Verwilderte Bahnhöfe, Ex-Frauengefängnisse, leerstehende Bunker und aufgegebene Gebäude der US-Armee: In Lichterfelde gibt es sie noch. Die Lost Places, für die Berlin seit den Neunzigern so bekannt war, deren Anzahl aber in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist. Mit etwas Ortskenntnis lassen sich die menschenverlassenen Schwimmbäder, ausgedienten Kraftwerke und Geistervillen aber noch ausfindig machen. Hier finden Sie alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Lost Places im Ortsteil Lichterfelde.
Auch interessant
- Das sind die spannendsten Lost Places in Steglitz
- Das sind die spektakulärsten Lost Places in Dahlem
- Das sind die faszinierendsten Lost Places in Wannsee
- Das sind die aufregendsten Lost Places in Lichterfelde
- Das sind die interessantesten Lost Places in Nikolassee
- Das sind die spannendsten Lost Places in Lankwitz
Was zeichnet die Lost Places in Lichterfelde aus?
In die Villenkolonie Lichterfelde – damals noch vor den Toren der Stadt gelegen – investierte seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Hamburger Bauunternehmer Johann Anton Wilhelm von Carstenn (1822–1896). Seine Vision: Aus der eigenständige Landgemeinde im grünen Speckgürtel der Metropole ein attraktives Wohnviertel für begüterte Berliner werden zu lassen. Der Plan ging auf. Immer mehr Villen wurden in dem Randbezirk hochgezogen, die Bahnhöfe Lichterfelde Ost (1868) und West (1872) entstanden und mit Prestigeprojekten wie der ersten elektrische Straßenbahn der Welt, die auf der Strecke zwischen der Lichterfelder Kadettenanstalt und dem Bahnhof Lichterfelde 1881 Premiere feierte, schritt die Entwicklung der Carstenn’schen Villenkolonie rasch voran.
1920 wurde der Villenvorort als Ortsteil des Bezirks Steglitz nach Berlin eingemeindet und war nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit den Bezirken Tempelhof, Zehlendorf, Schöneberg, Neukölln und Kreuzberg Teil des US-amerikanischen Sektors. Die Lost Places in Lichterfelde spiegeln die Zäsuren wieder, die der Ortsteil im Laufe seiner Geschichte erfuhr. Heute stehen nicht nur einige der prunkvollen gründerzeitlichen Villen und Wohnhäuser des Ortsteils mit ihrer interessanten, langjährigen Geschichte leer, sondern auch Industrieanlagen, Kraftwerke, Forschungsgebäude und Einrichtungen aus der Zeit des Kalten Krieges. Der Ortsteil hat zahlreiche Lost Places zu bieten. Eine Erkundung lohnt sich.
Ist es erlaubt, Lost Places in Lichterfelde zu besuchen?
Gewöhnlich ist es offiziell nicht erlaubt, einen Lost Place zu besuchen. Obwohl die Orte verlassen aussehen, gibt es im Regelfall dennoch Eigentümer oder Verantwortliche, die alleine schon aus Gründen der Sicherheit nicht wollen, dass jemand diese Orte betritt. Auch interessant: Lost Places: Diese Strafen drohen bei Hausfriedensbruch
Das sind die spannendsten Lost Places im Stadtteil Lichterfelde:
Lost Place in Lichterfelde: Der ehemalige US-Militärbahnhof Lichterfelde West
Fast fünf Jahrzehnte rollten an dieser Station in speziellen Zügen US-Panzer und Militärgerät aus Westdeutschland quer durch die DDR nach Westberlin. Das "Rail Transportation Office" (RTO) der US-Armee war in den ersten beiden Besatzungsjahren in Wannsee untergebracht. 1947 wurde es an den Bahnhof Lichterfelde West verlegt und rückte damit näher an die wichtigen militärischen Einrichtungen und Kasernen im amerikanischen Sektor.
Das RTO-Empfangsgebäude und die Bahnsteige wurden durch US-Militärpolizei und deutsches Wachpersonal im Dienst der US-Armee geschützt. Der Bahnhof sicherte die Verbindung Berlins zu dem "Rhein-Main Air Base" in Frankfurt sowie dem Stützpunkt der US-Marine in Bremerhaven, bis die letzten Soldaten nach der Wiedervereinigung in den 1990er-Jahren aus Berlin abgezogen wurden. 2008 wurden die von den Amerikanern errichteten Funktionsbauten abgerissen. Erhalten geblieben ist ein Teilstück des Militärbahnsteigs mit beidseitigem Schienenanschluss samt der historischen Überdachung an der Curtiusstraße.
