- Ein Tagesgeld ist eine solide Basis für eine Anlagestrategie, bietet langfristig aber wenig Rendite
- Für Wertpapier-Einsteiger bietet sich zunächst ein ETF an
- Von der Depoteröffnung bis zum Sparplan: Wir erklären die wichtigsten Schritte
Das Tages- und Festgeld sind zwei beliebte Anlageformen. Sie sind einfach, sicher und erfordern so gut wie keine Vorkenntnisse. Der Haken: Beide Anlageformen sind eng an die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gekoppelt. Sinkt der Einlagenzins, geht es auch mit den Festgeld- und Tagesgeldzinsen abwärts.

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Wertpapiere wie ETFs bieten langfristig gesehen bessere Renditechancen, unterliegen jedoch Wertschwankungen. Hier im Beitrag zeigen wir auf, wie ein sinnvoller Anlagemix aus Fest- und Tagesgeld mit Wertpapieren aussehen kann. Außerdem haben wir uns angeschaut, welche Wertpapiere sich für Einsteiger und sicherheitsorientierte Anleger besonders gut eignen.
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Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein ETF und wann lohnt sich die Investition?
- Schritt 1: Depot finden
- Schritt 2: den ersten ETF auswählen
- Schritt 3: einen Sparplan anlegen
- Schritt 4: warten und ETF verkaufen
- Fazit und Experten-Rat zu ETFs
Was ist ein ETF?
Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. Er kopiert die Entwicklung eines Aktienindex wie dem DAX oder S&P 500. Anders als bei anderen Fonds trifft hier allerdings kein Manager aktive Anlageentscheidungen. Stattdessen folgt der ETF automatisch dem Index. Die Investition geht dabei nicht in eine einzelne Aktie, sondern in Anleihen oder andere Vermögenswerte gleichzeitig. Das vermindert das Risiko durch eine breitere Streuung.
Wann lohnt sich die Investition in einen ETF?
Ein ETF wird an der Börse wie eine Aktie gehandelt. Man kann ihn also zu regulären Börsenzeiten kaufen und verkaufen. ETFs lohnen sich aus Sicht von Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier als zweiter Baustein im Rahmen einer Anlagestrategie, wenn Verbraucher das Geld langfristig anlegen wollen und es nicht sofort brauchen. „Je länger ich das angelegte Geld nicht benötige, desto größer kann der Anteil ausfallen, der an der Börse in ETFs investiert wird“, so Maier.
Dadurch, dass sich ein ETF oft erst nach mehreren Jahren rechnet, gibt es nicht den einen besten Zeitpunkt, um in die Wertanlage einzusteigen. Die Leitzinsen der EZB können aber ein Anlass sein, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zwar gibt es keine Einlagensicherung wie bei einem Fest- oder Tagesgeld, langfristig relativieren sich bei einer Laufzeit von einigen Jahren aber die Kursrisiken. Selbst nach schwersten Crashs hätten sich die Börsen immer wieder erholt, erklärt Maier.
Verivox-Tipp für ein Anlageportfolio:
→ Sicherheitsbaustein: Tagesgeld als Notgroschen (3 bis 5 Montagsgehälter) und Festgeld für mittelfristige Anlageziele
→ Renditebaustein: ETF mit einem großen Aktienindex, denn hier wird das Kapital automatisch über sämtliche Werte gestreut, die im jeweiligen Index enthalten sind.
| Anlageportfolio | Fest- und Tagesgeld | ETF |
|---|---|---|
| Renditeorientiertes Portfolio | 25 Prozent | 75 Prozent |
| Ausgewogenes Portfolio | 50 Prozent | 50 Prozent |
| Sicherheitsorientiertes Portfolio | 75 Prozent | 25 Prozent |
Auf lange Sicht relativieren sich Kursrisiken, denn ich kann vorübergehende Rücksetzer einfach aussitzen.
Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox
Schritt 1: Das passende Depot finden
Um in Wertpapiere wie Aktien oder ETFs investieren zu können, benötigen Verbraucher ein Depot. Das ist ein Konto, das speziell zum Aufbewahren von Wertpapieren wie Aktien, ETFs oder Anleihen genutzt wird und über das der Einkauf, der Verkauf und die Aufbewahrung der Wertpapiere abgewickelt werden. Das Depot ist damit der Schlüssel zum Wertpapier-Handel. Vom Girokonto aus kann Geld ins Depot eingezahlt und von dort aus in Wertpapiere investiert werden.
Der Depotanbieter fungiert dabei als Vermittler und fordert dafür Gebühren. Die Höhe ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Reine Online-Broker verlangen häufig die niedrigsten Gebühren, bieten aber in der Regel keine persönliche Beratung an. Depots gibt es aber auch bei Banken. Eine Übersicht:
Filialbank
- Kosten: oft fixe Grundgebühren, die sich über die Zeit summieren
- Pro: Ein persönlicher Bankberater betreut die Kunden und stellt das Anlageportfolio individuell zusammen.
