Der Vatikan ist natürlich längst im digitalen Zeitalter angekommen. Anlässlich der letzten Papstwahl im März 2013 konnten sich Smartphone-Nutzer die „Pope App“ herunterladen und die Rauchzeichen aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle live verfolgen. Alternativ gab es auch eine Webcam mit einem Livestream auf Vatican.va.

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Millionen Katholiken weltweit warten gespannt darauf, welche Farbe der Rauch hat, der da in den römischen beziehungsweise vatikanischen Himmel steigt. Schwarz bedeutet: Es ist noch keine erfolgreiche Wahl zustande gekommen, weiß heißt: Es ist vollbracht. Das Kardinalkollegium hat im Konklave mit Zweidrittelmehrheit einen neuen Stellvertreter Jesu Christi auf Erden ins Amt gehoben.

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Das Konklave kann nach wenigen Stunden vorbei sein, aber auch Tage und Wochen dauern: Ein Zeitlimit gibt es nicht. Die längste Wahl begann im Herbst 1268. Erst nach zwei Jahren, neun Monaten und zwei Tagen gab es mit Gregor X. einen neuen Papst. Inzwischen geht es zügiger: Franziskus war 2013 nach etwas mehr als 26 Stunden und fünf Wahlgängen gewählt. Sein Vorgänger, der Deutsche Benedikt XVI., stand 2005 nach vier Runden fest.

Papstwahl im Vatikan
Weißer Rauch zeigt es an: Ein neuer Stellvertreter Christi auf Erden ist gewählt.© picture alliance / dpa | Michael Kappeler

Weil Franziskus viele neue Kardinäle aus weit entfernten Ländern berufen hat, die sich nicht besonders gut kennen, ist die Wahl dieses Mal wohl offener als bei früheren Konklaven. Zur Wahl benötigt der neue Papst eine Zweidrittelmehrheit. Der erste Wahlgang findet am Nachmittag statt. Der weitere Rhythmus besteht dann aus zwei Wahlgängen vormittags und zwei Wahlgängen nachmittags. In der Wahlordnung von 1996, der Universi Dominici Gregis, werden Rauchzeichen nicht explizit erwähnt, doch ihre Verwendung ist seit der Papstwahl 1775 belegt.

Chemikalien sorgen für Färbung des Rauches

Die Wahlzettel und alle dazugehörigen Unterlagen werden traditionell verbrannt. Dazu wird einige Tage vor dem Beginn des Konklaves ein gusseiserner Ofen in der Sixtinischen Kapelle aufgestellt. Auch der Schornstein auf dem Dach wird nur für die Papstwahl angebracht und anschließend wieder abgeschraubt.

Der Ofen stammt noch aus dem Jahr 1939 und damit aus der Zeit von Papst Pius XII. In ihm werden die Stimmzettel eingeäschert. Ein zweiter, elektrisch betriebener Ofen kam 2005 erstmals zum Einsatz, bei der Wahl von Benedikt XVI. In ihm wird mithilfe von Chemikalien schwarzer oder weißer Rauch produziert. Für schwarzen Rauch werden laut Vatikan Kartuschen mit Kaliumperchlorat, Anthracen und Schwefel eingesetzt. Bei weißem Rauch werden Kaliumchlorat, Lactose und Kolophonium verwendet.

Nicht immer ist die Farbe des Rauches jedoch klar zu deuten. Nach der Wahl von Johannes Paul II. 1978 stieg grauer Rauch aus dem Schornstein auf, was die Gläubigen auf dem Petersplatz doch arg verwirrte. Auch bei der Wahl seines Nachfolgers Benedikt XVI. kam es zu Unklarheiten, ob der Rauch denn nun schwarz oder weiß sei. Für solche Fälle hat der Vatikan allerdings vorgesorgt: Zusätzlich zum aufsteigenden Rauch läuten bei einer erfolgreichen Wahl die Glocken des Petersdoms.