Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt an der Beerdigung von Papst Franziskus teil. Die Ukraine ist zwar überwiegend ein orthodoxes Land, doch im Westen leben zahlreiche Katholiken. Selenskyj will Franziskus, der immer auf der Seite der Schwachen stand, die letzte Ehre erweisen. Er ist aber auch nach Rom kommen, weil Dutzende von Staats- und Regierungschefs vor Ort sein, darunter US-Präsident Donald Trump.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Es ist eine Gelegenheit, im Hintergrund wichtige Gespräche über die schwierigen Verhandlungen zur Beendigung des russisch-ukrainischen Kriegs zu führen. Am Rande der Beerdigung bestätigte das Weiße Haus ein Gespräch zwischen Trump und Selenskyj.

Ob Selenskyj die Reise wirklich antritt, war bis zuletzt offen. Am Donnerstag hatte der Präsident seine Südafrikareise abgebrochen und war nach Kiew zurückgekehrt. Die Hauptstadt erlebte einen der schwersten Luftangriffe in diesem Krieg. Zwölf Menschen starben. Dass Selenskyj es rechtzeitig schafft, war letztlich auch ein logistisches Problem. Seit dem russischen Großangriff vom 24. Februar 2022 ist der Luftraum über die Ukraine gesperrt. Innerhalb des Landes nutzt der Präsident daher einen Geheimzug.
Trotz aller Widrigkeiten: Selenskyj hat es nach Rom geschafft. Fernseh- und Pressebilder zeigen den Präsidenten des kriegsgebeutelten Landes auf dem Petersplatz in Rom.
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Papst-Beerdigung: Selenskyjs schwarze Kleidung wird zum Thema
Nach dem Eklat bei seinem Besuch im Oval Office drängte sich die Frage auf: Was zieht er an? Damals musste er sich von einem rechtskonservativen Journalisten vorhalten lassen, es sei respektlos, im Weißen Haus keinen Anzug zu tragen. „Ich werde einen Anzug tragen, sobald der Krieg vorbei ist“, lautete die Antwort Selenskyjs.

Für die Beerdigung des Papstes gibt es allerdings Vorschriften. Es gilt ein strenger Dresscode: dunkler Anzug, dunkle Krawatte. Am Samstagvormittag bei der Beerdigung ist klar: Selenskyj erfüllt diesen Dresscode in Teilen. Er trägt Schwarz, jedoch keinen klassischen Anzug und keine Krawatte. Stattdessen eine schlichte schwarze Jacke mit abgesetztem Kragen, darunter ein Hemd, ebenfalls mit hochgesetztem Kragen. Hätte Selenskyj den Dresscode haargenau befolgt, wäre dies das erste Mal seit seiner allerersten Ansprache am Morgen des 24. Februar 2022.

Selenskyj setzt mit seiner Kleidung wichtiges Signal
Dass Selenskyj seit drei Jahren keinen Anzug mit Krawatte mehr trägt, ist vor allem ein wichtiges Signal an die ukrainische Bevölkerung und auch an ukrainische Soldaten. Was er ausdrücken will, ist klar: Der Krieg ist nicht vorbei. Ich bin Präsident eines Landes, das angegriffen wird und sich verteidigen muss. Er zeigt seinem Volk – ich bin einer von euch.
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Sein Pulli ist deshalb von hoher Symbolkraft. In Washington hatte er – sehr zum Ärger von US-Präsident Trump – dem US-Druck verweigert, schon beim Kleidungsstil die Bereitschaft zu Zugeständnissen zu signalisieren.