- Contra: höhere Gesamtkosten, die Beratung über eine Bank ist zudem häufig nicht neutral
Beispiele sind das Direkt-Depot der Commerzbank*, das maxblue-Depot der Deutschen Bank*, das Klassik-Depot der Targobank* oder das Depot der Postbank*. Zum Teil bieten die genannten Banken auch reine Online-Depots ohne Vermögensberatung an, die den Konditionen der Direktbanken ähnlich sind. Hier sind die Beratungsmöglichkeiten vor Ort aber eingeschränkt.
Direktbank
- Kosten: meist keine feste Grundgebühr, Bank verdient über Orderentgelte
- Pro: einfache Verwaltung über Online-Banking und günstigere Gebühren als Filialbanken
- Contra: kein persönlicher Berater – erfordert Eigeninitiative, Onlinebanking- und Wertpapier-Kenntnisse
Beispiele sind das Direkt-Depot der ING*, das Depot der 1822direkt* oder das Depot der comdirect*.
(Neo-)Broker
- Kosten: meist keine fixen Gebühren und sehr niedrige Orderentgelte
- Pro: besonders kostengünstig und eine große Auswahl an Wertpapieren und Sparplänen
- Contra: meist keine Beratungsdienste, Kundenservice nur via Nachricht erreichbar
Beispiele sind das Depot von Trade Republic, der Free Broker von Scalable Capital*, der S-Broker der Sparkasse*, oder der Berliner Online-Broker Smartbroker+*. Neobanken oder Neobroker bieten noch ausgiebigere Digital-Services an als Direktbanken. Das Banking ist hier oft nur über eine Smartphone-App möglich, einen telefonischen Kundenservice gibt es meist nicht. Dadurch sind die Kosten niedriger, was sich wiederum in den vergleichsweise niedrigen Gebühren widerspiegelt.
Depotgebühren im Check: Die wichtigsten Begriffe
Das Branchen-Magazin Finanztip hat sich die Kosten für ein Depot für einen Wertpapierbestand von 5000 Euro angeschaut. Eine Filialbank berechnet dafür Gebühren von um die 50 Euro pro Jahr. Direktbanken setzen für die Verwahrung häufig keine Gebühren an, die Orderprovisionen sind zudem meist günstiger. Über Jahre gerechnet können Direktbanken und Neobroker also deutlich günstiger ausfallen als eine Filialbank. Eine klare Empfehlung für das eine oder das andere lässt sich hier aber nicht geben.
Wer eine persönliche Beratung oder seine Hausbank schätzt, ist möglicherweise auch bereit, mehr Geld dafür auszugeben. Online-Depots punkten mit niedrigen Gebühren, setzen aber Eigeninitiative voraus. Verbraucher müssen sich hier stärker mit der Thematik auseinandersetzen und ein Gefühl für den Ein- und Verkauf von Wertpapieren entwickeln. Die gute Nachricht: Bei vielen Brokern müssen Kunden nicht viel investieren und können sich mit kleinen Anlagen herantasten.
Debotgebühren und Orderkosten
Depotgebühren sind die Kosten, die für die Verwahrung der Wertpapiere anfallen. Manche Anbieter, vor allem Filialbanken, verlangen jährlich Gebühren für die Depotführung – unabhängig von der Anzahl der Käufe und Verkäufe. Die Depotgebühr ist also eine Art von Nutzungsgebühr. Bei Direktbanken und Brokern fällt diese Gebühr häufig nicht an – umgangssprachlich ist oftmals von einem kostenlosen Depot die Rede.
Orderkosten entstehen bei jedem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Das sind die Gebühren, die gezahlt werden müssen, wenn man eine Aktie oder einen ETF kauft oder verkauft. Bei Filialbanken sind diese oft höher als bei Direktbanken oder Brokern. Neo-Broker bieten hier besonders günstige Konditionen. Wer die Gebühren von Broker vergleicht, sollte die Orderkosten immer im Blick haben. Denn zum Teil gibt es fixe Beträge oder die Orderkosten werden prozentual berechnet.
Schritt 2: Ersten ETF auswählen
Ist das Depot eröffnet, geht es an den ersten ETF. Maier erklärt: „Eine breite Streuung reduziert Verlustrisiken. Darum ist ein ETF, der einen möglichst großen und globalen Index abbildet, gerade für Einsteiger sehr gut geeignet.“ In dem Zusammenhang fällt oft der Begriff MSCI World. Der MSCI World enthält Aktien von rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern weltweit. Wer eine breite Streuung wünscht, kommt um diese ETFs meist nicht herum.
Maier sagt dazu: „Wer in den Weltaktienindex MSCI World investiert und seine Anteile mindestens 15 Jahre lang gehalten hat, musste noch nie Verluste hinnehmen und durfte sich im Schnitt über mehr als sieben Prozent Rendite im Jahr freuen.“ Zu den Empfehlungen von Finanztip zählen zum Beispiel der iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983) oder der Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C (IE00BJ0KDQ92).
