Werbefreie Zone mit stabilen Preisen, solange der Vorrat reichte – und später Brachland. Auf dem Areal, das durch einen legendären Kinofilm berühmt geworden war, befand sich knapp 40 Jahre lang eine Kaufhalle, beziehungsweise ein Discounter. Doch dann interessierte sich kaum noch jemand für die alte DDR-Halle, die in einem Friedrichshainer Neubaugebiet der 70er-Jahre vor sich hindämmerte, seit sich der Nachnutzer – eine westdeutsche Lebensmittelkette – in den 2010er-Jahren aus der Bewirtschaftung zurückgezogen hatte. Die Konsumhalle auf dem „Paula“-Grundstück, die Jahrzehnte lang dabei geholfen hatte, die Versorgung der Nachbarschaft mit Lebensmitteln zu decken, verfiel zu einer modernen Ruine. Alle Infos zu dem ehemaligen Lost Place.

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Das sind die Fakten zur Kaufhalle Rüdersdorfer Straße im Überblick:

  • Adresse: Rüdersdorfer Straße 6, 10243 Berlin-Friedrichshain
  • Geschichte: 1976 als HO-Kaufhalle im Friedrichshainer Neubaugebiet am Franz-Mehring-Platz eröffnet; das Kaufhallengebäude erfuhr nach der Wende eine Nachnutzung durch eine westdeutsche Supermarktkette; 2015 schloss die Kaufhalle; danach Leerstand und Verfall
  • Führungen: Keine
  • Denkmalschutz: Nein
  • Status: Ehemaliger Lost Place. 2021 wurde die Kaufhalle zugunsten des Neubauprojekts „The Franz“ abgerissen

Wo lag die DDR-Kaufhalle genau?

Die DDR-Kaufhalle lag an der Adresse Rüdersdorfer Straße 6 im Ortsteil Friedrichshain des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: GC7Q+P5 Berlin. Das Grundstück kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten mit den Buslinien 240, 347 und N40 (Haltestelle Franz-Mehring-Platz) erreicht werden. Von der Bushaltestation benötigt man zu Fuß rund drei Minuten entlang der Singerstraße und des Franz-Mehring-Platzes bis zu dem Grundstück. Achtung: Es handelt sich um Privatbesitz. Von der Kaufhalle haben sich vor Ort keine Spuren erhalten.

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Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der Kaufhalle Rüdersdorfer Straße:

Ausgangslage: Propagandaschlacht am deutsch-deutschen Tiefkühlregal

Der Alltag einer Familie eines Arbeiters mit drei Kindern am 18. 4...
Der Systemstreit wurde auch an den Supermarktregalen ausgetragen: Kunden beim Einkauf in einem Supermarkt in Gelsenkirchen. Fotografie 1972.© picture alliance / imageBROKER | Klaus Rose

Während viele Westdeutsche in der Wirtschaftswunderzeit Anfang der 1950er-Jahre beim Einkauf bereits wieder die Qual der Wahl zwischen den Produkten hatten, mussten sich ihre ostdeutschen Verwandten in einer Mangelwirtschaft zurechtfinden. Hinter dem Eisernen Vorhang beobachtete die DDR-Führung die Entwicklung an westdeutschen Fleisch- und Käsetheken aufmerksam. Bereits mit dem Beginn des Kalten Krieges war die Versorgungslage der Bevölkerung als eines der Propagandaschlachtfelder der Blockkonfrontation erkannt worden. Jetzt begann der selbsterklärte Arbeiter- und Bauernstaat mit der Aufholjagd an der Kühltruhe.

