Reiserückkehrer

Corona-Tests nun auch am Flughafen Schönefeld

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Seit Freitag kann sich am Flughafen Schönefeld jeder, der aus einem der 130 vom Robert-Koch-Institut definierten Corona-Risikogebiete einreist, auf das Virus testen lassen. In Tegel geht das bereits seit Mittwoch.

Seit Freitag kann sich am Flughafen Schönefeld jeder, der aus einem der 130 vom Robert-Koch-Institut definierten Corona-Risikogebiete einreist, auf das Virus testen lassen. In Tegel geht das bereits seit Mittwoch.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Nach Tegel sollen Rückkehrer aus Risikogebieten nun auch am Flughafen Schönefeld auf das Coronavirus getestet werden.

Berlin/Schönefeld. Auch am Flughafen Schönefeld können sich nun Reiserückkehrer aus Risikogebieten auf das Corona-Virus testen lassen. Eine entsprechende Untersuchungsstelle der Berliner Charité wurde am Freitag in Betrieb genommen. Ursprünglich sollten die Tests bereits ab Donnerstag angeboten werden. Nach dem chaotischen Start am Flughafen Tegel am Mittwoch wurde es in Schönefeld allerdings um einen Tag verschoben. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) und die Charité machten Netzwerkprobleme für die Schwierigkeiten verantwortlich. Entsprechend seien in Schönefeld weitere technische Vorbereitung notwendig gewesen.

Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss eigentlich zwei Wochen in Quarantäne. Das kann jedoch mit einem negativen Corona-Test umgangen werden. Noch sind diese an den Flughäfen freiwillig. Ab kommender Woche sollen sie allerdings verpflichtend werden. In Tegel und Schönefeld landen laut eines FBB-Sprechers jeden Tag rund 2000 Passagiere, die aus einem der rund 130 Corona-Risikogebiete kommen – insbesondere aus der Türkei und osteuropäischen Staaten. Das Robert-Koch-Institut klassifiziert einen Staat als Risikogebiet, wenn sich dort in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Corona-Virus infiziert haben.

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Untersuchung auch am ZOB und am Hauptbahnhof geplant

Auch am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sollen Reiserückkehrer bald auf Covid19-Erkrankungen getestet werden. Rund 300 Menschen kommen dort laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci täglich aus einem Corona-Risikogebiet an. „Wir haben gerade Reisezeit und wollen für Menschen, die aus Risikoländern kommen, hier direkt eine Testmöglichkeit schaffen“, begründete die SPD-Politikerin am Donnerstag im „RBB“ das Vorhaben.

Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung und der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die den Busbahnhof betreiben, soll die Teststelle auf dem Parkplatz an der Soorstraße neben dem ZOB eingerichtet und die entsprechenden Busse direkt dorthin umgeleitet werden. Wann genau es losgeht, werde man erst sagen können, wenn die entsprechenden Vorgaben des Bundes zu verpflichtenden Tests bekannt sind, sagte Moritz Quiske, Sprecher der Gesundheitsverwaltung.

Die Untersuchungsstelle, die nach Informationen der Berliner Morgenpost aus einem Bus heraus betrieben werden soll, wird von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin betreut werden. Laut Sprecherin Dörte Arnold sei noch unklar, wann es losgehen kann, „weil wir noch keine Beauftragung durch die Senatsverwaltung und keine Finanzierungszusage haben“. Es müssten noch Verträge geschlossen werden, weshalb der Aufbau in so kurzer Zeit nicht möglich sei. Die KV soll außerdem eine weitere Teststelle am Hauptbahnhof betreiben.

„Aktuell suchen wir nach geeigneten Räumlichkeiten und Flächen am Berliner Hauptbahnhof, damit das Land die angekündigten Corona-Tests wie gewünscht durchführen kann“, sagte ein Bahnsprecher. Zwar halten am Hauptbahnhof keine Züge, die direkt aus Risikogebieten kommen. Allerdings könnten dort Reisende aus einem solchen Gebiet, die etwa in Frankfurt am Main oder München mit dem Flugzeug gelandet sind, in Berlin ankommen, begründet der Senat die Entscheidung. Wie aus der Gesundheitsverwaltung zu hören ist, wird auch bei anderen großen Berliner Bahnhöfen wie Gesundbrunnen oder Südkreuz über Teststellen nachgedacht.

Kostenlose Tests für alle Rückkehrer ab Sonnabend

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte derweil an, dass sich ab Sonnabend jeder, der aus einem Risikogebiet nach Deutschland gekommen ist, kostenlos auf Covid19 testen lassen kann. Das soll binnen 72 Stunden nach Ankunft beim jeweiligen Gesundheitsamt oder einem Arzt möglich sein. „Die steigenden Infektionszahlen in Deutschland sind ein deutliches Warnsignal“, sagte Spahn, der dazu am Freitag eine entsprechende Verordnung erließ.

Die Kosten für die Tests sollen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bestritten werden, der Bund soll die Mittel aber später ausgleichen. Für je eine Million zusätzliche Tests entstehen Mehrausgaben von etwa 50,5 Millionen Euro. Mit einer weiteren Anordnung wird Spahn Einreisende aus Risikogebieten dazu verpflichten, sich auf Aufforderung durch die zuständigen Behörden testen zu lassen. Die wiederum ist noch in Abstimmung mit den Ländern und soll voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche in Kraft treten.

In Berlin können sich ab der kommenden Woche auch alle Beschäftigten der Schulen kostenlos testen lassen, ohne dass sie Symptome haben. „Wir reagieren damit auf die Bedarfe in unseren Bildungseinrichtungen und bauen die Berliner Teststrategie gezielt aus“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Das soll am Virchow-Klinikum der Charité in Wedding, in den drei Teststellen der Vivantes-Kliniken in Prenzlauer Berg, Tempelhof und Spandau sowie im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe vorgenommen werden.