• Papst Leo hat Lungenkrebs
  • Bei einer Operation wurde ein Lungenadenokarzinom entfernt
  • Leo ist nicht als Raucher bekannt, aber: Auch bei Nicht-oder Ex-Rauchern kann Lungenkrebs entstehen

Papst Leo XIV. hat nach seiner schweren Lungen-Operation eine ruhige Nacht verbracht. Im Laufe des Tages soll es weitere Informationen geben, teilte der Vatikan am Mittwoch in einem knappen Statement mit. Dem 71-jährigen Kirchenoberhaupt war am Dienstag ein bösartiger Lungentumor entfernt worden. Bei der rund 90-minütigen Operation in der römischen Gemelli-Klinik wurde dabei ein Lappen der rechten Lunge entfernt, in dem sich das Adenokarzinom befand. Ein Lungenlappen umfasst etwa 20 bis 25 Prozent der Lunge.

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Der Verdacht auf Lungenkrebs sei bereits bei den Untersuchungen vor dem Eingriff aufgekommen, hieß es. Dieser sei nun bestätigt worden. Die Operation verlief nach Angaben der Ärzte „erfolgreich und ohne Komplikationen“. Der Papst sei anschließend wie geplant aufgewacht und befinde sich nun in seinem Zimmer.

Über die Größe des Karzinoms wurde zunächst nichts mitgeteilt. Von ihr hängt ab, ob nach dem chirurgischen Eingriff zusätzlich Strahlen- sowie Chemotherapien geboten sind.

Papst Leo XIV.
Papst Leo XIV. bei seiner Fahrt in die Gemelli-Klinik in Rom am Sonntag.© Andrew Medichini/AP/dpa | Andrew Medichini

Gleichzeitig wurde bekannt, dass einer der älteren Brüder von Papst Leo ebenfalls in einer Klinik wegen Krebs behandelt wird. Nach Angaben von dessen Ehefrau leide der in Florida lebende Bruder des Kirchenoberhaupts, Louis Prevost, an einem Multiplen Myelom. Beide Brüder würden gerade im Austausch über ihre Erkrankung stehen.

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Papst Leo: Vatikan spricht von „erfolgreicher“ OP

Der Pontifex war am Dienstag in die Gemelli-Klinik gebracht worden. Das Oberhaupt von weltweit rund 1,4 Milliarden Katholiken kam dort im Auto mit Polizeieskorte an. Der 71-Jährige hatte am Sonntag nach dem Angelusgebet erklärt, dass bei einer Routineuntersuchung ein begrenzter Knoten in der Lunge entdeckt worden sei. Dieser sei in einem „sehr frühen Stadium“ und „gut lokalisiert“. Auf Anraten der Ärzte habe er sich zur Entfernung des Knotens für die Operation entschieden.

Nach der Diagnose Krebs: Hilfe und Anlaufstellen

  • Die Deutsche Krebshilfe informiert gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe über das Team vom Infonetz Krebs. Sie beraten laut eigenen Angaben nach dem aktuellen Stand von Medizin und Wissenschaft in allen Phasen der Erkrankung. Telefon: 0800 80708877 (kostenfrei) von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr. E-Mail: krebshilfe@infonetz-krebs.de.
  • Beim Deutschen Krebsforschungsinstitut können Patienten und Angehörige den Telefondienst in Anspruch nehmen, wo Ärzte Fragen zu Krebs beantworten. Telefon: 0800 4203040 (kostenfrei) täglich von 8 bis 20 Uhr. E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de oder über ein datensicheres Kontaktformular auf der Internetseite: www.krebsinformationsdienst.de/krebsberatungsstellen
  • Die Frauenselbsthilfe Krebs bietet Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe an. Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) Bundesverband e.V. in Bonn, Telefon: 0228-33889408. Regionale Gruppen sind zu finden unter: frauenselbsthilfe.de/vor-ort
  • Auch Caritas und Diakonie bieten an einigen Orten eine eigene Krebsberatung an. Am einfachsten ist es, die regionalen Stellen zu kontaktieren oder sich über die Suchseite des Internetauftritts der beiden Hilfsorganisationen zu informieren.

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Papst hat Lungenkrebs: Das ist ein Lungenadenokarzinom

Ein Lungenadenokarzinom ist ein primär in der Lunge entstandener Tumor, wie die Ärztin Juanita Mora, Sprecherin des Amerikanischen Lungenverbands ALA, erklärt. Er ist bei Leo also der Ausgangspunkt der Krebserkrankung, es handelt sich nicht um Metastasen eines anderen Tumors.

Lungenkrebs wird zudem in zwei Hauptgruppen unterteilt:

  • die sogenannten nicht-kleinzelligen Karzinome, die häufigste Art von Lungenkrebs
  • die kleinzelligen Karzinome, die deutlich aggressiver sind und nach Angaben der Amerikanischen Krebsgesellschaft etwa zehn bis 15 Prozent der Lungenkrebserkrankungen ausmachen.

Das Lungenadenokarzinom gehört zur ersten Gruppe und ist die häufigste Form von Lungenkrebs, wie der US-Onkologe David Spigel erklärte, der am Sarah Cannon Research Institute in Nashville zu Lungenkrebs forscht.

Kleinzelliges Lungenkarzinom (SCLC): Hoch aggressiv und schwer behandelbar / Biotechnologieunternehmen Amgen engagiert sich in der Erforschung neuer Therapieansätze
Das Lungenadenokarzinom ist die häufigste Form von Lungenkrebs© Getty Images | Yuichiro Chino

Ist Papst Leo Raucher? Auch Nichtraucher oder Ex-Raucher mit Lungenkrebs

Obwohl Rauchen mit Abstand der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist, „betrifft die Mehrzahl der heute diagnostizierten Lungenkrebserkrankungen Menschen, die niemals geraucht oder vor vielen Jahren aufgehört haben“, sagt David Carbone, Direktor des Thoracic Oncology Center der Ohio State University.

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Zu den Faktoren, die die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen, zählen Passivrauchen, Luftverschmutzung, oder berufliche Schadstoffexpositionen. Auch genetische Veränderungen in den Tumorzellen können eine Rolle spielen.

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Leo gilt als sportlich, ist nicht als Raucher bekannt und hatte zuletzt keine gesundheitlichen Probleme.

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Papst braucht jetzt Erholung – im eigenen Kliniktrakt

Nach Angaben von Vatikan-Sprecher Matteo Bruni brauche der Papst nach dem Eingriff etwa eine Woche Erholung. Die Gemelli-Klinik hat einen eigenen Trakt für Papst-Aufenthalte. Wegen einer Renovierung wird Leo Medienberichten zufolge aber nicht im Papstzimmer untergebracht. Alle Termine des Papstes wurden bis zum 20. Oktober abgesagt. Zur geplanten Südamerika-Reise vom 6. bis 17. November nach Uruguay, Argentinien und Peru machte der Vatikan bislang keine Angaben.

Auch das Bischofstreffen im Vatikan ist von der Operation betroffen. Die rund 120 Teilnehmer schickten dem Papst am Dienstag eine Grußbotschaft. Darin versicherten sie ihm ihre Nähe und wünschten ihm „rasche Genesung“.

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Bislang waren keinerlei gesundheitlichen Probleme des ersten US-Amerikaners an der Spitze der katholischen Kirche bekannt. Leo hält sich mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigen Übungen fit. Mit seinen 71 Jahren ist er immer noch ein verhältnismäßig junger Papst. Bei seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres wurde gemutmaßt, dass er ein langes Pontifikat vor sich haben werde, möglicherweise mehrere Jahrzehnte lang.

bee/aino/epd/kna/dpa