Ein Smartphone, auf dem die App von Trade Republic startet, liegt auf Geldscheinen.
Mit dem Broker Trade Republic haben einige Nutzer aktuell Probleme (Symbolbild). Es geht unter anderem um Auszahlungen von Dividenden.© picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose

Der Neobroker Trade Republic war zuletzt mehrfach in den Medien präsent. Nachdem das Berliner Fintech-Unternehmen Ende 2023 die Vollbanklizenz erhalten hatte, wurden die Finanzdienstleistungen massiv ausgebaut. Für das nicht investierte Guthaben gibt es 3,75 Prozent Zinsen und seit Januar gibt Trade Republic eine Kreditkarte mit Cashback aus. Demnächst sollten zudem erste IBAN-Bankkontonummern ausgegeben werden.

Trade Republic: Kunden berichten über massive Probleme – „keine Auszahlung“

Hat sich der Neobroker damit übernommen? Fest steht, dass einige Kunden jüngst Probleme gemeldet hatten. Konkret geht es um fehlende Dividenden und Abrechnungen. Seit vergangener Woche berichteten User, dass Ausschüttungen aus Aktien und ETFs nicht eingingen. In Online-Communitys wie dem „Trade Republic Forum“ oder Social-Media-Plattformen wie X ist zu lesen, dass insbesondere Sonderausschüttung der Deutsche Bank-Tochter DWS Group bislang nicht ausgezahlt wurden.

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„Auch andere Dividenden, welche am 11. und 12. Juni fällig waren, wurden mir bei Trade Republic nicht ausgezahlt. Bei meinem ING-Depot habe ich die DWS-Dividende bereits am Dienstag erhalten“, teilte ein Kunde am 13. Juni im Trade Republic Forum mit. „Geht mir genau so, seit März in Depot und noch keine Auszahlung“, antwortete ein anderer Kunde. Mittlerweile ist der Grund für die Probleme bekannt.

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Trade Republic räumt Probleme ein und verkündet rasche Auszahlung

„Durch eine Systemanpassung wurden wenige Dividenden in der vergangenen Woche, nicht in Echtzeit, sondern, wie bei anderen Brokern üblich, erst wenige Bankarbeitstage nach dem Zahltag an den Kunden gebucht“, teilt Trade Republic gegenüber unserer Redaktion mit. Im aktuellen Quartal habe das unter anderem DWS und Porsche betroffen. „Die ausstehenden Dividenden werden am heutigen Montag verarbeitet und gebucht.“

Die Kunden würden die ausstehenden Zahlungen heute und morgen erhalten, teilt uns ein Sprecher mit. Auslöser für die Probleme sei eine Systemanpassung gewesen. Konkret ging es um die Echtzeit-Abbildung zu Wertpapieren in der Banking-App. „Viele Kunden haben sich zu Recht an diesen Service gewöhnt.“ Bei jeder Dividendenzahlung gebe es mehrere Akteure – vom Emittenten, über Verwahrstelle, Depotbank bis hin zum Broker.

Die ausstehenden Dividenden werden am heutigen Montag verarbeitet und gebucht.

Statement, Trade Republic

Daher hat es zuletzt etwas geruckelt. Aus Sicht von Trade Republic wurde das Problem in den sozialen Netzwerken jedoch größer gemacht, als es ist.

Probleme bei Trade Republic: Finanzexperte mutmaßt über Gründe

Finanzinfluencer Christian Kalthoff von Finanzdenker.de mutmaßt, dass die Probleme auch mit den vielen Umstellungen und neuen Funktionen der letzten Wochen und Monate zu tun haben. „Trade Republic hat in den letzten Monaten viele neue Funktionen mit der Visa-Karte und nun der Umstellung auf eigene Bankkonten eingeführt und gleichzeitig sehr viele neue Kunden gewonnen.“ Hier sei fraglich, ob auch der Support personell in der kurzen Zeit so stark ausgebaut wurde, um bei technischen Problemen tausenden Nutzern individuell zu antworten.

Viele Nutzer hatten auf Anfrage nur eine automatisierte Mail erhalten. Kalthoff vermutet, dass die Probleme durch die Umstellung der Verrechnungskonten auf die neuen Girokonten mit eigener IBAN von Trade Republic entstanden sein könnten. „Hier könnte es sein, dass die Dividenden automatisiert auf die intern bereits existierenden neuen Kontonummern überwiesen wurden oder auf die alte Nummer, diese aber im System schon angepasst wurde.“

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Trade Republic: Wie sind Wertpapiere, Tagesgeld und Co. abgesichert?

Grund zur Sorge besteht aus Sicht von Kalthoff aber nicht, zumal Trade Republic von der Finanzaufsicht BaFin beaufsichtigt wird. „Gerade bei einer neuen Bank, die so schnell an Beliebtheit gewonnen hat, wird ganz genau hingeschaut werden.“ Zudem sind die Anlagen bei Trade Republic abgesichert. Wertpapiere wie Aktien, ETFs oder Fonds fallen unter das Sondervermögen und könnten bei einer Pleite zu einem anderen Broker mitgenommen werden.

Das nicht investierte Guthaben der Kunden im Cashkonto legt Trade Republic über Partnerbanken und ab einer gewissen Höhe in Geldmarktfonds an. Das Tagesgeld ist also entweder über die gesetzliche Einlagensicherung der jeweiligen Partnerbank oder das Sondervermögen geschützt. Ärgerlich sind die mutmaßlich technischen Probleme für viele Kunden aber allemal. Zumal der Juni als einer der stärksten Monate für Dividendenauszahlungen gilt.

+++ viele Informationen finden Sie auch auf unserer Themenseite Kreditkarte +++