• Die Zinsen für das Tagesgeld und Festgeld sinken aktuell wieder
  • Anlageformen wie ETFs oder Aktien bieten langfristig mehr Rendite
  • Zwei Finanzexperten geben Tipps und erklären, wie eine Anlagestrategie aussehen kann

Ob für die Altersvorsorge oder ein langfristiges Sparziel – wer seine Ersparnisse über einige Jahre renditeorientiert anlegen möchte, kommt um Wertpapiere nicht herum. Diese bieten sich auch für Einsteiger und Kleinanleger an – etwa über Sparpläne. Zunächst gilt es, eine Anlagestrategie festzulegen. Soll das Portfolio sicherheits- oder renditeorientiert sein? Wird das Kapital zu einem festen Zeitpunkt benötigt? Wie gut kennt man sich mit Wertpapieren aus?

Vor dem ersten Sparplan: Ein Notgroschen ist der erste Schritt

Die Basis jeder Anlagestrategie bildet aus Sicht von Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier ein Tagesgeld, das über die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunden und Bank abgesichert ist. „Bevor man Geld langfristig anlegt, sollte man zunächst einen Notgroschen in Höhe von circa drei Nettomonatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto zur Seite legen“, rät Weltsparen-Finanzexpertin Katharina Lüth. Das gilt aus Sicht von Maier unabhängig vom Anlagenmix.

Wer sich eine Grundbasis geschaffen hat, muss entscheiden, ob er sein Portfolio stärker sicherheits- oder renditeorientiert führen möchte. Ganz grob kann zwischen drei Anlagestrategien unterschieden werden, in denen Tagesgeld, Festgeld und Wertpapiere unterschiedlich stark gewichtet werden. Ist von Wertpapieren die Rede, raten Experten Maier oder Lüth zu breit gestreuten ETFs, die Indizes wie den MSCI World oder den MSCI ACWI nachbilden.

AnlagestrategieFest- und TagesgeldWertpapiere (ETF)
Sicherheitsorientiertes Portfolio75 Prozent25 Prozent
Gemischtes Portfolio50 Prozent50 Prozent
Renditeorientiertes Portfolio25 Prozent75 Prozent

Fest- und Tagesgeld oder Wertpapiere?

Lohnt es sich, Teile vom Festgeld und Tagesgeld in Wertpapiere umzuschichten? Wir haben Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier nach seiner Empfehlung gefragt

„Je länger ich das angelegte Geld nicht benötige, desto größer kann der Anteil ausfallen, der an der Börse in ETFs investiert wird. Auf lange Sicht relativieren sich Kursrisiken, denn ich kann vorübergehende Rücksetzer einfach aussitzen. In der Vergangenheit haben sich die Börsen selbst nach schwersten Crashs immer wieder erholt und hinterher neue Höchststände erklommen.

Wer in den Weltaktienindex MSCI World investiert und seine Anteile mindestens 15 Jahre lang gehalten hat, musste noch nie Verluste hinnehmen und durfte sich im Schnitt über mehr als sieben Prozent Rendite im Jahr freuen.“

ETF zum Fest- und Tagesgeld: Finanztip rät zu diesen Wertpapierdepots

Das Festgeld empfiehlt sich für eine mittelfristige Anlage, wenn das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird. Ein ETF kann ebenfalls eine mittelfristige Anlage sein. Das Problem bei Wertpapieren ist, dass der Kurswert schwankt und zu einem fixen Verkaufsdatum schlecht sein kann. Lüth erklärt: „Für das Auto im nächsten Jahr bietet sich etwa ein einjähriges Festgeld an – hier fallen keine Gebühren an und die Zinsen sind sicher.“

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Ein ETF mache als einjährige Anlage aufgrund des kurzen Zeitraums keinen Sinn, fasst Lüth zusammen. „Aber für die Altersvorsorge in 20 Jahren ist er hingegen sinnvoll.“ Grundlage für ETF-Investments ist ein Depot mit möglichst niedrigen Gebühren. Das Direkt-Depot der ING* kann im Vergleich von „Finanztip“ mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Auch der Free Broker von Scalable Capital* und das Depot der comdirect* werden von den Finanzexperten empfohlen.