In der DDR waren es vor allem zwei Einzelhandelsorganisationen, die das Land von Ostberlin bis Thüringen mit Filialen überzogen: Die 1948 gegründete Handelsorganisation (HO) und das bereits in der Kaiserzeit gegründete, genossenschaftlich organisierte Konsum. Vereint im Mangel lieferten sich die beiden Handelsketten zwar keine Preisschlachten wie ihre westdeutschen Pendants, die einzelnen Niederlassungen konnten sich aber stark voneinander unterscheiden. Seit Anfang der 1960er-Jahre experimentierten beide Versorger mit Selbstbedienungskonzepten in größeren Kaufhallen – die sozialistische Antwort auf den Supermarkt des Westens. Eine der DDR-Einkaufshallen: Die 1976 eröffnete HO-Kaufhalle am Franz-Mehring-Platz in Friedrichshain.

Kaufhalle Rüdersdorfer Straße: Der Standort war aus einem DDR-Kultfilm bekannt

Die Rolle ihres Lebens: Angelica Domröse als Paula mit Winfried Glatzeder als Paul in „Die Legende von Paul und Paula“.
Die Rolle ihres Lebens: Angelica Domröse als Paula mit Winfried Glatzeder als Paul in „Die Legende von Paul und Paula“. © Unbekannt | (c) DEFA-Stiftung/Manfred Damm & Herbert Kroiss

Das in den 1970er-Jahren gestartete Wohnungsbauprogramm der DDR versprach: „Jedem seine Wohnung“ – wenn auch vorwiegend in rasch aus dem Boden gestampften Plattenbausiedlungen. Überall in Ostberlin wuchsen Trabant-Betonsiedlungen aus dem Boden, bei denen nach dem Konzept des komplexen Wohnungsbaus neben Hochhäusern in Plattenbauweise die komplette umgebende Infrastruktur als Module am Reißbrett mitgeplant wurden: Schulen, Sportstätten, Polikliniken, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Eines der städtebaulich wichtigsten Elemente – ein zentraler Ort der Begegnung in den Neubauwüsten waren die HO-Kaufhallen neben Dienstleistungswürfeln und Wohngebietsgaststätten.

Die Kaufhalle am Franz-Mehring-Platz entstand in einem der bekanntesten Plattenbau-Umbaugebiete der DDR. Der Stadtteil an der Karl-Marx-Allee sollte sozialistisches Vorbild werden – beginnend mit den Arbeiterpalästen an der Weberwiese, die in Liedern besungen wurden: „Es wächst in Berlin, in Berlin an der Spree, ein Riese aus Stein in der Stalinallee.“ Anders als an Wohnungen in Ostberlin mangelte es an Liedern nicht. Dass auf dem Areal an der Singer- und Rüdersdorfer Straße bereits früher Häuser standen, wissen alle, die irgendwann einmal den DDR-Klassiker „Die Legende von Paul und Paula“ gesehen haben. Im März 1973 begeisterte das DEFA-Drama das ostdeutsche Kinopublikum zu Hunderttausenden.

Für das DDR-Wohnungsbauprogramm: „Paula“-Altbau musste Kaufhalle weichen

Der populärste DEFA-Film ist auch heute noch Kult: „Die Legende von Paul und Paula“ (1973) mit Angelica Domröse und Winfried Glatzeder. Paulas Altbauwohnung musste einer HO-Kaufhalle weichen, die später zum Lost Place wurde.
Der populärste DEFA-Film ist auch heute noch Kult: „Die Legende von Paul und Paula“ (1973) mit Angelica Domröse und Winfried Glatzeder. Paulas Altbauwohnung musste einer HO-Kaufhalle weichen, die später zum Lost Place wurde.© Unbekannt | ARD

Der Film zeigte nicht nur die Liebe eines Ostberliner Paares, es spiegelt auch die Sehnsüchte vieler DDR-Bürger wider: das Streben nach Freiheit und individuellem Glück – und fast beiläufig auch die gravierenden Veränderungen und Umbrüche im Friedrichshainer Kiez, in dem der Film gedreht wurde. Während Paul, der Beamte, mit seiner Familie unglücklich in einem der neuentstandenen Plattenbauten an der Singerstraße lebt, wohnt Paula, die alleinerziehende Mutter und Kaufhallen-Verkäuferin, in einem der unsanierten Altbauten im Kiez; in einem der Gründerzeitbauten, die eher finanziell schwächere, unangepasste städtische Milieus beherbergen und dem sozialistischen Aufbruch im Weg stehen.

