Generationen von Friedrichshainern besuchten die Schwimmhalle Weinstraße, um ihre Bahnen im zentralen Wasserbassin zu ziehen. Es war Berlins erste Volksschwimmhalle – ein Pionierbau der DDR-Moderne in Ostberlin und ein Versprechen, dass mit den 1970er-Jahren und dem Wechsel an der Parteispitze ein morgenroter Fortschritt den selbsterklärten Arbeiter- und Bauernstaat beflügelt. Ein Hauch Luxus sollte die bleiernen Ulbricht-Jahre verblassen lassen. Fast 30 Jahre lang war die Schwimmhalle – Typ C „Barcelona“ – eine feste Institution im Kiez. Nach festgestellten Baumängeln wurde sie erst vorübergehend, dann permanent geschlossen. Alle Infos zu dem ehemaligen Lost Place.

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Das sind die Fakten zur Schwimmhalle Weinstraße im Überblick:

  • Adresse: Weinstraße 9, 10249 Berlin-Friedrichshain
  • Geschichte: Das Anfang der 1970er-Jahre projektierte Bad wurde im Januar 1973 als Ostberlins erste Volksschwimmhalle eröffnet; aufgrund von Baumängeln wurde der öffentliche Schwimmbetrieb im Jahr 2000 eingestellt; 2001 folgte das Ende des Vereins- und Schulbetriebs und die Halle wurde komplett stillgelegt; danach prägten Verfall und Vandalismus das Objekt bis zum Abriss im Frühling 2007
  • Führungen: Keine
  • Denkmalschutz: Nein
  • Status: Ehemaliger Lost Place

Wo lag die Schwimmhalle genau?

Die Schwimmhalle lag an der Adresse Weinstraße 9 im Ortsteil Friedrichshain des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Die Google-Koordinaten (Open-Location-Code) für das Objekt lauten: GCGG+HR3 Berlin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Standort am besten mit der Buslinie 142 (Haltestelle Weinstraße) zu erreichen. Von der Station ist es ein rund dreiminütiger Fußweg entlang der Weinstraße bis zum Grundstück der ehemaligen Schwimmhalle. Achtung: Die Schwimmhalle wurde abgerissen. Vor Ort sind keine Spuren des Gebäudes mehr erhalten. Auch interessant: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch

Das sind die wichtigsten Etappen der Geschichte der Schwimmhalle Weinstraße:

Ausgangslage: Bäderschließungen nach der Olympia-Bewerbung 2000

„Heimliche Bäderschließungen“ überschrieb die „B.Z.“ einen Artikel zur Situation der Berliner Bäderlandschaft im Jahr 2001: Klammheimlich seien die ersten beiden Schwimmhallen in der Hauptstadt geschlossen worden. Waren sie „Teil einer umfangreichen Streichliste“, wie die Zeitung andeutete? „Offiziell heißt es: Die Schwimmhalle im Kombibad Pankow (Wolfshagener Straße) und die Schwimmhalle Weinstraße (Friedrichshain) seien ‚baufällig und deshalb vorübergehend geschlossen.‘“

Gerüchte über eine bevorstehende Schließungswelle kursierten. Insider glaubten – so die Zeitung – bezüglich der Schwimmhalle Weinstraße nicht an Baufälligkeit: „Vielmehr stand auch diese Halle auf der Streichliste.“ Die gescheiterte Olympia-Bewerbung 2000 mit Neubauten wie dem nie fertig gestellten Europasportpark hatte hohe Geldsummen verschlungen – Geld, das für die Sanierung der bestehenden Bäder fehlte. Ende 2001 veröffentlichte der Senat eine Liste von zwölf Bädern in der Stadt, die auf keine Gelder mehr hoffen durften: darunter das Stadtbad Oderberger Straße, die Schwimmhalle Pankow und die Schwimmhalle Weinstraße, mit der einst der Bau von Volksschwimmhallen in Ostberlin begonnen hatte.

