Kennen Sie eigentlich den Yoga-Körper? Schlank, geschmeidig und flexibel, gleichzeitig widerstandsfähig und selbstbeherrscht, dezent muskulös, aber nicht aufgepumpt. So wären Sie auch gerne? Falls ja, sind Sie damit nicht allein.
Der Yoga-Körper ist in unserer Gesellschaft derzeit so etwas wie das erstrebenswerte Ideal: Er strahlt Anmut und Stärke aus. Gleichzeitig gilt er durch die Wellnesskomponente als genuss- und lustorientiert – statt die Verbissenheit des Leistungssports zu spiegeln, steht er sinnbildlich für Achtsamkeit.
Es sei nicht verwunderlich, dass aktuell viele nach diesem Körperbild strebten, erklärt Paula-Irene Villa Braslavsky. Sie leitet den Lehrstuhl Allgemeine Soziologie und Gender Studies an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Diese idealtypische Idee verkörpere das, was besonders gut zu den populären ökonomischen Logiken passe. Der Arbeitsmarkt erwarte von uns eben auch Flexibilität, Selbstbeherrschung und Resilienz.


