Viele Anwohner dürften sich beim Anblick des Wohnhauses Pasewalker Straße 67 noch an das Kino erinnern, das es hier einst gab. Nach dem Krieg hatte das Filmlichttheater aus den 20er-Jahren 1946 wieder seine Pforten geöffnet. Generationen von Berlinern hatten auf der Leinwand des „Filmpalasts Buchholz“ DEFA-Klassiker wie „Der kleine Muck“ gesehen, Filmpremieren erlebt und sich über den Inhalt aktueller Filmvorstellungen ausgetauscht. Dann schloss das Traditionskino in den 1970er-Jahren seine Pforten – jahrelang stand es leer. Nur der Name der angrenzenden HO-Gaststätte „Kinoklause“ erinnerte noch an die Glanzzeiten des Kinos, das in Buchholz langsam zu einer Ruine verfiel. Alle Infos zu dem ehemaligen Lost Place.

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Das sind die Fakten zum Filmpalast Buchholz im Überblick:

  • Adresse: Pasewalker Straße 67, 13127 Berlin-Französisch Buchholz
  • Geschichte: 1926 als Stummfilmkino im ehemaligen Tanzsaal der Gaststätte Rosenthaler / Ecke Pasewalker Straße eröffnet; in den 1930er-Jahren zum Tonfilmkino „Filmpalast Buchholz“ mit 376 Sitzplätzen ausgebaut; nach dem Krieg 1946 wiedereröffnet; in den 1960er-Jahren vom „VEB Berliner Filmtheater“ übernommen; im März 1972 stillgelegt; danach Leerstand
  • Führungen: Keine
  • Denkmalschutz: Nein
  • Status: Ehemaliger Lost Place. Das alte Kinogebäude wurde 2008 abgerissen und 2010 durch ein viergeschossiges Wohngebäude ersetzt.

Wo lag der Filmpalast Buchholz genau?

Der Filmpalast Buchholz lag an der Adresse Pasewalker Straße 67 im Ortsteil Französisch-Buchholz des Bezirks Pankow. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: HCWJ+FR2 Berlin. Das Grundstück kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten mit den Buslinien 50, 154 und N50 (Haltestelle Rosenthalter Straße) erreicht werden. Von der Bushaltestation ist das Gebäude an der Ecke Rosenthaler Straße zur Pasewalker Straße bereits zu sehen. Achtung: Es handelt sich um Privatbesitz. Unbefugten ist das Betreten nicht erlaubt.

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Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte des Filmpalastes Buchholz:

Ausgangslage: Großes Kino in Buchholz seit 1926

In den 1920er-Jahren war Berlin eine Stadt von filmbesessenen Kinogängern: Meisterwerke wie Fritz Langs „Metropolis“ (1927) fanden ein Millionenpublikum.
In den 1920er-Jahren war Berlin eine Stadt von filmbesessenen Kinogängern: Meisterwerke wie Fritz Langs „Metropolis“ (1927) fanden ein Millionenpublikum.© Picture-Alliance / Photoshot | Bandphoto

Anfang des 20. Jahrhunderts setzte die deutsche Filmindustrie zu einem glamourösen Höhenflug an. Klassiker wie „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (1920), Metropolis (1927) und Fritz Langs „M – eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931) lockten scharenweise Publikum ins Kino. Das Zentrum der Filmbegeisterung: Berlin. Nirgendwo sonst in Europa gab es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine ähnliche Dichte an Filmtheatern. Vom nördlichen Stadtrand bis zum Süden der Metropole wurde Berlin von einem Netz von Lichtspielhäusern überzogen.

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Varietés bauten ihre Vorführsäle um; große Traditionshäuser entstanden wie das Marmorhaus am Kurfürstendamm und kleine Kinostätten, bei denen Enthusiasten der Kinematographie ihr Erspartes mobilisierten, um in Hinterhöfen und Wohnhäusern improvisierte Lichtspielhäuser einzurichten. Allein in Berlin gab es 1928 378 registrierte Filmtheater. Längst hatte die Kinobegeisterung auch auf die Vororte der Metropole übergegriffen.

