Corona-Newsblog Berlin

Kalayci: Kein allgemeines Alkoholverbot in Berlin angedacht

9739 Menschen haben sich in Berlin bislang nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Alle aktuellen Entwicklungen und Zahlen im Blog.

Schulstart in Berlin - mit Corona-Regeln

In Berlin hat der Unterricht für mehr als 300.000 Schüler wieder begonnen, mit Hygiene-Auflagen, um eine neue Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. So müssen alle Schüler auf den Gängen und Treppen einen Mundschutz tragen, die Klassenzimmer sollen regelmäßig gelüftet werden.

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Berlin. In unserem Newsticker berichten wir laufend über die Corona-Lage in Berlin und Brandenburg. Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie in Deutschland, Europa und der Welt finden Sie in diesem Newsblog.

Die wichtigsten Corona-News in Berlin am Dienstag

Kalayci: Kein allgemeines Alkoholverbot in Berlin angedacht
Hikel zeigt sich entsetzt über Regelverstöße in Kneipen

11.05 Uhr: Wir starten unser neues Newsblog

Alle aktuellen Nachrichten zum Coronavirus in Berlin und Brandenburg lesen Sie in unserem neuen Newsblog.

10.55 Uhr: Leichter Anstieg bei Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg hat sich die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen 24 Stunden mit drei neuen Fällen leicht erhöht. Aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark wurden zwei neue Infizierte gemeldet, im Landkreis Dahme-Spreewald gab es einen bestätigten Fall, wie das Gesundheitsministerium (Stand 8 Uhr) am Dienstag mitteilte. Damit haben sich seit März insgesamt 3662 Menschen mit dem Virus infiziert. Aktuell werden demnach acht Patienten in Krankenhäusern behandelt, zwei von ihnen intensivmedizinisch beatmet. Landesweit wird die Zahl aktiv erkrankter Menschen auf rund 110 geschätzt. Die Zahl der verstorbenen Corona-Patienten liegt unverändert bei 175. Etwa 3370 Menschen gelten als genesen.

9.28 Uhr: Neuköllns Bürgermeister - „Entsetzt“ über Regelverstöße in Kneipen

Der Bezirksbürgermeister von Neukölln hat sich „entsetzt“ über Regelverstöße vieler Kneipenbetreiber in Corona-Zeiten gezeigt. Das Ergebnis verstärkter Kontrollen rund um Weser- und Weichselstraße am Wochenende sei „ernüchternd“, schrieb der SPD-Politiker Martin Hikel am Dienstagmorgen auf seiner Facebookseite. „Genau in einer Bar gab es keinerlei Beanstandung - in allen anderen hatten Ordnungsamt und Polizei alle Hände voll zu tun: 15 Verstöße wurden gegen die Infektionsschutzverordnung, weil keine Kontaktlisten geführt oder kein Mundschutz getragen wurde.“

Hikel ergänzte, er halte es für nicht nachvollziehbar, „dass sich unsere Mitarbeitenden von vielen Gästen Vorträge über Corona-Verschwörungstheorien anhören mussten“. Die Pandemie-Regeln seien zur Bewältigung der Pandemie gedacht und „keine Schikane des Ordnungsamtes oder des Gesundheitsamtes“. Er hoffe auf einen Lerneffekt durch die Kontrollen und Bußgelder, so Hikel. „Gerade die Gastronomie sollte wissen, was ein weiterer Lockdown bedeuten würde.“

8.23 Uhr: Kalayci - Kein allgemeines Alkoholverbot in Berlin angedacht

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat Überlegungen zu einem möglichen Alkoholverbot in Berlin wegen der Corona-Pandemie konkretisiert. „Es geht hier nicht um ein allgemeines Alkoholverbot“, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag im RBB-Inforadio. „Das wäre ja auch Quatsch.“ Wenn jemand gepflegt am Tisch sitze, die Abstandsregeln einhalte und Wein trinke, könne man nichts dagegen haben. Problematisch seien trotz der frischen Luft hingegen Straßenzüge, wo sich Menschenmassen aufhielten und beim Trinken Partyatmosphäre entstehe.

Die Senatorin verwies auf das Vorgehen anderer Bundesländer: So habe etwa Hamburg für einzelne Straßenzüge quasi ein Ausschankverbot nach Außen verhängt. Auch in Bayern gebe es Bereiche, in denen ähnliche Regelungen auf den Weg gebracht worden seien. Über das Thema müsse man dann nachdenken, wenn die Infektionszahlen weiter deutlich stiegen, betonte Kalayci. Die Politikerin hatte zuvor Nachlässigkeiten von Gastronomen im Umgang mit den Corona-Regelungen kritisiert.

7.32 Uhr: Zalando verdient in Corona-Krise deutlich mehr

Der Modehändler Zalando hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg von 45,5 Millionen auf 122,6 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wurde mit 211,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Zalando profitierte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von deutlich mehr Bestellungen der Kunden über das Internet. Der Umsatz stieg daher um 27,4 Prozent auf gut 2 Milliarden Euro. Die Prognose für 2020 bekräftigte das Unternehmen.

6.16 Uhr: Campingbranche mit dem Sommer zufrieden

Viele Urlauber haben in diesem Sommer das Hotelbuffet gegen den Campingkocher eingetauscht. „Camping hat eine nie da gewesene Nachfrage“, bestätigt der Vizepräsident des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Brandenburg (BVCD), Jörg Klofski, der Deutschen Presse-Agentur. Zwar hätten die Betreiber durch die Corona-Pandemie mit Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten große Teile des Kerngeschäfts verloren. Die Entwicklung danach sei aber „mehr als positiv“. Der Juni 2020 sei besser als der Vorjahresmonat, im Juli zeichne sich eine ähnliche Entwicklung ab.

5.40 Uhr: Händler der City West - "Am liebsten jeden Sonntag öffnen"

Geschäftsleute in der City West begrüßen den Vorschlag von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), zumindest einen Sonntag im Monat die Geschäfte Berlins zu öffnen. Kunden und Unternehmen könnten während der Corona-Krise von mehr Sonntagsöffnungen profitieren, so die Überzeugung von Händlern und Hoteliers. „Wir freuen uns über den Vorstoß. Am liebsten würden wir aber jeden Sonntag öffnen dürfen“, sagt Uwe Timm, Manager des Europa-Centers und Vorstandsmitglied des Händlerverbands AG City.

Momentan ist es Geschäften in Berlin erlaubt, jedes Jahr an zehn Sonntagen zu öffnen – allerdings nur, wenn es einen Anlass wie eine Großveranstaltung in der Nähe gibt. Doch Veranstaltungen fallen wegen der Pandemie bis in den Herbst hinein aus. Eben dieses Argument führt die Wirtschaftssenatorin an, um für monatliche Sonntagsöffnungen zu plädieren.

5.01 Uhr: Veranstalter - Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz trotz Corona

Die Städte bereiten sich schon im Hochsommer auf den Budenzauber zu Weihnachten vor - auch in Berlin laufen die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz auf Hochtouren. Geht es nach dem zuständigen Bezirk und den Veranstaltern, soll in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie mit Glühwein angestoßen werden können. „Wir gehen davon aus, dass der Weihnachtsmarkt wie gewohnt stattfindet“, sagte Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City, die den Markt veranstaltet.

Nach Angaben des stellvertretenden Charlottenburger Bezirksbürgermeisters und Stadtrats Arne Herz (CDU) wird der Markt seit Mai intensiv geplant. Um die Abstandsregelungen einhalten zu können, werde eine Vergrößerung der Fläche geprüft. Auch weniger Buden seien denkbar, sagte Meier. Endgültig soll darüber in den kommenden Wochen entschieden werden. Die Durchführung des Marktes soll ein deutliches Zeichen an die Schaustellerbranche sein, sagte Stadtrat Herz. Diese beklagt große Einbußen. „Das Wegbrechen der Weihnachtsmärkte wäre katastrophal“, sagte Meier.

3.43 Uhr: Senat berät über den Schulstart und über die Zukunft der Kinos

Wie die Berliner Schulen auf das neue Schuljahr vorbereitet sind, ist am Dienstag (10 Uhr) ein Thema bei der Sitzung des Senats. In Berlin hat am Montag der Unterricht nach den Sommerferien wieder begonnen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will zum Thema Chancengerechtigkeit an Schulen in Zeiten von Corona Stellung nehmen.

Ein weiteres Thema soll die Personalausstattung der Ordnungsämter sein. Es gibt Überlegungen, die Zahl der Außendienstmitarbeiter deutlich aufzustocken, nicht zuletzt, weil auf die Ordnungsämter während der Corona-Krise zahlreiche zusätzliche Aufgaben zugekommen sind.

Auch mit der Zukunft der Kinobetreiber will sich der Senat ein weiteres Mal beschäftigen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welchen Abstand Kinobesucher künftig einhalten müssen. Durch die Abstandsregeln ist die Besucherzahl deutlich begrenzt, für die Kinobetreiber hat das wirtschaftlich erhebliche Folgen. Ein kleinerer Abstand würde wieder größere Umsätze ermöglichen.

3.31 Uhr: Kabinett entscheidet über Maskenpflicht an Brandenburger Schulen

Nach dem Ende der Sommerferien entscheidet das Kabinett über Anpassungen bei den Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dazu gehöre die Verordnung zu Großveranstaltungen, die Quarantäne-Verordnung und die Umgangsverordnung, berichtete eine Sprecherin des Presseamts der Staatskanzlei. Über die Einzelheiten wollen Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Innenminister Michael Stübgen (CDU) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag (15 Uhr) in der Staatskanzlei berichten.

Beschlossen werden soll im Kabinett auf jeden Fall die Maskenpflicht in den Schulen außerhalb von Unterrichtsräumen und Pausenhöfen. Dies hatten Nonnemacher und Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) bereits in der vergangenen Woche angekündigt.

+++ Montag, 10.08.2020 +++

Die wichtigsten Corona-News in Berlin am Montag

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19.40 Uhr: Corona-Ampel springt bei R-Wert auf Gelb

Bei einer Reproduktionszahl von 1,27 steht inzwischen eine der drei Corona-Ampeln auf Gelb, die anderen beiden Indikatoren weiterhin auf Grün. Neben der Reproduktionszahl zeigt die Ampel Neuinfektionen und die benötigten Plätze für Covid-19-Patienten auf Intensivstationen.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner beträgt den Angaben zufolge 9,6 - weit unter der kritischen Menge von 20 und mehr auf 100.000 Einwohner pro Woche.

Der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen erreicht gegenwärtig 1,1 Prozent; hier begänne der gelbe Bereich bei 15 Prozent aufwärts. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen.

19.30 Uhr: 42 bestätigte Neuinfektionen in Berlin

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 224. 42 neue Infektionen wurden bestätigt, 10 waren es am Sonntag. 531 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 537 waren es am Sonntag. 8984 Menschen sind inzwischen genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 15, ein Mensch mehr als am Vortag. Insgesamt liegen 37 Menschen in Krankenhäusern und damit ein Patient mehr als am Vortag.

Die Fallzahlen in den Berliner Bezirken

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 976 (+7) 887
Friedrichshain-Kreuzberg 803 (+0) 740
Lichtenberg 549 (+0) 504
Marzahn-Hellersdorf 545 (+4) 513
Mitte 1465 (+9) 1344
Neukölln 1213 (+19) 1101
Pankow 876 (+1) 806
Reinickendorf 754 (+1) 704
Spandau 545 (+0) 502
Steglitz-Zehlendorf 659 (+0) 628
Tempelhof-Schöneberg 913 (+1) 845
Treptow-Köpenick 441 (+0) 410
Summe 9739 (+42) 8984

Quelle: Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

16.30 Uhr: Kabinett entscheidet über Maskenpflicht an Brandenburger Schulen

Nach dem Ende der Sommerferien entscheidet das Brandenburger Kabinett über Anpassungen bei den Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dazu gehöre die Verordnung zu Großveranstaltungen, die Quarantäne-Verordnung und die Umgangsverordnung, berichtete eine Sprecherin des Presseamts der Staatskanzlei. Über die Einzelheiten wollen Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Innenminister Michael Stübgen (CDU) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag (15 Uhr) in der Staatskanzlei berichten.

Beschlossen werden soll im Kabinett auf jeden Fall die Maskenpflicht in den Schulen außerhalb von Unterrichtsräumen und Pausenhöfen. Dies hatten Nonnemacher und Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) bereits in der vergangenen Woche angekündigt.

16.19 Uhr: Berliner Chöre dürfen wieder singen

Berliner Chöre können ab sofort unter besonderen Bedingungen wieder proben und bei Konzerten auftreten. Nach der am Montag veröffentlichten Aktualisierung der Corona-Bestimmungen für die Kultur ist das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen wieder erlaubt, wenn bestimmte Hygiene- und Infektionsschutzstandards eingehalten werden. Dabei müssen die Sänger untereinander einen Mindestabstand von zwei Metern in alle Richtungen einhalten, zum Publikum sollten mindestens vier Meter Distanz bestehen, teilte die Kulturverwaltung weiter mit.

Eine wichtige Rolle spielt dabei frische Luft. Die Belüftung müsse spätestens 45 Minuten vor Beginn der Probe oder der Vorstellung beginnen und bis zum Ende eingehalten werden. Aufführungen und Proben dürften nicht länger als eine Stunde dauern. Die Lüftungstechnik müsse stets einen ausreichenden Luftaustausch sicherstellen. Den Besuchern wird empfohlen, ihre Masken nicht nur wie bereits beschlossen bis zum Sitzplatz, sondern wenn möglich das ganze Konzert zu tragen.

Am 21. Juli hatte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) die nun vorliegende Anpassung der Corona-Regelungen für Chöre angekündigt. Musikverbände und die evangelische Kirche hatten zuvor das Chorverbot als unverhältnismäßig kritisiert.

Beim Singen können sogenannte Aerosole, also Gemische aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen, bis zu eineinhalb Meter nach vorne ausgestoßen werden. Dies haben Wissenschaftler der Universitätskliniken München und Erlangen in einer Versuchsreihe mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks (BR) entdeckt.

16.01 Uhr: Bildungssenatorin Scheeres will Hygeniebeirat berufen

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will einen Hygeniebeirat berufen. Mitglieder für das Gremium, das über Fragen des Infektionsschutzes während der Corona-Krise beraten soll, könnten zum Beispiel aus der Wissenschaft, aus dem Landesverband der Kinderärzte oder auch aus dem Landeselternausschuss kommen, sagte Scheeres am Montag beim Besuch der Nürtingen-Grundschule in Kreuzberg.

Der Landesschülerausschuss forderte, dort ebenfalls vertreten zu sein. „Damit habe ich keine Probleme“, erwiderte Scheeres. Die Schülervertretung hatte einen Streik an den Schulen ins Spiel gebracht, um gegen den Schulstart im Regelbetrieb zu protestieren. Am Samstag kündigten die Schülervertreter an, auf den Streikaufruf zunächst zu verzichten. Sprecherin Lena Werner sagte am Montag, dass die Schüler abwarten wollten, wie es mit dem Hygienebeirat weitergehe. „Der Streik wäre das letzte Mittel“, sagte Werner.

