2,75 Prozent Zinsen mit monatlicher Gutschrift, keine Mindest- oder Maximalbeträge für die Verzinsung und optional gibt es eine Kreditkarte (Debit) von Visa kostenlos dazu. Trade Republic wirbt mit einem äußerst attraktiven Gesamtpaket und verbindet Spar- und Girokonto in einem Produkt. Der Zinssatz liegt deutlich über den Konditionen vieler Hausbanken – es gibt aber einen Haken. Den im Unterschied zu einem regulären Tagesgeldkonto liegt das Geld nicht nur bei Partnerbanken.

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Das sorgt aktuell für Kritik. Mittlerweile ist auch die Verbraucherzentrale aktiv geworden und hat eine Klage gegen Trade Republic am Landgericht Berlin eingereicht. Doch wie funktioniert die Verzinsung bei Trade Republic genau? Wie sicher ist die Geldanlage? Und was sind Alternativen für Sparer, die ein ganz normales Tagesgeld suchen? Wir haben die Zinsen von Trade Republic unter die Lupe genommen.

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Cashkonto

Trade Republic

2,75 % für das nicht investierte Guthaben

Mehr Zinsen als fast jedes Tagesgeld – was ist die Strategie der Broker?

Wie können die Unternehmen überhaupt so hohe Zinsen bieten, wenn der Einlagenzins der EZB aktuell bei drei Prozent liegt? Eine Vermutung ist, dass sowohl Trade Republic als auch andere Broker wie XTB oder Smartbroker+ an ihren Zinsaktionen selbst nichts verdienen. Am Ende kann das Geschäftsmodell trotzdem eine Win-win-Situation für beide Seiten sein, weil die Online-Broker neue Kunden gewinnen, die parallel dazu ihr Geld möglicherweise auch in Wertpapieren anlegen.

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Tagesgeld

Bis zu 3,55% p.a. Zinsen auf Guthaben bei eToro

Wir haben die Guthabenzinsen von Trade Republic anhand von vier Kriterien bewertet. Punkte wie Sicherheit oder Verfügbarkeit sind zentrale Vorteile des Tagesgelds. Wie schneiden hier Trade Republic und andere Broker ab? Nach folgenden Kritieren haben wir den ONline-Broker bewertet:

  1. Sicherheit: Wie steht es um die Einlagensicherung?
  2. Voraussetzungen: Muss man für die Guthabenzinsen gewisse Anforderungen erfüllen?
  3. Verfügbarkeit: Die Ersparnisse im Tagesgeld sind täglich verfügbar – auch die Einlagen beim Broker?
  4. Zinsen: Wie hoch ist die Verzinsung? Gibt es Mindest- oder Maximalbeträge? Ist der Zins befristet?
  5. Fazit: So schätzt unser Finanzexperte die Guthabenzinsen von Trade Republic und Scalable Capital ein.

1. Sicherheit: Sparen mit Brokern – Experten geben Einschätzung

Die Ersparnisse der Kunden werden entweder durch Trade Republic selbst oder von einer Partnerbank treuhänderisch verwahrt. Im Fall von Trade Republic kommen die Deutsche Bank, J.P. Morgan SE und die HSBC Continental Europe infrage. Mit der Citibank aus Irland arbeitet Trade Republic nicht mehr zusammen.

Bei allen Partnerbanken ist das Geld durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro je Kunde und Bank geschützt. Die Einlagensicherung der HSBC Continental Europe wird vom Finanzratgeber Finanztip allerdings kritisch gesehen. Denn die HSBC hat ihren Sitz in Frankreich, daher gilt die französische Einlagensicherung. Zwar ist die Einlagensicherung EU-weit einheitlich, es gibt aber keine gemeinsame Haftung der Mitgliedsstaaten.

Die Europäische Einlagensicherung

Stellen Sie sich vor, Sie haben Geld auf der Bank und hören plötzlich, dass ihre Bank Probleme hat. Was passiert mit Ihren Ersparnissen? Hier kommt die europäische Einlagensicherung ins Spiel – sie ist wie ein Rettungsring für Ihre Bankguthaben.

