Ein Jahr nach der Festnahme von Luigi Mangione, dem mutmaßlichen Mörder des UnitedHealthcare-Chefs Brian Thompson, schilderte der Polizei-Beamte Stephen Fox aus Altoona vor Gericht, wie Mangione sich bei seiner Überführung ins Gerichtsgebäude in Pennsylvania verhalten habe. Mangione hatte laut Fox unter anderem zu den Anwesenden vor dem Gebäude gesagt: „All diese Leute sind wegen eines Massenmörders hier? Wahnsinn!“
Auch interessant
Die Festnahme Mangiones im Dezember 2024 hatte eine fünftägige Fahndung beendet, die durch den Mord an Brian Thompson am 4. Dezember in New York City ausgelöst worden war. Der 27-jährige Mangione wurde damals in einem McDonald‘s in Altoona, Pennsylvania, von der Polizei gestellt und noch am selben Tag vor dem Gericht in Blair County angeklagt.
Mangione plädiert auf nicht schuldig
Mangione sieht sich in New York einer Anklage wegen Mordes zweiten Grades, mehrerer Waffendelikte sowie des Besitzes einer gefälschten Urkunde zweiten Grades gegenüber. Auf Bundesebene wird ihm unter anderem Mord mit einer Schusswaffe, Stalking und weitere Waffendelikte zur Last gelegt. Sollte er in den Bundesanklagen verurteilt werden, droht ihm die Todesstrafe. In allen Anklagepunkten hat Mangione sich bisher für nicht schuldig erklärt.
Auch interessant
Am Dienstag fand vor dem Strafgericht in Manhattan eine Anhörung zu einem Antrag von Mangiones Anwälten statt, bestimmte Beweise aus dem Prozess auszuschließen. „NBC News“ berichtet, dass Mangione selbst in einem dunkelblauen Anzug und einem hellrosa-weiß karierten Hemd erschien, kurz mit einem seiner Anwälte sprach und während der Anhörung aktiv mitwirkte, indem er Notizen auf einem gelben Notizblock machte und Unterlagen durchging.

Mangiones Festnahme mit Bodycam aufgenommen
Beamter Fox war an diesem Tag der neunte Zeuge der Anklage. Er war es, der Mangione vor einem Jahr im McDonald‘s festgenommen hatte, nachdem dieser dort eine auffällige Person gemeldet worden war.
A body-worn camera video shows police officers approaching Luigi Mangione at a McDonald's restaurant in Altoona, Pennsylvania. pic.twitter.com/8IqBpCALO4
— The Associated Press (@AP) 9. Dezember 2025
Vor Gericht beschrieb Fox laut „NBC News“ seine damalige Interaktion mit Mangione. So habe er sich bei Mangione entschuldigt, dass er zu schnell gelaufen sei, nachdem dieser gestolpert war, als die Beamten ihn der Staatspolizei übergaben. Mangione habe laut Fox geantwortet: „Schon gut, ich muss mich daran gewöhnen.“
Video zeigt Mangione mit Mütze und Maske im Fast-Food-Restaurant
Fox erinnerte sich auch daran, dass er bereits vor der Festnahme von der Schießerei in New York gehört habe und diese als „gewalttätigen Akt der Feigheit, der sich gegen einen unbewaffneten Menschen richtete“ bezeichnete. Ein Video der Körperkamera, das die Festnahme Mangiones zeigte, wurde am Dienstag vor Gericht abgespielt.
Auf dem Video, das etwa der Sender CBS ausstrahlte, ist zu sehen, wie Mangione in einem Fast-Food-Restaurant an einem Tisch sitzt, vor ihm eine braune Essenstüte. Der 27-Jährige trägt eine Mütze und Gesichtsmaske, die Mund und Nase bedeckt. Ein Polizist, gefilmt von einer Bodycam, nähert sich ihm und bittet ihn, seine Maske abzulegen. Mangione bleibt äußerlich ruhig, zieht seine Maske ab.

Der Beamte fragt nach seinem Namen, Mangione antwortet „Mark“. Auf die Frage nach seinem Nachnamen entgegnet er: „Rosario“. Als der Beamte nach einem Ausweis fragt, reicht Mangione ihm einen gefälschten Ausweis, wie CBS berichtet. Kurz darauf wurde er festgenommen. Die Beamten hatten auf einen Notruf reagiert. Mehrere Kunden hatten den Flüchtigen erkannt.
Auch interessant
- Eklat im Weißen Haus: Das Newsblog zu den aktuellen Entwicklungen
- Geheimdienst enthüllt: So gefährlich sind die Super-Seedrohnen
- Trumps Bombenleger: Darum legte es JD Vance auf den Super-GAU an
- Trump-Schock: Braucht Deutschland einen neuen Atombomben-Deal?
- „Deal oder wir sind raus“: Eklat im Weißen Haus – Trump wirft Selenskyj raus
- Vorsicht Falle: Wollte Trump Selenskyj zum Rücktritt treiben?
- Protokoll einer Entgleisung: So fertigte Trump Selenskyj ab
Notizen von Mangione: „Schwung beibehalten, FBI ist langsamer“
Zwei Durchsuchungsbefehle für Mangiones Eigentum wurden später von der ersten stellvertretenden Bezirksstaatsanwältin von Blair County, Nichole Smith, genehmigt. Während der Verhandlung wurden auch Bilder dieser Gegenstände gezeigt, die im Rucksack Mangiones gefunden wurden. Darunter waren unter anderem eine geladene Waffe, ein Schalldämpfer, ein Magazin mit Patronen, das in Unterwäsche gewickelt war, ein Handy, ein Notizbuch, ein Reisepass sowie diverse Bank- und Kreditkarten. Zudem fanden die Ermittler eine handgeschriebene Aufgabenliste mit Notizen wie: „schwarze Turnschuhe kaufen (weißer Streifen zu auffällig)“, „Hut und Schuhe wechseln, Augenbrauen zupfen“, „Schwung beibehalten, FBI ist langsamer“ und „Berichte zur aktuellen Lage prüfen“.
Auch interessant
Vor Gericht wurde zudem erwähnt, dass Mangione sich nach seiner Festnahme besorgt über die McDonald‘s-Mitarbeiterin geäußert habe, die ihn bei der Polizei gemeldet hatte. Laut seiner Anwältin Karen Agnifilo soll er gesagt haben, es „wäre schlecht für sie“, sollte ihr Name veröffentlicht werden. Außerdem habe sich Mangione für die Unannehmlichkeiten entschuldigt, die sein Verhalten im Restaurant verursacht hatte. Als Fox gefragt wurde, ob er diese Entschuldigung als ehrlich empfunden habe, entgegnete er: „Ich schätze, so aufrichtig wie jemand, der gerade jemanden ermordet hat.“
mit dpa







