Mit einer neuen Beziehung gewinnen Paare nicht nur Liebe und schöne Erinnerungen, sondern oft auch zusätzliches Gewicht. Das zeigen verschiedene Studien und Umfragen. Doch woher kommt dieses Phänomen und was sagt es über die Qualität der Partnerschaft aus? Während sich Forschende darüber oft uneins sind, scheint eine Sache klar: Oft setzen die Extra-Kilos eine Negativspirale in Gang, die sogar zu Beziehungsproblemen führen kann.

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Forschende des Max-Planck-Instituts, der Universität Mannheim, Leipzig und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung beobachteten die Gewichtsschwankungen von fast 21.000 Menschen über einen Zeitraum von mehr als 16 Jahren. Das Ergebnis: Menschen in festen Beziehungen bringen deutlich mehr Gewicht auf die Waage. Ob sie verheiratet sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Viel wichtiger ist demnach, ob sie in einem gemeinsamen Haushalt leben.
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Der Hamburger Paartherapeut Eric Hegmann erklärt das Phänomen: „Dass Eheleute gemeinsam zu- oder abnehmen, liegt wohl vor allem an ähnlichen Essgewohnheiten“, erklärt er. „Sie leben schließlich im selben Haushalt.“ Und das hat weitreichende Konsequenzen: In stabilen Beziehungen entsteht ein neuer Alltag, in dem Routinen und gemeinsame Mahlzeiten eine größere Rolle spielen als Diätpläne oder Fitnessprogramme. Die Ernährung verändert sich, oft unbemerkt.
Dabei liegt die Ursache für die Gewichtszunahme weniger in emotionalen Problemen als vielmehr in ganz praktischen Veränderungen des Lebensstils als Paar. Das bestätigen auch die 2018 veröffentlichen Ergebnisse der deutschen Langzeitstudie: Demnach sinkt der Body-Mass-Index auf den Originalwert zurück, sobald sich ein Paar wieder trennt.
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Interessant dabei: Folgt nach der Trennung irgendwann die Scheidung, nehmen sowohl Frauen als auch Männer wieder stark zu. Die Forschenden erklären dies damit, dass viele Menschen zum Zeitpunkt der Scheidung bereits wieder neu vergeben sind. Doch auch das Alter könnte hierbei eine Rolle spielen. Denn unabhängig vom Beziehungsstatus nehmen die meisten Menschen über die Jahre zu, während sie gleichzeitig an Muskelmasse verlieren.

Laut Sportwissenschaftler Ingo Froböse liegt dies vor allem an der zunehmenden körperlichen Inaktivität und einer ungesunden Ernährung: „Insbesondere der Bewegungsmangel führt zu einem Verlust an Muskelmasse und Muskelkraft“, sagt er. Spätestens ab dem 30. Lebensjahr bauten wir davon rund ein Prozent jährlich ab. Zudem nimmt der Durchschnittsmensch ab 20 laut einer Studie aus dem Jahr 2013 etwa 4,5 Kilogramm pro Jahrzehnt zu.
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Für eine Studie aus den USA befragten Forschende Paare nach den Gründen ihrer Gewichtszunahme. Allein im ersten Jahr der Beziehung hatten die Teilnehmenden im Durchschnitt rund acht Kilo zugenommen, heißt es dort. Der Grund für das „Love Weight“ – auf Deutsch „Liebesgewicht“: das Sicherheitsgefühl, das die Beziehung vermittelt. Immerhin 64 Prozent der Befragten gaben diese Ursache bei einer Selbsteinschätzung an.
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Dies deckt sich mit der sogenannten Heiratsmarkthypothese, der zufolge Singles auf der Partnersuche ein niedrigeres Körpergewicht anstreben, um attraktiver zu erscheinen. Doch auch Stress, eine falsche Ernährung, Hormonstörungen oder Krankheiten können zu mehr Bauchfett führen.
Mehr als ein Drittel der Befragten (34 Prozent) gaben an, in der Partnerschaft häufiger Essen zu bestellen und beim gemeinsamen Kochen Alkohol zu konsumieren. Auch regelmäßige Restaurantbesuche sind ein häufiger Grund für „Love Weight“, besonders am Anfang der Beziehung.
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Ein weiteres Puzzlestück auf die Frage, warum Menschen in festen Beziehungen oft zunehmen, liefert der Blick auf gesellschaftliche Normen. In einer Partnerschaft gerät das eigene Körperbild oft in den Hintergrund. Das Streben nach vermeintlichen Idealmaßen verliert an Relevanz, dafür gewinnen Komfort und emotionale Sicherheit an Bedeutung. Ein paar Kilos mehr auf den Rippen werden daher auch von einem selbst eher akzeptiert oder zumindest hingenommen.










