Zu den größten Berufrisiken, die ein Top-Job im Umfeld Donald Trumps mit sich bringt, gehört es, vom Chef auf öffentlicher Bühne aus heiterem Himmel böse konterkariert zu werden. So geschehen am Sonntagabend bei JD Vance, Nr. 2 der Vereinigten Staaten und potenzieller Maga-Erbe, wenn Trump 2028 abtreten muss.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In Interviews nach den von Trump befehligten Bombenangriffen auf iranische Atom-Anlagen betonte der amerikanische Vize-Präsident mehrfach: „Wir befinden uns nicht im Krieg mit dem Iran. Wir befinden uns im Krieg mit dem iranischen Atomprogramm.”
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Vance: „Wir befinden uns nicht im Krieg mit dem Iran“
Ausdrücklich gehe es der US-Administration nicht darum, zum Sturz des Mullah-Regimes beizutragen oder sogar aktiv darauf hinzuarbeiten. Botschaft: „No Regime Change”. Vance stellte sich damit in den Dienst großer Teile der Maga-Bewegung, die eine langwierige, hässliche Verwicklung der USA in der Region befürchten, falls man sich nach den unseligen Erfahrungen im Irak erneut massiv im Nahen Osten einmischt.

Vance bewegte sich mit seinen abgezirkelten Aussagen exakt in dem Spektrum, das vorher bereits ausführlich von Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio vermessen worden war. Amerikas Chef-Diplomat beteuerte zigfach bei seinen TV-Auftritten am Sonntag, dass man es nicht auf das Mullah-Regime von Ajatollah Ali Khamenei abgesehen habe, wohl wissend, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu genau das anstrebt.

Rubio: Präzisionsschläge ausschließlich gegen Atomanlagen
Rubios Botschaft: Präzisionsschläge ausschließlich gegen Atomanlagen, um Teheran an den Verhandlungstisch zu zwingen – nicht mehr und nicht weniger.
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Aber da hatten Vance und Rubio die Rechnung ohne den Wirt gemacht. „Es ist nicht politisch korrekt, den Begriff ,Regime Change‘ zu verwenden, schrieb Donald Trump am Abend auf seiner Kommunikations-Plattform Truth Social. „Aber wenn die derzeitige iranische Führung nicht in der Lage ist, den Iran wieder großartig zu machen, warum sollte es dann nicht einen Regime Change geben??? MIGA!!!” Mit dem Kürzel spielte Trump auf seinen Slogan „Make America Great Again” (MAGA) an – hier bezogen auf den Iran.
Für das Weiße Haus ein PR-Gau. Am Abend häuften sich Medienanfragen, was der Sinneswandel des Präsidenten bedeute, ob es nur ein Medien-Stunt war und ob das Ganze nicht die Gefahr von überproportionalen Vergeltungsschlägen des Iran erhöht. Bisher keine Antwort.







