Immer wieder gibt es Berichte über Gewalt in Berlins Justizvollzugsanstalten, über Kämpfe und Auseinandersetzungen zwischen Inhaftierten. In den vergangenen Jahren kam es im Schnitt zu 350 dokumentierten Vorfällen. Wie nun aus der Antwort auf eine Anfrage der AfD hervorgeht, könnten dabei nicht nur Fäuste ausgepackt werden.

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Laut Senatsjustizverwaltung wurden im vergangenen Jahr bei Kontrollen in den Zellen neben Drogen und Handys auch insgesamt 112 gefährliche Gegenstände entdeckt, ein Großteil davon selbst gebaute Waffen. Das sind 73 Gegenstände mehr als noch im Jahr 2024, was auf eine Intensivierung der Inspektionen hindeutet. Bei der Herstellung können die Gefangenen durchaus kreativ sein.
Stumpfe Anstaltsmesser werden geschärft
Experten warnen gleichzeitig vor großflächigem Schmuggel in die Anstalten und einem Schwarzmarkt auf deren Gängen. 34 Mal gelang es Insassen im Jahr 2025, Anstaltsmesser mitgehen zu lassen und diese in ihren Zellen zu schärfen. Zum Hintergrund: In Deutschland ist das ausgegebene Essensbesteck in Gefängnissen aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen stumpf und aus Metall oder Kunststoff. 22 Mal wurden die Rasierklingen der speziellen Einweg-Sicherheitsrasierer, die von der Anstaltsleitung ausgegeben werden, manipuliert. 14 Mal wurde ein abgebrochenes Stuhlbein oder eine Kleiderstange zu einer Waffe umfunktioniert.
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Justizvollzugsbeamte fanden einen Bogen nebst Pfeil
Außerdem fanden die Justizvollzugsbeamten Stichwerkzeug, selbst gefertigte Schlagringe und Schleudern, Zangen, Scheren, Steine, abmontierte Türgriffe, Gabeln, Glasscherben, Besenstiele, angespitzte Kochlöffel und Holzstücke, Reizgas sowie einen Bogen nebst Pfeil. Die Funde beweisen, dass es Menschen immer wieder gelingt, trotz intensiver Eingangskontrollen Gegenstände und Waren in die Gefängnisse zu schmuggeln. Immer wieder stehen allerdings auch Wärter im Verdacht, am großflächigen Handel mit Drogen, Handys und Alltagsgegenständen beteiligt zu sein.
Mehr synthetische Drogen in Berlins Gefängnissen
Wie die Berliner Morgenpost zuerst berichtete, wurden im vergangenen Jahr zudem etwa 11.360,47 Gramm Rauschgift und 1064 Handys in Zellen entdeckt. Damit wurde vor allem Cannabis mit 7623,48 Gramm deutlich weniger in den Zellen gefunden als noch 2024 (12.629,37 Gramm). Gleichzeitig stiegen die Mengen der synthetisch hergestellten Cannabinoide von 503,77 Gramm auf 2475,22 Gramm und von Kokain von 497,12 Gramm auf 822,76 Gramm. „Hierbei machen sich auch die verstärkten Analysemöglichkeiten durch inzwischen drei spezielle Drogendetektionsgeräte bemerkbar“, heißt es dazu von der Senatsjustizverwaltung.
Alle Teile der Artikelserie lesen Sie hier:
Interview: „Das Christiane-F.-Syndrom wiederholt sich“
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