Im ländlichen Buchholz, hoch im Norden der Stadt, das als idyllisches Ausflugsziel lange Zeit vor allem für seine ruralen Landschaften und hugenottischen Bauerngehöfte bekannt war, hatte es bereits seit 1920 eine kleine Lichtbildbühne gegeben. Zwei Mal in der Woche kamen die Buchholzer im Gesellschaftshaus Buchholz an der Berliner Straße in den Genuss von Stummfilmabenden – bis 1926 ein neuer Konkurrent auf den Plan trat: Der Filmpalast Buchholz eröffnete nur 350 Meter entfernt und besiegelte das Ende für das ältere Saalkino.

Filmpalast Buchholz: Ehemaliger Tanzsaal wurde umgebaut

Die Geschichte des Hauses begann mit einer Anzeige im „Kinematographen“ – der unbestrittenen Autorität unter den Fachzeitschriften dieser Jahre und ein Muss für deutsche Filmverleiher, Kinobetreiber und Produzenten. In der Ausgabe vom 14. Februar 1926 hatte der Gastwirt F. Schendike eine Annonce platziert: „Großer Saal für Kino zu vermieten oder Beteiligung. Buchholz, Pasewalker Straße 67“ – offenbar mit vollem Erfolg. Noch im selben Jahr konnte das Kino eröffnen. Als erster Inhaber des Filmpalastes Buchholz wird in den Kinoadressbüchern Eugen Scheuer genannt.

Der Tanzsaal der Gaststätte, der sich in einem eigenen, an das Restaurant angrenzenden Gebäude befand, wurde mit allem Notwendigen ausgestattet: der Saal mit hölzernen Kinoreihen bestuhlt, die Wände abgehangen, Leinwand und Projektoren angeschafft. Noch war die Ausstattung des Kinos spartanisch, dennoch war die Neueröffnung beliebt: Besucher strömten in die regelmäßigen Stummfilm-Vorstellungen des Ladenkinos in Buchholz, das anfänglich 250 Sitzplätze im Zuschauersaal bot.

Filmpalast Buchholz: So war das Kino ausgestattet

Die Umwidmung von Veranstaltungssälen in Kinos war zu diesem Zeitpunkt keine Seltenheit. Berlin hatte bereits mehrere Kinowellen erlebt: Die Zeit der „Floh-„ oder „Handtuchkinos“ um die Jahrhundertwende, die Ära der ersten großen Lichtspielpaläste mit opulent ausgestatteten Kinos in der Innenstadt – wie dem Admiralspalast an der Friedrichstraße – und die Zeit der vielen Neugründungen, als nach dem Ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik die Sehnsucht nach Eskapismus die Menschen in die Filmtheater trieb.

Im Filmpalast Buchholz gab es ab 1926 an drei Abenden in der Woche Kinoprogramm. Zur Vorführung kamen Stummfilm-Klassiker, Experimentalfilme und Kassenschlager der Ära – wie damals üblich – begleitet von einem Organisten, der für die musikalische Untermalung sorgte. Bei dem Kinogebäude handelte es sich um ein eingeschossiges Gebäude mit Satteldach und rechteckigem Grundriss mit einer Länge von rund 30 Metern und einer Breite von etwa 12 Metern. Der Kinosaal lag längs der Rosenthaler Straße ausgerichtet; Ticketschalter und Foyer des Kinos befanden sich in dem angrenzenden Eckgebäude an der Pasewalker Straße, in der sich auch die Gastwirtschaft befand.