Der Altbaubestand mitsamt der im Film gezeigten Wohnung von Paula (Angelica Domröse) wurde nicht lange nach dem Ende der Dreharbeiten abgerissen. So wie zuvor schon andere Quartiere, etwa entlang der Straße der Pariser Kommune, mit deren Sprengung der Film beginnt. An ihrer Stelle entstanden Neubauten und die nach wenigen Monaten Bauzeit auf dem „Paula“-Gelände errichtete HO-Kaufhalle an der Adresse Rüdersdorfer Straße 6–9 – in Steinwurfweite zur Redaktionszentrale des DDR-Parteiorgans „Neues Deutschland“ am Franz-Mehring-Platz 1.

Kaufhalle Rüdersdorfer Straße: So war die HO-Filiale aufgebaut

HO-Kaufhalle / Außenansicht
Serienbau in der DDR: Flachdach und Logo zeichnen die Kaufhallen der Handelsorganisation (HO) aus. Fotografie einer Kaufhalle an der Greifswalder Straße 1980.© picture-alliance / Berlin_Picture_Gate | Thie Volkmar

Bei der Kaufhalle an der Rüdersdorfer Straße handelte es sich um ein eingeschossiges Gebäude in Stahlskelettbauweise im nüchternen Stil der DDR-Moderne aus Fertigteilstützen, Fertigteilriegel und Fertigteildeckenplatten zusammengebaut. Charakteristisch war die trapezförmige Spannbetondachkonstruktion: Ein zickzackförmiges Dach, das im Fachjargon VT-Falte genannt wird. Wiedererkennungswert hatte auch das blaue HO-Logo neben drei im Gleichschritt einkaufende Figuren mit rotem Kopf und der Kaufhallen-Leuchtschrift über dem Eingang.

Die Filiale war auf einem fast quadratischen Grundriss von knapp 2.800 Quadratmeter Grundfläche erbaut worden; zur Singerstraße hin gelegen befanden sich noch zugehörige Parkplätze und die Warenanlieferung und weitere Parkmöglichkeiten am Franz-Mehring-Platz, wo sich an der Ecke zur Rüdersdorfer Straße auch der Haupteingang der HO-Kaufhalle befand. Insgesamt umfasste das Baugrundstück der Nahversorgungshalle mit Parkflächen und Anlieferung fast 6.000 Quadratmeter Fläche.

Kaufhalle Rüdersdorfer Straße: Mit Bautz‘ner, Nudossi und Rotkäppchen gefüllte Regale

Im Inneren herrschte bis auf die leicht größere Dimensionierung der mit Halogenlampen beleuchteten eingeschossigen „Paula“-Kaufhalle die gleiche spartanische Sachlichkeit wie in anderen Kaufhallen der Republik: Gesellschaftspolitische Parolen statt aufmerksamkeitsheischender Reklame, schlichte Präsentation, in Regalen aufgestapelte Grundnahrungsmittel und Konsumgüter, Kühltruhen an den Gängen zur Selbstbedienung und einzelne Verkaufsstände mit Bedienung für Fleisch, Fisch und Käse.

Preise vergleichen konnte man sich sparen. Die Festsetzung des Einzelhandelsverkaufspreises (EVP) erfolgte unter staatlicher Aufsicht durch das Amt für Preise beim Ministerrat. Lange Zeit kostete das Brötchen staatlich verordnet genau fünf Pfennig, ein Kilogramm Schnitzel zehn Mark und eine Schokoladentafel Bambina zwei Mark. Die Löhne waren allerdings auch viel niedriger: 1980 lag der Durchschnittslohn bei 1021 Ostmark. Außer den bekannten Ostmarken – Wernesgrüner, Vita Cola, Nudossi, Spee & Co. – bezog die Kaufhalle auch Frischwaren aus dem Umland.