Landeselternausschussvorsitzender Norman Heise sagte, der Hygienebeirat müsse so schnell wie möglich die Arbeit aufnehmen. Es gehe darum, gemeinsam mit der Perspektive der verschiedenen Beteiligten zu beraten, wie der Schulbeginn in Coronazeiten möglichst sicher gestaltet werden könne. Das Gremium müsse sich aber auch Gedanken über die Zeit ab Herbst machen, wenn in den Schulen nicht mehr ohne weiteres regelmäßig gelüftet werden könne und das Risiko von Infektionen steige.

14.22 Uhr: Wirtschaftssenatorin lehnt Alkoholverbot in der Gastronomie ab

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hält ein Alkoholverbot in der Gastronomie, um die Infektionszahlen zu senken, für nicht zielführend. „Das Ziel ist, die Zahl der Neuinfektionen niedrig zu halten“, sagte Pop der Berliner Morgenpost. Alle seien in der Verantwortung, sich an Abstands-, Schutz- und Hygienemaßnahmen zu halten. „Prohibitionsdiskussionen helfen allerdings nicht weiter. Polizei und Ordnungsamt müssen die Regeln durchsetzen.“

Kalayci hatte am Montag im Interview mit der Berliner Morgenpost ein Alkoholverbot ins Spiel gebracht. „Ich finde es inzwischen auch richtig, über ein Alkoholverbot nachzudenken, wenn sich die Disziplin in den Gaststätten nicht verbessert“, sagte sie. „Denn offenbar sorgt der Alkohol dafür, dass die Menschen nachlässiger werden.“ Das führe dazu, dass sich die Infektionen weiter ausbreiten.

12.55 Uhr: Urteil - Mindestabstand darf in Schulen aufgehoben werden

In einem Eilverfahren entschied das Berliner Verwaltungsgericht, dass der Mindestabstand von 1,5 Meter in den Berliner Schulen aufgehoben werden darf, der ansonsten in der Öffentlichkeit gilt. Zwei Berliner Schülerinnen und ihre Eltern hatten vor Gericht eingefordert, dass der Mindestabstand auch in Schulen einzuhalten sei, um „effektiv vor dem Coronavirus zu schützen“, wie es in der Presseerklärung des Verwaltungsgerichts heißt.

Das Gericht sah das anders. Die Richter entschieden, das Land Berlin dürfe den Mindestabstand aufheben, „um dem staatlichen Bildungsauftrag gerecht zu werden“. Effektiver Präsenzunterricht für alle sei aufgrund von Raum- und Lehrkräftemangel nur „in voller Klassenstärke“ möglich. Der Musterhygieneplan für die Schulen habe viele schützende Momente bei der Hygiene eingebaut, außerdem sei eine Maskenpflicht auf den Gängen der Schulen verpflichtend. Nun können die Schüler und Eltern Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einreichen.

11.51 Uhr: Corona-Stichprobe bei bis zu 4000 Kindern und Jugendlichen in Brandenburg gestartet

Mit dem Beginn des Regelbetriebs an den Brandenburger Schulen hat die Brandenburger Landesregierung auch die Corona-Tests für Kita- und Schulkinder gestartet. Bis Ende August sollen in einer Stichprobe ein Prozent der Kinder und Jugendlichen auf das Coronavirus getestet werden, wie das Gesundheits- und das Bildungsministerium am Montag mitteilten. Die freiwilligen Tests betreffen 2944 Schüler und 1074 Kita-Kinder. Dazu seien landesweit 12 Kitas und 72 Schulen ausgewählt worden. Die Testungen sollen mit einem Berechtigungsschein bei den Hausärzten vorgenommen werden.

„Mit den Stichproben möchten wir mehr über die Ausbreitung des Virus in dieser Altersgruppe in Brandenburg erfahren“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). „Der Zeitpunkt direkt nach der Reisezeit und zu Beginn des Schuljahres ist dafür genau richtig, da jetzt das Infektionsrisiko wieder steigt.“ Die Ergebnisse der Stichproben sollen bei der Anordnung von Corona-Maßnahmen berücksichtigt werden. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) erklärte, mit den Testungen werde der Normalbetrieb in den Kitas und Schulen flankiert.

11.01 Uhr: Bildungssenatorin verteidigt Regeln zur Maskenpflicht

Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat den Verzicht auf eine Maskenpflicht im Unterricht verteidigt. Gerade in Lernsituationen sei das schwierig, sagte die SPD-Politikerin beim Besuch der Nürtingen-Grundschule am Montag in Berlin-Kreuzberg. Das gelte vor allem für die kleineren Kinder, wenn deren Mimik nicht zu sehen sei. In der Grundschule hat nach dem Ende der Sommerferien wie in den übrigen Berliner Schulen der Unterricht wieder begonnen.

Klar sei aber, dass es wichtig sei, die Infektionszahlen im Blick zu behalten und den Hygieneplan gegebenenfalls anzupassen, sagte Scheeres. Die Maskenpflicht gilt in Berlin auf Fluren und in Aufenthaltsräumen, aber nicht im Unterricht oder auf dem Schulhof. Die bis zu den Ferien geltende Abstandsregel von 1,50 Meter muss nicht mehr eingehalten werden. Unterrichtet wird in Klassengrößen wie in den Zeiten vor der Corona-Pandemie.

10.57 Uhr: Hort in Potsdam nach Corona-Fall geschlossen - Kinder in Quarantäne

Weil ein Erzieher eines Horts in Potsdam positiv auf das Coronavirus getestet wurde, müssen zahlreiche Grundschüler zum Schulstart zu Hause bleiben. Das städtische Gesundheitsamt habe die Eltern der Kinder, die vergangene Woche in dem Hort Kontakt mit dem Erzieher hatten, am Sonntag informiert, bestätigte Stadtsprecherin Juliane Güldner am Montag. Zuerst hatten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (online) berichtet. Die Zahl der betroffenen Kinder, die nun als Kontaktpersonen ersten Grades in häusliche Quarantäne müssten, sei noch nicht bekannt, sagte Güldner. Der Hort, der sich im Gebäude einer Grundschule in der Potsdamer Innenstadt befindet, sei vom Träger geschlossen worden.

10.49 Uhr: Berlin-Tourismus um mehr als die Hälfte eingebrochen

Die Corona-Krise hat dem Berlin-Tourismus einen schweren Schlag versetzt. Im ersten Halbjahr kamen nicht einmal mehr halb so viele Besucher wie im Vorjahreszeitraum. Wie das Amt für Statistik am Montag mitteilte, waren es 2,7 Millionen Gäste, ein Minus von 59 Prozent. So wenig Besucher kamen zuletzt 2004. Bei ausländischen Urlaubern war der Rückgang noch stärker: Zwei Drittel blieben weg. In ähnlichem Maße sanken jeweils die Übernachtungszahlen: Sie erreichten insgesamt noch 6,5 Millionen. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Berlins und war in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

10.26 Uhr: Nur eine neue Corona-Infektion in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen hat sich in Brandenburg in den vergangenen 24 Stunden nur um einen Fall im Landkreis Teltow-Fläming erhöht. Damit seien seit März insgesamt 3659 Covid-19-Fälle erfasst worden, teilte das Gesundheitsministerium (Stand 08.00 Uhr) mit. Aktuell würden sieben infizierte Patienten stationär behandelt und davon zwei intensivmedizinisch beatmet. Die Zahl der verstorbenen Corona-Patienten liegt unverändert bei 175. Die Zahl der derzeit erkrankten Personen wird auf etwa 120 geschätzt. Etwa 3370 Menschen gelten als genesen, 10 mehr als am Vortag.

10.24 Uhr: Kalayci bekräftigt Überlegungen zu Alkoholverbot

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) machte im Gesundheitsausschuss noch mal klar, wie besorgt sie weiterhin über die Situation in den Gaststätten ist. Die letzten größeren Hotspots in der Stadt hatten immer mit der Gastronomie zu tun. Gerade Alkohol führe dazu, dass die Hygieneregeln nicht mehr eingehalten würden. „Wo Alkohol vorhanden ist, werden die Abstandsregeln schlecht eingehalten“, sagte sie. Sie bekräftigte nochmals, dass man möglicherweise auch über eine zweitweise Alkoholbeschränkung oder –verbot in Gaststätten nachdenken müsse. „Da muss man aber selektiv vorgehen“, sagte sie auch. Das Problem seien die club- und barartigen Situationen, die sich ab und zu ergeben hätten, weniger das normale Restaurant.

Außerdem mahnte sie an, dass die Dokumentationspflicht von Gaststätten und Gästen ernster genommen wird. Sie habe das Gefühl, es sei für „viele eine Lästigkeit“, sagte die Senatorin. Aber die Dokumentation sei entscheidend, um – sollte eine Infektion aufgetreten sein – mögliche Antsteckungswege nachzuverfolgen.

10.16 Uhr: Bereits mehr als tausend Corona-Tests im Schul- und Kita-Bereich

Schul- und Kita-Personal haben die Möglichkeit, sich jederzeit an fünf Teststellen in der Stadt auf das Corona-Virus hin testen zu lassen, wenn sie Sorgen vor einer Infektion haben. Bis zum 31. Juli habe es 1277 solcher Tests aus dem Schul- und Kitabereich an diesen Teststellen gegeben, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Davon seien zwei Personen positiv getestet worden. Im Zuge einer Studie hat es zusätzlich in verschiedenen Schulen schon ein Screening gegeben, dort sind vor den Sommerferien 600 Schulangehörige getestet worden. Darunter sei eine Schülerin positiv getestet worden, sagte Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) im Gesundheitsausschuss.

9.44 Uhr: Trotz Corona: Dicht gedrängt sonnen sich Berliner am Flughafensee

Trotz der Corona-Abstandsregeln haben sich am Wochenende Badegäste dicht an dicht am Flughafensee eingefunden. Der Reinickendorfer Bezirksabgeordnete Felix Schönebeck (CDU) verbreitete ein Video bei Twitter, das die Zustände zeigt. "Warum in die Ferne schweifen und über Reiserückkehrer diskutieren, wenn man Wochenende in Berlin solche Zustände herrschen", schrieb Schönebeck bei Twitter. "Corona scheint vorbei zu sein, anders kann man sich diese Sorglosigkeit nicht erklären."

9.26 Uhr: Zwei Kita-Gruppen in Quarantäne

Zwei Kita-Gruppen sind aktuell in Berlin in Quarantäne, weil eine Corona-Infektion aufgetreten ist. Das sagte Familiensenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Wo genau in der Hauptstadt sich die Kita-Gruppen befinden, sagte sie nicht. Es seien 2600 Kita-Tageseinrichtungen wieder offen, meinte Scheeres. „Eine Pandemie ist keine normale Situation“, betonte sie.

7.21 Uhr: Berliner Theaterleiter - Zweite Welle würde Kultur hart treffen

Nach der monatelangen Zwangspause legen die Berliner Theater langsam wieder los. Die Kudammbühnen beispielsweise wollen ab Mittwoch wieder spielen - allerdings mit deutlich weniger Plätzen. Weil weniger Tickets verkauft werden können, seien sie noch längere Zeit auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Das gelte etwa auch für Kinos. Kultureinrichtungen in Berlin gehörten noch zu den glücklichen. „Was ich aus anderen Städten höre, ist wirklich fatal“, sagte Intendant Martin Woelffer.

Er warnte vor den Konsequenzen bei einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. „Wenn eine nächste Welle kommt, wird die Kultur als erstes geschlossen werden“, sagte Woelffer. Das würde die Szene seiner Einschätzung nach hart treffen. „Da ist eine große Angst.“ Er habe kein Verständnis für Menschen, die gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gingen. „Man muss die Pandemie ernst nehmen.“

6.07 Uhr: Schon 100 positive Tests bei Reiserückkehrern in Berlin

Erst seit vergangenem Mittwoch werden Reiserückkehrer aus sogenannten Risikogebieten in Berlin auf das Coronavirus getestet, doch schon gibt es etliche Fälle: „Durch die Tests an den Berliner Flughäfen und am Zentralen Omnibusbahnhof, am ZOB, haben wir seit Mitte letzter Woche schon 100 positive Corona-Fälle identifizieren können“, sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. „Diese 100 Fälle hätten viel Unheil anrichten können, wenn sie unentdeckt geblieben wären“, so die Senatorin.

Seit vergangenem Sonnabend sind die Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten wie den USA, Brasilien oder der Türkei verpflichtend. Die Kosten dafür übernimmt der Staat. „Wir dürfen diese Kosten für Tests nicht scheuen, denn es geht um die Gesundheit aller Menschen“, betonte die Senatorin. So könne sich das Personal von Kitas und Schulen regelmäßig testen lassen, in Berlin werden jetzt auch die Pflegekräfte in Krankenhäusern und Heimen alle zwei Wochen getestet.

6.04 Uhr: Dilek Kalayci - Berlin ist immer in Gefahr, ein Hotspot zu werden

Angesichts der steigenden Infektionszahlen in Deutschland zeigte sich Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci besorgt. Berlin sei immer in Gefahr, ein Corona-Hotspot zu werden – als Millionen-Metropole, wegen der Enge einer Großstadt und seiner Internationalität. Nach der Auswertung der Infektionszahlen seien in Berlin derzeit 40 Prozent der Corona-Ausbrüche lokalisierbar und damit kontrollierbar. Das bedeute aber auch, dass 60 Prozent nicht lokalisierbar seien, so Kalayci.

6.01 Uhr: Berlins Tourismusbranche ist noch weit von altem Niveau entfernt

Die Berliner Tourismusbranche steckt noch in der Corona-Krise. Nach zwei erfolgreichen Monaten Anfang des Jahres habe es mit dem Lockdown im März einen Absturz bis fast auf null gegeben, sagte Burkhard Kieker, Chef der Berliner Tourismusgesellschaft Visit Berlin, der Deutschen Presse-Agentur. Seit Juni gebe es eine deutliche Erholung. „Wir sind derzeit bei 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Kieker. Dieses Niveau bei den Gästezahlen erwarte er auch für die zweite Jahreshälfte.

Im Vergleich zu manchen anderen Städten stehe Berlin damit noch gut da, sagte Kieker. „Das liegt daran, dass wir auch bei deutschen Touristen sehr beliebt sind.“ Es gebe schon wieder Gäste vor allem aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich, die nach Berlin kämen, sagte Kieker. Auch aus Großbritannien sei das zu beobachten. „Aber viele europäische Gäste fehlen noch.“ Touristen aus Italien und Spanien etwa reisten noch kaum wieder in die deutsche Hauptstadt. „Der Sommer war ungefähr wie erwartet“, sagte Kieker. „Wir blicken skeptisch in den Herbst.“

5.48 Uhr: Mehr Personal für Gaststätten-Kontrollen gefordert - Nachdenken über Alkoholverbot

Besonders große Sorgen machen Dilek Kalayci die Gaststätten und Bars, wo sich die Verantwortlichen nicht an die Dokumentationspflicht hielten. Die Zahlen zeigten, dass die Gaststätten als Infektionsort schon zwölf Prozent aller Neuinfektionen ausmachten. Nach Angaben der Gesundheitssenatorin verstärken Innensenator Andreas Geisel (SPD) und die Bezirke derzeit die Ordnungsämter personell, um mehr Restaurants, Bars oder Biergärten auf die Einhaltung der Corona-Regel kontrollieren zu können.