- Adresse: Curtiusstraße 28–30, 12205 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1947 wurde das "Rail Transportation Office" (RTO) der US-Armee an den Bahnhof Lichterfelde West verlegt; die Amerikaner errichteten entlang der Ladestraße an der Curtiusstraße einen Militärbahnhof mit eigenem Bahnsteig und Nutzgebäuden; nach dem Abzug der Alliierten 1994 wurde der Militärbahnhof stillgelegt und der überwiegende Teil der Infrastruktur 2008 abgerissen
- Führungen: Nein
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Lost Place
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Das baufällige Geisterhaus am Hindenburgdamm

Es gibt sie in fast jedem Bezirk: Berliner Geisterhäuser. Seit Jahren stehen die Immobilien leer und werden von den privaten Eigentümern vernachlässigt. Schrottimmobilie und Geisterhaus sind noch die netteren Umschreibungen die Anwohner für das seit Jahrzehnten leerstehende Gebäude an der Ecke Hindenburgdamm zum Gardeschützenweg benutzen. Der Beton bröckelt und immer wieder dringt Wasser in die baufällige Immobilie.
Dabei war das Anfang des 20. Jahrhundert errichtete Gebäude, das seit Mitte der 2000er-Jahre leer steht, einst eine beliebte Wohnadresse im Villenvorort Lichterfelde. Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen. In den Zimmern wurde die zurückgelassene Inneneinrichtung geplündert. Türen sind aus den Angeln gerissen, Wände eingeschlagen und Dachbalken eingestürzt. Um den Missstand zu beenden, will der Bezirk nun einen neuen Weg einschlagen und mittels einer Ersatzvornahme eine Mängelbehebung durch Dritte herbeiführen.
- Adresse: Gardeschützenweg 3/ Ecke Hindenburgdamm 72, 12203 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Errichtung Anfang des 20. Jahrhunderts nach Plänen von Carl James Bühring, seit den 2010er-Jahren Leerstand.
- Führungen: Keine. Das Gebäude ist nicht öffentlich zugänglich
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Lost Place
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Zapfenstreich für die McNair Barracks der US-Armee
Der weiträumige Industriekomplex der ehemaligen Telefunken-Werke wurde zwischen 1945 und 1994 von den US-amerikanischen Streitkräften als Hauptquartier und Kaserne genutzt. Sie waren neben dem Andrews und Roosevelt Barracks der dritte große Kasernenstandort der US-Streitkräfte. Das riesige 24 Hektar große Areal war in der Zeit des Kalten Krieges, als sich die US-Armee auf dem Gelände eingerichtet hatte, streng bewacht und abgeschirmt. Berliner hatten selten Einblick in die Kasernen der Berlin Brigade – und konnten nur Spalier stehen, wenn die Truppen zu Feiertagen am Platz des 4. Juli aufmarschierten oder dort mit Panzern Probefuhren.
Neben den Unterkünften der Soldaten im südlichen Bereich der Kaserne waren am Standort unter anderem Ausbildungseinrichtungen, Schulen, Clubräume, Offizierskasinos und Mannschaftsheime, Kirchen, Turnhallen, Fitnesscenter und Sportplätze untergebracht. Nach dem Abzug der Alliierten in den 1990er-Jahren standen die meisten der Gebäude leer. Ab den 2000er-Jahren begann der Senat einzelne Bauabschnitte an private Investoren zu verkaufen und es begann die schrittweise Umwandlung in Eigentumswohnungen.