Kaufhalle Rüdersdorfer Straße: Frische Elektroofen-Baguettes kurz vor der Wende

Neue Kaufhalle im Neubaugebiet
Im Inneren verbreiteten die meisten HO-Kaufhallen nüchternen Charme: Aufnahme einer Kaufhalle im Neubaugebiet Eilenburg Ost 1985© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Volkmar Heinz

Während des Betriebs bis zur Wende erfuhr die neue Kaufhalle in Friedrichshain durch die Kaufhallenleitung und das „Verkaufskollektiv“ einige Innovationen, insbesondere was die Wiederverwertung von Wertstoffen anging: so wurden am Rand der Verkaufsflächen im März 1981 Behälter für Glasbruch aufgestellt, mit denen – neben den Abgabemöglichkeiten für Gläser und Flaschen mit Pfand – wöchentlich rund 100 Kilogramm Glasbruch im Kiez gesammelt wurden, um sie wieder dem „volkswirtschaftlichen Kreislauf“ zurückzuführen. Im September 1983 kamen noch an den Außenflächen aufgestellte Container des VEB „Sero“ hinzu, mit denen Thermoplaste gesammelt wurde: Sektkorken, Deckel von Spraydosen und Marmeladengläsern und Stülpkappen von Weinflaschen.

Im August 1988 vermeldete ein Artikel im Neuen Deutschland stolz Neuerungen bei „Frischem und Knusprigem“ in der Kaufhalle. Seit kurzem verfüge die Filiale an der Rüdersdorfer Straße demnach über eine eigene Bäckerei. „Täglich 24.000 Schrippen, Bagettchen, Kipfel, Grillbrötchen und Eierwecken“ werden von den Bäckerkollegen von VEB „Bako“ gebacken und vor Ort verkauft. Die ND-Leser wurden weiter informiert, dass die Backstube in der Kaufhalle jeden Tag um 6 Uhr öffne, man an der Theke von der Verkäuferin Anke vom Orde und Kollegen bedient werde und dass es hier auch frische Baguettes aus dem Elektroofen gebe.

Kaufhalle Rüdersdorfer Straße: Westwaren nach der Wiedervereinigung

Erster DDR-Lebensmittelsupermarkt im westlichen Stil
Nach der Wende wurden die meisten HO-Kaufhallen von Supermarktketten übernommen. Das Foto zeigt die erste kombinierten HO-Kaufhallen mit Spar-Supermarkt in Haldensleben bei Magdeburg 1990.© picture alliance / Wolfgang Weihs | Wolfgang Weihs

In den 1970er- und 1980er-Jahren versorgte die Kaufhalle an der Rüdersdorfer Straße Tausende Friedrichshainer im Einzugsgebiet mit DDR-Waren, bevor das Sortiment mit der Einführung der Wirtschaftsunion am 2. Juli 1990 – quasi über Nacht –  rasant erweitert wurde. Jetzt fanden Westwaren in den Markt Einzug. Doch die Freude an der bunten Sortimentserweiterung hielt nicht lang. Mit der Wiedervereinigung waren die HO-Filialen im Gegensatz zu den privatbetriebenen Konsumgenossenschaften in den Zuständigkeitsbereich der Treuhandgesellschaft gefallen, die seit 1990 viele der Filialen und Grundstücke des ehemals staatlichen Betriebs an Privatunternehmer veräußerte.

Die meisten der Kaufhallen wurden von Supermarktketten übernommen: Aus ihnen wurden erst Kaisers-, Spar- und Netto-Filialen, dann Rewe- und Edeka-Supermärkte. Auch die Filiale an der Rüdersdorfer Straße wurde übernommen: sie wurde als Discountmarkt des Edeka-Tochterunternehmens NP – früher stand die Abkürzung für Niedrig-Preis – mit Hauptsitz im nordrheinwestfälischen Minden weitergeführt. An der Architektur der alten DDR-Kaufhalle änderte sich nicht viel: Eine weitere Parkfläche kam an der rückwärtigen Markthallenseite an der Singerstraße hinzu; statt des blauen HO-Logos prangte nun das gelbblaue NP-Logo am wellblechförmigen Dach. 14 weitere Jahre wurde die Filiale als NP-Markt geführt, dann kam – für viele im Kiez überraschend – das Aus für den Standort.

