Am Tag nach dem großen Militärschlag der USA gegen Teherans Atomwaffenprogramm versucht die betroffene Seite das Ausmaß der Zerstörung herunterzuspielen. Vonseiten des Irans heißt es, bei der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Fordo seien lediglich ein paar Zentrifugen beschädigt worden. US-Präsident Donald Trump hingegen lobte den Einsatz seiner Kampftruppe und meinte, die tief im Bergmassiv versteckte Anlage sei „ausradiert“ worden.

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#17 Omid Nouripour über seine Flucht aus dem Iran – und wie man auf Farsi rappt
Meine schwerste Entscheidung
 

Was haben diese kleinen schwarzen Punkte zu bedeuten?

Auf den neusten vom Unternehmen Maxar zur Verfügung gestellten Satellitenbildern aus der Region ist zwar keine große überirdische Zerstörung zu erkennen. Jedoch sind vor allem die Schäden unterhalb der Erde entscheidend. Dort sollen die GBU-57-Bomben der US-Streitkräfte explodiert sein, vorausgesetzt, sie haben die dicken Gesteinsschichten durchschlagen. Auf den Bildern zu erkennen: Sechs schwarze Punkte, die Einschlagslöcher der Bomben. Sie sollen Analysten zufolge über den Haupttunneln der Anreicherungsanlage liegen.

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Neben diesen sechs Löchern sind auch die grau-blauen Aschewolken interessant, die auf dem Areal liegen. Das „Institute for the Study of War“ aus Washington erklärte dazu auf X, dass diese von dem Luftangriff verursacht wurden. „Außerdem werden mehrere Tunneleingänge, die in die Untergrundeinrichtung führen, nach dem Luftschlag mit Geröll verstopft“, fügten die Forscher hinzu.

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Luftschlag gegen iranisches Atomprogramm: Wurde wirklich alles zerstört?

Laut Analysen der Nachrichtenagentur AP sind zudem leichte Erdabsenkungen zu erkennen. Die grau-bläulichen Felder deuten auf eine mögliche Explosion unter der Erde hin. Das könnte bedeuten, dass die rund 14 Tonnen schweren US-Bomben tatsächlich tief im Inneren des Berges explodiert sind.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Wie stark genau die Forschungsanlage wirklich beschädigt wurde, ist zum aktuellen Zeitpunkt schwer zu sagen. Die vielen Veränderungen auf den Bildern weisen darauf hin, dass die Einrichtung schweren Schaden genommen hat. Verteidigungsminister Pete Hegseth sprach am Sonntag davon, der Angriff sei ein „unglaublicher und überwältigender Erfolg“.

Nahostkonflikt - Uran-Anreicherungsanlage in Fordo
Die Kombo der von Maxar Technologies zur Verfügung gestellten Satellitenbilder zeigt die Anreicherungsanlage Fordo im Iran vor den US-Angriffen am 20. Juni 2025 (l.) und nach den Angriffen am 22. Juni 2025 (r.).© Uncredited/Maxar Technologies vi | Uncredited

Generalstabschef Dan Caine war zurückhaltender. Wie groß die erzielten Schäden seien, werde zurzeit geprüft, betonte Caine. Der oberste Militär der USA widersprach damit indirekt US-Präsident Donald Trump, der kurz nach den Angriffen von einer völligen Zerstörung gesprochen hatte.

Spekulationen über mögliche Evakuierung von Fordo

Ob das Atomprogramm des Iran mit der Bombardierung vernichtet wurde, ist bislang fraglich. Zumal: In den Tagen vor dem Angriff der USA war ungewöhnlich viel Verkehr rund um die Anlage zu beobachten. Auch das zeigen Satelliten aufnahmen. Darauf sind unter anderem 16 Lkw zu sehen, die auf einer Zugangsstraße unterwegs waren.

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Die Trucks ließen Spekulationen laut werden, die Iraner könnten wichtige Geräte aus der Anlage geschafft haben, bevor die Bomben fielen – etwa die für die Urananreicherung wichtigen Zentrifugen. Aus dem Iran heißt es, dass diese rechtzeitig an einen sicheren Ort gebracht worden seien. Experten bezweifeln das. Eine großangelegte Evakuierung von Fordo wäre den Israelis wohl kaum verborgen geblieben – und hätte ein mit großer Sicherheit einen Luftangriff auf derartige Unternehmungen zur Folge gehabt.