„Es müssen auch konsequent Bußgelder verhängt werden“, forderte Senatorin Kalayci. Sie habe „absolut kein Verständnis“ für Gastronomen, die die Dokumentationspflicht vernachlässigten oder die Abstandsregeln in ihren Räumen nicht durchsetzten. Wenn sich das nicht ändere, müsse dies auch Konsequenzen haben. „Ich finde es inzwischen auch richtig, über ein Alkoholverbot nachzudenken, wenn sich die Disziplin in den Gaststätten nicht verbessert“, so die Senatorin.

5.31 Uhr: Neues Schuljahr steht ganz im Zeichen der Corona-Pandemie

Nach den Sommerferien beginnt in Berlins Schulen am Montag wieder der Unterricht. Das neue Schuljahr 2020/2021 steht ganz im Zeichen der Corona-Pandemie, wegen der die Schulen in der zweiten Hälfte des vergangenen Schuljahres wochenlang geschlossen waren. Nachdem es anschließend bis zu den Ferien eine Mischung aus Präsenzunterricht in kleinen Gruppen und Lernen zu Hause gab, sollen die Schulen nun wieder im Regelbetrieb öffnen.

Ob allerdings in Corona-Zeiten ein weitgehend normaler Unterricht mit rund 370.000 Schülern funktioniert, ist offen. Die Lehrergewerkschaft GEW hält das für illusorisch und nennt die Pläne mit Blick auf Infektionsgefahren fahrlässig.

Die Opposition im Abgeordnetenhaus hält die Vorbereitungen ebenfalls für unzureichend. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ließ dagegen am Wochenende erklären: „Berlin geht verantwortungsbewusst ins neue Schuljahr.“

Bei vollen Schulen sind 1,5 Meter Mindestabstand nicht einzuhalten. Daher gilt dies nicht mehr. Stattdessen beschloss der Senat eine Maskenpflicht für Schulgebäude, die Lehrer und Schüler einzuhalten haben. Sie kommt auf Fluren, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen zum Tragen, nicht jedoch im Unterricht oder auf dem Schulhof - und auch nicht bei der Hortbetreuung.

Weitere Maßnahmen zum Schutz vor Sars-CoV-2 sind in einem landesweiten Musterhygieneplan und individuellen Schulplänen verankert. Demnach müssen Regeln wie regelmäßiges Händewaschen, regelmäßige Reinigung oder regelmäßiges Lüften der Räume eingehalten werden. Feste Lerngruppen, die möglichst in einem Raum verbleiben, sollen dafür sorgen, dass es wenig Begegnung und Austausch zum Beispiel mit Schülern außerhalb der eigenen Klasse gibt.

5.41 Uhr: Kalayci skeptisch gegenüber einer möglichen Rückkehr von Fußball-Fans

Dilek Kalayci zeigt sich skeptisch gegenüber einer möglichen Rückkehr von Fußball-Fans in die Stadien. Wie berichtet, hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) ein Konzept dafür vorgelegt, das unter anderem die Testung aller Besucher vorsieht. An diesem Montag wollen sich die Gesundheitsminister aller Bundesländer auf ihrer Konferenz darüber austauschen. „Wir haben aber nicht vor, einen Beschluss zum Hygienekonzept der DFL zu fassen“, sagte Kalayci, die derzeit Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz ist.

Die Mehrheit der Minister sehe das DFL-Konzept kritisch. „Ganz besonders, weil vor und nach dem Spiel niemand große Menschenansammlungen und Alkoholkonsum ausschließen und kontrollieren kann“, sagte die SPD-Politikerin. Man brauche die Testkapazitäten außerdem in vielen anderen Bereichen – in den Schulen, Kitas, Pflegeheimen, Krankenhäusern und für die Reiserückkehrer. „Daher steht nach meiner jetzigen Einschätzung der Profifußball auf der Prioritätenliste der Gesundheitsminister nicht ganz oben“, so Kalayci.

4.13 Uhr: ISS-Schulleiterin hält Regelbetrieb in Corona-Zeiten für falsch

Die Berliner Lehrer-Vertreterin Miriam Pech hat den Start in das neuen Schuljahr im Regelbetrieb trotz Corona-Pandemie kritisiert. „Ich halte diesen Einstieg für falsch“, sagte die Vorsitzende der Vereinigung der Schulleiter von integrierten Sekundarschulen (ISS) der Deutschen Presse-Agentur. Aus ihrer Sicht wäre eine Mischung aus Präsenz- und digitalem Unterricht die bessere Variante gewesen.

Pech verwies darauf, dass am Montag auf einen Schlag Schüler, Lehrkräfte, Sozialarbeiter und andere Mitarbeiter in vielfach enge Räume in den Schulen zurückkehren. „Und niemand weiß, wo sie herkommen, wo sie im Urlaub waren, welche Kontakte sie hatten.“ Zwar sei die Maskenpflicht in Schulgebäuden - Ausnahme ist der Unterricht - aus ihrer Sicht richtig, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Aber andere Hygienevorgaben seien kaum umsetzbar.

So sind Pech zufolge feste Lerngruppen schon deshalb kaum möglich, weil es Wahlpflichtfächer wie die zweite Fremdsprache gebe - und sich dann Schüler unterschiedlicher Klassen mischten. Das Ein-Raum-Prinzip habe zur Folge, das zum Beispiel Experimente in Biologie oder Chemie nicht mehr möglich seien. Schließlich fehlten viele Lehrer, die sich zur Risikogruppe zählten.

Sonntag, 9. August 2020

Die wichtigsten Corona-News in Berlin am Sonntag

Kultursenator fordert Theater und Konzerte im Freien
Corona-Langzeitschäden - Ein halbes Jahr in einem Atemzug
Polizei beendet erneut Party in Hasenheide

20.50 Uhr: Schulstart in Berlin und Brandenburg mit Schutzmaßnahmen

An diesem Montag beginnt in Berlin das neue Schuljahr für rund 370.000 Schüler mit einem Hygienekonzept – ohne Mindestabstand, dafür mit Maskenpflicht in Schulgebäuden, außer im Unterricht. Auch in Brandenburg kehren die Schüler zurück. Dort gilt in Fluren, Treppenhäusern und Mensen eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer, aber nicht in Klassenräumen und auf Schulhöfen. Weil das Potsdamer Kabinett erst am Dienstag über die Corona-Verordnung berät, ist der Mund-Nasen-Schutz in Schulen zunächst freiwillig. Im Hygieneplan ist ein Mindestabstand von 1,50 Meter für Lehrer untereinander festgeschrieben, nicht aber für Schüler. In Berlins Schulen gilt der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht mehr.

18.40 Uhr: R-Wert liegt bei 1,21 - Corona-Ampel könnte auf Gelb springen

Der sogenannte R-Wert liegt in Berlin aktuell bei 1,21 und damit über der kritischen Schwelle von 1,1. Würde er drei Mal hintereinander diese Zahl erreichen oder überschreiten, spränge die Ampel auf Gelb. Das könnte schon am Montag der Fall sein.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner beträgt den Angaben zufolge unverändert 8,8 - weit unter der kritischen Menge von 20 und mehr auf 10. 000 Einwohner pro Woche. Der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen erreicht gegenwärtig 1,1 Prozent; hier begänne der gelbe Bereich bei 15 Prozent aufwärts.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen.

18.30 Uhr: Zehn neue Corona-Infektionen in Berlin bestätigt

Zehn neue Infektionen sind in Berlin bestätigt worden, 48 waren es gestern. 537 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 555 waren es gestern. 8936 Menschen sind inzwischen genesen.


Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 14, zwei weniger als am Vortag. Insgesamt liegen 36 Menschen in Krankenhäusern und damit drei Patienten weniger als am Vortag.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,21 weiter auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen auch auf Grün.

Die Corona-Zahlen in den Berliner Bezirken

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 969 (+0) 884
Friedrichshain-Kreuzberg 803 (+0) 737
Lichtenberg 549 (+0) 503
Marzahn-Hellersdorf 541 (+1) 511
Mitte 1456 (+0) 1331
Neukölln 1194 (+0) 1092
Pankow 875 (+0) 804
Reinickendorf 753 (+5) 702
Spandau 545 (+1) 495
Steglitz-Zehlendorf 659 (+0) 626
Tempelhof-Schöneberg 912 (+3) 842
Treptow-Köpenick 441 (+0) 409
Summe 9697 (+10) 8936

Quelle: Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

15.36 Uhr: Weniger neue Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg ist die Zahl neuer Corona-Infektionen zuletzt gesunken. Innerhalb von 24 Stunden wurden vier neue Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. An den beiden Vortagen wurden jeweils 16 neue Fälle gemeldet. Frankfurt (Oder), Oberhavel, Oder-Spree und Teltow-Fläming meldeten jeweils eine Neuinfektion. Allerdings könne es auch sein, dass manche Kreise oder kreisfreien Städte neue Infektionen wegen des Wochenendes verzögert melden.

Die Zahl der verstorbenen Corona-Patienten liegt bislang bei 175. Insgesamt gibt es 3658 bestätigte Corona-Infektionen im Land. Die Zahl der derzeit erkrankten Personen wird auf etwa 120 geschätzt. Etwa 3360 Menschen gelten als genesen.

10 Uhr: Senator Lederer - Behörden sollen mehr Kultur im Freien ermöglichen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer fordert mehr Kulanz der Behörden, um der unter Corona-Beschränkungen leidenden Kulturszene mehr Auftrittsmöglichkeiten im Freien zu gestatten. „Die Krise zwingt alle Beteiligten, noch einmal stärker darüber nachdenken, wie wir unter freiem Himmel Aktivitäten ermöglichen, die in geschlossenen Räumen derzeit nicht gehen“, sagte der Linke-Politiker im Interview unserer Zeitung. „Das betrifft nicht nur Clubs, sondern auch bildende Künste, Theater oder Straßenmusik.“

Bei vielen Ordnungsämtern und auch in einem landeseigenen Betrieb wie der Grün Berlin werde viel zu sehr „Business as usual“ betrieben, kritisierte Lederer. „Mit Blick auf Emissionsschutz, Grünflächenrecht etc. schreiten die Behörden sehr rigoros ein und unterbinden so etwas. Dafür fehlt mir schlicht das Verständnis“, so der Senator. „Gerade in der Pandemie-Situation muss man kulanter sein. Mit der Außengastronomie sind das die Ämter ja auch.“

Auf die Frage, ob es so etwas wie ein Recht auf kulturelle Nutzung des öffentlichen Raumes geben sollte, antworte Lederer. „Absolut.“ Er gehe davon aus, dass Aktivitäten wie „unverstärkte“ Musik an belebten Orten geduldet werden können. „Das kann, das darf, kein Problem sein.“

Gerade das Tempelhofer Feld biete große Möglichkeiten für kleinere Musik- oder Theateraufführungen. „Es kommt aber immer darauf an, an wen man gerät, und ob das Menschen sind, die ein Verständnis, ein Herz und ein Gefühl dafür haben, was die DNA Berlins ausmacht, und Dinge ermöglichen wollen.“ Er wolle da weiter dranbleiben und für einen entspannteren Umgang für Kunst im öffentlichen Raum werben. Lesen Sie das ganze Interview im Wortlaut hier.

9.58 Uhr: Dritter Test bei Cottbuser Familie nach Mallorca-Urlaub negativ

Die vierköpfige Familie aus Cottbus, die vor mehr als zwei Wochen auf Mallorca im Urlaub war und sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatte, darf die Quarantäne beenden. Ein dritter Test, der am Freitag vorgenommen worden war, ist negativ, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Zuvor waren zwei Tests auf das Coronavirus positiv ausgefallen. Die Familie war damit nach ihrer Rückkehr mehr als zwei Wochen in häuslicher Quarantäne.

Alle Kontaktpersonen der Familie in Cottbus sind nach Angaben der Stadt ermittelt worden. Das Gesundheitsamt hat demnach acht Menschen aus dem Umfeld der Urlauber gefunden. Alle wurden negativ auf das Virus getestet, für sie wurde aber vorsorglich die häusliche Quarantäne angeordnet.

Insgesamt befinden sich derzeit den Angaben nach zwölf Menschen, Reiserückkehrer und zurückgekehrte Studenten in häuslicher Quarantäne. Die Stadt meldete bislang 43 Infektionsfälle.

8.35 Uhr: Bericht: Hertha könnte auf Zuschauer bis Ende Oktober verzichten

Hertha BSC denkt einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge darüber nach, auch bei einer möglichen Teilrückkehr von Fans bis Ende Oktober ganz auf Zuschauer zu verzichten. Grund dafür sind die Maßnahmen in Berlin, wonach unter anderem eine Obergrenze von 5000 Personen für Großveranstaltungen bis zum 24. Oktober gilt. „Zu wenig für Hertha BSC“, schrieb das Blatt.

Die Kosten seien dann zu hoch. Sollte die Zahl der möglichen Zuschauer angehoben werden, könnte sich das ändern. Um auf eine schwarze Null zu kommen, müssten mindestens 15.000 Zuschauer kommen, hieß in der „BamS“ laut einer clubinternen Hertha-Rechnung. Die Erstfassung des Hygiene- und Sicherheitskonzepts des Fußball-Bundesligisten soll in dieser Woche vorliegen. Demnach sei das Ziel, trotz Coronavirus-Pandemie weit mehr als 15.000 Zuschauer in das Olympiastadion zu bekommen.

6.11 Uhr: Polizei beendet erneut Party in Hasenheide

Erneut hat die Berliner Polizei eine illegale Party im Volkspark Hasenheide im Bezirk Neukölln aufgelöst. An mehreren Stellen hatten sich in der Nacht zu Sonntag feiernde junge Menschen in kleineren und größeren Gruppen auf den Wiesen der Grünanlage versammelt. Eine Party mit rund 200 Teilnehmern, von denen die Hälfte dicht beieinander und ohne Masken um eine Musikanlage mit einem DJ herum tanzte, wurde gegen 3 Uhr von Polizisten beendet. Sie nahmen eine große Lautsprecherbox mit, woraufhin sich die meisten Menschen zerstreuten. Auf anderen Wiesen wurde in kleineren Gruppen weiter gefeiert oder getrunken.

Wegen der Schließung der Clubs während der Corona-Pandemie hatten sich seit Beginn des Sommers immer wieder feiernden Menschen zu Partys in Parks verabredet. Anfangs war das die Hasenheide, später auch der Mauerpark, der Park am Gleisdreieck, der Treptower Park und weitere Grünanlagen. Im Juli feierten allein in der Hasenheide rund 3000 Menschen an einem Wochenende, bis die Polizei kam.

Die Orte würden inzwischen immer wieder wechseln, hieß es kürzlich von der Polizei. Um ungestört zu feiern, wich die Partyszene zuletzt sogar in ein verlassenes Kasernengebäude bei Wünsdorf (Teltow-Fläming) in Brandenburg aus. Die Veranstaltung mit rund 600 Teilnehmern wurde trotzdem entdeckt und von der Polizei beendet.