Geteilte Bäderlandschaft: Schwimmbecken-Wettrüsten im Berlin des Kalten Kriegs

Schwimm-EM 93 - Franziska van Almsick
Auch nach der Wende auf Goldjagd: erfolgreiche Schwimmer aus Ostberlin wie Franciska van Almsick, Foto 1993.© picture-alliance / dpa | Multhaup Oliver

In der Frontstadt des Kalten Krieges hatte sich seit den 60er-Jahren beidseits der Mauer ein Wettkampf um Badehallen-Neubauten entfacht, eine Blockkonfrontation am Beckenrand, bei der es neben Breitensport und Ertüchtigung um Symbolpolitik und die Dominanz im olympischen Medaillenspiegel ging. 1968 sollten die BRD und DDR erstmals mit getrennten Mannschaften antreten: Der Ausgang ist bekannt. Die DDR-Delegation ließ im deutsch-deutschen Duell den Klassenfeind im eigenen Kielwasser weit hinter sich und belegte in den Schwimmwettbewerben Platz drei hinter Australien – seitdem kämpften die DDR-Schwimmer immer ganz vorne mit.

Der Bau neuer Schwimmhallen wurde forciert. Zumal – neben der Aufgabe, künftige Goldmedaillengewinner im Becken zu schmieden und eine systematische Selektion für den Spitzensport zu ermöglichen – den Volksschwimmhallen auch wichtige Funktionen im Breitensport zukamen. Der Schwimmsport wurde als aktive Gesundheitsvorsorge angesehen. Der Ausbau aktiver Freizeitmöglichkeiten, von Vereinsstrukturen und des flächendeckenden Schwimmunterrichts war ein gern gesehenes Surplus. Die Volksschwimmhalle sollte zum Taufbecken eines neuen sozialistischen Aufbruchs werden. Bis Ende der 1970er-Jahre plante man, in Ostberlin mehr als zehn neue Schwimmhallen zu errichten. Den Anfang machte eine Schwimmhalle in Friedrichshain.

Schwimmhalle Weinstraße: Nach Anklam und Bitterfeld folgte Barcelona

Ein Jahr vor dem Olympiaerfolg war der Leipziger Architekt Eitel Jackowski 1967 mit der Entwicklung einer preiswerten Schwimmhalle – einem funktionalen Typenbau mit 25-Meter-Becken und fünf Wettkampfbahnen – beauftragt worden, deren Fertigung nicht mehr als eine Million (Ost-)Mark kosten sollte. Die Tinte auf den Bauplänen war noch nicht getrocknet, da entwarf Jackowski den Nachfolger: die Volksschwimmhalle Typ B („Bitterfeld“) mit wellenförmigem VT-Faltendach und Nichtschwimmerbecken, die Anfang der 1970er-Jahre zur Volksschwimmhalle Typ C („Barcelona“) weiterentwickelt wurde. Sie wurde vor allem in Ostberlin schnell zum gewohnten Anblick.

Ein erster Vorgängerbau des Typs C war bereits Ende der 1960er-Jahre in Dresden in der Steinstraße 2 gebaut worden. Nach diesem Vorbild wurde die erste Volksschwimmhalle Ostberlins auf einem knapp 4.000 Quadratmeter großen Gelände an der Ecke Friedenstraße zur Weinstraße entworfen. Anders als alle späteren, vollausgebildeten Normbauten des Typs C in Berlin war die „Volksschwimmhalle Friedenstraße“ – erst später erhielt sie ihren Beinamen Weinstraße – noch ohne Nichtschwimmerbecken konstruiert worden.

Schwimmhalle Weinstraße: Kleinerer Prototyp späterer Normbauten

Schwimmunterricht für Schulkinder
Schwimmtraining in der DDR. Die Aufnahme entstand im Herbst 1984 in einer Eilenburger Volksschwimmhalle.© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Volkmar Heinz

Die Volksschwimmhalle war ein Prototyp mit geringerer Dimensionierung auf annähernd quadratischem Grundriss, dem der spätere asymmetrische Gebäudeflügel zur Unterbringung des Nichtschwimmerbeckens fehlte, wie er bereits bei der drei Jahre später eröffneten Schwimmhalle Pankow zu finden war. Alle anderen Merkmale, wie die Bauweise der Halle mit breiten Fensterfronten, der typisch wellenförmigen Dachkonstruktion („VT-Falte“) und der im Keller untergebrachten Sauna plus Fitnessraum, teilte die Halle mit den Nachfolgebauten des lichtdurchfluteten Barcelona-Typs.