- Adresse: Areal zwischen Goerzallee und dem Platz des 4. Juli, 14167 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Zwischen 1937 und 1940 nach Plänen des Architekten Hans Hertlein (1881–1963) als Telefunken-Stammwerk errichtet; nach Kriegsende bis 1994 als McNair Barracks Kaserne und Sitz der Berlin Brigade der US-Streitkräfte in Berlin; Leerstand seit dem Abzug der Alliierten 1994 und Umbau zu neuen Wohnquartieren in den 2000-Jahren
- Führungen: Unregelmäßig werden Touren über das Gelände unter anderem durch das AlliiertenMuseum angeboten
- Denkmalschutz: Objekt-Nr. 09065824
- Status: Ehemaliger Lost Place
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Das ausgediente Stellwerk am Kranoldplatz
Biegt man von der Königsberger Straße kommend in Richtung Kranoldplatz ab, ist es auf der linken Seite unübersehbar: Das unter Denkmalschutz stehende Stellwerk, mit seinem viergeschossigen, mit Klinker verkleidetem Gebäude dominiert den Platz. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde der immer wichtiger werdende Bahnhof Groß-Lichterfelde Ost schließlich hochgelegt und auf drei Bahnsteige mit sechs Bahnsteiggleisen ausgebaut. Der Güterverkehr wurde auf einem separaten kleinen Güterbahnhof mit fünf Gleisen verlegt.
Um die Vielzahl an Weichen und Signalen sicher steuern zu können, entstanden im Bereich des Bahnhofs zwei Stellwerke: Für den Vorortverkehr das heute nicht mehr existente Stellwerk "Lmt" und für den Fern- und Güterverkehr das hochaufragende Stellwerk "Lio" am Kranoldplatz. Als der Bahnhof in den 1950er-Jahren seinen Fernanschluss aufgeben musste, verlor auch das mechanische Stellwerk seine Funktion. Seitdem gab es immer wieder Versuche, neues Leben in den alten Turm einzuhauchen.
- Adresse: Kranoldplatz 6, 12209 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Errichtung 1915/1916 nach Plänen der Architekten Karl Cornelius und Alfred Lücking; Inbetriebnahme als Stellwerk "Lio" 1916; Außerbetriebnahme mit der Einstellung des Fernverkehrs auf der Anhalter Berlin 1952; durch die Bahn vorgehalten, zeitweise Nutzung als Restaurant "Stellwerk" bis 2017, danach Leerstand
- Bautyp: Mechanisches Stellwerk mit Wechselstromblock (Einheit Mw) und Bedienmannschaft
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Objekt-Nr. 09075167
- Status: Ehemaliger Lost Place. Nach Sanierung und Umbau zogen 2022 gewerbliche Mieter ein
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Das geschlossene Frauengefängnis Lichterfelde
Dicke Mauern, vergitterte Fenster und mächtige Riegel an den Eisentüren: In Lichterfelde befindet sich etwas versteckt ein ehemaliges Frauengefängnis aus der Kaiserzeit. Für mehr als einhundert Jahre war es die vorläufige Endstation für die hier Inhaftierten. Sie saßen für Schwarzfahren, Betrug oder Prostitution in den bedrückend kleinen Zellen der Justizvollzugsanstalt.
Bis 2010: Da wurden die letzten Insassinnen verlegt oder entlassen und das einstige Gefängnis fiel in einen jahrelangen Dornröschenschlaf – nur unterbrochen von den vielen Drehteams, die die authentische Kulisse für Aufnahmen nutzten. Unter anderem entstanden hier die Gefängnis-Innenaufnahmen für die Kultserie "Babylon Berlin". Seit 2016 wird dem Ex-Knast als Kulturstätte mit Ateliers, Gastronomie und Hotel neues Leben eingehaucht.
- Adresse: Söhtstraße 7, 12203 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Zwischen 1902 und 1906 zeitgleich mit dem Amtsgericht nach Plänen der Architekten Rudolf Mönnich, Walter Sarkur und Paul Thoemer erbaut; bis 2010 als Haftanstalt genutzt; danach Leerstand
- Führungen: Kostenfreie Touren durch das ehemalige Gefängnis werden unregelmäßig zu Events angeboten. Zuletzt konnten Besucher einen Blick hinter die Gefängnistüren der Haftanstalt anlässlich des Pride Month und zum Tag des offenen Denkmals 2023 werfen. Außerdem können Touren auch über den Inhaber gebucht werden. Infos gibt es auf der Veranstalterseite theknast.de
- Denkmalschutz: Objekt-Nr. 09066073
- Status: Ehemaliger Lost Place. Seit 2016 wird das Gebäude zu einer Veranstaltungs- und Kulturstätte mit Ateliers, Gastronomie und Hotel umgebaut
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Die Überreste des NS-Stammlagers Lichterfelde Süd
Das Kriegsgefangenenlager Stalag IIID im äußersten Süden Berlins war lange Zeit vergessen. Die noch erhaltenen Baracken, von Kriegsgefangenen errichtet, wurden nach dem Krieg für andere Zwecke genutzt oder verfielen auf dem großflächigen Grundstück. Kaum jemand wusste noch um die Vergangenheit des Ortes, an dem Tausende Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt waren. Nach dem Kriegsende wurde das großräumige Areal hauptsächlich von der US-Armee genutzt, die in der Geisterstadt "Parks Range" den Häuserkampf trainierten. Mit dem Abzug der Amerikaner 1994 wurde auch das Übungsgelände aufgegeben.
