Wer in einem Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen, heißt es ja. Aber wer die schwedische Tragikomödie „Immer wieder Dienstag“ geschaut hat, wird lernen, dass man besser auch keine Hochzeiten in einem solch fragilen Konstrukt begeht.

„Immer wieder Dienstag“: Der „Naughty Boy“ fällt vom Dach

Denn genau in solch einem begehen Karin (Marie Richardson) und Sten (Björn Kjellman) in großer Runde ihre Rubinhochzeit – mit dem Originalmenü von vor 40 Jahren.

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Zu dumm nur, dass justament auf Stens Handy eine Nachricht mit einem üppigen Dekolleté für den „Naughty Boy“ auftaucht, und der so Ertappte gerade am Dachbalken hängt, weil er so seine Fitness zeigen will – und plumps, vor Schreck runterfällt und sich alle Knochen bricht.

„Immer wieder Dienstag“: Scherben und Brüche einer langen Ehe

Regisseurin Anikka Appelin erzählt damit gleich am Anfang so feinsinnig wie deftig von den Scherben und Brüchen einer langen Ehe, und diesen tragikomischen Ton hält sie dann auch durch.

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Während Sten an den Rollstuhl gefesselt ist, entdeckt die leidenschaftliche Köchin Karin in einem abendlichen Kurs immer wieder dienstags nicht nur die panasiatische Gourmetküche, sondern mit dem muffeligen Kursleiter und Starkoch Henrik Moliner eine späte Liebe.

„Immer wieder Dienstag“: Ein Krimineller als Koch

Wie Peter Stor­mare, bekannt als psychopathischer Krimineller aus „Fargo“, diesem anfänglichen Menschenfeind Kontur verleiht, ist nur eine der großen Schauspielleistungen in dem sympathischen Ensemblefilm, der auf leichte Weise lehrt, das Leben trotz aller Widrigkeiten zu genießen.

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Dass das Tempo teilweise schleppend ist und das zu große Happy End zu sehr herbeiinszeniert wird – geschenkt. Zwischen deftigem Line Dance im Countrylook und eleganter Schlussfeier im Schloss findet der Film seinen Ton. Das Glashaus bleibt heile.

Tragikomödie Schweden 2022, 101 min., von Anikka Appelin, mit Marie Richardson, Peter Stor­mare, Sussie Ericsson