Was ist das? Die europäische Einlagensicherung ist ein Versprechen: Sollte Ihre Bank scheitern, ist Ihr Geld bis zu 100.000 Euro sicher. Das gilt für jeden Kunden und jede Bank in der EU.

Wie funktioniert es? Wenn eine Bank pleitegeht, sorgt das Einlagensicherungssystem dafür, dass Sie Ihr Geld schnell zurückbekommen – normalerweise innerhalb von sieben Arbeitstagen.

Was müssen Sie tun? Nichts! Dieser Schutz ist automatisch und kostet Sie keinen Cent. Die Banken zahlen in einen Fonds ein, der dieses Sicherheitsnetz finanziert.

Wichtig zu wissen: Die Einlagensicherung ist national organisiert. Im Falle einer Bankenpleite muss jeder Staat mit seiner eigenen Wirtschaftskraft aufkommen und die Schäden ersetzen. Dazu ist er nach EU-Recht verpflichtet. Ist der finanzielle Schaden aber größer als das, was ein Land aus eigenen Mitteln leisten kann, könnten Sparer im Extremfall leer ausgehen.

So können Kunden erfahren, wo Trade Republic das Geld verwahrt

Im Vergleich zu Deutschland wird Frankreich von den großen Ratingagenturen eine etwas schlechtere Kreditwürdigkeit (Bonität) zugesprochen. Finanzexperten wie die Tester der Stiftung Warentest raten nur zur Geldanlage im Ausland, wenn ein Land eine Top-Bonität bescheinigt bekommt. Das ist bei Frankreich nicht der Fall. Als Kunde hat man bei Trade Republic keinen Einfluss darauf, bei welcher Bank das Geld am Ende liegt.

Welche Bank das Geld verwahrt, kann über die App von Trade Republic eingesehen werden. Zunächst wechselt man in den Cash-Reiter. Unter Zinsen - Durchschnittssaldo kann man sehen, bei welcher Bank das Geld liegt und in welchen Anteilen. Neben einer Bank kann hier auch ein Geldmarktfonds aufgeführt sein.

Weitere Tests zu diversen Produkten und Trends finden Sie auf der Themenseite der Berliner Morgenpost.

Besonderheit bei Trade Republic: Broker investiert in Geldmarktfonds

Gegenüber unserer Redaktion hat ein Sprecher von Trade Republic erklärt, dass ein Teil der Einlagen in Geldmarktfonds (Geldmarkt-ETFs) investiert werden kann. Ab welchem Betrag das genau der Fall ist, konnte man uns nicht sagen. Geldmarktfonds zählen streng genommen zu den Wertpapieren und fallen damit nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. Geldmarkt-ETFs können aber eine Alternative zum Tagesgeld sein und sind über Einlagesicherungsfonds geschützt.

Trotzdem müssen Sparer streng genommen beachten, dass Trade Republic kein traditionelles Tagesgeld anbietet. Das Finanzportal Finanztip empfiehlt Trade Republic deshalb für ein Tagesgeld nicht mehr. Für Anleger muss das kein Ausschlusskriterium sein. Man sollte es aber im Hinterkopf haben, wenn man sich für das Cashkonto von Trade Republic* als Tagesgeld-Alternative entscheidet. Eine Besonderheit ist, dass Trade Republic den Einlagenzins eins zu eins an die Kunden weitergibt.

2. Broker statt Tagesgeld: Muss in Wertpapiere investiert werden?

Die gute Nachricht: Ersparnisse können auch einfach nur geparkt werden. Trade Republic behält sich in seiner Kundenvereinbarung jedoch vor, Guthaben auf das Referenzkonto zurückzuüberweisen, wenn es mehr als 30 Tage nicht genutzt wird.

Lesetipps zu Trade Republic:

3. Verfügbarkeit: Eignen sich Trade Republic und Co. für die Notreserve?

Die Verfügbarkeit ist ein zentraler Vorteil des Tagesgeldes. Wird ein Teil der Ersparnisse zeitnah benötigt – etwa, wenn die Heizung kaputtgeht – kommt man unproblematisch an seinen Notgroschen. Auch bei Online-Brokern können die Einlagen täglich auf das Referenzkonto (Girokonto) ausbezahlt werden. Je nach Bank kann der Vorgang aber einige Bankarbeitstage in Anspruch nehmen. Noch wird die Echtzeit-Überweisung nicht flächendeckend angeboten.

