alliance / akg-images | akg-images

Im Frühjahr 1945 erreichten Verbände der Roten Armee Berlin und lieferten sich ein Wettrennen um die Einnahme der Stadt. Vom Norden und Südosten rückten Verbände der 1. Weißrussischen Front unter Marschall Georgi Schukow (1896–1974) in Richtung Innenstadt vor. Einer der erfahrensten Generäle in Shukows Verband war General Tschuikow, Befehlshaber der 8. Gardearmee, der den Stoßkeil über Buckow und Britz im Berliner Süden kommandierte; mit dem Ziel, rasch den Flugplatz Tempelhof zu erreichen.

Trotz des Versuchs von versprengten Wehrmachtssoldaten und NS-Funktionären – im Volksmund wegen ihrer goldbraunen Uniform „Goldfasane“ genannt – Zivilbunker in das Kampfgeschehen miteinzubeziehen und Waffen an die Bunkerinsassen zu verteilen, verlief die Übergabe der Berliner Schutzbunker in der Regel friedlich und ohne Widerstand. Ende April sicherten Tschuikows Verbände den Flugplatz Tempelhof und rücken von dort aus weiter in die Innenstadt vor. Kurz zuvor hatten sie den Tiefbunker an der Bosestraße erreicht. Angehörige der Roten Armee befreiten die Anwohner, die sich in den letzten Kriegstagen in den Bunker geflüchtet hatten.

Tiefbunker Bosestraße: Sprengung von Berlins Bunkern nach dem Krieg

Nach Kriegsende wurden bis 1948 mehr als die Hälfte der Bunker Berlins im Rahmen der Entmilitarisierung durch die Alliierten abgebaut oder gesprengt. Die Zivilbevölkerung reagierte mit Unverständnis: Schließlich gehörten die Bunker in manchen Stadtteilen zu den wenigen noch intakten kommunalen Bauwerken. In den ersten Nachkriegsmonaten fanden in ihnen ausgebombte Familien, Kriegsheimkehrer, Flüchtlinge und Kälteopfer einen Unterschlupf. Für die Beseitigung der Stahlbetongiganten waren Tonnen an Sprengstoff nötig.

Berlin, Mauerstraße / Bunkersprengung 1947
Die Alliierten befahlen die Sprengung der Berliner Bunker, was nicht bei allen gelang Sprengung des Bunkers der Gauleitung der NSDAP in der Mauerstraße (Berlin-Mitte) 1947.© picture alliance / akg-images | akg-images

Überall in der Stadt detonierten Sprengladungen – doch viele der Betonkolosse hielten den Abrissmaßnahmen stand; manche wurden kurzerhand zugeschüttet oder erhielten eine zivile Funktion als Notunterkunft oder als Lager für Lebensmitteln, Hausrat oder von Mitteln des täglichen Bedarfs. Der Bunker an der Bosestraße wurde nicht gesprengt. Er erhielt in den 1960er-Jahren eine neue Aufgabe, als die Spannungen im Kalten Krieg auf einen neuen Höhepunkt zusteuerten und beidseits der Mauer alte Kriegsbunker unter neuen Vorzeichen reaktiviert wurden.

Tiefbunker Bosestraße: Angst vor Atomkrieg – Westberlin reaktiviert Bunker

Ab Mitte der 1960er-Jahre erfolgte angesichts der Spannungen im Kalten Krieg ein Strategiewechsel im Umgang mit Zivilschutzanlagen. Einige der alten Kriegsrelikte wurden als Zivilschutzbunker modernisiert und weitere Bunker als Mehrzweckanlagen errichtet. Die klassischen Luftschutzbunker wurden durch Atomschutzbunker ergänzt, die größeren Druckkräften und der Verseuchung und Verstrahlung von Gebieten standhalten sollten.

1966 wurden 178 erhaltene Luftschutzanlagen in Westberlin erfasst, von denen rund 40 für das Programm zur Wiederherrichtung angemeldet wurden. Der Tempelhofer Bunker am Bosepark war einer von ihnen und er war einer der zwölf Schutzanlagen, die bis Ende der 1980er-Jahre auch wirklich fertig gestellt wurden und in das Zivilschutzprogramm Berlins aufgenommen werden konnten.

1985 wurde der Bunker Bosestraße nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahem in Betrieb genommen. Nominell bot er Schutz für 200 Personen – 200 Westberliner, die im Kriegs- oder Krisenfall für einige Stunden in dem Stahlbetonsarkophag Sicherheit finden sollten. In ganz Berlin standen bis Ende der 1980er-Jahre Schutzplätze für etwa ein Prozent der Bevölkerung zur Verfügung. Auf dem Dach des Bunkers fand noch ein Tenniscourt Platz, der die Sportanlagen des Tempelhofer Tennis Club im Bosepark ergänzte. Während sich der Sandplatz auf dem Bunker regen Betriebs erfreute, verblieben die labyrinthischen Gänge darunter bis zum Mauerfall – zum Glück – in jungfräulichem Zustand.