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Alternativen zum MSCI World
Der MSCI World wird immer wieder als Empfehlung genannt – es gibt aber auch Kritik. Zwar ist eine breite Streuung grundsätzlich gewährleistet, doch zu einem großen Teil sind in dem Fonds Unternehmen aus den USA vertreten. Dazu zählen etwa Microsoft, Apple, Nvidia und Co.
Finanz-Experte Maier warnt: Eine schwächelnde Hightech-Branche in den USA würde sich automatisch im kompletten Index durchschlagen. Es ist für Kunden daher ratsam, in mehrere ETFs zu investieren. „Wer ein Gegengewicht setzen will, kann im Portfolio einen europäischen ETF wie den STOXX Europe 600 beimischen und damit in die 600 größten Aktiengesellschaften Europas investieren“, empfiehlt Maier.
Wem Nachhaltigkeit wichtig ist, kann sich auch für einen ETF mit hohen Nachhaltigkeitsanforderungen entscheiden – etwa den MSCI World SRI oder den Dow Jones Sustainability World Enlarged Index.
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Schritt 3: Einen Sparplan anlegen
Ein Sparplan kann sinnvoll sein, um über einen längeren Zeitraum kontinuierlich in einen oder mehrere ETFs zu investieren. In vielen Depots sind Sparpläne möglich. Bei manchen Anbietern, wie Trade Republic, der ING oder comdirect, geht das schon ab einem Euro Sparrate pro Monat. Das Geld geht entweder direkt vom Girokonto oder alternativ von einem Verrechnungskonto ab. Der große Vorteil von Sparplänen ist, dass sich die Investierenden nur einmal damit beschäftigen müssen.
Schritt 4: Warten und ETF verkaufen
Da sich Wertpapiersparpläne oft erst über Jahre hinweg auszahlen, ist Geduld ein wichtiger Punkt. Zwar sollten Kunden ihr Portfolio in regelmäßigen Abständen prüfen, meist müssen sie aber keine großen Anpassungen mehr vornehmen. Dafür brauchen sie viel Zeit: Bei ETF-Investitionen dauert es oft um die 15 Jahre, um gute Renditen zu erzielen. Diese langen Zeiträume sind nötig, damit sich Kursschwankungen ausgleichen können.
Auf lange Sicht bieten ETFs aber viele Vorteile: Ist der ETF etwa für die Altersvorsorge gedacht, können sich Anleger das Geld anteilig auszahlen lassen. So verkaufen sie immer nur einen Teil des Anlagewertes und das restliche Geld im ETF kann sich weiter vermehren.
Der Nachteil: Niemand kann die Kursentwicklung genau vorhersagen. Deshalb kann es sich lohnen, im Verkaufsauftrag ein Limit zu setzen. Das bedeutet: Der Kunde gibt an, bis zu welchem Mindestpreis er seine Wertpapiere verkaufen möchte. Laut Finanztip sind die Börsenkurse tagsüber meist besser als frühmorgens oder abends.
Unsere Lesetipps zum Tagesgeld:
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- Statt Sparbücher: Kaum Zinsen fürs Tagesgeld: Sparkassen-Kunden haben Alternativen
- Statt Tagesgeld: Diese Alternativen bieten langfristig mehr Rendite
- Tagesgeld-Upgrade: So gelingt der Einstieg ins ETF-Sparen
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ETF für Anfänger: Warum sich ein Depot fast immer rechnet
Egal ob renditeorientiertes oder sicherheitsorientiertes Anlageportfolio: Ein ETF kann als langfristige Geldanlage für Kunden sinnvoll sein, die sich nicht zu sehr von der Entwicklung des Leitzinses abhängig machen wollen. Das Risiko von Kursschwankungen besteht zwar immer, gerade bei breit gestreuten ETFs relativieren diese sich allerdings über die Jahre. Insgesamt erzielen die Anleger somit eine höhere Rendite als bei einem Fest- oder Tagesgeld.
Anfänger können den ETF-Anteil im Portfolio zunächst auch geringer halten und später anpassen. Aber Achtung: Für eine kurz- bis mittelfristige Geldanlage eignen sich Wertpapiere im Allgemeinen nicht. Selbst wenn die Leitzinsen sinken, sollte immer ein fester Notgroschen als Tagesgeld verfügbar sein. Hier steht die Sicherheit und Verfügbarkeit im Vordergrund, nicht eine möglichst hohe Rendite.
Eine Ausnahme können sogenannte Geldmarkt-ETFs als Tagesgeld-Alternative sein. Deren Wertentwicklung ist eng an die Zinsen der Notenbanken gekoppelt. Sie eignen sich unter anderem für Verbraucher, deren Banken keine oder nur wenige Zinsen für das Fest- oder Tagesgeld zahlen und die ihre Hausbank nicht wechseln möchten. Die Guthabenzinsen von Trade Republic oder das Cashplus von Unitplus werden zum Teil auch über den Geldmarkt verzinst.
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