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4. Zinsen: Trade Republic oder Scalable Capital – wo gibt es mehr?

Die Zinsen sind der entscheidendste Faktor, wenn es um das Thema Sparen geht. Sowohl Trade Republic als auch Smartbroker+ oder XTB werben mit vergleichsweise hohen Zinsen für das nicht in Wertpapiere investierte Guthaben. Im Detail zeigen sich Unterschiede – etwa bei der Maximalanlage oder der Laufzeit. Wir haben die Zinskonditionen der drei Broker angeschaut und einen Vergleich erstellt.

Trade RepublicSmartbroker+XTB
Zinsen2,75 Prozent2,75 Prozent4,00 Prozent für 90 Tage, dann 1,55 Prozent
Mindest- / Maximalbetrag-bis 100.000 Euro-
SicherheitÜber Partnerbanken und SicherungsfondsEinlagensicherung über Baader BankEinlagensicherung über JP Morgan SE
Zinsauszahlungmonatlichvierteljährlichmonatlich
VoraussetzungkeineMind. drei Wertpapiertransaktionen pro Quartalkeine

Für 90 Tage bietet XTB aktuell die meisten Zinsen, langfristig können aber die Angebote von Trade Republic oder Smartbroker+ die interessanteren sein. Smartbroker+ und XTB punkten mit der gesetzlichen Einlagensicherung. Wer den Broker ausschließlich für sein Tagesgeld nutzen möchte, sollte Trade Republic oder XTB wählen – hier sind die Zinsen nicht an Wertpapiertransaktionen gebunden.

Was ist der Zinseszinseffekt?

Definition: Der Zinseszinseffekt beschreibt das Phänomen, bei dem Zinsen nicht nur auf das ursprüngliche Kapital, sondern auch auf bereits angesammelte Zinsen berechnet werden.

Ein Beispiel: Wenn Sie 100 Euro zu einem jährlichen Zinssatz von 10 Prozent anlegen, bekommen Sie nach einem Jahr 10 Euro Zinsen. Im zweiten Jahr erhalten Sie die Zinsen nicht nur auf die ursprüngliche Anlagesumme von 100 Euro, sondern auch auf die 10 Euro vom ersten Jahr. Das ergibt 11 Euro Zinsen im zweiten Jahr und so weiter.

Trade Republic hat wegen der stabilen Verzinsung für alle Kunden und der monatlichen Zinsauszahlung leicht die Nase vorne. Die Option, den Anlagebetrag flexibel zu wählen, macht das Cashkonto zusätzlich attraktiv. Unterm Strich bieten aber alle hier im Text genannten Broker mehr Zinsen als etliche Banken für das Tagesgeldkonto. Dort sind die Basiszinsen nach vier bis sechs Monaten oft noch niedriger als zwei Prozent.

Unsere Lesetipps zum Tagesgeld:

5. Broker statt Tagesgeld? Ein Fazit zu den Guthabenzinsen

Positiv zu bewerten ist bei allen Brokern die regelmäßige Zinsauszahlung, was wiederum einen starken Zinseszinseffekt begünstigt. Eine Zinsgarantie bieten die Online-Broker aber ebenfalls nicht. Senkt die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins, können auch die Broker ihre Konditionen für ihre Kunden anpassen.

Speziell bei Trade Republic ist zu beachten: Durch das gleichzeitige Anbieten von Guthabenzinsen, Wertpapierinvestitionen und der Debitkarte vermischen sich die Grenzen von alltäglichen Ausgaben, Wertpapierinvestitionen und finanziellem Notgroschen. Wer das nicht möchte, muss genau Buch führen oder sein Tagesgeld separat anlegen. Noch bietet Trade Republic keine Option, um die Geldanlagen und Ausgaben voneinander zu trennen.

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