Einen einzigen Wunsch hat der verstorbene Papst Franziskus in seinem Testament festgehalten: Er möchte nicht im Vatikan bestattet werden, sondern wünscht sich ein Erdgrab in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore. Kostenträger für die Beerdigungen der Päpste ist normalerweise der Vatikan – doch nicht in diesem Fall.

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Diesmal werden die Bestattungskosten vielmehr von einem anonymen Wohltäter gedeckt, wie es im Testament des Papstes heißt. Das Geld sei schon an die Basilika Santa Maria Maggiore überwiesen worden, berichten italienische Medien, die auch den Namen des mysteriösen Spenders aufgedeckt haben wollen: Wie das Nachrichtenportal „Affari Italiani“ berichtet, könnte es sich um niemand geringeren als den 2023 verstorbenen italienischen Ministerpräsident Silvio Berlusconi handeln.
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Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi hatte ein großes Netzwerk – auch im Vatikan
Der im Alter von 86 Jahren verstorbene Berlusconi hatte gute Verbindungen zum Vatikan. Er war unter anderem ein guter Freund des Kardinals Camillo Ruini, langjähriger Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI. Der Mailänder Medienunternehmer Berlusconi war als sehr freigiebig bekannt. Dass er für das Grab des Papstes aufgekommen sein könnte, erscheint nicht ausgeschlossen: Franziskus‘ Testament wurde im Sommer 2022 verfasst, ein Jahr vor Berlusconis Ableben.
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Das Grab von Papst Franziskus wird „so einfach sein, wie sein Leben war. Er wollte, dass es bescheiden ist“, erklärte der Litauer Rolandas Makrickas, Leiter der Basilika Santa Maria Maggiore. Er ist einzige Person, die in Franziskus‘ Testament erwähnt wird. Der Pontifex gab ihm direkte Anweisungen für die Bestattung.
Warum Franziskus sich gegen den Petersdom entscheid
Makrickas erklärte der Tageszeitung „Il Messaggero“, dass er dem Papst seine Basilika als Begräbnisstätte vorgeschlagen hatte. Franziskus habe zunächst entgegnet, dass Päpste im Petersdom begraben werden. „Nach einer Woche rief er mich zurück und sagte mir diese Worte: ‚Die Mutter Gottes hat mir gesagt: Es ist Zeit, dass du dein Grab vorbereitest‘“, so Makrickas. „Finde einen Platz für mein Grab, denn ich möchte in dieser Basilika begraben werden“, soll der Papst verfügt haben und den Leiter der Basilika als „Propheten“ bezeichnet haben.

Papst Franziskus hatte die Santa Maria Maggiore – eine der vier römischen Papstbasiliken – immer und immer wieder besucht. Vor jeder seiner Auslandsreisen betete Papst Franziskus an dem vermutlich spätantiken Marienbildnis „Salus Populi Romani“ (Beschützerin des römischen Volkes) in der Basilika; zuletzt am Vorabend des Palmsonntags.
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Dennoch bricht Franziskus mit den Wünschen für sein Grab mit der Tradition: Der bisher letzte Papst, der nicht im Petersdom bestattet wurde, war Pius IX. (1846-1878). Sein Grab befindet sich in der römischen Basilika San Lorenzo. Franziskus wird der insgesamt siebte Pontifex sein, der in Santa Maria Maggiore bestattet wird. Hier fanden auch Honorius III. (1216-1227), Pius V. (1566-1572), Sixtus V. (1585-1590), Clemens VIII. (1592-1605), Paul V. (1605-1621) und Clemens IX. (1667-1669) ihre letzte Ruhe. Das Grabmal von Honorius III. wurde allerdings bei Umbauarbeiten zerstört und ist nicht mehr auffindbar.
Eskorte für den Papst: Am Samstag zieht ein Trauerzug durch Rom
Die letzte Reise von Papst Franziskus vom Petersplatz zum Bestattungsort in der Basilika Santa Maria Maggiore wird sechs Kilometer lang sein. Der Leichnam wird nach der Trauerzeremonie auf dem Petersplatz am Samstag zur Beerdigung in die Basilika nahe dem Hauptbahnhof Termini durchs Zentrum Roms ziehen. Streng überwacht von den Ordnungskräften, versteht sich.
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Die genaue Route, die der Trauerzug nehmen wird, wurde zwar noch nicht bekanntgegeben, erwartet wird jedoch, dass sie durch die symbolträchtigsten Orte der Ewigen Stadt führen wird. So könnte der Sarg den Corso Vittorio passieren, um dann über Roms Hauptplatz Piazza Venezia, die kaiserlichen Foren zum Kolosseum, über die Via Labicana und die Via Merulana zur Basilika im Stadtteil Esquilino zu gelangen, wo die Beisetzung stattfindet.