+++ Sonnabend, 8. August 2020 +++

18.50 Uhr: 48 neue Corona-Infektionen in Berlin - 555 aktuelle Fälle

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 224. 48 neue Infektionen wurden am Sonnabend bestätigt, 97 waren es am Freitag. 555 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 527 waren es am Freitag. 8908 Menschen sind inzwischen genesen.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt wie am Vortag 16. Insgesamt liegen 39 Menschen in Krankenhäusern und damit zwei Patienten mehr als am Vortag.

Die Corona-Ampel zeigt laut Gesundheitsverwaltung weiterhin bei allen drei Indikatoren Grün. Bei den Indikatoren geht es um die Reproduktionszahl - sie zeigt die Dynamik des Infektionsgeschehens - sowie Neuinfektionen und die benötigten Plätze für Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. Der sogenannte R-Wert liegt aktuell bei 1,1 und damit genau an der kritischen Schwelle. Würde er drei Mal hintereinander diese Zahl erreichen oder überschreiten, spränge die Ampel auf Gelb.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner beträgt den Angaben zufolge 8,8 - weit unter der kritischen Menge von 20 und mehr auf 100.000 Einwohner pro Woche. Der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen erreicht gegenwärtig 1,2 Prozent; hier begänne der gelbe Bereich bei 15 Prozent aufwärts.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen.

Unter den Bezirken verzeichnet unverändert Mitte mit 1456 die meisten bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2, es folgen Neukölln (1194) und Charlottenburg-Wilmersdorf (969).

Die Corona-Zahlen in den Berliner Bezirken

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 969 (+0) 882
Friedrichshain-Kreuzberg 803 (+14) 733
Lichtenberg 549 (+4) 501
Marzahn-Hellersdorf 540 (+3) 510
Mitte 1456 (+15) 1327
Neukölln 1194 (+1) 1088
Pankow 875 (+3) 803
Reinickendorf 748 (+0) 702
Spandau 544 (+3) 491
Steglitz-Zehlendorf 659 (+2) 624
Tempelhof-Schöneberg 909 (+3) 839
Treptow-Köpenick 441 (+0) 408
Summe 9687 (+48) 8908

Quelle: Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

17.21 Uhr: Corona-Testpflicht weitgehend reibungslos angelaufen

Der seit Samstag geltenden Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten in Berlin sind offenbar viele Reisende nachgekommen. An den Teststellen auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld und auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) lief dies nach Angaben der Gesundheitsverwaltung weitgehend reibungslos. Nur vereinzelt entstanden demnach Schlangen vor den Teststellen. „Die Teststellen sind gut vorbereitet“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).

In Schönefeld berichteten Reisende, die Testungen seien unkompliziert und die Mitarbeiter freundlich gewesen. Einige wünschten sich eine bessere Ausschilderung der Teststelle. Ankömmlinge aus Mallorca wurden abgewiesen. Die spanische Ferieninsel gehört nicht zu den Risikogebieten.

Am ZOB ließen sich bis zum Nachmittag laut Gesundheitsverwaltung 240 Menschen testen. Das waren deutlich mehr als im Durchschnitt der letzten Tage, als die Tests noch freiwillig waren. Aktuelle Zahlen zu den Flughäfen lagen für Samstag nicht vor.

Allerdings teilte die Gesundheitsverwaltung mit, dass sich seit Eröffnung der Teststellen in Tegel (29. Juli) und Schönefeld (31. Juli) an beiden Flughäfen bis Freitag mehr als 6000 Reisende freiwillig testen ließen. Mehr als 100 seien mit dem Coronavirus infiziert gewesen.

Rückkehrer aus Risikogebieten, die nicht schon bei der Einreise ein aktuelles negatives Test-Ergebnis vorweisen können, müssen sich testen lassen. Dies ist bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos möglich, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht. Die Tests sollen direkt an Flughäfen zu machen sein, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten.

15.51 Uhr: Berliner Bildungssenatorin gegen Maskenpflicht im Unterricht

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat Forderungen nach einer Maskenpflicht im Schulunterricht zurückgewiesen, aber auf die Möglichkeit freiwilliger Lösungen verwiesen. „Wir waren das erste Bundesland, das eine Maskenpflicht in der Schule beschlossen hat. Inzwischen gehen die meisten Bundesländer den Weg, im Schulgebäude Maskenpflicht, im Unterricht ohne Maske“, sagte ein Sprecher.

„Gegen eine Maskenpflicht im Unterricht sprechen sich auch Kinderärzte und Kinderpsychologen aus.“ Auf Wunsch der Eltern könne sich eine Klasse aber darauf verständigen, Mund-Nasen-Schutze zu tragen. Auch die Lehrkräfte könnten dies tun. Ein anderer Weg wäre ein Beschluss der Schulkonferenz dazu.

15.18 Uhr: Hamburgs Bürgermeister Tschentscher: Corona-Demo wie in Berlin wäre in Hamburg verboten

Eine Demonstration wie die der Gegner von Corona-Regeln in Berlin mit etwa 20.000 Teilnehmern würde nach Ansicht von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in der Hansestadt niemals erlaubt werden. „Demonstrationen in einem so großen Rahmen wie in Berlin und ohne die erforderlichen Vorkehrungen zum Infektionsschutz sind nicht vertretbar, und zwar unabhängig von der Botschaft. Das würden wir in Hamburg nicht zulassen“, sagte Tschentscher in einem Interview der „Welt am Sonntag“.

Dabei gehe es nicht um das Negieren des Demonstrationsrechts. Die Demokratie sei ja nicht außer Kraft gesetzt. „Wir erwarten aber, und das ist auch von Gerichten bestätigt, in jedem Einzelfall eine Abwägung des Interesses der Anmelder einer Versammlung mit dem gebotenen Infektionsschutz.“

In Berlin hatten am vergangenen Wochenende Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, hatte die Polizei die Kundgebung aufgelöst.

14.57 Uhr: Elternvertretungen fordern Maske im Unterricht, CDU will mehr Tests

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres am Montag im Regelbetrieb mehren sich Forderungen nach Nachbesserungen an den Schutz- und Hygienekonzepten in der Corona-Pandemie. Nach Ansicht der Berliner Elternvertretungen sollten Schüler und Lehrer in der ersten Schulwoche auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen - bisher ist das in Schulgebäuden lediglich auf Fluren, in der Toilette, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen vorgesehen.

Der Landeselternausschuss und die zwölf Bezirksausschüsse forderten am Sonnabend zudem, den Schulen freizustellen, in den ersten ein oder zwei Schulwochen auf einen Plan B umzuschwenken, also mit reduzierter Klassengröße zu unterrichten. Nötig seien zudem mehr Corona-Tests für Schüler und Lehrkräfte.

Anlass für die Forderungen seien die Reiserückkehrer und die Sorge vor einer höheren Infektionsgefahr, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. Er verwies auf erste Schulschließungen wegen Corona in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Hoffnung ist, dass Sonderregeln für die ersten ein oder zwei Wochen vor dem Hintergrund der Inkubationszeit helfen könnten, eine Verbreitung der Infektion zu vermeiden.

CDU-Landeschef Kai Wegner fordert Corona-Tests für alle Schulkinder. „Wenn jetzt wieder viele Kinder in einer Klasse zusammenkommen, kann sich das Virus schnell verbreiten. Deswegen wünsche ich mir, dass wir auch die Kinder auf das Virus testen“, sagte Wegner der Deutschen Presse-Agentur. „Elementar ist zu wissen, wie weit das Virus schon verbreitet ist, um frühzeitig Maßnahmen treffen zu können.“ Wegner kritisierte, dass die Tests unter den Schülern nicht schon in den Ferien begonnen hätten. „Das hätte schon längst stattfinden müssen.“

Wegner warf Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) zahlreiche Versäumnisse vor: „Frau Scheeres hatte so viel Zeit bis zum Schulbeginn, um vieles vorzubereiten: Digitalisierung, Hygienemaßnahmen und zusätzliche Möglichkeiten, um Klassenfrequenzen zu verkleinern“, sagte der CDU-Landesvorsitzende. „Aber was ich von vielen Eltern derzeit höre: Sie sind völlig verunsichert, wie dieser Schulstart organisiert wird. Und das ist nicht gut.“

14.50 Uhr: Erneut 16 neue Corona-Infektionen in Brandenburg - ein weiterer Toter

Wie bereits am Vortag sind in Brandenburg innerhalb von 24 Stunden 16 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Zahl der laborbestätigten Covid-19-Fälle auf 3654, wie das Gesundheitsministerium am Sonnabend mitteilte. Ein weiterer Corona-Patient ist demnach gestorben.

Mit dem Toten aus dem Landkreis Oder-Spree erhöhte sich die Zahl auf insgesamt 175 Corona-Tote. Fünf neue Infektionen wurden aus dem Kreis Oberhavel gemeldet, aus Elbe-Elster und Potsdam jeweils drei und aus Barnim, Frankfurt (Oder), Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming jeweils einer. Etwa 3360 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der derzeit erkrankten Personen wird auf etwa 120 geschätzt.

13.56 Uhr: „Hanfparade“ wegen Corona nur im Internet

Wegen der Corona-Krise sind die Veranstalter der sogenannten Hanfparade in Berlin dieses Jahr ins Internet ausgewichen. Am Samstag informierten sie in einem Livestream über die Hanfpflanze. Die „Hanfparade“ zieht seit 1997 jeden August viele Befürworter einer liberalen Drogenpolitik auf die Straßen Berlins.

13.40 Uhr: Elternvertretungen fordern zum Schulstart Maske auch im Unterricht

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres am Montag haben Berliner Elternvertretungen Nachbesserungen an den Schutz- und Hygienekonzepten in der Corona-Pandemie gefordert. Ihrer Ansicht nach sollten Schüler und Lehrer in der ersten Schulwoche auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen - bisher ist das in Schulgebäuden lediglich auf Fluren, in der Toilette, in Aufenthalts- und Begegnungsräumen vorgesehen.

Der Landeselternausschuss und die zwölf Bezirksausschüsse forderten am Sonnabend zudem, den Schulen freizustellen, in den ersten ein oder zwei Schulwochen auf einen Plan B umzuschwenken, also mit reduzierter Klassengröße zu unterrichten. Nötig seien zudem mehr Corona-Tests für Schüler und Lehrkräfte.

Anlass für die Forderungen seien die Reiserückkehrer und die Sorge vor einer höheren Infektionsgefahr, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise. Seine Hoffnung ist, dass die Sonderregeln für die ersten ein oder zwei Wochen vor dem Hintergrund der Inkubationszeit helfen können, eine Verbreitung der Infektion zu vermeiden.

Die Elternvertretungen gehen Heise zufolge davon aus, dass die meisten Schulen wegen der hohen Temperaturen in den kommenden Tagen ohnehin einen verkürzten Unterricht haben werden.

8.30 Uhr: Verbände dagegen, Präsenzunterricht an Berliner Schulen zu reduzieren

Die IHK Berlin, der Berliner Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Berlin), der Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) und die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) stehen Forderungen, den Präsenzunterricht an Berliner Schulen zu reduzieren, ablehnend gegenüber. „Es ist höchste Zeit, dass der Regelbetrieb an den Berliner Schulen wieder startet. Die Berliner Wirtschaft lehnt deshalb die jetzt von Gewerkschaftsseite geäußerten Vorschläge entschieden ab, zum Teilungsunterricht wie in den Wochen vor den Sommerferien zurückzukehren", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. "Für die Wirtschaft, die Mitarbeiter und ihre Familien wäre dies eine nicht vertretbare und derzeit unverhältnismäßige Belastung. Es liegt im Interesse der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter, dass ihre Kinder wieder verlässlich unterrichtet und betreut werden. Berlin muss nun die Balance zwischen Gesundheitsschutz und Wiederbelebung der Wirtschaft schaffen."

Damit der Neustart des Schulbetriebs gelingt, sei es jetzt entscheidend, dass die Hygienepläne umgesetzt würden und Vorsorge für den Fall getroffen werde, dass an einer Schule Infektionen auftreten. Vor allem aber müssten Politik und Verwaltung die Digitalisierung des Unterrichts sowie die Umsetzung moderner Unterrichtsformen mit aller Kraft vorantreiben. Es gebe an dieser Stelle großen Nachholbedarf.

6 Uhr: Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer gestartet

Für Urlauber aus internationalen Risikogebieten greift seit Samstag eine Testpflicht auf das Coronavirus bei der Heimkehr nach Deutschland. In Berlin sind dafür schon Mitte vergangener Woche Teststellen an den beiden Flughäfen und dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eingerichtet worden. Wer nicht schon ein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Einreise testen lassen.

Bis zu drei Tage haben die Rückkehrer nach der Ankunft Zeit, um sich kostenfrei testen zu lassen, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht. Die Tests sollen direkt an den Flughäfen zu machen sein, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten. Freiwillig können sich schon seit vergangenem Samstag alle Einreisenden kostenlos testen lassen.

Lesen Sie auch: Corona-Testpflicht: Hilft sie gegen eine zweite Welle?

An den Berliner Flughäfen rechnen die Betreiber mit rund 2000 Passagieren täglich, die die neue Pflicht betreffen wird. An beiden Standorten wird die jeweilige Teststelle von der Charité betrieben. In Schönefeld ist sie bereits vom Terminal L ins Terminal M umgezogen und hat dort nun deutlich mehr Platz. Am Flughafen Tegel soll ab kommender Woche eine größere Fläche im Terminal D bereitstehen.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor - aktuell stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab.

+++ Freitag, 7. August 2020 +++

20.30 Uhr: Neue Odessa Bar in Mitte mit Corona-Fall - Bezirksamt sucht Gäste

In Berlin werden erneut öffentlich Bar-Besucher gesucht, die sich möglicherweise mit dem Corona-Virus infiziert haben. In der Neuen Odessa Bar an der Torstraße in Mitte habe sich in der Nacht auf den 30. Juli eine Person aufgehalten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, teilte das Bezirksamt Mitte am Freitagabend mit. „Wir bitten deshalb alle Gäste, die sich zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens in der Neuen Odessa Bar in Berlin Mitte aufgehalten haben, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin Mitte oder dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen“, teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel mit.

Es ist der dritte Fall dieser Art in Berlin: Auch Besucher einer Neuköllner Bar sowie einer weiteren Bar in Mitte waren wegen Corona-Fällen öffentlich gesucht worden. Insgesamt waren im Zusammenhang mit der anderen Bar in Mitte mehr als 70 Menschen unter Quarantäne gestellt worden. In der Kneipe in Neukölln hatten sich zahlreiche Gäste infiziert.