Tiefbunker Bosestraße: So wurde die Anlage im Kalten Krieg modernisiert

Der Bunker an der Bosestraße war saniert worden, erhielt einen neuen Anstrich und erfuhr kleinere Umbauten im Inneren: Neue Filteranlagen und modernisierte Bunkertechnik, Ausstattung für Notbehandlungen und Erste Hilfe sowie neue Sanitäranlagen. Um den Bunker im Ernstfall möglichst schnell aktivieren zu können, waren Technik und Ausstattung mit Schutzfolien verkleidet. Der Bunker war mit kombinierten Schutzlüfter, Sandfilter und Trockenaborten ausgestattet. Die einzige Möblierung waren ein Schreibtisch im Aufsichtsraum und eine Krankenliege im Notbehandlungsraum.

DDR-Zivilschutz/Massenvernichtungswaffen - -
Informationen zu Zivilschutzmaßnahmen in der DDR nach dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen, 1975. Anfang der 1960er-Jahre ging der Kalte Krieg in eine seine heißeren Phasen über. Auf beiden Seiten der Mauer bereitete man sich auf eine Eskalation vor. Im Westen Berlins wurden seitdem alte Weltkriegsbunker reaktiviert.© picture alliance / akg-images | akg-images

Die Belüftung erfolgte über spezielle Filteranlagen, die kontaminierte Außenluft reinigen und einen Überdruck im Bunker erzeugen, um das Eindringen von Giftgas zu verhindern. Mit Drucktüren und Druckklappen wurden der Innenbereich gegen Druckwellen von Explosionen geschützt und konnte – hinter dem Schleusenbereich – zeitweilig hermetisch abgeriegelt werden. Oberirdisch war der Bunker an der Straßenflucht und an den Zugangstreppen mit Zivilschutzzeichen gekennzeichnet: einem blauen Dreieck auf orangefarbenem Grund.

In den 2000er-Jahren aus der Zivilschutzbindung entlassen

Glücklicherweise wurde die Schutzfähigkeit der Westberliner Bunker trotz Kubakrise, Mauerbau und dem Poker um die Stationierung von Mittel- und Langstreckenraketen nie ernsthaft auf die Probe gestellt und nach der Wende und dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 1990er-Jahre wandelte sich der Umgang im wiedervereinigten Deutschland mit Atom- und Schutzbunkern – dem betonschweren Erbe des Kalten Krieges – erneut.

Gegen Gefährdungen wie Klimawandel, Naturkatastrophen und Terrorismus würden öffentliche Schutzräume keinen hinreichenden Schutz bieten, lautete damals die Einschätzung der Bundesregierung. Im Jahr 2007 beschloss der Bund im Einvernehmen mit den Ländern, das bisherige Konzept aufzugeben. Die bestehenden rund 2000 öffentlichen Schutzanlagen in Deutschland wurden seitdem nach und nach abgewickelt.

Erst in jüngster Zeit wurde mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine der Bevölkerungsschutz mittels Bunkeranlagen erneut zum politischen Thema in Deutschland. Die Frage, ob stillgelegte Bunker wieder reaktiviert werden sollen, wird seitdem in den Kommunen und im Bund diskutiert. Der Tiefbunker an der Bosestraße gehörte zu den letzten Schutzbunkern in Berlin, die laut der Senatsverwaltung im Katastrophenfall für den Bevölkerungsschutz hätten eingesetzt werden können.

Tiefbunker Bosestraße: Werden Berlins Bunkeranlagen reaktiviert?

Seit seiner Entlassung aus der Zivilschutzbindung dämmert der ehemalige Weltkriegsbunker in einem fortwährenden Dornröschenschlaf vor sich hin. Wenige Meter weiter oben werden weiterhin Sandplatzduelle ausgetragen auf dem verwaisten Kriegsrelikt, das einst Berlinern in Bombennächten Schutz bot, doch die unterirdische Anlage darunter bleibt ein menschenverlassener Lost Place mitten in Berlin.

Mit den Jahren verkam der aufgegebene Ex-Zivilschutzbunker, der sich in den 2010er-Jahren noch im Besitz des Bezirksamtes befand, zu einem verwaisten Geisterbauwerk. Immerhin: Vandalismus und Verschmutzung wie es an vergleichbaren Lost Places in Berlin Gang und Gäbe ist, steht an der unterirdischen Anlage nicht zu befürchten. Doch ein Nachnutzungskonzept scheint sich für das verwunschene Gebäude unter Tage nicht finden zu lassen. So fristet der Bunker wohl auch weiterhin ein Schattendasein direkt unter der Anlage des Tennis-Sportclubs – es sei denn, er wird angesichts aktueller Bedrohungsszenarien doch noch einmal reaktiviert.