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Flughafen BER: So sorgt die Bundespolizei für Sicherheit

Die Bundespolizei findet Platz im Terminal 1 des neuen Flughafens BER. Insgesamt hat die Inspektion 1200 Mitarbeiter.

Der Flughafen BER

Der Flughafen BER

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Schönefeld. Derzeit ist es vor allem die Angst vor dem Coronavirus, die Reisende beim Fliegen umtreibt. Neben der grassierenden Pandemie können für Passagiere aber auch ganz andere Gefährdungen rund um einen Flughafen auftreten. Um am BER den Schutz der Fluggäste sicherzustellen, sehen sich die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) und die Bundespolizei jedoch gut gerüstet. „Wir sind gut vorbereitet auf unsere Aufgaben“, sagte Karl-Heinz Weidner, Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Der reibungslose Start des Betriebs sei Ergebnis von jahrelanger Vorbereitung. „Es läuft deshalb so gut, weil wir intensiv in die Planungsprozesse der FBB eingebunden worden sind“, so Weidner. Insgesamt habe die Inspektion am BER 1200 Mitarbeiter. „Wir können damit unser breites Aufgabenportfolio 24 Stunden am Tag abdecken.“ Neben der Sicherheitskontrolle der Reisenden, die Mitarbeiter der Firma Securitas im Auftrag übernehmen, zählt dazu auch die Überwachung des neuen Bahnhofs direkt unter dem Terminal.

Flughafenchef: "Sicherheit ist unser höchstes Gut"

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup bezeichnete die Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften als vertrauensvoll. „Die Bundespolizei ist der wichtigste Partner am Flughafen, denn Sicherheit ist unser höchstes Gut.“ Es sei ihre gemeinsame Aufgabe, die Sicherheit des Reisens zu garantieren. Dafür sei die Zusammenarbeit zwischen den Sicherheits-Mitarbeitern der FBB und der Bundespolizei „ein ganz zentrales Thema“. Neben den Kräften der Bundespolizei kümmern sich darum am BER 200 Mitarbeiter der FBB sowie 800 weitere Beschäftigte von Dienstleistern. Diese kümmern sich neben den öffentlichen Terminalflächen um die Überwachung des 35 Kilometer langen Zauns rund um das Airportgelände.

Langwierig lief in Tegel oft der Weg durch die Sicherheitskontrollen. Das werde am BER besser, versprach Weidner. Zwar dauere der Durchlauf wegen der Corona-Pandemie derzeit viel länger als unter normalen Bedingungen. Grundsätzlich gelte jedoch: „Die Anlagen sind so angelegt, dass es auch unter Hochleistung keine nennenswerten Schlangen geben sollte.“ Helfen solle dabei, dass Passagiere stets auf die verschiedenen Kontrolllinien verteilt werden, erklärte Lütke Daldrup. Auf einem Bildschirm können die Reisenden dafür stets sehen, wie lang die Schlange an welchem Schalter ist. Lütke Daldrup gab noch einen Tipp: „Es ist wohl heute schon davon auszugehen, dass die Kontrollen an den Seiten in den Pavillons schneller laufen werden.“

Kaum Ladesäulen für E-Autos am neuen Airport zu finden

Wer schnell ist und jemandem zum Flieger bringt, kann dafür am BER auch kostenlos parken. Vor dem neuen Terminal ist es möglich, zehn Minuten lang gebührenfrei zu halten, wie der Parkhausbetreiber Apcoa am Donnerstag mitteilte. Dafür gibt es eine 650 Meter lange „Kiss&Fly“-Zone mit Schranke. Wer überzieht, bezahlt am Automaten. Tickets sind nicht nötig, da die Kennzeichen bei der Durchfahrt automatisch erfasst werden. Die Stundenpreise beginnen bei 5 Euro.

Zeit mitbringen sollte künftig hingegen möglicherweise, wer am BER eine Ladesäule für sein Elektroauto sucht. Insgesamt stehen Passagieren und Beschäftigten am neuen Hauptstadtflughafen rund 18.000 Stellplätze zur Verfügung, 4.700 davon sind vorgesehen für Mitarbeiter. Doch trotz der riesigen Zahl an Parkplätzen gibt es am BER bislang nur zehn Elektro-Ladesäulen mit insgesamt 20 Ladepunkten in den Parkhäusern, wie die Senatsfinanzverwaltung auf eine schriftliche Anfrage der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus mitteilte. Eine Erweiterung sei nach der Eröffnung geplant, hieß es.

Die Liberalen ärgern sich dennoch über die enorme Diskrepanz. „Ausgerechnet bei ihrem selbsterklärten Kernthema Mobilität hat die rot-rot-grüne Koalition gepennt“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Sebastian Czaja. So werde es nicht gelingen, die Berlinerinnen und Berliner von den Vorteilen der E-Mobilität zu überzeugen. „Während wenige Kilometer entfernt bereits im nächsten Jahr die ersten Tesla vom Band rollen sollen, ist beim BER noch längst kein Land in Sicht.“ Für Czaja ordne sich der Fall ein in eine Reihe von Problemen. „Ob undichte Stellen in der Decke, fehlende Rolltreppen oder der mangelhafte Ausbau der Infrastruktur – der BER sorgt weiter dafür, dass Berlin weltweit zur Lachnummer wird“, so der Liberale.

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