Auch der Vatikan muss mit technologischen Entwicklungen Schritt halten, um in Zeiten von Smartphones und Tablets ein geheimes Konklave zu ermöglichen. Während der am Mittwoch beginnenden Papstwahl schaltet der Kirchenstaat all seine Mobilfunk- und Telekommunikationsanlagen ab und installiert Störsender, um möglichen Abhör-Angriffen vorzubeugen. Ab Mittwoch um 15 Uhr bis zur offiziellen Verkündung der Wahl eines neuen Papstes vom Balkon des Petersdoms aus bleibt das Netz außer Betrieb.

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So soll jegliche elektronische Kommunikation unterbunden werden, damit das Konklave unter strengster Geheimhaltung ablaufen kann, wie es das Kirchenrecht vorschreibt. Die Kardinäle, die sich heute für das Konklave (von Lateinisch „cum clave“: „mit Schlüssel“) in die Sixtinische Kapelle zurückziehen, geben damit den Kontakt zur Außenwelt auf. Fernsehen, Radio, Telefon sind verboten. Lediglich ein Notfalltelefon steht bereit. Und das nicht nur während der Wahlgänge, sondern auch in ihrer Unterkunft während der Papstwahl, dem Gästehaus Santa Marta.
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Das Konklave beginnt am Mittwoch mit einer Messe im Petersdom, am Nachmittag ziehen die 133 Wahlberechtigten zu einer ersten Abstimmung in die Sixtinische Kapelle ein. Am Mittwoch ist ein einziger Wahlgang vorgesehen, der um 16.30 Uhr beginnt. Mit einem Ergebnis ist gegen 19 Uhr zu rechnen.
Es gelten höchste Sicherheitsvorkehrungen, nicht nur in der Vatikanstadt, sondern beispielsweise auch für die Basilika Santa Maria Maggiore, wo sich Franziskus‘ Grab befindet. Erwartet wird, dass zehntausende Gläubige zum Petersdom strömen, um der Verkündung des Namen des neuen Papstes beizuwohnen. Die Kontrollen beim Zugang zum Petersplatz sind streng. 4.000 Polizisten sind im Einsatz.

Die Abschaltung des Mobilfunknetzes betrifft allerdings nicht den Pressesaal des Vatikans, in dem 4.000 Journalisten aus der ganzen Welt über das Konklave berichten. Auch das Gebiet der Sommerresidenz der Päpste in Castel Gandolfo, das ebenfalls zum Vatikan gehört, ist von der Maßnahme nicht betroffen, heißt es. Inwiefern die Netzabschaltung Urlauber betrifft, die sich im Umkreis des kleinsten Staates der Welt aufhalten, ist nicht bekannt. Wie lange es dauern wird, bis das Netz nach der Verkündung des neuen Papstes wieder hergestellt ist, ist unklar und hängt von den jeweiligen Mobilfunkanbietern ab.
Personal muss Verschwiegenheit geloben – sonst droht schwere Strafe
Die Verschwiegenheit rund um die Papst-Wahl ist rigoros. Am Montagnachmittag hatte das Personal, das während des Konklaves für die Kardinäle zuständig sein wird, vollkommene Verschwiegenheit schwören müssen. Die Vereidigung erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Kämmerer Kardinal Kevin Joseph Farrell und in Anwesenheit von zwei Zeugen in der Paulskapelle im Vatikan.
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Medizinisches Personal, Köche, Übersetzer, Fahrer und andere sind genau wie die Kardinäle selbst zu absolutem Stillschweigen über die Wahl des künftigen Papstes verpflichtet. Der Leibarzt von Papst Franziskus, Luigi Carbone, legte ebenfalls den Eid auf das Evangelium ab. Damit soll sichergestellt werden, dass niemand außerhalb des Kardinalskollegiums Einblick in die geheimen Vorgänge des Konklaves erhält.
Wer gegen die Regel verstößt, riskiert die höchste kirchliche Strafe – die Exkommunikation. Darüber hinaus verpflichtet sich jede und jeder, während der Wahl im Vatikan und besonders in der Sixtinischen Kapelle keine Bild- oder Tonaufnahmen anzufertigen. Nur eine ausdrücklich vom neuen Papst oder seinen Nachfolgern erteilte Sondererlaubnis könnte in Ausnahmefällen von der Pflicht zur Verschwiegenheit entbinden, so der Vatikan.






