Es ist 5 Uhr morgens und noch dunkel, als sich die ersten Pilger vor dem Eingang der Marienkirche Santa Maria Maggiore in Rom anstellen, um das Grab von Papst Franziskus zu besuchen. Eintritt ist um 7 Uhr, eine Gruppe Mailänder Jugendlicher wartet geduldig, bis die Tore der Basilika geöffnet werden. „Wir wollen die ersten sein, die das Grab von Franziskus besuchen“, erzählen Silvia und Elia, die aus Mailand zu den Jubiläumsfeierlichkeiten für die Jugendlichen nach Rom gereist sind.

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Eigentlich wollte das junge Paar an diesem Sonntag an den Feierlichkeiten für die Heiligsprechung von Carlo Acutis teilnehmen, einem an Leukämie verstorbenen 16-jährigen Italiener, dem Wunder zugesprochen werden und der als erster „Millennial“-Heiliger in die Geschichte der Kirche eingehen wird. Der Tod von Papst Franziskus hat zur Verschiebung von Acutis‘ Heiligsprechung geführt, Silvia und Elia wollten aber auf die Rom-Reise nicht verzichten und haben beschlossen, die Lieblingsbasilika des argentinischen Papstes aufzusuchen.

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In der Basilika außerhalb der Vatikanmauern wurde der Pontifex am Samstag nach einem großen Requiem auf dem Petersplatz und einem Trauerzug durch die Ewige Stadt beerdigt. Das schlichte Grabmal aus weißem Marmor aus Ligurien befindet sich im linken Seitenschiff der Basilika.

Papst Franziskus hatte sich ein schlichtes Grab gewünscht, mit seinem Namen auf Latein als einzige Verzierung.
Papst Franziskus hatte sich ein schlichtes Grab gewünscht, mit seinem Namen auf Latein als einzige Verzierung. © dpa | Vatican Media

Einige Pilger halten vor Rührung den Atem an, wenn sie die Grabplatte sehen, auf der lediglich die Inschrift „Franciscus“ in Großbuchstaben steht. „Ciao, Papa Francesco!“, sagt eine philippinische Nonne mit Tränen in den Augen. Über dem Stein ist eine Nachbildung von Franziskus‘ silberfarbenem Brustkreuz zu sehen. Die Grabstelle liegt direkt neben jener Kapelle, in der die vom Papst verehrte Marienikone, „Salus Populi Romani“ (Heil des römischen Volkes), steht. Sie ist eine Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind.

Vor dem Grab von Papst Franziskus lag am Sonntagmorgen eine weiße Rose. Diese Blume hatte für Franziskus eine besondere Bedeutung, wie er einmal erklärte. Seit seiner Zeit in Argentinien symbolisiere sie seine Verbundenheit mit der heiligen Thérèse von Lisieux (1873-1897), so der damalige Erzbischof von Buenos Aires. An Thérèse habe Franziskus sich immer bei persönlichen Schwierigkeiten gewandt. Bereits am Samstag vor der Beisetzung in der Basilika Santa Maria Maggiore hatten sowohl eine Gruppe von Kindern als auch eine Gruppe von Obdachlosen, Migranten, Opfern von Menschenhandel, Transsexuellen, Häftlingen und Vertretern der Roma-Gemeinschaft weiße Rosen dabei.

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Die Basilika Santa Maria Maggiore in Rom, unweit des Hauptbahnhofs Termini, war die Lieblingskirche des Papstes – insgesamt 126 Mal besuchte er die Basilika zu Lebzeiten, unter anderem auch nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am 23. März. Die Wahl für Santa Maria Maggiore als Ende seiner „letzten irdischen Reise“ ist in vielerlei Hinsicht bedeutend. Franziskus hielt nichts vom Pomp des Vatikans. Als erster Papst seit mehr als 120 Jahren wurde er nicht im Petersdom in den vatikanischen Grotten begraben. Nur sieben seiner Vorgänger liegen in der Santa Maria Maggiore-Basilika, zuletzt wurde Clemens IX. dort beigesetzt – er starb im Jahr 1669.

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Zehntausende Menschen pilgerten allein am Sonntag zur Marienbasilika auf dem Esquilin, einem der sieben Hügel Roms. Sie ist eine der vier Papstbasiliken und eine der sieben Pilgerkirchen. Sie befindet sich im exterritorialen Besitz des Heiligen Stuhls. Erwartet wird, dass der Besucherstrom in den nächsten Wochen mit der Wahl des neuen Papstes weiterhin anhält.

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Für die Basilika, die zu einem stark besuchten Wallfahrtsort für Römer und ausländische Pilger geworden ist, will die Stadt jetzt Maßnahmen ergreifen. „Sie muss in einer Weise geschützt werden, wie es schon für den Petersdom der Fall ist“, betont der italienische Innenminister Matteo Piantedosi. Eine Regelung des Verkehrs soll ergriffen werden, um den Gläubigen einen einfacheren Zugang zur Basilika zu ermöglichen. Kontrollen sollen verschärft werden.

Am Sonntagnachmittag besuchten die Kardinäle, die zur Beerdigung und anschließend zum Konklave nach Rom gekommen sind, die Basilika. Papst Franziskus war nach der großen Trauerzeremonie auf dem Petersplatz am Samstagnachmittag im Rahmen einer privaten Zeremonie in der Marienkirche beigesetzt worden. „Mit seiner Ankunft in der Basilika Santa Maria Maggiore ist die letzte Reise unseres geliebten Heiligen Vaters Franziskus beendet“, so der litauische Kardinal Rolandas Makrickas, Erzpriester der Basilika Santa Maria Maggiore, zu Beginn des Rosenkranzgebets am Samstagabend in der Marienkirche. „In unseren Herzen bewahren wir die Erinnerung an sein fruchtbares Wirken in der Kirche und für die Kirche, die er liebte und der er bis zu seinem letzten Atemzug diente“, betonte der Kardinal.