Mit gleicher äußerer Baukonstruktion wie andere Sport- und Kaufhallen war sie als erste genormte Volksschwimmhalle ein Referenzobjekt, das Aufbruch versprach. Der CDU-Ortsverband „Strausberger Platz“ mobilisierte im Herbst 1972 freiwillige Aufbauhelfer. Würde sich der Bau als kostengünstig erweisen, dann könne jedes Jahr in Berlin eine neue Schwimmhalle gebaut werden, versprach die „Berliner Zeitung“ im September 1972. Das Herzstück der Halle bildete das zentrale 25 Meter lange und 12,50 Meter breite Wasserbecken, das Platz für fünf mit Trennleinen markierte Bahnen bot, und mit einer durchgehenden Tiefe von 1,80 Metern nur für Schwimmer geeignet war.

Das DDR-Parteiorgan „Neues Deutschland“ (ND) informierte seine Leser über die feierliche Eröffnung am 9. Januar 1973: „Nach rund einem Jahr Bauzeit konnte der Bevölkerung im Stadtbezirk Friedrichshain eine neue Volksschwimmhalle übergeben werden.“ Der Einweihung wohnten unter anderem Oberbürgermeister Herbert Fechner, SED-Sekretär Konrad Naumann, Bezirksbaudirektor Günter Peters und der Friedrichshainer Bezirksbürgermeister Hans Höding bei. Nach der Auszeichnung von Vertretern des Ingenieurhochbaukombinats Berlin, mit deren Leistungen beim Errichten „dieser ersten Volksschwimmhalle in Berlin über 100.000 Mark eingespart“ werden konnten, sei der Bäderbetrieb freigegeben und mit einem Staffelschwimmen „unter Jubel und ‚Sport frei‘-Rufen“ anwesender Mädchen und Jungen eröffnet worden.

Schwimmhalle Weinstraße: So war die Anlage aufgebaut

„Lange Glasfassaden, bunte Kacheln und viel Licht sind augenfällige Merkmale dieser Sportstätte“ am Südrand des Volksparks Friedrichshain, schrieb das ND und wusste zur Ausstattung zu ergänzen, dass neben der 312,5 Quadratmeter großen Badefläche, eine moderne Trockensauna zur Verfügung stehe – im wechselnden Betrieb für Frauen und Männer geöffnet – und ein Kraftsportraum mit Trockenruderanlage und anderen Sportgeräten für das Ausgleichstraining. Im kommenden Sommer könnten die Badegäste außerdem die Liegeterrasse im Freien nutzen.

„Das von Neonlicht angestrahlte Schwimmbecken ist von hohen Glasfronten umgeben“, wusste hingegen die Tageszeitung „Neue Zeit“ (NZ) unter der Überschrift „Neptuntempel mit Foyer“ zu berichten: „Vom Foyer führt der Weg zu den Umkleidekabinen und den Duschräumen. Wer sich genügend im Wasser getummelt hat, kann entweder auf einer Wärmebank Platz nehmen oder sich in einem Konditionsraum an einem der vielen Sportgeräte weiterhin fit halten. Über eine Treppe gelangt man hinunter zu einer Sauna, die 20 Personen Platz bietet. Sauna, Tauchbecken und Ruheraum entsprechen den modernsten Gesichtspunkten.“

Die Schwimmhalle war wochentags täglich morgens ab 6 Uhr und abends bis 22 Uhr geöffnet, die Preise moderat. Erwachsene zahlten, wie in den anderen Ostberliner Hallenbädern, eine Mark Eintritt, Kinder, Jugendliche und Rentner 50 Pfennig, Vorschulkinder 25 Pfennig. Die Sauna war etwas teurer: Sie kostete für Erwachsene für 90 Minuten vier Mark. 20 Personen konnten hier gleichzeitig ins Schwitzen kommen, während in der Badehalle 200 Besucher stündlich Einlass fanden. Knapp die Hälfte der Öffnungszeit war für den öffentlichen Schwimmbetrieb reserviert, die übrigen Stunden für Schulschwimmen und Vereinssport.