Filmpalast Buchholz: Moderne Tonfilme seit den 1930er-Jahren

Außenansicht Tonstudio,Johannisthal/1930 - Sound film studios / Germany / 1930 -
Die Tonrevolution im Kino war nicht aufzuhalten: Außenansicht der Tonfilmstudios in Johannisthal bei Berlin. Luftaufnahme, um 1930.© picture alliance / akg-images | akg-images

Ende der 1920er-Jahre übernahm der Gastwirt Otto Siebauer sowohl die Gaststätte als auch das Kino an der Pasewalker Straße. In den Folgejahren ließ Siebauer das Filmtheater schrittweise modernisieren. Es erhielt eine Tonausstattung zur automatischen Wiedergabe von melodischen Klangaufzeichnungen und 1934 schließlich eine vollständige Umrüstung, um die Vorführung von Tonfilmen zu ermöglichen: eine gute Entscheidung – noch war die Revolution vom Stumm- zum Tonfilm in Deutschland in vollem Gange und nicht alle Berliner Kinos hatten die Zeichen der Zeit erkannt.

Doch in den 1930er-Jahren schlug die Zuschauergunst endgültig in Richtung vertonter Kinofilme um: Klassiker wie „Die drei von der Tankstelle“ mit Lilian Harvey, Willy Fritsch und Heinz Rühmann und „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich und Emil Jannings und „Die Dreigroschenoper“ von Georg Wilhelm Papst begeisterten das Publikum und verdrängten Stummfilmproduktionen an der Kinokasse auf die hinteren Plätze. In Buchholz ging die Einführung des Tonfilms mit einem Ausbau des Filmtheaters an der Pasewalker Straße einher: Der Kinosaal wurde Mitte der 1930er-Jahre ausgebaut und erreichte jetzt eine Platzkapazität von 376 Sitzen; Filmvorführungen gab es nun täglich und das Kino erhielt seinen Namen „Filmpalast Buchholz“.

Filmpalast Buchholz: Filmprogramm in Zeiten des Kriegs und der NS-Diktatur

Quax der Bruchpilot
Gute Zeiten fürs Kino: Millionen Deutsche wollten im Winter 1941/1942 Heinz Rühmann in „Quax, der Bruchpilot“ sehen.  Der Spielfilm bekam von der Filmprüfstelle des Dritten Reichs das Prädikat „künstlerisch wertvoll“ und spielte an den Kinokassen 5 Millionen Reichsmark ein.© picture alliance/United Archives | IFTN

Mit der Machübergabe an die Nationalsozialisten hatte sich in den 1930er-Jahren unter Propagandaminister Joseph Goebbels das Programm der Berliner Kinos gewandelt. Seit 1934 war den Kinobesitzern verbindlich vorgeschrieben, im Vorprogramm wenigstens einen sogenannten Kulturfilm und die Wochenschau zu zeigen. Wobei es sich bei den „Kulturfilmen“ um Propagandastreifen handelte, die Themen wie die NS-Rassenlehre aufgriffen. Die Wochenschauen waren dem eigentlichen Programm vorangestellt und zeigten dem Berliner Publikum mit Kriegsbeginn geschönte Berichte zur Front – bis diese kurz vor der Reichshauptstadt verlief.

Das Angebot reichte von politisch-propagandistischen und antisemitischen Machwerken bis zu leicht unterhaltenden Streifen und NS-Kassenschlagern. Das filmbegeisterte Publikum feierte auf der Leinwand die großen Stars der 1930er- und 1940er-Jahre – eine willkommene Ablenkung vom Kriegsalltag ab 1939: Zarah Leander, Lil Dagover, Ilse Werner, Heinz Rührmann und den NS-Vorzeigeschauspieler Emil Jannings. Produktionen wie „Der Herrscher“ (1937), „Quax, der Bruchpilot“ (1941) und „Die große Liebe“ (1942) fanden ein Millionenpublikum.