Die Vermietung der ehemaligen Kriegsgefangenen-Baracken an Gewerbetreibende zog sich vereinzelt noch bis zum Jahr 2012 hin, als das Gelände von der Groth-Gruppe übernommen wurde. 2017 entdeckten Bürgerschaftsinitiativen Überreste des Stammlagers auf dem Gelände mitsamt erhaltenen Lagerbaracken. In Verhandlungen mit dem Investor einigte sich das Landesdenkmalamt darauf, dass ein übergeordnetes Vermittlungs-, Kommunikations- und Leitsystem entstehen soll, dass Interessierte künftig über die Geschichte vor Ort informiert. Markierungen der ehemaligen Baracken am Boden und Informationsstelen sollen die Lagergeschichte dokumentieren.
- Adresse: Landweg 3/5a, 12207 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Im Jahr 1938 errichtete die Reichsbahnbaudirektion auf dem Gelände an der Osdorfer Straße, Ecke Landweg ein Arbeitslager; 1939 übernahm die Wehrmacht das Lager, um Kriegsgefangene unterzubringen; 1940 als Stammlager (Stalag) III D in Betrieb genommen, wurden von hier aus Kriegsgefangene in Arbeitskolonnen in Berliner Betrieben eingesetzt; nach der Befreiung durch die Rote Armee in der Nachkriegszeit als US-Truppenübungsgelände und Gewerbegebiet genutzt
- Führungen: Keine
- Denkmalnummer: Objekt-Nr. 09070021
- Status: Lost Place. Auf dem Areal will die Roth Gruppe das Wohnquartier "Neulichterfelde" verwirklichen
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Der verwaiste Mäusebunker der FU-Berlin
Der "Mäusebunker" – eigentlich die Zentralen Tierlaboratorien der Freien Universität, seit 2003 die Forschungseinrichtung für experimentelle Medizin – befindet sich gut versteckt hinter einer Wohnhauszeile, nur sichtbar aus einer kleinen Seitenstraße des Hindenburgdamms und vom Uferweg des Teltowkanals. Das ehemalige Forschungsgebäude ist eine Ikone des Brutalismus und sieht ein wenig so aus als wäre ein Kriegsschiff in Berlin gestrandet: Martialische Formen, abgeschrägte Beton-Wände, aus denen Rohre auf den Betrachter zu zielen scheinen. Metallaufbauten markieren die "Kommandobrücke", hinter der massive Abluftrohre aufragen.
Doch seit 2020 stehen die ehemaligen zentralen Tierlaboratorien der Freien Universität Berlin leer. Nach Auseinandersetzungen um den Denkmalwert des riesigen Betonkolosses aus den 1970er-Jahren, wurde das Gebäude 2023 unter Denkmalschutz gestellt und wartet auf neue Aufgaben. Im Rahmen von Modellverfahren wurden Ideen für die Nachnutzung gesucht: Kultur, Forschung, Start-ups, Depot, vieles scheint an dem Standort möglich, doch bevor neues Leben in den Mäusebunker einziehen könnte, müssten die Schadstoffe im Gebäude beseitigt werden.
- Adresse: Krahmerstraße 6–12, 12207 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Zwischen 1971 bis 1981 als Zentrales Tierlaboratorien der Freien Universität Berlin nach Plänen der Architekten Gerd und Magdalena Hänska unter Mitarbeit von Kurt Schmersow errichtet; seit 2003 im Besitz der Charité, ab 2010 werden Tiere und Forschung aus dem Gebäude in neue Einrichtungen in Buch verlagert, seit 2020 Leerstand
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Objekt Mäusebunker
- Status: Lost Place. 2023 gab das Landesdenkmalamt Berlin bekannt, dass das Gebäude Denkmalschutz erhält und nachgenutzt werden soll
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Die US-Militärklinik an der Fabeckstraße
Als die US-Armee nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Quartiere in Berlin bezog, wurde das Stubenrauch-Krankenhaus in der Fabeckstraße zu ihrem medizinischen Versorgungszentrum. Die Amerikaner richteten sich zuerst in den kaum beschädigten Klinkergebäuden des alten Kreiskrankenhauses ein, nachdem die Sowjets das Klinikum übergeben hatten. Doch in den 1970er-Jahren genügte der Standort nicht mehr den Ansprüchen der US-Administration und sie begannen auf dem Gelände ein neues riesiges US-Militärkrankenhaus zu errichten.