Schwimmhalle Weinstraße: Bäder-Hightech unter dem Wasserbecken

Wohnen in der Volksschwimmhalle
Im für die Badegäste unzugänglichen Betriebsbereich befanden sich technische Anlagen wie Heizungsanlagen, Pumpensystem und Steuerung. Die Aufnahme zeigt einen Sicherungskasten mit Keramiksicherungen aus DDR-Zeiten in einer Volksschwimmhalle in Schwerin 2016.© picture alliance / dpa | Jens Büttner

Das technische Highlight der Anlage lag für die Besucher verborgen unterhalb des zentralen, blau-schwarz gefliesten Schwimmbeckens; ein „Rohrschlangengewirr“ in den für die Badegäste unzugänglichen Betriebsbereichen der Volksschwimmhalle, wo „technische Anlagen und moderne Meß- und Steuergeräte“ dafür Sorge trugen, „daß rund 2000 Badegäste, die jeden Tag hierherkommen, in gut temperierte und gereinigte 1.750 Kubikmeter Wasser springen können“, wie die „Berliner Zeitung“ im März 1975 über die technischen Gegebenheiten des Bades zu berichten wusste.

In 24 Stunden werde das Wasser über zwei Pumpen viermal umgewälzt, dabei gefiltert und gesäubert und mit zehn Prozent frischem Wasser durchsetzt. Ein modernes Reich der Technik mit einer Vielzahl von Regulierungsmöglichkeiten für Heizungsvorlauf und -rücklauf, Fußbodenheizung, Saugleitung, Rücklaufsammler, Skalen und Thermometern mit Raumfühlern.

„Eine BMSR-Station hält automatisch die Wasser- und Hallentemperaturen im Winter wie im Sommer konstant auf 26 bzw. 29 Grad“, so die „Berliner Zeitung“: „An einem Mengenschreiber ist abzulesen, wieviel Wärme das Heizkraftwerk in Mitte liefert. Ein anderes Gerät kontrolliert, ob in der Sauna regelmäßig 95 Grad herrschen.“ In der Schwimmhalle sorgten zwei Schwimmmeister und zwei Hallenwarte für den ordnungsgemäßen Ablauf; insgesamt waren seit 1973 21 Mitarbeiter in der Schwimmhalle beschäftigt, die dafür sorgten, dass die Berliner ins kühle Nass springen konnten.

Hunderttausende Abc-Schützen erlernten hier das Schwimmen

Generationen von Friedrichshainern erlernten in der Volksschwimmhalle Weinstraße das Schwimmen. Zum Vierjahresjubiläum schrieb die „Berliner Zeitung“ 1977, dass bereits etwa 1,3 Millionen Badegäste die Schwimmhalle seit der Eröffnung besucht hätten. Schwimmkurse für Kinder und Erwachsene gehörten zum ständigen Programm. Das Team um Hallenmeister Dieter Koch verlegte die Personalfeier auf das Wochenende, um den gewohnten Badebetrieb in der Volksschwimmhalle aufrechtzuerhalten.

Bis 1977 sollen 350.000 Kinder dort das Schwimmen erlernt haben, darunter 1.500 Jungen und Mädchen aus den Kindergärten Friedrichshains. Zum 10-jährigen Jubiläum 1983 standen Disko und Sporttauchen in der Volksschwimmhalle an. Für die Winterferien wurden dreiwöchige Intensivlehrgänge für Kinder angeboten. Nach der Wende wurde die Halle von den Berliner Bäderbetrieben (BBB) übernommen und weiterbetrieben. Knapp 30 Jahre lang stand die Badehalle an der Weinstraße Besuchern offen, bis die Sparzwänge des Senats um die Jahrtausendwende den Badefreuden an diesem Standort ein Ende setzten.

Mit der Jahrtausendwende kam der Niedergang

Im Jahr 2000 begann der stufenweise Niedergang des in die Jahre gekommenen einstigen Prestigebades der DDR. In diesem Jahr endete der öffentliche Badebetrieb in der Schwimmhalle an der Weinstraße. Das Bad wurde nur noch als Vereins- und Schulschwimmhalle betrieben. Im Frühjahr 2001 mussten sich die Berliner Bäderbetriebe mit Legionellenbefall auseinandersetzen. Zeitweise wurden vier Bäder geschlossen; an der Weinstraße musste der Duschbereich geschlossen werden. Ende des Jahres wurde der Badebetrieb in der Schwimmhalle Weinstraße ganz eingestellt. Eine temporäre Maßnahme – wie es hieß – wegen vorübergehender Baufälligkeit des Gebäudes.