Filmpalast Buchholz: Wiedereröffnung des unbeschädigten Kinos nach 1945

Am 22. November 1943 traf der erste größere Bombenangriff Buchholz. Lauben brannten ab, Wohnhäuser wurden zerstört und die Oberleitung der Straßenbahn getroffen. Es folgten bis zum Kriegsende weitere Fliegerangriffe, die bis 1945 mindestens 23 Todesopfer in Französisch-Buchholz forderten. Der Filmpalast Buchholz setzte sein Filmprogramm bis in die letzten Kriegsmonate fort. Die Gebäude, in denen sich das Kino und die Gastwirtschaft befanden, wurden im Krieg nicht beschädigt – auch nicht, als Buchholz für einen kurzen Moment während der Schlacht um Berlin im April 1945 zum umkämpften Gebiet wurde.

Am 21. April 1945 war die Rote Armee nachmittags aus Schönerlinde und Buch kommend in Buchholz eingerückt. Die sowjetische Militäradministration bezog ihre Dienststelle in der „Roten Schule“ an der Berliner Straße 19. Wenige Wochen später endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht der Zweite Weltkrieg in Europa. Als Stadtteil von Pankow gehörte Buchholz jetzt zur sowjetischen Besatzungszone des geteilten Berlins und später, nach der Gründung der DDR 1949, zur ostdeutschen Hauptstadt. Das Leben normalisierte sich, der Kinopalast Buchholz wurde wiedereröffnet und ab der Ballsaison 1946 auch wieder alle anderen Vergnügungsstätten.

Filmpalast Buchholz: Volle Zuschauerränge dank kleinem Muck und Co.

DDR-Blockbuster: Kein anderer DEFA-Film lockte so viele Zuschauer in Ostdeutschland in die Kinos wie „Die Geschichte vom kleinen Muck“ aus dem Jahr 1953 mit Kinderdarsteller Thomas Schmidt.
DDR-Blockbuster: Kein anderer DEFA-Film lockte so viele Zuschauer in Ostdeutschland in die Kinos wie „Die Geschichte vom kleinen Muck“ aus dem Jahr 1953 mit Kinderdarsteller Thomas Schmidt.© rbb/Progress Film-Verleih | Unbekannt

Gespielt wurde ein Programm aus dem Fundus des DEFA-Filmverleihs, der 1950 in den Progress Film-Vertrieb und 1955 in den Progress Film-Verleih überging: Kinder-, Spiel- und Dokumentarfilme. Auf den Leinwänden flimmerten heimische Produktionen und ausländische Filme, bevorzugt aus sozialistischen Freundesstaaten, aber auch Filme aus Frankreich, Westdeutschland und den USA, soweit sie eingekauft wurden und die DDR-Zensur freigab.

So wurde etwa 1954 im Filmpalast Buchholz unter anderem die schwedische Romanze „Es geschah aus heißer Jugendliebe“ (1952), das italienische Melodram „Vulcano“ (1949) und die russische Gesellschaftskomödie „Der Revisor“ (1952) von Wladimir Petrow gezeigt. Fehlen durfte natürlich auch nicht Wolfgang Staudtes Märchenverfilmung „Die Geschichte vom kleinen Muck“, die seit ihrer pompösen Uraufführung im Dezember 1953 im Filmtheater Babylon in Berlin-Mitte ihren Siegeszug durch die ostdeutschen Kinos antrat. Der Kinderfilm wurde zum erfolgreichsten DEFA-Film in Ostdeutschland aller Zeiten. Er lockte knapp 13 Millionen Zuschauer in die DDR-Kinos. Statistisch betrachtet, sah ihn jeder zweite DDR-Bürger auf der großen Leinwand.

Filmpalast Buchholz: Verstaatlichung des Kinos Anfang der 1960er-Jahre

Seit seiner Wiedereröffnung wurde der Kinosaal in Buchholz nicht nur für tägliche Filmvorführungen, sondern auch für andere Kulturveranstaltungen genutzt: Politabende, Schulungen und Jugendweihen fanden im Filmpalast Buchholz statt. Im Juni 1948 gab die Tanzbühne „Kayser-Corsy“ ein Gastspiel. Die ehemaligen NS-Frontbühnenstars Lysa und Carlo Kayser-Corsy, die auch schon vor Personal des KZ Majdanek getanzt hatten, traten in Buchholz mit ihrer Revue „Kinder, wie die Zeit vergeht!“ auf.