19.27 Uhr: Dieter Hallervorden - Menschen sollen wieder ins Theater gehen

Der Leiter des Berliner Schlosspark Theaters, Dieter Hallervorden, hat angesichts der Corona-Krise größere Anstrengungen für den Erhalt von Theatern und Kultureinrichtungen gefordert. Dem Sender RBB sagte er, der Kulturbetrieb habe sich noch nicht genügend Gehör verschafft. Er kündigte einen Brief von Vertretern der Veranstaltungsbranche an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) an. Es müsse ein Gespräch her, „bei dem man nach Lösungen sucht, die über das Maß, was sie bisher erlauben, hinausgeht.“ Hallervorden meinte, was für die Lufthansa, Banken und Ärzte möglich sei, müsse auch für die Kultur möglich sein.


Viele Corona-Regelungen seien ihm unverständlich, so der Schauspieler und Theaterchef. „Ich kann auch nicht einsehen, warum die Leute im Theater nicht nebeneinander sitzen dürfen - meinetwegen mit einem Platz Abstand - aber ab 1.9. wieder Geschlechtsverkehr bei Prostituierten möglich ist. Das passt für mich alles nicht zusammen.“

18.25 Uhr: 97 Neuinfektionen in Berlin, kein weiterer Todesfall

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 224. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Freitagabend mit. 97 neue Infektionen wurden bestätigt, 53 waren es am Donnerstag. 527 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 461 waren es am Donnerstag. 8888 Menschen sind inzwischen genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt wie am Vortag 16. Insgesamt liegen 37 Menschen in Krankenhäusern und damit ein Patient weniger als am Vortag.

Die Corona-Fallzahlen in den Berliner Bezirken

Bezirk Fallzahl Genesen
Char.-Wilm. 969 (+5) 881
Friedrichsh.-Kreuzb. 789 (+8) 729
Lichtenberg 545 (+4) 500
Marzahn-Hellersd. 537 (+2) 509
Mitte 1441 (+25) 1325
Neukölln 1193 (+19) 1085
Pankow 872 (+8) 802
Reinickendorf 748 (+5) 700
Spandau 541 (+6) 489
Steglitz-Zehlendorf 657 (+3) 622
Tempelhof-Schöneb. 906 (+4) 839
Treptow-Köpenick 441 (+8) 407
Berlin 9639 (+97) 8888

18.17 Uhr: Alle Indikatoren der Corona-Ampel weiter auf Grün

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 0,86 weiter auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen auch auf Grün.

17.50 Uhr: Mehr Mitarbeiter für Corona-Tests am Flughafen Schönefeld

Am Flughafen Schönefeld werden zum Ferienende der Länder Brandenburg und Berlin zusätzliche Mitarbeiter für die Corona-Teststelle eingesetzt. Das teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Zum Start der Testpflicht sei am letzten Ferienwochenende mit einer deutlich höheren Nachfrage an Corona-Tests am Flughafen zu rechnen, hieß es.

Bereits seit Donnerstag steht den Angaben zufolge am Flughafen Schönefeld für Passagiere aus Risikogebieten mehr Platz für Tests auf das Coronavirus zur Verfügung. Die Teststelle ist demnach vom Terminal L ins Terminal M umgezogen. Dort führten Mitarbeiter täglich zwischen 8 und 21 Uhr Tests auf das Coronavirus durch.

Potsdam reagiert auf die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrende aus Risikogebieten und öffnet zum Wochenende eine Abstrichstelle. Nach Informationen des Gesundheitsamtes ist die Stelle in der Jägerallee 2-6 am Samstag und Sonntag jeweils von 10.30 Uhr bis 12.30 Uhr für Tests geöffnet.

17.30 Uhr: Mediziner: Corona ist eine Herausforderung für psychisch Kranke

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen können soziale Isolation oder Abstands- und Hygieneregeln in der Corona-Pandemie zu einer besonderen Herausforderung werden. Darauf hat der Chefarzt des Zentrums für Psychosoziale Gesundheit (ZfPG) des Klinikums Niederlausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), Karsten Wolff, hingewiesen.

Anlässlich eines Besuchs von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag informierte der Mediziner über die Erfahrungen in der Corona-Zeit. Es sei eine Zunahme psychischer Erkrankungen spürbar, stellte Wolff fest. „Wir sehen mehr Depressionen, Suizidversuche und Vereinsamung.“ Corona und die damit verbunden Unsicherheiten, Existenzängste und Isolation drückten spürbar auf die Seele und führten zu ernsten Erkrankungen.

14.38 Uhr: Klinikum Ernst von Bergmann nimmt Regelbetrieb wieder auf

Vier Monate nach dem Aufnahmestopp für Patienten wegen einer Häufung von Corona-Infektionen haben alle medizinischen Fachabteilungen des Potsdamer Klinikums Ernst von Bergmann wieder geöffnet. Damit nehme das Krankenhaus als Schwerpunktversorger in der Region wieder den Regelbetrieb auf, teilte das Klinikum am Freitag mit. Das Krankenhaus wurde in den vergangenen Monaten in drei strikt getrennte Versorgungsbereiche für Covid-19-Patienten, Patienten ohne eindeutigen Infektionsstatus und gesichert infektionsfreie Patienten aufgeteilt. Die Bettenzahl wurde dabei um rund 20 Prozent auf maximal 870 reduziert.

„Mit unserem Konzept sind wir jetzt – unabhängig von Covid-19 – auch für künftige Pandemien gerüstet und können innerhalb kürzester Zeit flexible Behandlungskapazitäten für hochinfektiöse Patienten bereitstellen“, erklärte Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. In die Klinik kämen nun Patienten, die aus Sorge vor dem Coronavirus fast zu lange mit der Behandlung gewartet hätten. „Deshalb wollen wir auch noch einmal das klare Signal geben: Die medizinische Versorgungsqualität im Klinikum Ernst von Bergmann ist herausragend“, so Schmidt. „Und das gilt mit dem von uns implementierten Schutz-, Hygiene- und Sicherheitskonzept selbstverständlich auch unter Pandemiebedingungen.“

In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Von Ende Januar bis Ende April waren 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv getestet worden. 47 Corona-Patienten starben in der Klinik. Nach einer Untersuchung hatten Experten des Robert Koch-Instituts unter anderem kritisiert, dass Umzüge ganzer Stationen die Virusübertragung begünstigt haben könnten.

14.23 Uhr: Bildungsverwaltung stellt Schulen 300.000 Masken zur Verfügung

Die Senatsverwaltung für Bildung hat fast 300.000 Mund-Nasen-Masken für die Berliner Schulen angeschafft. Damit wird rechtzeitig zum Start des neuen Schuljahres am Montag sichergestellt, dass die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung an den Schulen umgesetzt werden kann und es an den Schulen nicht zu Engpässen kommt, wie die Senatsverwaltung am Freitag mitteilte. Es gelte die Devise: Kein Kind soll nach Hause geschickt werden, weil es keinen Mund-Nasen-Schutz trägt.

Die sogenannte Anschub-Reserve an Mund-Nasen-Bedeckungen geht an die Außenstellen der regionalen Schulaufsicht. Prinzipiell sollen Schulen Mund-Nasen-Bedeckungen für Schülerinnen und Schüler bereithalten, die ihre Masken vergessen oder verloren haben, so die Senatsverwaltung.

12.48 Uhr: Auch Schüler ohne Maske im ÖPNV müssen zahlen

Auch Schülerinnen und Schüler müssen im Zweifelsfall zahlen, wenn sie im Bus oder in der U-Bahn keine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Am Montag startet in Berlin das neue Schuljahr. Anders als vor den Ferien kontrollieren inzwischen auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Einhaltung der Maskenpflicht. „Sie gilt für alle Fahrgäste ab sechs Jahren“, sagte BVG-Sprecher Jannes Schwentu am Freitag. Der Sicherheitsdienst der BVG weise Fahrgäste ohne Maske auf ihren Fehler hin, sagte Schwentu, auch Schülerinnen und Schüler.

Im Zweifelsfall wird eine Vertragsstrafe von 50 Euro fällig. Bisher sei das 270 Mal passiert. Die BVG hat am 7. Juli mit den Kontrollen der Maskenpflicht begonnen. Bereits länger droht ein Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro, das der rot-rot-grüne Senat für diejenigen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Masken tragen, beschlossen hat. Dafür ist allerdings nicht die BVG, sondern zum Beispiel die Polizei zuständig.

Mit Ende des Ferienfahrplans am Montag setzen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Schwentu zufolge wieder mehr Busse und Bahnen ein. Das gelte besonders für den Morgen, wenn viele junge Berlinerinnen und Berliner zur Schule müssen. Laut Schwentu liegen die Fahrgastzahlen aktuell bei etwa 75 Prozent des Vergleichszeitraums im Vorjahr. Viele Arbeitnehmer seien noch im Homeoffice und es gebe deutlich weniger Touristen in Berlin als sonst im Sommer.

12.42 Uhr: Müller zum Schulstart - Haben alles Mögliche getan

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hält die coronabedingten Vorkehrungen zum Start der Schulen in den Regelbetrieb im Moment für ausreichend. „Ich glaube das, was man machen kann in einem Schulbetrieb mit Hunderttausenden Schülerinnen und Schülern, das haben wir auch gemacht“, sagte der SPD-Politiker am Freitag den Sendern RTL/ntv. Allerdings müsse man in den nächsten Monaten womöglich „nachsteuern“, insbesondere mit Blick auf den Winter.

Die Fachleute der Berliner Charité hätten bereits gewarnt: „Ihr müsst euch darauf einstellen, dass, wenn wir wieder zurückgehen in die Räume, die Fenster zumachen, nicht mehr so gut durchlüften, werden Zahlen nach oben gehen.“ Mit der Technischen Universität habe man sich deshalb bereits Belüftungssysteme angeschaut, damit auch in geschlossenen Räumen ein Luftaustausch möglich sei und „wir hoffentlich dann auch auf diese Situation besser reagieren können“, sagte Müller.

12.39 Uhr: Demozahlen kleingeredet? Polizeigewerkschaft widerspricht vehement

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Teilnehmerzahl bei der Berliner Corona-Demonstration sei mit DDR-Methoden kleingeredet worden. Mit solchen „zutiefst unqualifizierten Kommentaren“ verschärfe Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz das Reizklima in der Gesellschaft, sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Dietmar Schilff am Freitag in Hannover. „Verschwörungsfanatiker erhalten dadurch unnötigen Aufwind, und die Infektionsgefahr in unserer Gesellschaft wird alles andere als gebannt.“

Am vergangenen Sonnabend hatten in Berlin Tausende für ein Ende der Corona-Auflagen protestiert. Während die Organisatoren von bis zu 1,3 Millionen Teilnehmern sprachen, waren nach Angaben der Polizei allenfalls 20.000 Demonstranten gekommen.

11.55 Uhr: Gewerkschaft fordert bessere Vorbereitung für Schulen in Brandenburg

Die Schulen in Brandenburg müssen nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit mehr Tests und mehr Personal besser auf einen möglichen Anstieg von Corona-Infektionen im Herbst vorbereitet werden. „Wir werden relativ schnell merken, dass im Oktober/November, wenn die Grippewelle in die Schulen zusätzlich kommt, wir vor Fragen stehen werden, wie wir den Schulbetrieb aufrechterhalten“, sagte der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs am Freitag in Potsdam. Er zeigte sich trotz der Rekordzahl von 1544 unbefristet neu eingestellten Lehrkräften für das neue Schuljahr mit Blick auf die Personallage skeptisch.

Wenn viele Lehrer mit höherem Erkrankungsrisiko ausfielen, sei der Präsenzuntericht „nicht mehr zu gewährleisten“, warnte der GEW-Landeschef. Außerdem sei der Anteil der Seiteneinsteiger hoch. Fuchs warb für mehr Corona-Tests für Lehrer, die sich innerhalb von drei Monaten 14-tägig testen lassen können - aber auch für Schüler, für die Stichproben bei bis zu einem Prozent geplant sind. „Die systematischen Stichproben müssen ausgeweitet werden.“

7.55 Uhr: Ministerin Ernst - Maskenpflicht an Schulen wird gut funktionieren

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst rechnet mit einer breiten Akzeptanz der im neuen Schuljahr ab Montag geplanten Maskenpflicht in Schulen. „Die Maskenpflicht gilt ja auch in Bussen und Supermärkten“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag im RBB-Inforadio. „Insofern glauben wir, dass das gut funktioniert.“ Gleichwohl sei es Aufgabe der Lehrer, das zu kontrollieren. „Wir werden aber natürlich nicht mit Bußgeldern Verstöße ahnden können“, so Ernst. „Wir setzen auf die Vernunft.“ In Berlin hingegen könnte Maskenverweigerern nach Angaben von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) Bußgeld drohen.

Ministerin Ernst verteidigte die Entscheidung, an Brandenburgs Schulen trotz Corona den Regelbetrieb ohne Mindestabstandsgebot wieder aufzunehmen. Es gehe darum, „den Bildungserfolg der Kinder nicht dauerhaft zu gefährden“. Wichtig sei dabei neben dem Mund-Nasen-Schutz die Einhaltung von Hygieneregeln wie Händewäschen und regemäßiges Lüften der Räume.

5.57 Uhr: Sonntagsöffnungen - FDP will einen Antrag einbringen

Die FDP will bei der nächsten Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses einen Antrag zur Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten einbringen. Am 20. August, bei dem ersten Zusammentreffen der Parlamentarier nach der Sommerpause, soll über das Papier, das der Berliner Morgenpost vorab vorliegt, beraten werden, sagte Fraktionschef Sebastian Czaja. Geht es nach der Partei sollen die Ladenöffnungszeiten für einen befristeten Zeitraum von zwei Jahren flexibilisiert werden. Dafür wollen die Liberalen die Allgemeinverfügung zu den Ausnahmen von der Sonn- und Feiertagsarbeit entsprechend erweitern.

Die FDP greift damit einen Vorstoß von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) auf. Pop hatte vor drei Wochen in einem Morgenpost-Interview als Reaktion auf Einbußen des Handels durch die Corona-Pandemie liberalere Ladenöffnungszeiten angeregt. Mehr dazu lesen Sie hier.

5.16 Uhr: FDP-Chef Czaja: Berlin braucht den Flughafen Tegel mehr denn je

Die in drei Monaten geplante Schließung des Flughafens Tegel hält Berlins FDP-Fraktionsvorsitzender Sebastian Czaja gerade angesichts der Corona-Krise für falsch. „Die Berliner Wirtschaft, insbesondere die Tourismus-, Hotel-, Gastro- und Veranstaltungsbranchen sind darauf angewiesen, dass schnell wieder Besucher nach Berlin kommen“, sagte Czaja der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist ein fataler Fehler in so einer Situation Berlins einzigen funktionierenden Flughafen zu schließen.“

Der Flughafen Tegel wird am 8. November geschlossen werden, kurz nach der für den 31. Oktober geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER. Im Nordwesten Berlins soll künftig ein neues Stadtquartier und der Forschungs- und Industriepark Urban Tech Republic entstehen.