Bis zum Herbst 2001 trainierten in dem 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen sechs Vereine, darunter der Arbeiter-Samariter-Bund. Zudem kamen Kitagruppen und Schulklassen, zum Beispiel von der benachbarten Schule für Gehörlose und Lernbehinderte. Der Anteil der Jugendlichen lag bei 75 Prozent. Der Instandhaltungsbedarf des Gebäudes wurde auf etwa 1,4 Millionen Euro beziffert. Insgesamt besuchten im Jahr 2001 rund 19.000 Menschen das Bad. Die Entscheidung fiel rasch: Das Bad wurde nicht mehr eröffnet. 2002 wurde die „vorläufige“ Schließung endgültig, als der Senat seine Streichliste in Abstimmung mit den Berliner Bäderbetrieben festzurrte.

Verfall und Vandalismus an der verwaisten Baderuine

Eine letzte sportliche Nutzung erfuhr das Hallenbad Weinstraße im September 2002 für ein Wochenende „Pool Soccer“, ein Fußballturnier in der Schwimmhalle –, dann gingen in der Halle endgültig die Lichter aus. Sie fiel in einen jahrelangen, ruinösen Dornröschenschlaf. Aus dem zentralen Becken war das Wasser abgelassen worden, die Kacheln begannen abzuplatzen. Die Maschinen im Keller setzten Rost an, durch das Pflaster vor der Halle brachen wildwuchernde Pflanzen und die mit Graffiti großflächig beschmierten Fassaden des Bauwerks aus DDR-Zeiten machten einen immer baufälligeren Eindruck.

Unterdessen liefen Verhandlungen zum Verkauf der verwaisten Immobilie. Bereits mit Sitzung des Bezirksamtes vom 6. März 2002 war die Schwimmhalle entwidmet worden. Das Grundstück mitsamt der stillgelegten Ex-Volksschwimmhalle wurde verkauft. Im Jahr 2003 erfolgte eine Bauvoranfrage zu dem Gelände für den „Umbau einer Schwimmhalle zu einem Lebensmittelmarkt“; der Bauantrag wurde 2006 nach vier Jahren Leerstand gestellt, die Baugenehmigung „Neubau Lebensmittelmarkt“ im Dezember 2006 erteilt.

2007 wurde Berlins erste „Barcelona“-Halle sang- und klanglos abgerissen

Wohnen in der Volksschwimmhalle
Im März 2007 teilte die Schwimmhalle Weinstraße das Schicksal vieler anderer ihrer Nachfolgebauten und wurde abgerissen. Das Bild zeigt Abrissarbeiten einer ehemaligen Volksschwimmhalle in Schwerin im Oktober 2016.© picture alliance / dpa | Jens Büttner

Ende Februar 2007 wurden bauvorbereitende Maßnahmen getroffen. Anfang März 2007 näherte sich schweres Gerät der ersten Volksschwimmhalle Berlins; Abrissbagger legten das Gebäude – beginnend mit Eingang und Foyer an der Südseite – in kurzer Zeit in Trümmer. Der Schutt wurde per Lkw abtransportiert. Die Baufläche, auf der statt des früheren „Neptuntempels“ nur noch Sand und Staub zu finden waren, wurde planiert, und mit den Tief- und Hochbauarbeiten für den kommenden Einkaufsmarkt begonnen.

An der Ecke Friedenstraße/Weinstraße entstand ein eingeschossiger Aldi-Discounter. Ungefähr die Hälfte der Fläche, auf der einst die Volksschwimmhalle zum Baden einlud, wird heute von einem sehr großzügig dimensionierten Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt eingenommen. Außer den Erinnerungen einiger Hunderttausend Friedrichshainer, die in Ostberlins Pionierschwimmhalle des Typs „Barcelona“ das Schwimmen erlernten, ist von der Sportstätte kaum etwas erhalten. Vor Ort an der Weinstraße finden sich heute keine Spuren des einstigen Vorreiterbaus, der die Welle an Volksschwimmhallen-Bauten im Ostteil der Stadt ins Rollen brachte.