Pandemie

Corona-Teststelle am Berliner ZOB eröffnet

Reiserückkehrer aus Risikogebieten können sich ab sofort am ZOB auf das Coronavirus testen lassen.

Reisende am Zentralen Omnibusbahnhof  (ZOB) in Berlin

Reisende am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Berlin

Foto: Reto Klar

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten hat die Berliner Gesundheitsverwaltung eine Teststelle am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eröffnet. Noch sind die Tests freiwillig. Im Laufe der Woche wird eine Anordnung der Bundesregierung erwartet, die diese zur Pflicht macht.

Die Teststelle wurde vom Technischen Hilfswerk (THW) auf dem Pkw-Parkplatz Soorstraße eingerichtet. Mit der Koordinierung des Aufbaus hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci Herrn Albrecht Broemme, den ehemaligen Präsidenten des Technischen Hilfswerks, beauftragt.
Das Deutsche Rote Kreuz Berlin hat den Betrieb übernommen. Das Testangebot richtet sich ausschließlich an Rückreisende, die keine Corona-Symptome zeigen. Die Tests sind für die Rückreisenden kostenfrei. Die Teststelle ist einer Mitteilung zufolge durchgängig geöffnet.

„Ich danke dem Technischen Hilfswerk für den tatkräftigen Aufbau und dem Deutschen Roten Kreuz für den engagierten Betrieb. Mein Dank gilt zudem dem ZOB für die sehr konstruktive Zusammenarbeit. Mit dieser Abstrichsstelle haben wir unsere Eindämmungsstrategie gegen SARS-CoV-2 weiter gestärkt”, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci.

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Rückkehrer aus Risikogebieten müssen in Quarantäne

Nach geltender Infektionsschutzverordnung des Landes Berlin sind Rückreisende, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in einem vom Robert-Koch-Institut zum Zeitpunkt der Einreise als Corona-Risikogebiet eingestuften Land aufgehalten haben, grundsätzlich verpflichtet, eine 14-tägige häusliche Quarantäne einzuhalten.

Von der Quarantänepflicht befreit sind Personen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können. Bis zum Erhalt des Testergebnisses müssen sich Reiserückkehrende in Quarantäne begeben. Eine zweite Testung nach 5-7 Tagen wird dringend empfohlen.

Am ZOB kommen Busse etwa aus Serbien, Nordmazedonien oder Bosnien-Herzegowina an - Länder, die auf der Liste mit Risikogebieten des Robert Koch-Instituts geführt werden.

Auch am Berliner Hauptbahnhof sollte an diesem Montag eine Corona-Teststelle für Fernreisende eröffnen.

Corona-Tests auch an Berliner Flughäfen

Mit den neuen Teststellen haben nun auch Reiserückkehrer abseits der Flughäfen die Möglichkeit, sich direkt nach ihrer Ankunft testen zu lassen. Am Mittwoch hatte zunächst eine Teststelle am Berliner Flughafen Tegel für Rückkehrer aus der Türkei und anderen Risikoländern mit den Tests begonnen. Seit Freitag ist das auch am Flughafenstandort in Schönefeld möglich, wo vor allem Flugzeuge aus osteuropäischen Risikogebieten landen. Beide Standorte werden von der Charité betrieben.

„Mit der Eröffnung der Teststelle in Schönefeld können sich ab jetzt Passagiere an unseren beiden Flughäfen direkt nach der Ankunft auf das Coronavirus testen lassen“, teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag mit.

"Enormer Anstieg der Neuinfektionen"

„Weltweit erleben wir im Augenblick einen enormen Anstieg der täglichen Neuinfektionen“, ergänzte Brandenburgs Gesundheitsministerin, Ursula Nonnemacher (Grüne). „Je mehr Menschen von ihren Reisen aus fernen Ländern zu uns zurückkehren, umso größer ist auch das Risiko, dass neues Infektionsgeschehen zu uns kommt.“

Die Tests seien eine weitere Maßnahme, das Risiko zu minimieren. „Auch für die verpflichtenden Tests, die nun kommen werden, sind wie damit gut vorbereitet“, hieß es von Berlins Regierendem Bürgermeister, Michael Müller (SPD).

Welche Länder aktuell als Risikogebiete gelten, hält das Robert Koch-Institut (RKI) auf einer Liste fest. Die Flughafenbetreiber gehen davon aus, dass täglich rund 2000 Menschen aus Risikogebieten gemäß dieser Liste in Berlin landen. Das RKI erklärte am Freitag erstmals seit Wochen wieder Regionen zu Risikogebieten, die zur EU gehören: die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra. Damit dürfte sich die Zahl der betroffenen Rückkehrer noch einmal erhöhen.

Sollten die Tests in der kommenden Woche verpflichtend werden, müssen die Betroffenen diese nicht zwingend an den dafür eingerichteten Teststellen an Flughäfen und den Bahnhöfen durchführen lassen. Wo sie sich testen lassen, steht ihnen offen.