Kaufhalle Rüdersdorfer Straße: Witterung und Vandalismus setzten dem Lost Place zu

Abriss einer Kaufhalle (Archivfoto und Text 1995)
2021 teilte die alte HO-Kaufhalle das Schicksal vieler ihrer Zwillingsbauten und wurde abgerissen. Die Fotografie aus dem Jahr 1995 zeigt den Abriss der HO-Kaufhalle an der Landsberger Allee 219© picture-alliance/ ZB | Bernd Settnik

Im Oktober 2015 schloss der Markt für immer seine Pforten und die Filiale fiel in einen jahrelangen Dornröschenschlaf. An den Fassaden mehrten sich die Graffitis, die Metallträger begannen Rost anzusetzen und hinter den eingetrübten und beschmierten Schaufensterflächen sammelte sich Schicht für Schicht immer mehr Staub und Dreck auf den einst blankpolierten Böden der Verkaufsflächen.

Auf den verwaisten Parkflächen an der Singer- und Rüdersdorfer Straße brachen erste wildwuchernde Pflanzen durch den Asphalt. Die einstige DDR-Kaufhalle in Friedrichshain drohte ohne geeignetes Nachnutzungskonzept zu einer modernen Ruine zu verfallen. Doch es gab einen Investor mit Plänen für die Problemimmobilie. Das „Paula“-Grundstück zwischen Rüdersdorfer und Singerstraße sollte neubebaut werden. Edeka Minden-Hannover hatte als Eigentümer des Geländes einen Partner gesucht, um ein mehrgeschossiges Gebäude zu realisieren, mit dem wiederum, daran hatte sich seit den 70er-Jahren nicht viel verändert, der „Wohnungsknappheit in Berlin entgegengewirkt“ werden sollte.

Neubauprojekt „The Franz“: 160 Eigentumswohnungen und wieder ein Verkaufsmarkt

„The Franz“: Am Standort entstanden bis 2024 160 Eigentumswohnungen in einem siebengeschossigen Neubau. Foto 2023
„The Franz“: Am Standort entstanden bis 2024 160 Eigentumswohnungen in einem siebengeschossigen Neubau. Foto 2023© Soeren Stache/dpa | Unbekannt

In den 2020er-Jahren wurde mit dem Berliner Projektentwickler „Diamona & Harnisch“ ein geeigneter Partner gefunden, der für das Gelände unter dem Namen „The Franz“ Pläne für ein Wohnensemble vorlegte. Im Oktober 2021 näherte sich der verwaisten Lost-Place-Kaufhalle schweres Gerät. Abrissbagger machten kurzen Prozess mit der von Graffitis überzogenen Leichtbauhalle, deren Trümmer bald abgetragen waren. Im Frühjahr 2022 begannen auf der planierten Baufläche die Arbeiten an dem Neubauprojekt, ein Jahr später war der „Franz“-Rohbau abgeschlossen.

Auf der Fläche an den Straßenzügen Franz-Mehring-Platz, Rüdersdorfer Straße und Singerstraße entstand bis 2024 ein siebengeschossiges Wohnhausensemble, das einen Innenhof u-förmig einschloss. Ein Anteil von Mietwohnungen war bei dem Projekt nicht vorgesehen. Sämtliche der 160 Ein- bis Fünfzimmerwohnungen mit Quadratmeterflächen zwischen 36 und 153 Quadratmetern wurden als Wohneigentum vertrieben. Im Sockelgeschoss zogen Gewerbe ein – unter anderem ein Edeka-Markt, der die Verkaufstradition am Standort fortsetzt und im März 2024 eröffnete.