Das Klinikum war für die medizinische Versorgung aller Angehörigen der anglo-amerikanischen Berlin-Brigade reserviert und diente in dieser Form drei Jahrzehnte als deren zentraler Anlaufpunkt. Nach der Wiedervereinigung und einer Zeit der Zwischennutzung durch das Klinikum Steglitz stand die Klinik seit 2006 leer. Nach Jahren des Verfalls wird die Lost-Place-Geisterklinik seit 2019 umgebaut.
- Adresse: Fabeckstraße 62, 14195 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1974 auf dem Gelände des alten Stubenrauch-Kreiskrankenhauses als US-Army Hospital Berlin (USAHB) eröffnet; bis 1994 Nutzung durch die US-Armee; Betrieb als Außenstelle des Klinikums Steglitz bis 2006; danach Leerstand
- Führungen: Nein
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Ehemaliger Lost Place. Seit 2019 wird der Standort zum Innovationszentrum FUBIC umgebaut
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Das geschlossene Sommerbad Lichterfelde
Trockengelegte Bassins und leere Saunaräume: Das Sommerbad in Lichterfelde, liebevoll auch "Spucki" genannt, war besonders bei Familien mit Kindern beliebt. Doch seit den Sommer 2022 blieben die Kassenhäuschen, die Schwimmbecken und die Saunaanlage geschlossen. Der Pächter hatte nach Vertragsende das Bad an die Berliner Bäderbetriebe zurückgegeben und diese erklärten, dass der gesamte Standort in einem so desolaten Zustand sei, dass er nicht sicher betrieben werden könne. Seitdem wartet das Bad auf Sanierungsmaßnahmen.
Ereilt das beliebte Bad ein ähnlich trauriges Schicksal wie das Neuköllner Blub, das Stadtbad Steglitz und Lichtenberg oder die Schwimmhalle Pankow? Für die Anwohner und ehemaligen Gäste ein großes Ärgernis: Sie haben change.org eine Petition gestartet, in der sie den Erhalt des Sommerbades fordern.
Auch interessant
- Adresse: Sommerbad Lichterfelde, Hindenburgdamm 9–10, 12203 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1908 als Frei- und Familienbad eröffnet, nach Beseitigung von Kriegsschäden 1954 wiedereröffnet; in den 1960er-Jahren modernisiert und Ende der 1990er-Jahre durch die Berliner Bäderbetriebe kernsaniert; ab 2012 von privaten Pächtern geführt; nach der Saison 2022 wegen Mängel stillgelegt
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Lost Place. Das Bad soll nach Sanierung wiedereröffnet werden
Lost Place in Lichterfelde: Das verlassene Seniorenheim am Ostpreußendamm
Seit 2009 stand sie leer – die ehemalige Seniorenwohnanlage "Dr. Peter Bloch" am Ostpreußendamm 31 in Lichterfelde. Der Bezirk hatte das städtische Seniorenheim betrieben, später geschlossen und die Immobilie verkauft, weil es nicht mehr den geltenden Kriterien für den Betrieb einer Seniorenwohnanlage entsprach. Das Gebäude bot zuletzt einen traurigen Eindruck: Die Balkone und Fassaden waren mit Graffiti besprüht und auch der Putz an der Außenwand begann bereits zu bröckeln. Ein Bauzaun sicherte das Gelände nur unzureichend und Müll und Dreck sammelten sich auf dem Grundstück.