4.31 Uhr: Brandenburgs Finanzministerin sieht „außergewöhnliche Lage“ für nächsten Haushalt

Die Beratungen über den Brandenburger Landeshaushalt 2021 gehen in die heiße Phase. Sie stehen im Zeichen der Auswirkungen der Corona-Krise. „Es ist eine neue Koalition, es ist eine ganz außergewöhnliche Lage“, sagte Finanzministerin Katrin Lange (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Die Kurve der Einnahmen zeige steil nach unten. Vize-Ministerpräsidentin Ursula Nonnemacher (Grüne) sprach von einer riesigen Deckungslücke. „Das wird sicher auch ein Belastungstest für die Koalition sein, dass man sich friedlich und verantwortungsbewusst einigt“, sagte sie. Geplant ist, dass der Landtag den Etat 2021 bis zum Jahresende verabschiedet.

+++ Donnerstag, 6. August +++

Die wichtigsten Corona-News des Tages in Berlin

Corona-Leugner wollen am 29. August erneut demonstrieren
Die Touristen kommen zurück nach Berlin
IG Bau warnt vor Corona-Gefahr auf Berlins Baustellen
Flughafenbetreiber will mehr Platz für Corona-Tests schaffen
Schulunterricht in Brandenburg in den Osterferien möglich

19.10 Uhr: 53 Neuinfektionen, alle Ampeln auf grün

In Berlin ist keine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 224. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstagabend mit. 53 neue Infektionen wurden bestätigt, 91 waren es am Mittwoch. 461 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 465 waren es am Mittwoch. 8857 Menschen sind inzwischen genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 16, vier Personen weniger als am Vortag. Insgesamt liegen 38 Menschen in Krankenhäusern und damit neun Patienten weniger als am Vortag. Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 0,76 weiter auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen auch auf Grün.

Die Fallzahlen in den Berliner Bezirken

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 964 (+13) 880
Friedrichshain-Kreuzberg 781 (+5) 727
Lichtenberg 541 (+5) 499
Marzahn-Hellersdorf 535 (+2) 509
Mitte 1416 (+10) 1322
Neukölln 1174 (+5) 1078
Pankow 864 (+3) 795
Reinickendorf 743 (+0) 698
Spandau 535 (+0) 487
Steglitz-Zehlendorf 654 (+1) 619
Tempelhof-Schöneberg 902 (+7) 837
Treptow-Köpenick 433 (+2) 406
Berlin 9542 (+53) 8857

18.09 Uhr: Mehr Corona-Tests in Brandenburg - Ministerium bittet um Geduld

In Brandenburg sollen nach einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums die Corona-Testangebote wieder ausgebaut werden - das Potsdamer Ressort bittet aber um Geduld. Der Aufbau neuer Testzentren gelinge nicht in wenigen Tagen, hieß es am Donnerstag. Dafür bräuchten Kommunen und Ärzte einen gewissen Vorlauf, sagte Landesgesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).

Seit dieser Woche haben auch Reiserückkehrer ohne Symptome die Möglichkeit, sich auf das Corona-Virus testen zu lassen. Damit wurde der Personenkreis, der kostenfrei einen Corona-Test in Anspruch nehmen kann, deutlich erweitert. Vom kommenden Samstag (8.8.) an sind dann nach der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums Tests für Einreisende aus Risikogebieten verpflichtend.

Nonnemacher begrüßte die Tests zum Ende der Ferienzeit mit Blick auf die bundesweite Zunahme der Corona-Fälle. Zugleich kritisierte sie die vom Bund vorgesehene Vergütung von pauschal 15 Euro pro Test für die ärztliche Leistung als „deutlich unterfinanziert“.

Kritik kam auch von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB): Der Bund könne nicht ständig kurzfristig neue Regeln verkünden und die Umsetzung dann in die Hände der niedergelassenen Ärzte und der von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren legen. Die Lasten müssten fair verteilt und ausreichend finanziert werden, sagte der stellvertretende KVBB-Vorsitzende Andreas Schwark.

In Brandenburg gibt es derzeit mehrere kleine Häufungen von Corona-Infektionen: In einer Flüchtlingsunterkunft in Stahnsdorf (Kreis Potsdam-Mittelmark) sind laut Gesundheitsministerium noch 20 Menschen in Quarantäne. In einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Bad Belzig waren fünf Bewohner positiv getestet worden, weitere Tests sollen dort folgen.

In einem Schlachthof in Storkow (Kreis Oder-Spree) wiederum waren zwei Fälle infizierter Mitarbeiter bekannt geworden. Eine Betreuerin und ein Kind wurden in einer Kita in Potsdam positiv getestet; mehr als hundert Kinder und fünf Erzieher sollten daraufhin untersucht werden.

14.38 Uhr: Flughafenbetreiber will mehr Platz für Corona-Tests schaffen

Die Corona-Teststellen an den Berliner Flughäfen sollen auf größere Flächen ausweichen. Am Flughafen Schönefeld ist die Teststelle bereits vom Terminal L ins Terminal M umgezogen und hat dort nun deutlich mehr Platz, wie die Flughafengesellschaft am Donnerstag mitteilte. Am Flughafen Tegel soll ab kommender Woche eine größere Fläche im Terminal D bereitstehen. „Bis dahin können sich Reisende weiterhin an der Teststelle im Terminal A testen lassen“, hieß es.

Die Corona-Tests an den Flughäfen sind derzeit noch freiwillig. Laut einer aktuellen Verordnung der Bundesregierung werden sie für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ab diesem Sonnabend zur Pflicht. Die Zahl der an den Berliner Standorten getesteten Menschen dürfte dann deutlich zunehmen. Der Flughafen muss dann Test-Kapazitäten für täglich rund 2000 Passagiere bereithalten. Die Tests führen an beiden Standorten Teams der Berliner Charité durch.

„Die Flughafengesellschaft will für die verpflichtenden Tests möglichst gute Rahmenbedingungen“, teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit. „Deshalb haben wir an beiden Flughäfen große, gut erreichbare Terminalflächen zur Verfügung gestellt.“

Welche Länder als Risikogebiete gelten, steht auf einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) - aus der EU sind derzeit Luxemburg, Antwerpen und die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Auch am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) der Hauptstadt wurde eine Teststelle für Reiserückkehrer eingerichtet. Am Berliner Hauptbahnhof ist ebenfalls eine Teststelle geplant.

14.12 Uhr: Schausteller demonstrieren gegen Verbot von Großveranstaltungen

Mit einem Autokorso von mehr als 100 Fahrzeugen haben Schausteller aus der Hauptstadt und aus Brandenburg in Berlin-Köpenick auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. Sie forderten die Genehmigung von Volksfesten und anderen Veranstaltungen, die derzeit aufgrund der Corona-Krise verboten sind. Es gehe unter anderem um die Bereitstellung öffentlicher, großer Plätze, um mit genügend Platz für die Besucher wieder Fahrgeschäfte öffnen zu können, sagte Veranstalter-Sprecher Bernd Schwintowski. „Viele Bundesländer haben bereits Lösungen gefunden, aber Berlin bewegt sich überhaupt nicht.“

Noch bis mindestens Ende Oktober sind Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern in Brandenburg verboten. In Berlin gilt das Verbot für Veranstaltungen dieser Größe bis Ende August. Feste mit mehr als 5000 Teilnehmern sind hier ebenfalls erst ab frühestens Ende Oktober wieder erlaubt.

13.55 Uhr: Corona-Leugner wollen am 29. August in Berlin erneut demonstrieren

Gegner der Corona-Politik wollen am 29. August erneut in Berlin auf die Straße gehen. Für eine Demonstration unter dem Titel „Versammlung für die Freiheit“ wurden 17.000 Teilnehmer angemeldet, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Bei einer anschließenden Kundgebung erwartet die Stuttgarter Initiative Querdenken 711 insgesamt 22.500 Teilnehmer.

Am vergangenen Sonnabend kamen zu einer ähnlichen Kundgebung 20.000 Menschen. Bei der Demonstration wurden die Auflagen bewusst missachtet: Der Mindestabstand wurde nicht eingehalten, kaum jemand trug eine Maske. Neben Corona-Leugnern und Impfgegnern waren auch viele Teilnehmer mit eindeutig rechtsgerichteten Fahnen oder T-Shirts in der Menge.

Die Demonstration löste Forderungen nach einer härteren Gangart bei Missachtung von Mindestabstand und Maskenpflicht aus. Außerdem wurde über die Grenzen des Demonstrationsrechts diskutiert.

13.02 Uhr: Schulunterricht in den Osterferien in Brandenburg möglich

Wegen möglicher Bildungslücken bei den Schülern behält sich Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) vor, angesichts der Corona-Pandemie für die Osterferien kommenden Jahres Pflichtunterricht anzuordnen. Es gebe auch durch die Einschränkungen im vergangenen Schuljahr sicherlich Nachholbedarf, sagte Ernst am Donnerstag vor Journalisten zum Schulbeginn am kommenden Montag. Daher solle in den ersten drei Wochen des neuen Schuljahres der Lernstand der Schüler in den Kernfächern ermittelt werden.

Nach der Auswertung Mitte September soll Ernst zufolge zunächst entschieden werden, ob es in den Herbstferien freiwillige Angebote gibt und ob Unterricht an Samstagen erforderlich ist. Bis Ende November werde dann Klarheit herrschen, ob Pflichtunterricht in den Osterferien notwendig sei - insbesondere für die Klassen, die vor einem Schulabschluss stehen. Ernst bat die Eltern, Entscheidungen über eventuelle Urlaubspläne bis dahin zu verschieben.

11.55 Uhr: Brandenburgs Bildungsministerin bittet Schüler um Mithilfe bei Corona-Regeln

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat die Schüler vor dem Start des regulären Schulbetriebs in der Corona-Pandemie um die Einhaltung von Schutzregeln gebeten. „Wir alle müssen unser Verhalten kontrollieren - und das gilt natürlich auch für die Jüngeren“, sagte Ernst am Donnerstag in Potsdam. „Wir appellieren auch daran, sich wirklich an Abstandsregeln zu halten.“

Ernst verteidigte die geplante Maskenpflicht auf Gängen und in Treppenhäusern der Schulgebäude. So sollte ein Beitrag dazu geleistet werden, um Infektionen gering zu halten, damit möglichst wenig Schulen oder Klassen geschlossen werden müssten. Der Mund-Nasen-Schutz muss nicht in Klassenzimmern und auf dem Schulhof getragen werden.

10.48: Gewerkschaft: Corona-Disziplin auf Baustellen lässt nach

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Mark Brandenburg hat eine zunehmende Missachtung der Corona-Regeln auf den Baustellen im Land kritisiert. Bei ihren Visiten stoße die Gewerkschaft oft auf „grobe Corona-Sünden, klagte der Bezirksvorsitzende Rudi Wiggert laut einer Mitteilung am Donnerstag. „Oft ist nicht einmal das Händewaschen möglich. Ein Waschbecken mit Seife und fließendem Wasser – Fehlanzeige“, berichtete Wiggert. „Von Desinfektionsmittel-Spendern ganz zu schweigen.“ Frühstücks- und Mittagspausen würden dicht an dicht im Bauwagen verbracht. „Aber auch Sammeltransporte in Bullis sind längst wieder an der Tagesordnung.“

10.38 Uhr: Mehr Corona-Patienten in Brandenburg im Krankenhaus

Die Zahl der Patienten, die wegen einer Corona-Infektion in Brandenburg im Krankenhaus behandelt werden, ist weiter gestiegen. Derzeit würden 13 Menschen stationär versorgt, von denen drei künstlich beamtet werden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mit. Am Montag war nur ein Patient in einer Klinik, am Mittwoch waren es elf Patienten.

Der Anstieg neuer Corona-Infektionen hat sich dagegen halbiert. Von Mittwoch auf Donnerstag seien sieben neue Fälle hinzugekommen - zwei im Kreis Oder Spree und je ein neuer Fall in Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming sowie in der Stadt Potsdam. Am Tag zuvor wurden 14 neue Infektionen gezählt.

Die Zahl aktiv erkrankter Menschen wird landesweit auf rund 90 geschätzt, etwa 3360 Patienten gelten als genesen. Seit März sind 3622 bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 gezählt worden, seitdem starben 173 Corona-Patienten.

9.43 Uhr: Schausteller-Demo in Köpenick

Die Not ist groß bei den Schaustellern in Deutschland. Und der Ärger über zu strenge Einschränkungen auch. Deshalb geht die Branche heute schon zum zweiten Mal innerhalb von fünf Wochen in Berlin auf die Straße. Nach dem Brandenburger Tor ist jetzt das Rathaus in Köpenick die Anlaufstelle.

Los geht es ab 10 Uhr. Dann startet ein Lkw-Korso mit mindestens 50 Fahrzeugen vom Parkplatz Alte Försterei. Der Zug führt auf einem Rundkurs über Lindenstraße, Alt-Köpenick, Oberspreestraße und Spindlersfelder Straße zurück zur Straße An der Wuhlheide. Um 12 Uhr beginnt die Kundgebung am Rathaus Köpenick. Gerechnet wird mit 500 bis 1000 Teilnehmern.

7.10 Uhr: Trotz der Lockerungen fehlen Touristen in Berlin

In der Hauptstadt sind wieder Touristen zu sehen - doch längst nicht so viele wie vor Corona-Zeiten. "Sollten sich die Belegungszahlen kurzfristig nicht deutlich verbessern, rechnen wir mit dem Schlimmsten für viele unserer Mitglieder“, sagt Thomas Lengfelder, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin (Dehoga), „die Branche steht mit dem Rücken an der Wand“.

Laut Dehoga liegt der Umsatz der Berliner Hotelbetriebe pro verfügbarem Zimmer im Zeitraum vom Beginn der Corona-Krise Mitte März bis Ende Juli bei einem Minus von 82,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Obwohl sich die Belegung im Juli leicht verbessert habe, bedeute sie im Vergleich zum Juli 2019 immer noch einen Rückgang um 65,3 Prozent. „Dabei gibt es zwischen den verschiedenen Kategorien große Unterschiede“, so Lengfelder. So seien beispielsweise die Drei-Sterne-Hotels im Juli aktuell im Schnitt zu 44,7 Prozent belegt, die Fünf-Sterne-Häuser jedoch nur zu 24,9 Prozent. Mehr dazu lesen Sie hier.

6 Uhr: CDU und FDP kritisieren fehlende Schuleingangstests

Aufgrund der Corona-Pandemie fielen viele Schuleingangstests durch Amtsärzte in Berlin aus. Die CDU und FDP kritisieren das. „Der Senat kann nicht jede seiner Pleiten auf die Coronakrise schieben wie jetzt den ärgerlichen Ausfall der Schuleingangsuntersuchungen“, sagen nun der bildungspolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion Stettner und sein Kollege, der gesundheitspolitische Sprecher Tim-Christopher Zeelen. Mehr dazu lesen Sie hier.

4.13 Uhr: Schuljahresbeginn in Brandenburg - Viele Pädagogen älter als 50 Jahre

Fraglich ist in Brandenburg, wie viele Lehrer für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen. Pädagogen aus Risikogruppen können sich mit einem Attest davon befreien lassen und von zu Hause aus arbeiten. Von den gut 20.000 Lehrern in Brandenburg waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Schuljahr gut 8000 älter als 50 Jahre und knapp 3600 älter als 60 Jahre.

