Beim Eurovision Song Contest 2025 (ESC) landete der deutsche Beitrag von Abor & Tynna zwar nur auf Platz 15 von 26, holte aber dennoch einen Erfolg: Das Wiener Geschwisterduo erhielt die ersten zwölf Punkte für Deutschland seit Jahren – und das gleich doppelt. Während Tschechien und die Ukraine Deutschland mit der Höchstwertung beschenkten, gab es von den Nachbarländern Schweiz, Österreich und den Niederlanden null Punkte. Wie bewerteten die deutschen Zuschauenden und Jury-Mitglieder?

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Wie immer setzte sich die finale Punktzahl je zur Hälfte aus den Bewertungen von Publikum und Jurys zusammen. Vergab ein Land zwölf Punkte, handelte es sich dabei um die Jury-Einschätzung. Die Punkte aus dem Televoting stießen zum Ende dazu. Deutschland schaffte insgesamt 151, davon 77 von den Experten und Expertinnen und 74 aus dem Voting. Von welchen Ländern am meisten Punkte zu uns kamen, lesen Sie hier.
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Gute Spürnase: So vergab die deutsche Jury ihre Punkte beim ESC 2025
Bis zum Finaltag war nicht bekannt, wie die deutsche Jury aussehen würde. Zum fünfköpfigen Team aus unterschiedlichen Musik- und Unterhaltungsbereichen gehörten Pop-Sängerin Lyza, Sängerin und Musical-Darstellerin Carolin Fortenbacher, Rapper Eko Fresh und der Musikjournalist und Radiomoderator Marc Möllmann.

Die Präsidentschaft über die Jury übernahm Musikproduzent Ali Zuckowski. Der Sohn des Liedermachers Rolf Zuckowski hatte bereits an Conchita Wursts Gewinnersong aus dem Jahr 2014 mitgeschrieben. Am Ende spiegelte sich die Österreich-Nähe des Komponisten auch in der Punktevergabe der deutschen Jury wider. Die Punkte im Überblick:
- 12 Punkte für Österreich: JJ mit „Wasted Love“
- 10 Punkte für Frankreich: Louane mit „Maman“
- 8 Punkte für Malta: Miriana Conte mit „Serving“
- 7 Punkte für die Schweiz: Zoë Më mit „Voyage“
- 6 Punkte für Griechenland: Klavdia mit „Asteromata“
- 5 Punkte für Italien: Lucio Corsi mit „Volevo essere un duro“
- 4 Punkte für Schweden: KAJ mit „Bara bada bastu“
- 3 Punkte für Israel: Yuval Raphael mit „New Day Will Rise“
- 2 Punkte für Polen: Justyna Steczkowska mit „Gaja“
- 1 Punkt für Norwegen: Kyle Alessandro mit „Lighter“
Diese Bewertungen verlas in der Live-Show Michael Schulte. Der Sänger holte 2018 den vierten Platz für Deutschland beim ESC in Portugal und gilt damit als einer der erfolgreicheren deutschen Beiträge der letzten Jahre. Spannend: Das deutsche Publikum schien den Einschätzungen der Experten- und Expertinnenjury nicht in jedem Punkt zuzustimmen – wortwörtlich.
Eurovision Song Contest 2025: Das sind die ESC-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer
- Albanien: Shkodra Elektronike – „Zjerm“
- Armenien: Parg – „Survivor“
- Aserbaidschan: Mamagama – „Run With U“
- Australien: Go-Jo – „Milkshake Man“
- Belgien: Red Sebastian – „Strobe Lights“
- Dänemark: Sissal – „Hallucination“
- Deutschland: Abor & Tynna – „Baller“
- Estland: Tommy Cash – „Espresso Macchiato“
- Finnland: Erika Vikmann – „Ich komme“
- Frankreich: Louane – „Maman“
- Georgien: Mariam Shengelia – „Freedom“
- Griechenland: Klavdia – „Asteromata“
- Italien: Lucio Corsi – „Volevo essere un duro“
- Irland: Emmy – „Laika Party“
- Island: VÆB – „Róa“
- Israel: Yuval Raphael – „New Day Will Rise“
- Kroatien: Marko Bosnjak – „Poison Cake“
- Lettland: Tautumeitas – „Bur man laimi“
- Litauen: Katarsis – „Tavo Akys“
- Luxemburg: Laura Thron – „La poupée monte le son“
- Malta: Miriana Conte – „Kant“
- Montenegro: „Nina Žižić“ – „Dobrodošli“
- Niederlande: Claude – „C‘est La Vie“
- Norwegen: Kyla Alessandro – „Lighter“
- Österreich: JJ – „Wasted Love“
- Polen: Justyna Steczkowska – „Gaja“
- Portugal: NAPA – „Deslocado“
- San Marino: Gabry Ponte – „Tutta l’Italia“
- Schweden: KAJ – „Bara bada bastu“
- Schweiz: Zoë Më – Voyage“
- Serbien: Princ – „Mila“
- Slowenien: Klemen – „How Much Time Do We Have Left“
- Spanien: Melody – „Esa diva“
- Tschechien: Adonxs – „Kiss Kiss Goodbye“
- Ukraine: Ziferblat – „Bird Of Pray“
- Vereinigtes Königreich: Remember Monday – „What The Hell Just Happened?“
- Zypern: Theo Evan – „Shh“
ESC 2025: Deutsches Publikumsvoting überrascht nach Jury-Bewertung
Während sich die Jury mit zwölf Punkten für den späteren Gewinnerbeitrag JJ auf einer heißen Spur bewegte, beschenkten die Zuschauenden die spätere Zweitplatzierte Yuval Raphael mit der Höchstpunktzahl. Die Israelin holte 79 Punkte weniger als Österreich und landete mit einem Punkt Vorsprung vor Estlands Tommy Cash, der vom deutschen Publikum immerhin vier Punkte erhielt.

Die Zuschauerpunkte im Überblick:
- 12 Punkte an Israel: Yuval Raphael mit „New Day Will Rise“
- 10 Punkte an Griechenland: Klavdia mit „Asteromata“
- 8 Punkte an Albanien: Shkodra Elektronike mit „Zjerm“
- 7 Punkte an Polen: Justyna Steczkowska mit „Gaja“
- 6 Punkte an Österreich: JJ mit „Wasted Love“
- 5 Punkte an Schweden: KAJ mit „Bara bada bastu“
- 4 Punkte an Estland: Tommy Cash mit „Espresso Macchiato“
- 3 Punkte an die Ukraine: Ziferblat mit „Bird of Pray“
- 2 Punkte an Italien: Lucio Corsi mit „Volevo essere un duro“
- 1 Punkt an Island: Væb mit „Róa“
Oft gibt es zwischen den Jury- und den Zuschauerbewertungen große Unterschiede. In diesem Jahr sorgte das für einen besonderen Spannungsmoment bei der Punktevergabe: So hatte sich die Schweiz mit 214 Punkten aus dem Jury-Voting erst den zweiten Platz gesichert und landete mit 0 Punkten vom internationalen Publikum nur auf Platz Zehn – fünf Plätze vor Deutschland.