Aktien in der Anlagestrategie: Finanzexperten geben wichtige Hinweise

Die comdirect bietet aktuell auch ein Tagesgeld mit dreimonatiger Zinsgarantie an. Die Vergleichsexperten von Verivox raten vor dem EZB-Zinsentscheid zu einer möglichst langen Zinsgarantie. Im aktuellen Vergleich von Verivox bietet etwa die Suresse Direkt Bank 3,60 Prozent Zinsen* für sechs Monate. Auch unser Tagesgeld-Ranking für September beinhaltet einige Tagesgeldkonten mit sechsmonatiger Zinssicherheit.

Besonders hohe Renditen versprechen einzelne Aktien oder auch Investitionen in Kryptowährung. Diese Anlageformen sind gehen allerdings mit einem höheren Verlustrisiko einher. „Verbraucherinnen und Verbraucher sind daher gut beraten, sich das Risiko einer Anlage deutlich zu machen. Wenn man ein Investment nicht versteht oder die Gewinnchancen utopisch hoch scheinen, sollte man im Zweifel eher die Finger davon lassen“, sagt Lüth.

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„Investitionen in Einzelaktien sind immer riskant. Gerät das Unternehmen in Schieflage, drohen hohe Verluste und im schlimmsten Fall ist das gesamte angelegte Geld weg“, ergänzt Maier zum Thema Aktien.

Gold und Kryptowährung im Anlageportfolio – was hier zu beachten ist

Die Geldanlage in Gold gilt als lukrativ. Innerhalb der letzten 30 Jahre war der Goldpreis von rund 250 auf 1850 Euro angestiegen – zur Wahrheit gehört aber auch, dass Kursanstieg von heftigen Kurseinbrüchen begleitet wurde. Dazu kommen noch Aspekte wie die Aufbewahrung, das Währungsrisiko, da Gold in Dollar gehandelt wird und die Tatsache, dass es weder Zinsen noch Dividenden für das eingelagerte Gold gibt.

Eine Frau (Collage) hält einen Goldbarren in der Hand.
Ein Investment in Gold ist riskanter, als viele denken. Experten raten daher, nur einen kleinen Teil der Ersparnisse zu investieren.© picture alliance/dpa-mag | Monique Wüstenhagen

Staats- und Unternehmensanleihen als Upgrade zu ETF und Co.

Die Verbraucherzentrale rät deshalb davon ab, deutlich mehr als zehn Prozent des Vermögens in Gold anzulegen. Wie Aktien oder Kryptowährung zählt Gold deshalb eher zur Spitze der Anlagepyramide. Berechenbarer sind Anleihen. Als Anleger investiert man in ein Unternehmen oder einen Staat und bekommt dafür regelmäßig Zinsen. Zum Ende der fixen Laufzeit wird das investierte Kapital an den Anleger zurückbezahlt. Der Anleger wird vereinfacht ausgedrückt zum Kreditgeber.

Staatliche Anleihen gelten oft als sicher, da die Rückzahlung durch die Staatseinnahmen abgesichert ist. Unternehmen bergen ein höheres Verlustrisiko – bezahlen dafür meist mehr Zinsen als Staaten. Beide Anleihen setzen einen gewissen Erfahrungsschatz mit Wertpapieren voraus. Zudem sollte man sich über die Kreditwürdigkeit informieren. Gerade bei Unternehmensanleihen ist es auch sinnvoll, sich mit dem Konzern zu beschäftigen.

Unsere Lesetipps zum Tagesgeld:

Fazit zur Geldanlage vor EZB-Zinsentscheid – klare Empfehlung

Unser Fazit: Egal, ob die EZB die Leitzinsen am 12. September oder zu einem späteren Zeitpunkt anpasst – steigen werden sie in absehbarer Zeit wohl eher nicht mehr. Wer sich langfristig mehr Rendite sichern möchte, kommt um Wertpapiere nicht herum. Im ersten Schritt bieten sich breit gestreute ETFs an, sobald im Tagesgeld der Notgroschen stabil ist. Viele Depotanbieter bieten ETF-Sparpläne ab einem Euro an – ideal, wenn man sich Anteile nicht ständig einzeln kaufen möchte.

Ist man auch mit ETFs gut aufgestellt, können renditestarke Anlageformen wie Aktien, Edelmetalle oder Kryptowährung die Spitze der Anlagestrategie bilden. Diese Anlagen erfordern allerdings gewisse Kenntnisse und gelten als anfälliger für Kursschwankungen. Experten raten, hier nur Geld zu investieren, das nicht kurzfristig benötigt wird und das man im Extremfall auch verschmerzen kann, sollte es zum Verlust kommen – etwa, wenn ein Unternehmen bankrott geht.

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