Der Filmpalast Buchholz verblieb in den Nachkriegsjahren zunächst in Privathand. Inhaber blieb bis Anfang der 1960er-Jahre der in Buchholz lebende Kinodirektor Tadeusz Kowalewski. 1961 wurde das Kino vom „VEB Berliner Filmtheater“ übernommen, der in Ostberlin die Verwaltung, Umsetzung und Programmgestaltung der Lichtspieltheater übernahm, bis diese in den 1970er-Jahren in die Verantwortung der Bezirksfilmdirektion (BFD) Berlin überging.

Der BFD oblag die Aufsicht über die Filmtheater Berlins, wobei sie nach Vorgaben des Ministeriums für Kultur der DDR handelte. In den 1960er-Jahren war auch der an das Kino angrenzende Gasthof verstaatlicht worden. Als Gaststätte der Handelsorganisation (HO), in der man sich vor oder nach dem Kinobesuch stärken konnte, erhielt sie 1963 den sinnfälligen Namen „Kinoklause“.

Filmpalast Buchholz: 1972 wurde das Filmtheater zum Geisterkino

Generationen von Jugendlichen, Enthusiasten und Filmliebhaber im Norden Berlins erlebten in Filmplast Buchholz ihre ersten Kinofilmabende, besuchten Premieren und Klassiker, diskutierten über aktuelle Produktionen und ließen sich von ostdeutschen und internationalen Stars auf der Leinwand verzaubern. Doch Sanierungen sah das Haus selten und auch die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Kinotechnik wurde zuletzt ein drängendes Problem. Angesichts von Baufälligkeit des Gebäudes und rückläufigen Besucherzahlen wurde der Filmpalast Buchholz im März 1972 stillgelegt.

Seitdem stand das Gebäude leer. Die letzten Besucher hatten den Kinosaal verlassen, die Lautsprecher waren verstummt, die Projektoren erloschen. Fast vier Jahrzehnte lang fiel das alte Kinogebäude in Buchholz in einen ruinösen Dornröschenschlaf. Auf die verbliebene Einrichtung, die Bestuhlung und Kinotechnik, die mit den Jahren musealen Charakter annahm, legten sich Lagen von Staub. Wie in einer Zeitkapsel konservierte das Innere des Kinosaals den Moment, als das Lichtspieltheater in den 70ern seine Pforten schloss.

Nur noch im Namen der angrenzenden HO-Gaststätte bewahrte sich eine Reminiszenz an glanzvollere Zeiten und frühere Kinoabende im Filmpalast Buchholz. Das Äußere des Kinos verfiel im Laufe der Jahrzehnte zu einer mit Graffiti überzogenen Ruine; an der Fassade bröckelte der Putz – eine rettende Idee fand sich bis zur Wende und auch danach nicht mehr für das alte Filmtheater, das einst eines der beliebtesten Treffpunkte im Kiez gewesen war.

Filmpalast Buchholz: Abriss nach fast vier Jahrzehnten als Lost Place

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde die HO-Gaststätte an der Pasewalker Straße geschlossen – doch es dauerte noch 18 Jahre, bis sich auf dem ehemaligen Kinogrundstück wieder etwas tat. 2008 näherte sich schweres Gerät dem maroden Geisterkino und beendete den Jahrzehnte währenden Dornröschenschlaf des alten Kinopalasts. In kurzer Zeit war das Gebäude in Trümmer gelegt, der Bauschutt geräumt und das Gelände für künftige Neubauprojekte planiert. 2010 begannen die Bauarbeiten. Auf dem Grundstück entstanden zwei zweigeschossige Wohngebäude. Heute erinnert vor Ort nichts mehr an den Filmpalast Buchholz, der seit den 1920er-Jahren das cineastische Herz des Ortsteils gebildet hatte.