0.05 Uhr: Formel-E-Chef Agag positiv getestet

Alejandro Agag hat erstmals ein Rennen der von ihm gegründeten Motorsportserie Formel E verpasst. Der 49 Jahre alte Spanier ist nach eigenen Angaben bei der Ankunft in Berlin positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Es ist so traurig, dass ich mein erstes Formel-E-Rennen verpasse, dass ich es von meinem Hotelzimmer in Berlin aus anschauen muss“, schrieb Agag am späten Mittwochabend bei Instagram. Er befolge nun alle notwendigen Sicherheitsprotokolle, die es für solche Fälle gebe.

Bereits am Dienstag waren zwei Personen aus dem Formel-E-Tross positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilten die Formel E und der Internationale Automobilverband mit. Die 1421 Tests waren tags zuvor durchgeführt worden. Beide hätten sich in Selbst-Quarantäne begeben, hieß es. Eine der beiden Personen bestätigte den positiven Test selbst: Dabei handelt es sich um den Teamchef des indischen Mahindra-Rennstalls, Dilbagh Gill.

+++ Mittwoch, 5. August 2020 +++

Die wichtigsten Corona-News in Berlin am Mittwoch

Charité arbeitet an Corona-Test-Kits für zu Hause
Maskenpflicht in Zügen: Auf Kontrollfahrt im Regionalexpress
Bis zu 10.000 Euro Mietzuschuss für Berliner Unternehmen
Trotz Corona: Commerzbank wächst in Berlin

19.18 Uhr: Mietzuschuss für Berliner Unternehmen

Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) hat das neue Zuschuss-Programm des Landes zu Gewerbemieten begrüßt. „Die Soforthilfe-Gewerbemiete ist ein wichtiger Lückenschluss in den Soforthilfeprogrammen der letzten Monate, da sie insbesondere auf den Mittelstand zugeschnitten ist, der bei den anderen Programmen zu lange unberücksichtigt blieb“, sagte IHK-Präsidentin Beatrice Kramm der Berliner Morgenpost.

Ob die Zuschüsse den zu befürchtenden Anstieg von Insolvenzen abschwächen könnten, bleibe allerdings abzuwarten. Als Folge der Corona-Krise ist die sogenannte Insolvenzantragspflicht seit März und noch bis Ende September ausgesetzt. Die Bundesregierung debattiert derzeit darüber, die Regelung bis Jahresende zu verlängern.

17.50 Uhr: 91 Neuinfektionen in Berlin, ein weiterer Todesfall, Corona-Ampeln grün

In Berlin ist eine weitere Person an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle steigt auf 224. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Mittwochabend mit. 91 neue Infektionen wurden bestätigt, 32 waren es am Dienstag. 465 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 427 waren es am Dienstag. 8800 Menschen sind inzwischen genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 20, eine Person mehr als am Vortag. Insgesamt liegen 47 Menschen in Krankenhäusern und damit ein Patient mehr als am Vortag. Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,01 weiter auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen auch auf Grün.

Die Corona-Fallzahlen in den Berliner Bezirken

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 951 (+16) 874
Friedrichshain-Kreuzberg 776 (+8) 719
Lichtenberg 536 (+5) 497
Marzahn-Hellersdorf 533 (+4) 506
Mitte 1406 (+22) 1311
Neukölln 1169 (+6) 1073
Pankow 861 (+3) 793
Reinickendorf 743 (+7) 694
Spandau 535 (+0) 480
Steglitz-Zehlendorf 653 (+5) 616
Tempelhof-Schöneberg 895 (+10) 833
Treptow-Köpenick 431 (+5) 404
Berlin 9489 (+91) 8800

15.10 Uhr: Auch zweiter Test bei Cottbuser Familie nach Mallorca-Urlaub positiv

Nachdem sich eine Cottbuser Familie, die vor zwei Wochen auf Mallorca im Urlaub war, nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert hat, ist auch ein zweiter Test positiv ausgefallen. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Die vierköpfige Familie bleibe weiterhin in häuslicher Quarantäne. An diesem Freitag sei ein weiterer Test vorgesehen, hieß es.

Das Gesundheitsamt erhält bei der Rückverfolgung der Kontakte der Familie inzwischen Hilfe vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Dazu zählt demnach der Kontakt mit der Fluggesellschaft und den spanischen Behörden. Der genaue Ort der Ansteckung ist noch ungeklärt. Die Stadt hatte mitgeteilt, sie werde über die Ermittlungen der spanischen Behörden - etwa über Aufenthaltsorte oder Kontaktpersonen auf der Insel - nicht zwingend unterrichtet.

In Cottbus sind nach Angaben der Stadt mittlerweile alle Kontaktpersonen der Familie ermittelt worden. Das Gesundheitsamt hat demnach acht Menschen aus dem Umfeld der Mallorca-Urlauber ermittelt. Alle wurden den Angaben zufolge negativ auf das Virus getestet, stehen aber vorsorglich unter häuslicher Quarantäne.

Insgesamt meldete die Stadt bislang 43 Infektionsfälle. Derzeit befinden sich den Angaben zufolge 19 Menschen in häuslicher Quarantäne. Die Mehrzahl sind demnach Studenten, die aus ihren Heimatländern und -regionen zurückgekommen sind, sowie andere Reiserückkehrer und einzelne Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten.

14.56 Uhr: Philologenverband - Normalbetrieb in Schulen wird es nur kurz geben

Der Berliner Philologenverband rechnet damit, dass es in vielen Schulen nach den Ferien Corona-Infektionsfälle geben wird. Er gehe davon aus, dass der für den Beginn des neuen Schuljahrs angekündigte Regelbetrieb nach wenigen Wochen wieder zurückgefahren werde, sagte Frank Rudolph, Sprecher des Philologenverbandes Berlin/Brandenburg am Mittwoch. "Weil mit Sicherheit Corona-Fälle in den Schulen auftreten werden. Ich glaube, dass so viele Schulen betroffen sein werden, dass es am Ende auf eine fast komplette Schließung wieder hinauslaufen wird."

Auch Familienfeiern oder Gottesdienste seien bereits zu Ansteckungsherden geworden. "Was ist denn anders, wenn ich 30 Leute in einen Unterrichtsraum setze? Die Ansteckungsgefahr ist riesig", sagte Rudolph. "Und wir haben jetzt die warme Jahreszeit, wenn die kalte Jahreszeit kommt, in der ich nicht Durchzug lüften kann, dann passiert das einfach." Er sei sehr pessimistisch, was das neue Schuljahr angehe und seine Kollegen auch.

14.28 Uhr: Brandenburg führt Maskenpflicht an Schulen ein

In Brandenburg müssen Schüler und Lehrer künftig Masken zum Schutz vor dem Coronavirus tragen. Das gelte für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen, aber nicht im Unterricht und auf dem Schulhof, teilte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch mit.

14.02 Uhr: Deutsche Bahn achtet auch in Berlin und Brandenburg auf Maskenpflicht

Die Deutsche Bahn will auch in Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der Bundespolizei auf die konsequente Einhaltung der Maskenpflicht in den Zügen achten. Das Zugpersonal spreche Fahrgäste, die keine Mund- und Nasenbedeckung tragen, direkt an, wie der Konzern am Mittwoch erneut mitteilte. In den meisten Fällen kämen die Kunden der Aufforderung nach. „Konfliktsituationen sind die absolute Ausnahme“, hieß es. Wer sich jedoch konsequent weigere, müsse den Zug verlassen. „Wenn eine sehr kleine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar“, betonte ein Bahnsprecher. In Konfliktsituationen werde ein solcher „Beförderungsausschluss“ von der Bundespolizei umgesetzt.

12.32 Uhr: Zu viele Anmeldungen - Kudammbühnen sagen Fest ab

Die Berliner Kudammbühnen wollten eigentlich am Sonntag den Saisonauftakt feiern - nun haben sie die Veranstaltung aber vorsorglich abgesagt. Die Situation sei absurd: Weil sich zu viele Gäste anmeldeten, sage man die Aktion im Corona-Jahr leider ab, teilte Intendant Martin Woelffer am Mittwoch mit.

„Der Zuspruch ist bewegend und überwältigend“, sagte Woelffer laut Mitteilung. „Doch für über 2000 Menschen, die sich bisher zur Open-Air-Veranstaltung vor dem Theater angemeldet haben, können wir die derzeit gültigen Abstandsregeln und die damit verbundene Sicherheit unserer Gäste nicht gewährleisten.“

Der Theaterbetrieb soll dagegen wie geplant am nächsten Mittwoch wieder beginnen. Die Berliner Theater hatten wegen der Ausbreitung des Coronavirus monatelang geschlossen. Die Kudammkomödie startet nun unter anderem mit deutlich weniger Plätzen - viele Sitze bleiben frei, um den Abstand einzuhalten.

11.47 Uhr: Brandenburgs Linksfraktion fordert kostenlose Masken in Schulen und Kitas

Brandenburgs Linksfraktionschefin Kathrin Dannenberg hält mit dem Start der geplanten Maskenpflicht an Schulen einen kostenlosen Mund-Nasen-Schutz für sinnvoll. „Wenn Kinder in die Schule kommen, haben von zehn Kindern vielleicht fünf Mundschutz dabei“, sagte Dannenberg am Mittwoch in Potsdam. „Dieser Mundschutz ist von den Gesundheitsämtern oder von der Landesregierung zur Verfügung zu stellen für unsere Schulen für unsere Kitas.“ Sie forderte auch eine Aufklärungskampagne. „Wir brauchen eine Akzeptanz für das Tragen von Mundschutz.“ Nicht nur Kinder, auch Eltern sollten informiert werden.

Den Schulbeginn am kommenden Montag für die Schulen nannte Dannenberg „die größte Herausforderung, die wir bisher hatten“. Nach dem Ende der Sommerferien soll in Brandenburg der reguläre Schulbetrieb trotz der Corona-Pandemie wieder aufgenommen werden. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte an weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht in Aussicht gestellt. In welchen Bereichen der Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, soll noch besprochen werden.

10.26 Uhr: Weiterer Anstieg von Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Brandenburg hat sich weiter erhöht. Nach acht neuen bestätigten Fällen am Vortag berichtete das Gesundheitsministerium am Mittwoch von vierzehn Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Seit März haben sich damit insgesamt 3614 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Bislang sind 173 Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben.

Allein drei Fälle wurden aus dem Landkreis Dahme-Spreewald gemeldet, jeweils zwei neue Fälle kamen in den Kreisen Ostprignitz-Ruppin, Oder-Spree und der Landeshauptstadt Potsdam hinzu. Jeweils ein Fall wurde in den Kreisen Potsdam-Mittelmark, Oberhavel, Spree-Neiße und Uckermark und Frankfurt (Oder) bekannt.

Derzeit werden elf Menschen im Krankenhaus behandelt, einer wird intensivmedizinisch beatmet. 3360 Menschen gelten als genesen - 20 mehr als am Vortag.

+++ Dienstag, 4. August 2020 +++

Das sind die wichtigsten Corona-News des Tages für Berlin

Keine Hygienevorgaben: Risiko Klassenfahrten
Berlin lehnt Maskenpflicht im Unterricht ab
Ausflugsschiffen droht Maskenpflicht an Bord
Berlin erlaubt Prostitution wieder – ohne Geschlechtsverkehr

18.28 Uhr: 32 Neuinfektionen in Berlin, Corona-Ampeln weiter grün

In Berlin ist kein weiterer Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle liegt weiter bei 223. Das teilte die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mit. 32 neue Infektionen wurden bestätigt, 39 waren es am Montag. 427 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 438 waren es am Montag. 8748 Menschen sind inzwischen genesen. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 19, eine Person mehr als am Vortag. Insgesamt liegen 46 Menschen in Krankenhäusern und damit drei Patienten mehr als am Vortag. Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,14 weiter auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten befinden sich ebenfalls im grünen Bereich.

Bezirk Fallzahl Genesen
Charlottenburg-Wilmersdorf 935 (+8) 871
Friedrichshain-Kreuzberg 768 (+1) 719
Lichtenberg 531 (+0) 490
Marzahn-Hellersdorf 529 (+2) 503
Mitte 1384 (+0) 1297
Neukölln 1163 (+1) 1068
Pankow 858 (+7) 790
Reinickendorf 736 (+1) 688
Spandau 535 (+6) 476
Steglitz-Zehlendorf 648 (+2) 613
Tempelhof-Schöneberg 885 (+3) 829
Treptow-Köpenick 426 (+1) 404
Berlin 9398 (+32) 8748

15.54 Uhr: Berlin will keine Maskenpflicht im Unterricht

Berlin will derzeit nicht dem Beispiel Nordrhein-Westfalens folgen, eine Maskenpflicht im Unterricht einzuführen. Für den Fall, dass die Infektionszahlen im neuen Schuljahr deutlich steigen sollten, schloss Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) das für die Zukunft aber nicht aus. „Im Moment ist das nicht vorstellbar, weil ich das aus einer pädagogischen Sicht für sehr schwierig finde“, sagte sie am Dienstag nach der Senatssitzung. Die Mimik der Schülerinnen und Schüler nicht sehen zu können, sei gerade in den Grundschulen ein Problem.

„Wir gehen hier einen sehr verantwortungsvollen und maßvollen Weg, was den Mund-Nasen-Schutz angeht“, meinte Scheeres. „Wenn sich die Infektionszahlen verschlechtern werden, dann muss man darüber reden, welche nächsten Schritte geht man.“

15.44 Uhr: Scheeres rechnet mit schwierigem Schuljahr

Bildungssenatorin Sandra Scheeres rechnet wegen der Corona-Krise mit einem schwierigen neuen Schuljahr. Alle Beteiligten bewegten sich in einem Spannungsfeld zwischen dem Ziel, nach den Ferien zum Regelbetrieb zurückzukehren, und dem Gesundheitsschutz, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag.

Schließlich sei die Pandemie nicht vorbei, sie werde womöglich das gesamte neue Schuljahr 2020/2021 Thema sein. Gleichwohl: „Grundsätzlich gilt die Schulpflicht“, sagte Scheeres. Kinder mit Vorerkrankungen könnten aber Atteste vorlegen. Für sie werde es andere Lösungen geben, etwa eine Beschulung zu Hause oder Einzelunterricht in der Schule.

Lesen Sie auch den Kommentar von Susanne Leinemann: Schulstart in Berlin - Kann das gut gehen?

15.36 Uhr: Senat lässt Sexarbeit mit Ausnahmen wieder zu

Nach monatelangem Verbot wegen der Corona-Pandemie wird Sexarbeit in Berlin schrittweise wieder erlaubt. Das entschied der Berliner Senat am Dienstag. Demnach dürfen sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr ab 8. August wieder angeboten werden. Das betrifft etwa Domina-Studios. Ab 1. September sollen dann unter strengen Hygieneauflagen auch sexuelle Dienstleistungen mit Geschlechtsverkehr wieder zulässig sein, wie die Gesundheitsverwaltung mitteilte.

