Als Innenstadtbezirk ist Charlottenburg-Wilmersdorf überdurchschnittlich stark vom Drogenhandel und Konsum betroffen. Vor allem der Stuttgarter Platz gilt als Schwerpunkt, der von vielen Konsumenten frequentiert wird. Hinzu kommt laut dem Streetwork-Team Fixpunkt, dass die zum Drogenhandel stark genutzten U-Bahnlinien 9 und 7 in weiten Strecken durch den Bezirk verlaufen.
Vor allem unter der Bahnbrücke am „Stutti“ schlagen Menschen ihr Lager auf und konsumieren. Der Bezirk hat das erkannt, will mit Streetwork und Projekten gezielter gegen die Probleme im Kiez vorgehen. Beim „Runden Tisch Obdachlosigkeit“ soll ganzheitlich mit Akteuren wie Polizei und Sozialarbeit gearbeitet werden. Der Bezirk geht beim Umgang mit dem Problem einen Sonderweg. So werden die Camps nicht geräumt, sondern lediglich regelmäßig gereinigt. Die Taktik sieht vor, den Menschen ein Hilfsangebot zu machen. Dazu werden Plätze in Wohnheimen angeboten, das Streetwork-Team Fixpunkt bietet den Süchtigen ebenfalls Hilfe an.
„Berlins Kampf gegen Drogen“
Drogentaxis, Konsum in der Öffentlichkeit, Dealer mit Visitenkarten – illegale Drogen sind Teil des Alltags in Berlin. Die Anzahl der Drogentoten hat einen Höchststand erreicht. In der mehrteiligen Serie „Berlins Kampf gegen Drogen“ zeigen wir, wie tief das Thema in der Stadt verankert ist – und wie es das Leben von Abhängigen, Ärztinnen, Polizisten, Eltern und vielen anderen beeinflusst. Alle Teile der Serie finden Sie hier.
Bahnhof-Zoo: Alkohol löst Heroin ab
Der Bahnhof Zoo galt während der 1970er und 1980er Jahre als der Treffpunkt der Westberliner Drogenszene. Wohl auch durch den Roman „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ hält sich dieses Image teilweise bis heute. Dabei spielen illegale Drogen rund um die Station nur noch eine untergeordnete Rolle. „Die Hauptsuchtmittel sind heute Alkohol und Tabak“, sagt Levin Mischok, Psychologe bei der Berliner Stadtmission direkt am Bahnhof. Aber soziale Not und Sucht sind immer noch allgegenwärtig. An der Hertzallee unter der Bahnbrücke haben Obdachlose ihre Lager aufgeschlagen. Auch Einwegspritzen finden sich unter dem Müll, der sich dort sammelt.

Vor allem habe sich der Raum rund um den Bahnhof aber als Trinkertreffpunkt etabliert. „Solche Hotspots haben für die Menschen auch eine soziale Funktion“, sagt Mischok. Aus dem ganzen Stadtgebiet würden sich hauptsächlich „Männer mittleren Alters“ am Bahnhof Zoo treffen, um gemeinsam Alkohol zu trinken. Drogen wie Amphetamin und Kokain würden aber als Beikonsum zu sich genommen. Gründe für die Wahl des Ortes seien die gute Erreichbarkeit und die zentrale Lage, die gute Verfügbarkeit von Alkohol durch Supermärkte, Einnahmen durch Touristen und Pfand. Der nahe Tiergarten verspreche zudem Schlafplätze für Obdachlose.
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Ein Schwerpunkt im Bezirk ist auch wieder der Mierendorffplatz. Bereits in den 2000er Jahren war der Platz an der gleichnamigen U-Bahn-Station ein mit öffentlichem Drogenkonsum besonders belasteter Ort. Nachdem sich die Lage in den 2010er Jahren deutlich entspannt hatte, sei in den letzten Jahren wieder eine Drogenkonsum-Welle, die U7 nordwärts nach Charlottenburg zu erkennen, teilt die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in einer aktuellen Beschlussempfehlung an das Bezirksamt mit.
Alle Teile der Artikelserie lesen Sie hier:
Interview: „Das Christiane-F.-Syndrom wiederholt sich“
Was Abwasseruntersuchungen über den Drogenkonsum in Berlin aussagen
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Vor allem der Konsum von Alkohol, Opiaten und Crack ist laut der Oppositionsfraktion wieder zu einer starken Belastung für die Nachbarschaft im Mierendorffkiez geworden und stelle sowohl ein großes sicherheitspolitisches als auch gesundheitspolitisches Problem dar. Insbesondere in den Abend- und Nachstunden sei das Toilettenhäuschen am südlichen Mierendorffplatz sowie die Grünanlage am nördlichen Platz Hotspots dieser Entwicklung. Das Bezirksamt sei aber bisher trotz wiederholter Problemanzeigen aus der Nachbarschaft und anderen Akteuren im Kiez kaum tätig geworden. Es müsse jetzt aktiv gegengesteuert werden, heißt es.






