Weniger Särge, weniger Pomp und ein Beisetzungsort außerhalb der Vatikanmauern: Auch mit seiner Beerdigung sorgt Papst Franziskus wie bereits zu seinen Lebenszeiten mit unkonventionellen Beschlüssen für Aufsehen. Die Trauerzeremonie für den Argentinier wird in vielen Aspekten einmalig sein. Die Weltkirche trennt sich nicht nur vom ersten nicht-europäischen Papst und vom ersten Jesuiten. Sie verabschiedet sich von einer Figur, die mit Charisma sein zwölfjähriges Pontifikat zutiefst geprägt und viele Neuigkeiten eingeführt hat – sogar noch im Tod.

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Anders als viele Vorgänger wird Franziskus nicht im Petersdom seine letzte Ruhe finden, sondern in der Basilika Santa Maria Maggiore, außerhalb des Vatikans. Die Marienkirche aus dem fünften Jahrhundert in der Nähe des Hauptbahnhofs von Rom gehörte schon zu Lebzeiten zu Franziskus Lieblingsorten. Gleich nach seiner Wahl im März 2013 besuchter er die Basilika. Zuletzt stattete er ihr am Palmsonntag einen Besuch ab. Auch nach seiner Spitalentlassung am 23. März, wo er wegen einer beidseitigen Lungenentzündung behandelt wurde, hatte der Papst in der Basilika Santa Maria Maggiore für seine Genesung gebetet.
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Die Basilika ist die wichtigste der mehr als 40 Marienkirchen Roms. Der Papst betete oft vor der Ikone „Salus Populi Romani“ (Heil des römischen Volkes), einer Darstellung der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind, und verneigte sich dann stets zum Gebet – mehr als hundertmal, wie Vatikan-Chronisten berichten.
Papst Franziskus beschloss in Testament: Das soll auf seinem Grabstein stehen
Wie aus seinem auf den 29. Juni 2022 datierten, kurz gefassten Testament weiter hervorgeht, wünschte Franziskus sich ein einfaches Grab „ohne besondere Verzierungen“. Auch sein Grabstein soll einfach gestaltet sein, ohne Dekoration und nur mit der Inschrift „Franciscus“. In dem Testament schrieb der Papst zudem, er habe das Gefühl, dass „der Sonnenuntergang meines irdischen Lebens naht“.

Kurz vor Weihnachten 2023 gab der frühere Erzbischof von Buenos Aires bekannt, dass er in Santa Maria Maggiore bestattet werden will. Später legte Franziskus in einer weitreichenden Aktualisierung der Begräbnisordnung für Päpste fest, dass künftig auch Bestattungen außerhalb der Mauern des Vatikans möglich sind. Der erneuerte Ritus solle noch stärker betonen, dass das Papst-Begräbnis das eines Hirten und Jüngers Christi ist und nicht das eines mächtigen Mannes dieser Welt, sagte der päpstliche Zeremonienmeister, Erzbischof Diego Ravelli.
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In der Basilika Santa Maria Maggiore gibt es bereits Gräber von sechs Päpsten. Spekuliert wird, dass Franziskus in einer Unterkapelle der Basilika Santa Maria Maggiore in der Nähe der Marienikone seine letzte Ruhe finden wird. Zuletzt wurde dort 1669 Clemens IX. beigesetzt. Seither wurde es zur Gewohnheit, dass Päpste im Petersdom oder in den darunter liegenden vatikanischen Grotten bestattet werden. An diesem Ort ruhen auch Franziskus‘ Vorgänger Johannes Paul II. (1920-2005) und Benedikt XVI. (1927-2022, zurückgetreten 2013).
Franziskus ließ Abläufge bei der Beerdigung vereinfachen
Aufgrund der von Franziskus eingeführten Regeln werden die mehrere Tage dauernden Rituale nach dem Tod eines Papstes vereinfacht und präzisiert. So wird der Leichnam des Pontifex in einem einfachen Holzsarg im Petersdom ausgestellt. Die als Katafalk bezeichnete hohe Bahre, die noch bei der Aufbahrung Benedikts XVI. eingesetzt wurde, wird nicht mehr verwendet. Ebenso entfallen die beiden zusätzlichen Särge, in denen ein Papst üblicherweise beigesetzt wird.

Nach der Feststellung des Todes, die nicht mehr im Zimmer des Verstorbenen, sondern in dessen Privatkapelle erfolgte, wird der Papst in einen Holzsarg mit einem inneren Zinksarg gelegt. Darin wird er auch abschließend beigesetzt und nicht – wie bisher üblich – zusätzlich in einem Sarg aus Blei und einem weiteren aus Holz.
Italien: So bereitet sich Rom auf den Ansturm zur Papst-Trauerfeier vor
Inzwischen bereitet sich die Stadt Rom auf einen Pilgeransturm zum Begräbnis des argentinischen Pontifex maximus vor. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den geordneten Ablauf der Feierlichkeiten für das verstorbene Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche zu gewährleisten.
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Als Vorbild soll das Begräbnis von Johannes Paul II. im April 2005 dienen, an dem über eine Million Menschen teilnahmen. Auch zum Amtsantritt des neugewählten Kirchenoberhaupts sei mit einem Pilgeransturm zu rechnen, hieß es in Rom. Erwartet werden Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt. Auch US-Präsident Donald Trump könnte an der Trauerzeremonie teilnehmen.
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In Hinblick auf den Pilgeransturm anlässlich der Beerdigung des Papstes wird die Stadt Rom strenge Sicherheitsvorkehrungen ergreifen. Die Kontrollen in der Umgebung des Vatikans wurden verstärkt. Der Sicherheitsplan wird in den kommenden Stunden bis zum Tag der Beerdigung ausgedehnt. Hunderttausende Pilger werden in den nächsten Tagen im Vatikan erwartet.