Im Hinblick auf die oft sehr prekäre Situation von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern seien Lockerungen in dem Bereich „aus gesundheits-, aber auch aus frauenpolitischer Sicht“ geboten, hieß es. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Betroffenen aufgrund wirtschaftlicher Notlagen in Abhängigkeitsverhältnisse geraten und im Verborgenen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen ihrer Tätigkeit nachgehen.“

12.42 Uhr: Beliebter Markt in Slubice wegen Corona-Ausbruch geschlossen

Wegen mehrerer Corona-Fälle unter Händlern bleibt ab Dienstag der auch bei deutschen Kunden beliebte zentrale Markt in Frankfurts (Oder) polnischer Nachbarstadt Slubice geschlossen. Alle Händler und Standbesitzer sollen getestet werden, teilte die Stadt mit. In den kommenden Tagen sollen auch die Händler von zwei weiteren Märkten in der Stadt einen Corona-Test machen. Nur nach einem negativen Testergebnis sollen die Markthändler wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren dürfen, sagte der Leiter des örtlichen Gesundheitsamtes.

Am Sonntag hatte sich eine Marktfrau mit schweren Symptomen im Krankenhaus von Slubice gemeldet. Auch zwei Klinik-Mitarbeiter sollen demnach unter Quarantäne stehen. Insgesamt habe es im Zusammenhang mit dem Markt bisher 14 Infektionen gegeben, so der Sender RBB.

Wer den Markt der Schwesterstadt von Frankfurt/Oder besucht hat und Corona-Symptome aufweist, soll sich bei seinem zuständigen Gesundheitsamt melden, teilten die Behörden mit.

12.01 Uhr: IHK sorgt sich um Schulstart in Berlin

Die Berliner Wirtschaft blickt „mit Sorge“ auf den Schulstart nach den Sommerferien am 10. August. Einerseits sei es höchste Zeit, dass trotz Corona-Pandemie wieder geregelter Unterricht losgehe, erklärte die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK), Beatrice Kramm. Andererseits seien an den Schulen Konzepte für eine dauerhafte Absicherung des Unterrichts nötig, sollte Präsenzunterricht wegen Corona-Fällen in einzelnen Klassen nicht möglich sein.

Daher müsse die digitale Betreuung eines jeden Schülers sichergestellt sein. „Kein Kind darf verloren gehen“, so Kramm. "Jede fehlende Unterrichtsstunde wirkt sich negativ auf die Ausbildungsreife und Studierfähigkeit aus. Das können wir uns weder als Gesellschaft noch als Wirtschaftsstandort leisten", so die IHK-Präsidentin.

10.55 Uhr: Wieder mehr neue Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg gibt es wieder mehr Corona-Neuinfektionen. Nach zuletzt nur einem registrierten Fall am Montag berichtete das Gesundheitsministerium am Dienstag von acht neuen bestätigten Infektionen innerhalb eines Tages. Drei Fälle wurden aus Potsdam gemeldet, zwei neue Fälle gab es im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, jeweils ein Fall wurde in den Kreisen Oder-Spree, Teltow- Fläming und Potsdam-Mittelmark bekannt.

Damit haben sich seit März 3601 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Aktuell werden fünf Menschen im Krankenhaus behandelt, einer wird intensivmedizinisch beatmet. Seit März starben in Brandenburg 173 Corona-Patienten; 3340 Menschen gelten als genesen - zehn mehr als ein Tag zuvor.

Corona-Schwerpunkte in Brandenburg sind weiter die Landeshauptstadt Potsdam mit 668 Fällen, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 575 Infizierten. Im Landkreis Prignitz wurden mit 32 bestätigten Fällen die wenigsten Infizierten landesweit gemeldet, gefolgt von Frankfurt (Oder) mit 33 bestätigten Fällen.

10 Uhr: Brandenburg plant Maskenpflicht an Schulen

Auch das Land Brandenburg will zum neuen Schuljahr eine Maskenpflicht an Schulen einführen. Das sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) dem Sender RBB. Ab Montag sollen Lehrer und Schüler auf den Fluren Mund und Nase bedecken. Im Unterricht hält Ernst das Tragen von Masken hingegen nicht für nötig. Das Land Berlin will am Dienstag ebenfalls eine Maskenpflicht an Schulen zum Start ins neue Schuljahr beschließen.

7 Uhr: Tests für Reiserückkehrer: Reinickendorfer Amtsarzt warnt vor falscher Sicherheit

Patrick Larscheid warnt erneut vor einem falschen Sicherheitsgefühl durch Corona-Tests für Reiserückkehrer. Das sagte der Leiter des Gesundheitsamts Reinickendorf dem Sender RBB. Derzeit entstehe der Eindruck, "man müsse nur viel testen und dann könnten alle wieder an die Arbeit und in die Kita gehen". Reisende, die sich erst am Ende ihres Urlaubs infiziert hätten, würden aber nicht erfasst.

Alle Reiserückkehrer sollten lieber weiter für zwei Wochen in Quarantäne, anstatt sich auf Tests zu verlassen, sagte Larscheid.

6 Uhr: Senat berät über neues Schuljahr und Tests für Reiserückkehrer

Der Berliner Senat berät (10 Uhr) über die Pläne für den Schulbeginn nach den Sommerferien. Am kommenden Montag startet das neue Schuljahr. Abstandsregeln wie vor den Ferien gelten dann nicht mehr, neu ist eine Maskenpflicht. Bildungssenatorin Sandra Scheeres will ihren Senatskollegen zudem weitere Details zum Schulalltag in Corona-Zeiten vorstellen.

Ein weiteres Thema sollen Tests auf das Coronavirus für Rückreisende in Berlin sein. Derzeit sind sie noch freiwillig. Nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen sie aber schon bald verpflichtend werden. Der Aufwand für die Tests etwa an den Berliner Flughäfen dürfte dann deutlich zunehmen. Auch mit der Frage, wie an den Berliner Hochschulen der Start ins Wintersemester angesichts der Corona-Krise gelingen kann, will sich der Senat befassen.

Ein weiteres Thema ist die Frage, ab wann Prostitution wieder zugelassen wird. Der Senat plant dabei ein Stufenmodell und möchte dabei einer Sprecherin zufolge keinen Alleingang unternehmen, sondern sich mit den übrigen Bundesländern abstimmen. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin von Ende Juli verstößt ein generelles Verbot sexueller Dienstleistungen mit Körperkontakt gegen den Gleichheitssatz. Erotische Massagen sind daher in Berlin bereits wieder erlaubt.

5.30 Uhr: Nutzungszahlen bei E-Scootern steigen wieder

Nach dem starken Rückgang der Nutzung von E-Scootern während der Corona-Krise verzeichnen die Verleiher nun wieder ein steigendes Interesse bei ihren Kunden - auch in Berlin. „In den letzten Wochen und Monaten seit der coronabedingten Betriebspause sehen wir ein kontinuierliches Wachstum bei den Nutzerzahlen wie auch bei der Anzahl der Fahrten“, sagte Jashar Seyfi, Geschäftsführer von Lime Deutschland, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Auch Claus Unterkircher, Geschäftsführer für den deutschsprachigen Raum beim schwedischen Anbieter Voi, bestätigt diesen Eindruck: „Die Nutzung ist nach Corona stark angestiegen und bewegt sich inzwischen auf sehr viel höheren Levels als vor der Krise und dem Start vor einem Jahr.“

Nach dem Hype und überbordenden Wachstum des vergangenen Jahres hatten viele Anbieter ihre Dienste in der Corona-Krise vorübergehend gestoppt oder zumindest ausgedünnt.

5 Uhr: Staatssekretär: Genehmigungen von Corona-Demos genauer prüfen

Nach der Berliner Großdemonstration am Wochenende gegen staatliche Corona-Auflagen hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer, gefordert, bei Genehmigungen von Versammlungen gegebenenfalls restriktiver vorzugehen. Zwar seien Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung „hohe, allen Bürgern garantierte unveränderliche Grundrechte“, schrieb der CSU-Politiker in einem Gastbeitrag für die „Rhein-Neckar-Zeitung“. „Allerdings eben immer nur so weit, als die Rechte Dritter oder die öffentliche Sicherheit nicht erheblich verletzt werden“.

Die Überwachung der Einhaltung der Hygieneregeln müsse weiter höchste Priorität haben, schrieb er. „Hier obliegt es den Landesbehörden abzuwägen, inwieweit Maßnahmen noch verschärft werden müssen und man aufgrund der negativen Erfahrungen des Demonstrationsgeschehens vom Wochenende bei der Genehmigung von Versammlungen zukünftig restriktiver zu entscheiden hat“, so Mayer.

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, forderte, die Genehmigung solcher Demonstrationen genauer zu prüfen. „Die Behörden müssen sensibler sein, was die Genehmigung solcher Demonstrationen betrifft“, sagte Radek der „Augsburger Allgemeinen“. Dazu müsse die Politik Vorgaben machen.

Gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren am Samstag in Berlin Tausende auf die Straße gegangen. An einem Demonstrationszug beteiligten sich nach Schätzungen der Polizei bis zu 17.000 Menschen. Etwa 20.000 waren es danach bei einer Kundgebung. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, löste die Polizei die Kundgebung auf. Die Proteste in Berlin hatten eine Debatte über das Vorgehen gegen Verstöße und das Demonstrationsrecht ausgelöst.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht wandte sich gegen Forderungen, solche Protestveranstaltungen notfalls von vornherein zu untersagen. „Ich finde es ganz wichtig, dass wieder Demonstrationen stattfinden können und Menschen dort ihre Meinung, auch zur aktuellen Corona-Politik der Bundesregierung, frei und öffentlich äußern können“, sagte die SPD-Politikerin dem Magazin „Spiegel“. Den bewussten Verstoß gegen Corona-Vorschriften nannte sie „verstörend und nicht hinnehmbar“. Hier müssten die Vorschriften von Behörden vor Ort konsequent angewendet werden, „unabhängig davon, welches Ziel die jeweilige Demonstration hat“.

Berlins Innensenator Andreas Geisel sagte dem "Spiegel", man dürfe Grundrechte nur zeitlich beschränkt und mit guter Begründung einschränken. „In Berlin stehen alle Corona-Ampeln noch auf Grün. Da sind neuerliche Verbote schwer zu begründen. Wir setzen aber die Auflagen und Regeln für Demonstrationen konsequent durch“, versicherte der SPD-Politiker.

+++ Montag, 3. Juli 2020 +++

18.49 Uhr: 39 Neuinfektionen in Berlin, aktuell 438 Fälle

in Berlin ist kein weiterer Mensch an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der Todesfälle liegt weiter bei 223. 39 neue Infektionen wurden bestätigt, neun waren es gestern. 438 aktuelle Corona-Fälle haben wir insgesamt in Berlin, 446 waren es gestern. 8705 Menschen sind inzwischen genesen.

Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen beträgt 18, drei Person mehr als am Vortag. Insgesamt liegen 43 Menschen in Krankenhäusern und damit zwei Patienten mehr als am Vortag.

Die Berliner Corona-Ampel steht für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,13 weiter auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen auch auf Grün.

18.20 Uhr: Flugverkehr in Berlin und Schönefeld erholt sich weiter

Der Flugbetrieb an den Flughäfen Tegel und Schönefeld hat sich im Verlauf des Juli weiter erholt. Am vergangenen Wochenende waren erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder mehr als 31.000 Fluggäste an einem Tag gezählt worden, wie die Betreibergesellschaft am Montagabend mitteilte. Zu Beginn des Monats waren pro Tag im Schnitt noch rund ein Drittel weniger Fluggäste über Berlin gereist. Insgesamt fertigten beide Flughäfen im Juli rund 693.800 Fluggäste ab und damit mehr als viermal so viele wie im Vormonat Juni, hieß es.

16.25 Uhr: 2300 Tests an Berliner Flughäfen - ein Prozent positiv

An den beiden Berliner Flughäfen wurden seit vergangener Woche rund 2300 Reiserückkehrer aus Risikogebieten auf Covid-19 getestet. „Knapp ein Prozent der getesteten Personen waren positiv“, teilte Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charité, am Montag auf Anfrage mit. Die Charité führt die Tests an den beiden Standorten durch. Seit Mittwoch können sich Rückkehrer auf das Virus am Flughafen Tegel testen lassen. Am Freitag wurde auch eine Teststelle in Schönefeld eingerichtet.

Der Flughafen geht davon aus, dass täglich im Schnitt rund 2000 Menschen aus Gebieten nach Berlin reisen, die das Robert Koch-Institut als Risikogebiete einstuft. Die Tests sind derzeit noch freiwillig.

16.18 Uhr: Zentraler Omnibusbahnhof öffnet Corona-Teststelle

Die Covid-19-Teststelle am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) hat den Betrieb begonnen. Seit Montag haben Rückreisende aus Risikogebieten dort die Möglichkeit, sich nach ihrer Ankunft auf Covid-19 testen zu lassen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montag mitteilte. Am frühen Vormittag hätten die ersten 20 davon Gebrauch gemacht. Die Teststelle ist den Angaben zufolge durchgängig geöffnet, die Tests sind kostenfrei. Testen lassen können sich ausschließlich Rückreisende, die keine Corona-Symptome zeigen.

15.10 Uhr: Gewerkschaft verteidigt Polizei-Strategie bei Corona-Demonstrationen

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat die Einsatzstrategie der Berliner Polizei bei Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen am Wochenende nach Kritik aus der Politik verteidigt. „Die Polizei hat nicht den gesetzlichen Auftrag, parteipolitischen Erwartungshaltungen zu folgen, sondern das Versammlungsrecht zu schützen“, sagte der Bundesvorsitzende Rainer Wendt der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Diesem Auftrag sei die Berliner Polizei in beispielhafter Weise nachgekommen, der Einsatz sei „wie aus dem Lehrbuch“ geführt worden.

Aus Protest gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren am Sonnabend in Berlin Tausende auf die Straße gegangen. Weil viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, löste die Polizei Kundgebung am frühen Abend auf. Danach wurde parteiübergreifend der Ruf nach einem harten Durchgreifen laut. „Die Demonstration hätte schon früher aufgelöst werden können“, sagte etwa die SPD-Chefin Saskia Esken der ARD-„Tagesschau“.

Das wies Wendt zurück: Das Versammlungsrecht sei ein überragendes Rechtsgut, daher gälten hohe Hürden. „Die Polizei darf auch bei festgestellten Rechtsverstößen eine Versammlung nicht sofort abbrechen, sondern muss dem Veranstalter immer ausreichend Gelegenheit geben, auf die Teilnehmenden einzuwirken“, erklärte der Gewerkschafter.

Die Diskussion über mögliche Einschränkungen der Versammlungsfreiheit ist für Wendt angesichts zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Auflagen „nachvollziehbar.“ Der Gewerkschaftschef betonte aber: „Letztlich wird eine Beschränkung des Versammlungsrechts nicht durch die Politik, sondern durch die Verwaltungs- und Verfassungsgerichtsbarkeit entschieden werden.“ In der Vergangenheit sei dort im Zweifel immer der Versammlungsfreiheit der Vorrang gegeben worden.

15 Uhr: Wir starten unser neues Corona-Newsblog

Alle bisherigen Nachrichten und Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie in Berlin und Brandenburg lesen Sie in unserem vorangegangenen Newsblog.

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