Die Zeit der Seisvakanz, also des „freien Stuhls“, neigt sich dem Ende zu: Anderthalb Wochen nach dem Tod von Papst Franziskus kommen in Rom am Mittwoch, 7. Mai, die Kardinäle zusammen, um den neuen Papst zu wählen. Das Konklave folgt strengen Regeln. Andreas Englisch weiß genau, was gerade hinter den Mauern des Vatikans passiert. Er ist einer der führenden Vatikan-Experten und lebt seit knapp 40 Jahren in Rom. Warum er nicht mit einer schnellen Einigung der Kardinäle im Konklave rechnet und welche Machtkämpfe gerade ausgetragen werden, erklärt er im Interview.

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Herr Englisch, nach der Beerdigung von Papst Franziskus beginnen die Vorbereitungen auf die Papstwahl. Wie kann man sich die Situation hinter den Mauern des Vatikans vorstellen, sobald das Konklave beginnt?

Andreas Englisch: Bevor das eigentliche Konklave losgeht, gibt es das sogenannte Vorkonklave. Die Kardinäle treffen sich in einem Raum unter der Audienzhalle, sprechen miteinander, erklären ihre Sichtweisen und machen ihre Ambitionen sehr deutlich, vor allem diejenigen, die Papst werden wollen.