Vor einem US-Gericht eingereichte Tagebucheinträge von Luigi Mangione, dem mutmaßlichen Mörder des Chefs eines amerikanischen Versicherungskonzerns, geben einen Einblick in die Planung und Beweggründe der Tat. Im Tagebuch wägt Mangione auch andere Attentatsziele und die Reaktion der Öffentlichkeit ab, berichten amerikanische Medien übereinstimmend.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Ich bin endlich zuversichtlich, was ich tun werde. Die Details fügen sich zusammen. Und ich habe keine Zweifel daran, ob es richtig/gerechtfertigt ist“, schrieb Mangione vier Monate vor dem Attentat in ein rotes Notizbuch, das von der Staatsanwaltschaft vor einem Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde und aus dem „ABC News“ zitiert.
Mangione wird beschuldigt, den CEO des milliardenschweren US-Krankenversicherers United Healthcare (UHC), Brian Thompson, am 4. Dezember 2024 auf offener Straße in New York erschossen zu haben. Donald Trumps Justizministerin Pam Bondi forderte im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe für den heute 27-Jährigen.
Auch interessant
Luigi Mangione: „Die Botschaft ist offensichtlich“
Das Notizbuch stellten Polizisten fünf Tage nach der Tat bei Mangiones Festnahme in einem McDonald's sicher. „Ich bin in gewisser Weise froh, dass ich prokrastiniert habe, denn so konnte ich mehr über UHC erfahren“, schreibt Mangione in einem der Einträge. „Das Ziel ist die Versicherungsbranche. Sie erfüllt alle Anforderungen“, heißt es am 15. August.
Laut „CNN“ hörte Mangione zum selben Zeitpunkt auf, Beitrage in den Sozialen Medien zu posten, wo er zuvor sehr aktiv war. Freunde und Familie zeigten sich wohl zunehmend besorgt.
Im Oktober schreibt er: „1,5 Monate. Die Investorenkonferenz ist ein echter Glücksfall. Sie verkörpert alles, was mit unserem Gesundheitssystem nicht stimmt, und – was am wichtigsten ist – die Botschaft ist offensichtlich.“ Thompson wurde vor dem Tageshotel der Konferenz in Manhattan erschossen. Auf Patronenhülsen wurden Botschaften gefunden, die auf die angeblichen Praktiken von US-Versicherungsgesellschaften anspielen, aus Profitgründen Ansprüche abzulehnen.
Auch interessant
Mangione schloss Bombenanschlag aus
„Das Problem bei den meisten revolutionären Aktionen ist, dass die Botschaft bei Normalbürgern nicht ankommt“, heißt es weiter. Dass er keinen Bombenanschlag auf die Branche in Erwägung zieht, erklärt er mit seiner Absicht, „unschuldige“ Leben schonen zu wollen.

Bei der Auswertung des Notizbuches habe die Staatsanwaltschaft nach eigener Aussage „eindeutige“ Beweise auf das Motiv von Mangione gefunden. Die Ankläger seien sich auch sicher, dass Mangione bereits Vortag des Mordes den Geschäftsführer von UHC beobachtet habe, berichtet „ABC News“. Außerdem habe er vor Thompson ein anderes Opfer in Betracht gezogen, das er nur als Akronym „KMD“ im Tagebuch erwähnt.
Auch interessant
Magione-Fans spenden über eine Million US-Dollar
Mangione selbst hatte Ende April erneut vor dem Bundesgericht in New York seine Unschuld beteuert. Justizministerin Bondi sprach von einem „geplanten, kaltblütigen Mord, der Amerika schockiert hat“. Sie wies die Staatsanwaltschaft Anfang April an, die Todesstrafe zu fordern.
Die Tötung Thompsons hat in den USA für Entsetzen gesorgt. Allerdings gab es im Internet auch eine Serie hasserfüllter Kommentare über US-Krankenversicherer sowie viel Zuspruch für Mangione. Den Konzernen wurde vorgeworfen, sich auf Kosten der Patienten zu bereichern. Unterstützer von Mangione sammelten im Internet bereits über eine Million US-Dollar für seine Verteidigung.







