Es ist eine starke Woche der Frauen. Als hätten sich die Filmverleiher abgesprochen, gibt es gleich zwei Filmbiographien: Kate Winslet ist als Kriegsreporterin Lee Miller zu sehen, Yasemin Şamdereli hat das Leben der somalischen Spitzensportlerin Samia Yusuf Omar verfilmt. Demi Moore spielt die Rolle ihres Lebens in „The Substance“: als Filmstar, der nicht altern will. Der Dokumentarfilm „Favoriten“ zeigt eine Ausnahmelehrerin im Einsatz für ihre Schüler. Und „Rosalie“ handelt von einer Französin, die berühmt wurde wegen ihres Damenbarts. Unsere Tipps für diese Woche:
- „Die Fotografin“
Lee Miller ist eine Pionierin der Fotografie. Und war eine unerschrockene Frau, die als eine der ersten Reporterinnen über den Krieg berichtete. Kate Winslet wollte dieser Frau unbedingt ein Denkmal setzen und gibt in ihrer Darstellung alles. Der Film ist insgesamt aber sehr konventionell, selten findet Regisseurin Ellen Kura adäquate Bilder für die Schrecken, die ihre Figur durchlebt.
Lesen Sie hier die ausführliche Kritik: Triumph in Hitlers Badewanne: „Die Fotografin“
Zu dem Film haben wir auch mit Kate Winslet gesprochen, die nicht nur die Titelpartie als Lee Miller spielt, sondern als Produzentin jahrelang für dieses Filmprojekt gekämpft hat.
Lesen Sie hier das Interview: Kate Winslet: „Leute, nutzt Eure Energie, um Gutes zu tun“
- „The Substance“
So hat man Demi Moore noch nie gesehen. Als Fernsehstar, der, weil vermeintlich zu alt geworden, ausrangiert wird und einen Pakt mit dem Teufel eingeht: für ewige Jugend. Die Sache hat natürlich einen Haken. „The Substance“, der in Cannes einen Preis fürs beste Drehbuch erhielt, ist eine grelle Satire auf den Jugend- und Schönheitswahn, vor allem aber Body Horror mit teils drastischen Ekel-Effekten.
Lesen Sie hier die ausführliche Kritik: Body Horror mit Demi Moore: „The Substance“
- „Favoriten“
Der deutsche Dokumentarfilm „Herr Bachmann und seine Klasse“ rührte zu Tränen. Es gibt sie also noch, die Lehrer, die nicht nur den Lehrplan abarbeiten, sondern ihre Schüler vor allem auf das Leben vorbereiten. Nun gibt es ein österreichisches Äquivalent: Für ihren Film „Favoriten“ hat die Dokumentarfilmerin Ruth Beckermann drei Jahre lang die empathische Grundschullehrerin Ilkay Idiskut begleitet. Eine Lehrerin, wie wir sie uns alle gewünscht hätten.
Lesen Sie hier die ausführliche Kritik: Frau Idiskut und ihre Klasse: „Favoriten“
- „Samia“
Sie war ein Lauf-Ass. Und trat bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking für ihr Land Somalia an. Aber dann hielt es die Spitzensportlerin nicht mehr aus in ihrem Land, das von Bürgerkriegen gezeichnet war und dem ihr eigener Vater bei einem Bombenattentat zum Opfer fiel. Der italeinische Schriftsteller hat aus dem Leben von Samia Yusuf Omar ein Buch gemacht, und die deutsche Schriftstellerin Yasemin Şamdereli daraus einen Film.
Lesen Sie hier die ausführliche Kritik: Das tragische Schicksal einer Kämpferin: „Samia“
- „Rosalie“
Eine Heirat aus pekuniären Gründen aus der Ferne beschlossen: Das sollte man sich gründlich überlegen. Dabei kann man sein blaues Wunder erleben. Wie ein französischer Soldat nach dem deutsch-französischen Krieg 1870, der um sein Café zu retten, eine reiche Frau heiratet, die dann aber einen Damenbart trägt. Und den auch gar nicht versteckt, sondern damit zu einer örtlichen Berühmtheit wird.
Lesen Sie hier die ausführliche Kritik: Wenn die Gattin plötzlich einen Bart hat: „Rosalie“
Und das sagen die Filmkritiker:

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