Nach fast fünfzehn Jahren Leerstand kam Anfang der 2020er-Jahre neuer Wind in die Bebauungspläne am Ostpreußendamm. Der Bauherr plant auf dem Grundstück ein Pflegeheim mit 90 Plätzen für betreutes Wohnen und Tagespflegeplätze zu errichten. Im Frühjahr 2022 erteilte der Bezirk dem Bauantrag des Eigentümers für den Abriss des alten Hauses und den Neubau eines Pflegeheimes grünes Licht. Anfang 2023 gab es erste Fortschritte auf dem Gelände. Die Baufläche wurde freigemacht, und der Wildwuchs an Bäumen und Sträuchern auf dem Grundstück für die künftige Bautätigkeit gerodet.
- Adresse: Ostpreußendamm 31, 12207-Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Erste Bebauung des Grundstücks 1911/1912 durch den Industriellen Eduard Zintgraff; Neubau eines städtischen Seniorenheims in den 1960er-Jahren, Leerstand seit den 2000er-Jahren und Verkauf der Immobilie 2011 an einen privaten Investor
- Führungen: Keine. Es handelt sich um Privatgelände
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Ehemaliger Lost Place. 2023 begannen die Arbeiten an einem Pflegeheim-Neubau
Auch interessant
Lost Place in Lichterfelde: Das Aus für das alte Kraftwerk Lichterfelde
Seit einem halben Jahrhundert bildeten sie die Skyline von Lichterfelde. Die 158 Meter hohen Türme des alten Heizkraftwerks Lichterfelde am Teltowkanal. Mit der Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1952 auch das Berliner Stromnetz getrennt. In der Folge musste die westliche Teilstadt als "autonomer Inselbetrieb" ohne Verbindung zu übergeordneten Hochspannungsnetzen vollkommen neu gedacht und geplant werden. Es war die Stunde von neuen Kraftwerkstypen im Westen und Süden der Stadt.
Eines von ihnen war das Heizkraftwerk Lichterfelde mit seinen drei ikonischen Schornsteinen. Seit den 1970er-Jahren wurden rund 100.000 Haushalte im Berliner Westen von dem Kraftwerk mit Strom und Fernwärme versorgt. Doch schon seit mehreren Jahren hatten die drei Türme hoch am Himmel von Lichterfelde keine Funktion mehr und bald werden sie im Zuge von Umbauplänen verschwunden sein.
- Adresse: Ostpreußendamm 61, 12207 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: 1970 ließ die Bewag das Heizkraftwerk am Hafen Lichterfelde errichten; 1972 ging es in Betrieb; die drei Heizblöcke wurden 1988 und in den 1990er-Jahren schrittweise von Schweröl auf Erdgas umgerüstet; 2016 wurde Block 2 vom Netz genommen und 2019 auch die Blöcke 1 und 3.
- Führungen: Keine
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Lost Place. Das alte Heizkraftwerk soll bis 2026 zurückgebaut werden
Lost Place in Lichterfelde: Die abgebrannte Geistervilla am Weddigenweg
Nicht nur das Geisterhaus am Hindenburgdamm beschäftigt seit Jahren die Bezirkspolitik, auch andere leerstehende Wohnimmobilien sind in Lichterfelde zum Problem geworden. Eines von ihnen, die seit Jahren leerstehende Villa Am Weddigenweg. Mindestens fünf Jahre Leerstand hinterließen ihre Spuren an dem Bauwerk, das für mehr als einhundert Jahre Domizil und Lebensmittelpunkt zahlreicher Lichterfelder Bewohner gewesen war.
Ein Fahrradschloss am verrosteten Eisenzaun hatte das Tor zum Grundstück zuletzt provisorisch gesichert – bis auch diese herausgebrochen war. Dahinter: Ein Garten, der zusehends verwilderte, und den Blick von Neugierigen auf die einst stolze Immobilie versperrte. Im Dezember 2023 wurde der Lost Place zu einem Fall für die Feuerwehr: Glücklicherweise wurde niemand bei den Löscharbeiten verletzt – doch was vom Haus übrigblieb, ist in einem desolaten Zustand. Noch während der Brandbekämpfung stürzte das Dach und Teile der Decken ein.
- Adresse: Weddigenweg 51, 12205 Berlin-Lichterfelde
- Geschichte: Um die Jahrhundertwende wurde die Villa errichtet und 1908 bezogen; mehr als einhundert Jahre lang Wohnsitz; Leerstand seit Ende der 2010er-Jahre
- Führungen: Keine. Das Gebäude ist nicht öffentlich zugänglich
- Denkmalschutz: Nein
- Status: Lost Place













